Natürliche Selbstreinigungsmechanismen wie der Lotuseffekt …

… können (wie Selbstheilung) ungehindert nur in dem natürlichen Zusammenhang, in dem sie einst entstanden sind, funktionieren

Seit Langem versuchen von der Natur begeisterte Menschen, diese willkürlich – bionisch – nachzubauen bzw. zu nutzen, wie es ihnen gerade – oft völlig ohne Verstand bzw. wirkliches Wissen und Verständnis für das, was sie tun – in den Sinn kommt.
Dabei herrschen in der Natur strenge Regeln, die dafür sorgen, dass ein natürliches Gleichgewicht aller Kräfte – auf- und abbauenden bzw. an- und entspannenden, ablagernden und loslösenden – eingehalten wird. In der Natur herrscht weder Verschwendung noch ein unsinniger Überfluss, der nicht dazu dienen würde, die Fülle und Vielfalt der Natur dauerhaft erhalten zu können, ohne sie dabei zu verschmutzen – zuzumüllen.

Nur Menschen ist bzw. war sie nicht sauber (oder gesund) genug zum Leben, so dass sie angefangen haben, sie mit selbst erfundenen – künstlichen, egal ob chemischen oder physikalischen Reinigungs- und Hygienemaßnahmen oder -mitteln (sowie angeblich gesünderen, nährstoffhaltigeren Produkten, die ihrem Lebenserhalt dienen sollen) zu überschwemmen …
Wenn natürliche, lokale Wasserkreisläufe durch Entwaldung und Versiegelung der Böden gestört sind, braucht man – gegen Dürre oder Sturmfluten – auch keine künstlichen Oberflächen mit Lotuseffekt mehr. Genauso wenig wie in einer Umwelt, in der Regen nicht mehr perlt, sondern aufgrund des Einsatzes von Seifen schäumt.
Wenn Blätter bzw. das Blattgrün, das unseren Sauerstoff aus Kohlenstoffdioxid produziert, nicht mehr schnell genug in ausreichender Menge neu entstehen kann, während es an anderer Stelle zerstört wird, brauchen wir uns nicht wundern, dass höhere CO2-Werte gemessen werden.
Wenn unsere natürlichen Ökosysteme bzw. Organismen mehr Giften – also unnatürlichen Mengen, Konzentrationen, Extrakten oder künstlichen Gemischen natürlicher (Roh-)Stoffe – ausgesetzt werden als ihre Organe – wenn sie genug Zeit und Ruhe, Frischluftzufuhr sowie sauberes Wasser und Nährstoffe dafür bekommen – automatisch ausscheiden können, braucht niemand zu erwarten, dass sie keinen Schaden davon tragen werden.

Es ist im Grunde traurig, wie viele – vermeintlich gebildete – Menschen immer noch nicht wissen, wie sie unsere Umwelt sauber(er) halten und/oder sich selbst vor Umweltverschmutzung schützen können – egal ob auf körperlicher, geistiger oder seelischer Ebene: durch weniger Konsum, vor allem von Produkten, die in erster Linie ihrem Genuss und ihrer Unterhaltung dienen, ihnen also das Leben leichter oder einfacher machen und sie vor – angeblich – allzu schwerer Kost schützen sollen.
Im wahren Leben können Menschen, die noch mit der bzw. ihrer Natur verbunden sind, spüren,

  • wenn ihnen etwas im Grunde gut Verdauliches auf den Magen schlägt (weil sie es zur „falschen Zeit am falschen Ort“ probiert oder sich dazu in Versuchung führen lassen haben) oder den Appetit verdirbt, weil es ungesund für sie ist;
  • was genau ihnen – außer Koffein oder Nikotin – Herzklopfen bereitet oder – wie zu viel Zucker – den Schlaf raubt, so dass sie etwas dagegen tun können, oder
  • wovon ihre Kopfschmerzen kommen bzw. wie sie sie auch ohne ärztliche Hilfe wieder loswerden.

Sie müssen keine saubere, besonders helle oder farbenfrohe Kleidung tragen, um ihnen ihr inneres Leuchten ansehen zu können. Und einigen von ihnen ist mit Sicherheit bewusst, dass Tränen manchmal der einzige Weg sind, sich von all der (mit gesundheitsschädlichen, immunschwächenden Stresshormonen verbundenen) Trauer oder Verzweiflung über die Verschmutzung der Erde und Zerstörung von lebendiger Natur – zugunsten dessen, was Menschen unter Nachhaltigkeit, „Fortschritt“ oder „sauberer Energie“ bzw. „grünen Technologien“ verstehen – zu reinigen.

 

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Dank für das Foto gebührt Marina Logvin (auf Unsplash)!

 

Was ist nur aus den Menschen geworden – die nie so sein wollten wie „die anderen“?

Wie sich Menschen, die (familiäre) Strukturen brauchen, denen sie blind vertrauen können, zu empathielos funktionierenden Robotern entwickeln können, die zwar noch gerne in Erinnerungen schwelgen, aber im Grunde trotzdem alles, woran sie mal geglaubt haben, vergessen zu haben scheinen

Es ist normal, dass Menschen sich im Laufe ihres Lebens vor allem äußerlich verändern. Aber nur wenige, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend gegen die gemein- oder gesellschaftlichen Strukturen rebelliert haben, die sie in ihrer freien Entwicklung (hin zu dem, was bzw. wer sie gerne sein wollten) behindert haben, scheinen sich bzw. ihren inneren (Ideal-)Vorstellungen – z.B. von Frieden, Freiheit, Gewaltlosigkeit, der Gleich- und/oder Einzigartigkeit der Menschen – ihr Leben lang treu bleiben zu können.

Besonders rücksichtsvolle Menschen, die anderen wiederholt gerne freiwillig Platz machen, – auch wenn die sich dann verhalten als

  • würde ihnen die Welt alleine gehören,
  • müssten alle anderen ihnen zuliebe auf ihre Freiheiten oder eigenen Ansprüche verzichten oder
  • wäre es normal, dass man dann auch freiwillig allen Müll wegräumt, den sie hinterlassen (haben) –

werden häufig feststellen, dass irgendwann gar kein (Rückzugs-)Raum mehr für sie selbst bleibt, an dem sie vor dem Einfluss anderer sicher wären.

Vielleicht ist es gut, sie so in Erinnerung zu behalten, wie sie mal waren: als gute FreundInnen, denen man einmal vertraut hat (die sich aber anderen Menschen untergeordnet und damit ihre Vertrauenswürdigkeit abgegeben haben).
Vielleicht ist es auch gut, die Gedanken an sie loszulassen und sich an vertrauenserweckenderen Menschen zu orientieren, die

  • noch nicht in einer Masse von mehr oder weniger gleichgeschalteten, gleichartig funktionierenden, berechenbaren Individuen untergegangen sind,
  • (weiterhin) zwischenmenschlichen Idealen folgen und
  • noch für Überraschungen gut sind.

Für mich als Verhaltensökologin ist es immerhin eine Erklärung (wenn auch keine Entschuldigung für das, was unzählige Menschen damit anrichten), dass es ihnen vielleicht selbst (gesundheitlich) schlecht (damit) geht. Gegen ungute Gefühle (von Ohnmacht oder Schwere) versuchen schon Kinder, (es) sich selbst möglichst leicht zu machen und dafür zu sorgen, dass es in erster Linie ihnen ein gutes Gefühl verschafft, dass sie keine oder zuindest wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse „anderer“ (insbesondere wenn sie ihnen noch völlig oder generell ziemlich fremd sind) – nehmen, geschweige denn Verantwortung für sie tragen, d.h. ihnen Rede und Antwort stehen müssen.

Es gibt hin und wieder auch Menschen, die werden einem mit der Zeit sympathischer, obwohl man früher nicht viel mit ihnen gemeinsam hatte. Und einige verändern sich irgendwie nie, während man selbst viel Neues dazulernt, Enttäuschungen erlebt bzw. neue Angewohnheiten entwickelt.
Am Ende, wenn die alten verschwunden sind, werden jedenfalls immer neue Arten von Menschen zurückbleiben, die ihre Chance bekommen, alles anders zu machen als die vor ihnen.
Es bleibt für die WissenschaftlerInnen der Zukunft jedenfalls spannend, zu erforschen, was sie wie und warum aus sich und dem, was war, gemacht haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Kelly Sikkema (auf Unsplash), und dafür, dass sie mich auf das verlinkte Musikvideo aufmerksam gemacht hat, gebührt er meiner lieben Freundin Suleika (die ich seit mehr als 25 kenne und auch heute noch (mit-)erleben darf – wie sie auf ihre Weise friedlich Widerstand gegen vieles leistet, womit sie nicht leben will)!

Was da ist, muss weg! (Oder was noch nicht da ist, muss als lebensbedrohlich emp- bzw. erfunden, produziert und mit „guter“ Werbung als lebensrettend oder zumindest noch zum eigenen Glück fehlend verkauft werden)

Wie ein – „Dank“ einseitiger Propaganda – ökonomisches statt ökologisches Verständnis von der Welt (sowie anerzogene Glaubenssätze oder traumatische Verlusterfahrungen) Menschen zu Wahnsinnigen machen und/oder – auch andere – Leben zerstören

Dass viele Menschen – statt in der Realität zu leben und das zu tun, was sie gerne tun würden – ihren Alltag von Medien und Politik beherrschen lassen, zeigt sich allein darin, dass sie freiwillig Steuern und anderes Geld an Menschen zahlen, die damit Kriege und Propaganda für ihre „zukunftsorientierte“ Politik finanzieren, die die Umwelt vergiftet bzw. so zerstört, dass Klimaextreme zur Normalität werden (weil regulierende Wälder gnadenlos abgeholzt, Ökosysteme zerstückelt und ökologische Kreisläufe damit unterbrochen oder große Bodenflächen versiegelt werden). Oberflächlich mag es für alle, denen nicht bewusst ist, wie überlebenswichtig das Leben im Boden nicht nur für uns Menschen, so erscheinen, als würde es auch in Städten eine lebendige Vielfalt geben können. Ohne die Zahl der Bodenorganismen – die dafür sorgen, dass Kohlenstoff im Boden gespeichert wird oder neue organische Masse entstehen kann – herrscht ein lebensbedrohliches Ungleichgewicht.

Da alles mit allem verbunden ist und das Äußere – für Menschen, die (noch) wissen, wie man genau hinschaut bzw. auch mit dem Herzen sehen kann – nur das Innere, das Oben nur das Unten, das Rechte nur das Linke, große Dinge die kleinen und ein Kind meist (wenn es sich nicht bewusst dagegen entscheidet) die Sehnsüchte der Eltern widerspiegelt, genügt im Grunde ein kurzer Rundum-Blick bis in die eigene Gefühls- und Gedankenwelt, um sich ein Bild von dem, was wirklich ist, zu verschaffen.

Ich habe den Eindruck, viele Menschen scheuen sich davor, Einsicht zu zeigen – auch in sich zu gehen statt sich vor allem an anderen zu orientieren.
Solange ihnen noch Aufmerksamkeit zukommt, solange sie noch für das, was sie tun, von irgendjemandem gelobt oder sogar bejubelt, vielleicht sogar bezahlt werden, machen sie jeden – sogar beleidigenden, demütigenden, menschenverachtenden – Irrsinn mit. Im Glauben, „wenigstens etwas beizutragen“ zu einer Welt, die nicht auf einzelne Menschen angewiesen ist, sondern auch gut – vielleicht besser – ohne uns alle funktionieren würde.

Für mich ist das noch lange kein Grund,

  • Menschen und ihre Natur einseitig schlecht zu machen und – wie schon in der Vergangenheit auch viele Pflanzen- oder Tierarten und weitere Gruppen von Organismen – zu Schädlingen erklären,
  • alles, was sie von Natur aus gerne tun würden, lenken oder sogar streng kontrollieren zu wollen und
  • skrupellos Forschung zu betreiben und dafür bzw. dabei Menschen, Tiere oder Böden bzw. ganze Ländereien auszubeuten, um Rohstoffe für naturzerstörerische Technologien gewinnen, finanzierbare bzw. sich lohnende Produktionsorte schaffen und mit absurden Verkaufsstrategien umwelt- bzw. gesundheitsschädliche Produkte in die Welt bringen zu können (um damit – angeblich – die Menschheit zu retten).

Alle, die sich selbst für schlecht – (aus-)gebildet – oder – körperlich, geistig oder seelisch – benachteiligt halten und nicht erkennen, was sie alles – völlig freiwillig und aus eigener Kraft – besser machen bzw. sein lassen könnten (statt sich nicht nur vor anderen Menschen zum Affen machen oder von ihnen für dumm verkaufen lassen zu müssen könnten), fehlt – für mich ganz offensichtlich – ein wichtiger Teil ihrer oder ihres Selbst bzw. ihr Zugang dazu.
Vielleicht ist es hinter all ihren unsinnigen Besitztümern verloren gegangen, vielleicht hinter einer dicken Fettschicht, vielleicht in all den Gedanken, die sie sich um andere(s) machen.
Ich kann nur sagen: Verluste sind nicht immer lebensbedrohend. Sie haben schon immer vielen Menschen das Leben gerettet bzw. eine völlig andere Seite gezeigt, die vorher für sie unvorstellbar war.
Die Kunst eines glücklichen, gesunden Lebens ist es, beide Seiten als lebenswichtig anzuerkennen bzw. einzusehen, dass ein Extrem nur immer wieder zu einem anderen führt, wenn Menschen die eigene, entspannte Mitte dazwischen nicht finden (sondern von der Angst beherrscht werden, wieder ins Letzte zurückzufallen, so dass sie versuchen, den Kontakt mit allem oder allen zu vermeiden, was sie daran erinnert bzw. schmerzhafte Erinnerungen daran hervorrufen könnten).

P.s.: Es mag verlockend klingen, wenn Menschen versprechen, anderen ihre Arbeit abzunehmen, also zu ersparen, dass sie vielleicht viele Tränen, Schweiß und Blut vergießen müssen, um dahin zu kommen, wo sie gerne wären (um dort sich selbst – zum eigenen natürlichen inneren Frieden und Glück – zu finden. Allerdings sind die, die Menschen davon weggeführt haben, selten die, die irgendwann auch wieder zur Umkehr aufrufen.

 

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Dank für das Foto gebührt Documerica (auf Unsplash)!

Zum Trotzen – sowohl gegenüber Ja-Sager/Innen als auch Widerständler/Innen – geboren

Warum Ge- und Verbote für kreative Menschen keine Wege verschließen, sondern nur neue Möglichkeiten eröffnen (von denen auch alle anderen profitieren können)

Die Welt der Menschen wird beherrscht von gutgläubigen Individuen, die all dem vertrauen, was andere – auf vermeintlich rechtschaffende Vorbilder zählende – Menschen ihnen über gute und böse Menschen (und wie diese für ihre „Verdienste“ belohnt oder Taten bestraft werden müssen oder zumindest in einer gerechten Welt bestraft werden sollten) beigebracht haben.

Dabei neigen schon Kinder, die sich von anderen ungerecht behandelt fühlen (weil ihnen z.B. niemand verständlich machen kann, warum nicht bei ihnen die Ausnahmeregelung herrscht, die sie bei anderen schon beobachtet haben), dazu, sich über – angeblich – vernünftige oder zumindest allgemein akzeptierte Verbote hinwegzusetzen, also in bestimmten Situationen „böse“ zu  sein, während sie unter anderen Umständen wahre Engel sind.
Was schwerer wiegt – ihr Liebreiz oder ihre Bösartigkeit -, hängt wiederum davon ab, wer davon betroffen ist, sich also damit herumschlagen muss, oder wer davon profitiert.

Rechtsprechung ist keine leichte, in meinen Augen sogar eine unmögliche Aufgabe, weil es im Grunde immer „mildernde Umstände“ gibt, die Taten – egal ob besonders gute oder schlechte – relativieren. Streiten lässt sich über alles, vor allem darüber, wem es wann (zu) gut oder schlecht (genug) geht, um etwas zu rechtfertigen, bzw. was eine „gerechte“ oder „ungerechte“ Strafe, Entschädigung oder Belohnung für jemanden ist.

Während andere damit beschäftigt sind, über bestehende Gesetze oder Ge- und Verbote zu diskutieren (statt sie wörtlich zu nehmen) oder neue Gesetze zu beschließen (weil die alten – wie zu erwarten – missbraucht werden konnten) entstehen schon immer Möglichkeiten, die Gunst der Stunde zu nutzen, um selbst zu überdenken, ob es nicht sinnvoller ist, sich etwas völlig Neues einfallen zu lassen, wozu es – aktuell – noch gar keine einheitlichen Regelungen oder diese auch nicht mehr gibt, weil sich herausgestellt hat, dass es unmöglich war, diese zu kontrollieren.

Es gibt immer noch Kontrollfreaks – fanatische AnhängerInnen einer Verbotskultur – auf dieser Erde, die denken, dass sich zwischenmenschliche und gesellschaftliche Probleme einfach verbieten lassen würden, ohne dass man

  • ihnen auf den Grund gehen,
  • sie in aller Öffentlichkeit bzw. zumindest unter Beteiligung aller Betroffenen diskutieren und
  • sich darüber – nicht nur mehrheitlich – einigen müsste, wie zukünftig damit umgegangen werden soll, dass es menschlich ist, NEIN zu sagen zu allem, was sich schlecht oder ungerecht anfühlt, also nicht einfach alles hinzunehmen, was andere als gut und gerecht oder zumindest normal, natürlich oder notwendig, also unumgänglich propagieren.

Als Verhaltensökologin kann ich nur hoffen, dass sie – ihrer etablierten, festgefahrenen Meinung zum Trotz – irgendwann noch eines Besseren belehrt werden: Dass der Homo sapiens nicht entstanden ist, weil sich seine VertreterInnen freiwillig anderen Menschenarten untergeordnet haben bzw. von ihnen ihren überlebenswichtigen Drang nach (Entscheidungs-/Meinungs-/Religions-/beruflicher/…)Freiheit – aus angeblich vernünftigen Gründen, nämlich zum Besten aller – haben verbieten lassen.

 

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Dank für das Foto gebührt Jon Tyson (auf Unsplash)!

Das war schon immer so

und wird sich auch nie ändern!

… sagen nur Menschen, die nichts von (unseren) Anfängen wissen und keine Vorstellung davon haben (wollen), dass von einem Tag auf den anderen wirklich alles anders sein kann – auch wenn das dann „nur“ einen neuen Anfang für etwas darstellt, nachdem vorher etwas Altes zu Ende gegangen ist.

Wer immer noch nicht merkt, dass wir uns (genau wie unsere Erde) alle im Kreis drehen – wenigstens unsere Gedanken um etwas kreisen lassen – (müssen), bevor wir bereit sind, einen Schritt weiter oder zurück zu gehen, oder bereit ist, einen Blick in unsere Geschichtsbücher zu werfen, bevor er oder sie „einfach so weitermacht wie bisher„, dem bzw. der ist wahrscheinlich einfach nicht zu helfen.
Es war glücklicherweise tatsächlich schon immer so, dass im Laufe der Evolution die überlebt haben, die sich am Besten an die Natur anpassen bzw. mit natürlichen – vor allem klimatischen – Veränderungen leben konnten – nicht die, die versucht haben, sie zu verhindern und die Natur künstlich zu verändern bzw. mit ihren Techniken/Technologien zu beherrschen.

 

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Dank für das Foto gebührt Etienne Bösiger (auf Unsplash)!

 

Friedlich ge- oder entschlafen oder von lauten Schreien nach Frieden aufgeweckt?

Von Menschen, die keine (innere) Ruhe finden – weil sie die Welt zu gut oder nicht (mehr) verstehen

Innerer Friede braucht – genauso wie die (Selbst-)Heilung von Krankheiten – nicht nur Hoffnung und Konzentration darauf, um auch bei aufsteigender Wut, Verzweiflung oder anderen destruktiven Gefühlen (über den eigenen aufgewühlten Zustand) friedlich zu bleiben, sondern auch Verständnis für die eigene innere Unruhe.
Kein Mensch sieht die Welt wie ein anderer. Nur für wenige – selbst nicht für Kinder, die sich von ihren Eltern beschützt fühlen sollten – ist sie ein ruhiger, friedlicher Ort, an dem nicht täglich Lärm herrscht und Kriege geführt werden oder das eigene Zuhause, in dem sie Frieden finden könnten, bedrohen.
Viele leben in ständiger Angst um ihr eigenes Leben bzw. dem Bedürfnis, ihr Leben auch vorsorglich – wenn es gar nicht akut angegriffen wird – vor (Lebens-)Gefahren zu schützen.

Es macht allerdings einen großen Unterschied, zu wissen, was man alles tun könnte oder müsste, um sich abzusichern und dann – vermeintlich – in (ewiger) Ruhe schlafen zu können, oder was wirklich Sinn ergibt und eigentlich guten Gewissens erlaubt ist – um es nicht zu übertreiben mit der eigenen Vorsicht oder Rücksicht auf andere, die dem eigenen Leben gefährlich werden könnten.
Das eigene Leben kann kürzer als geplant sein, und der Tod ist ohnehin unausweichlich, so dass es wenig Sinn macht, sich mit der Angst davor (oder vor Menschen, die einem vermeintlich nach dem Leben trachten, so dass es angeblich Sinn acht, sich mit „Werkzeugen“ vor ihren Angriffen zu schützen), die eigene Laune verderben zu lassen. Menschen können lernen, sich mit ihren Ängsten und Befürchtungen auseinanderzusetzen bzw. darauf vorbereiten, ihnen mutig, aber entspannt – freundlich, friedlich gesinnt, aber in vollem Bewusstsein der eigenen Stärke – ins Gesicht zu schauen.
Angst kann sich jede/r nur selbst nehmen – mit dem Verständnis dafür, wer oder was sie ausgelöst hat: Worte oder eigene schlechte, demütigende Erfahrungen, die sich wiederholen und dieselben entmutigenden Gefühle – der Angst (vor einem Verlust, der eigenen Ohnmacht oder dem Versagen), Neid, Wut oder Scham – erneut auslösen könnten.

Nicht alle Menschen konfrontieren sich freiwillig – um ihres inneren Friedens willen – mit einer schmerzhaften Vergangenheit oder Gegenwart, sondern konzentrieren sich stattdessen darauf, sie aus ihrem Gedächtnis zu verdrängen, also keine Gefühle aufsteigen zu lassen, die im entspannten Zustand an die Oberfläche treten könnten. Sie merken oft gar nicht, wie sehr sie innerlich dagegen ankämpfen müssen. Denn sowohl unser Körper als auch unser Geist neigen von Natur aus (damit sie nicht krank werden und Gefahr laufen, dem Tod zum Opfer zu fallen) dazu, Ruhe finden zu wollen bzw. müssen, wenn etwas in ihnen passiert ist, was ihnen ihre natürliche Ausgeglichenheit, ihre Gesundheit nimmt: um Zeit zum Nachdenken, Einsehen und Verstehen oder dafür zu haben, kreativ gegen den inneren Unfrieden vorzugehen.
Nicht alle kreativen Lösungen machen – wenn sie nicht gut, in weiser Vor(aus)sicht, durchdacht sind – auch nachhaltig Sinn, können also früher oder später wieder Unfrieden (in oder unter Menschen) stiften – vor allem, wenn sie erneut zu rücksichtslos gegenüber natürlichen Bedürfnissen (nach ausreichend Ruhe und Frieden) umgesetzt werden.

Vor allem Menschen, die sich – statt „nur“ inspirieren, also neuen Lebensmut einhauchen – leicht von anderen für alles Mögliche begeistern und mitreißen lassen (statt auf sich selbst vertrauen zu können), laufen Gefahr, den eigenen Körper und (ruhigen) Geist zu vernachlässigen bzw. die Stimme ihrer Vernunft oder eigenen Intuition auszuschalten.
Niemand müsste die (Selbst-)Erkenntnis mit ins Grab nehmen, die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten – die eigene Lebenszeit – nicht genutzt zu haben, um sich selbst und die eigenen Ängste oder Stärken und Schwächen kennenzulernen (und ihnen nicht erst im Augenblick des Todes begegnen zu müssen). Jede/r hat die Möglichkeit, jeden Tag etwas Neues über sich zu erfahren und einen friedlichen Umgang damit zu lernen. Es gibt vieles, was – ohne ein schlechtes Gewissen oder Reue (es entweder getan oder nicht schon viel früher angefangen zu haben) zu hinterlassen – Freude macht und inneren Frieden schenkt.

Mit einer inneren Unruhe, mit einem aufgewühlten Herzen lässt sich jedenfalls kein Frieden in der Welt schaffen – auch nicht mit gutem Willen oder Absicht (wenn nicht alle anderen die auch verfolgen). Dann ist es sicherer, wenn möglichst viele Menschen weiter unruhig oder nur noch mit Beruhigungsmitteln schlafen und dann tagsüber zu müde zum Kämpfen sind, sondern nach möglichst viel Harmonie streben.
Alle friedliebenden Menschen, der nicht gerne unnötig lange schlafen, müssen nur aufpassen, sie zu schnell, unvorsichtig, zu wecken – mit Informationen zu dem, was sie vorher nicht verstanden haben (weil sie zu lebensmüde, gutgläubig oder abgelenkt waren, um sich damit zu beschäftigen).
Denn dann kann ganz schnell Unfrieden herrschen, wo kurz vorher noch alles ruhig war und in friedlicher (Rechts-)Ordnung schien.

 

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Dank für das Foto gebührt Sunguk Kim (auf Unsplash)!

Hinterher sind wir immer schlauer (aber körperlich und/oder gesellschaftlich gezeichnet, wenn wir uns nicht auch wieder auf ein anderes Level begeben können)

Warum am Ende nie alles besser, sondern nur anders sein wird als vorher (und nie dauerhaft innere Zufriedenheit oder Frieden zwischen Menschen herrschen wird, ohne dass sie bzw. er täglich neu beschlossen wird und alle bereitwillig dafür sorgen, dass dieser Zustand so erhalten bleibt)

Lebewesen, also nicht nur Menschen, mit einem Bewusstsein, sind von Natur aus in der Lage bzw. – weil sie es gar nicht abschalten können – dazu verdammt, zu lernen, d.h. neue Einsichten zu gewinnen. Sie entwickeln sich – ihren Körper und Geist, meiner Meinung nach auch ihre Seele – dabei weiter, so dass sie am Ende ihres Lebens schlauer, sich ihrer selbst und ihrer Umwelt bewusster als zu Beginn.

Manche Menschen machen gleich am Anfang ihres Lebens sehr schmerzhafte, traumatische (Lern-)Erfahrungen. Aus Angst vor weiteren oder aus Trotz gegenüber denen, die ihnen danach noch etwas beibringen wollen, was ihnen neue Schmerzen bereiten könnte, behalten einige, vielleicht – je nach Schwere der Traumatisierung – sogar alle, eine individuelle Lernbehinderung bei, die sie davon abhält, die Welt und andere Lebewesen so zu erfahren, wie sie wirklich – von Natur aus – sind und aufgrund von Naturgesetzen auch bleiben werden: auf einem natürlichen Kurs in Richtung Zukunft (und Weiterentwicklung des Lebens, also auch des eigenen Bewusstseins), den kein Mensch verändern kann – weder maschinell noch mit geistigen Techniken. Am Ende wird immer die Erkenntnis herrschen, dass Menschen, die die Welt nach ihrem Willen verändern bzw. besser machen wollten, damit gescheitert sind.

Die Welt ist – so wie sie ist – gut, in einem perfekten Gleichgewicht zwischen Überfluss und Mangel, der Menschen täglich dazu antreibt, ihn zu beseitigen, um satt zu werden. Nur den Menschen ist sie schon lange nicht mehr gut genug bzw. der Mangel oder die Angst davor zu groß.
Sie versuchen seit jeher, sich ihr Leben zu erleichtern und sich – vorsorglich – gegen „Mangelerscheinungen“ abzusichern. Jede Generation wünscht sich, dass es ihre Kinder mal besser, schöner haben sollen – und macht dabei im Grunde alles nur schlimmer: Denn Menschen, die zur eigenen Sicherheit Vorräte horten (oder Geld sparen), nehmen anderen Ressourcen weg.
Wer nach „Perfektion“, dem Gefühl von absoluter Güte (oder Sicherheit) strebt, zeigt dabei ein immer hässlicheres Gesicht – weil Menschen, wie alle anderen Lebewesen auch, nicht perfekt sind bzw. es nie sein können. Perfektion ist ein Endzustand , eine Verfassung, in der alles gut zu sein scheint. – Evolution sieht allerdings kein Ende vor, weil es natürliche Zyklen gibt, die – aufgrund der Naturgesetze bzw. des Energieerhaltungssatzes – in der Lage sind, sich ewig zu wiederholen.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass am Anfang vieler Kriege der Schrei der Menschen nach einer neuen Verfassung steht bzw. sich Menschen am Ende von Kriegen oft eine neue Verfassung geben, also festlegen, welche Fehler der Vergangenheit sie nicht wieder mache wollen.
Nicht alle Länder dieser Erde bzw. im Grunde kein einziges (denn es gibt keinen globalen Friedensvertrag) besitzen bereits ein Grundgesetz, das Menschen vor feindlichen Übergriffen – sei es durch ihre eigene Regierung, ihre Nachbarn oder ihre Nachbarländer – schützt, sobald diese in der Lage sind, sich eigene Gesetze zu machen – mit Geld oder (Waffen-)Gewalt.

Gewalt neigt von Natur aus dazu zu eskalieren, wenn niemand bewusst de-eskaliert, im Wissen, dass es sonst auch viele „Unschuldige“ treffen wird, die nur zur falschen Zeit am falschen Ort – am Ort eines Kampfes oder Krieges, den andere begonnen haben – waren bzw. gelebt haben und sich wehren mussten, um überleben zu können.
Irgendwann, sobald Menschen des Kämpfens müde werden (weil ihnen bewusst wird, was sie da eigentlich tun bzw. zu was sie selbst fähig sind), wird immer – zusammen mit einem Bewusstseinswandel und neuen Vorsätzen für ein zukünftiges friedliche(re)s Miteinander – Frieden einkehren und alles – vorübergehend – wieder gut sein. So wie schon immer in der Vergangenheit.
Ich kann es mir zwar noch nicht ganz vorstellen, aber ich würde mir wirklich wünschen, dass alle Menschen, die sich Homo sapiens nennen (wollen), irgendwann einsehen, wo ihre Denkfehler liegt: Wer die Natur oder andere (Menschen, Tiere, Pflanzen oder andere lebendige Wesen) willkürlich – nach eigenen Gesetzen, denen alle anderen nicht erst zustimmen müssen – beherrschen, sie ohne sie oder sich selbst zu fragen, ob man das überhaupt darf, be- oder ausnutzen (sie sich Untertan machen) will, darf sich nicht wundern, wenn sie sich das irgendwann nicht mehr Gefallen lässt bzw. lassen und hart zurückschlägt bzw. -schlagen.

P.s.: Menschen, für die alles perfekt ist, weil sie alles erreicht haben, was sie in ihrem Leben erreichen wollten, lassen sich aus Langeweile oft genauso viel Unsinn einfallen (den sie oder andere hinterher wieder ausbügeln müssen) wie andere, denen man nichts Recht machen kann, aus Ehrgeiz – weil sie nie zufrieden mit sich oder dem sind, was sie besitzen, mit anderen teilen oder ihnen schenken, also tun oder aufgeben, sein lassen, könnten.

 

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Dank für das Foto gebührt Steven Lasry (auf Unsplash)!

Vom (kollektiven) Dementieren der – vor allem schmerzhaften – Realität (entgegen der natürlichen Bewusstseinsevolution der Menschheit)

Warum nicht alle Menschen in der Lage sind, über ihre eigenen Dummheiten zu lachen, oder so tun können, als würden sie etwas nicht (mehr) wissen (um den damit verbundenen Schmerz vergessen zu können)

Menschen machen täglich Erfahrungen, die nicht immer sehr erfreulich oder auch vernünftig für sie sind. Jede Erfahrung, die eine – vermeintlich oder tatsächlich – potentielle Bedrohung für unser Leben darstellt (weil sie schmerzhaft ist und wir uns nur schwer von ihr erholen), wird automatisch – zum Selbstschutz – in unserem Schmerzgedächtnis gespeichert, selbst wenn sie nicht immer auch mit dem eigenen Verstand erfasst – verstanden – werden kann.
Wenn Menschen sich „versehentlich“ selbst verletzen oder in einen Unfall verwickelt werden – weil sie nicht „richtig“ hingeschaut haben, also unachtsam oder zu übermütig, leichtsinnig oder zu schlecht informiert waren, unter Zeitdruck gehandelt oder Sicherheits-/Abstandregeln nicht eingehalten haben – geben das viele genau wenig zu wie wenn sie von den Worten oder Taten anderer verletzt werden, weil die mit voller oder völlig ohne böse Absicht (weil sie sie gar nicht kennen konnten) ihre – aus ihrer Vergangenheit stammenden – „wunden Punkte“ getroffen haben.

Damit Menschen nicht ihre Lebensfreude, ihren Lebensmut verlieren, mit dem sie immer wieder auch „schlechte Zeiten“ – der Trauer, Wut, Enttäuschungen oder körperlichen Beschwerden und Schmerzen – überstehen können, dürfen sie

  • nicht immer wieder die alten oder neue Erfahrungen machen, die ihnen Leid bereiten (und damit ihren Körper oder Geist auf Dauer schädigen bzw. schwächen)
  • nicht zu viel Angst davor haben, erneut einen der „Fehler“ zu machen, die in ihrem Leben dazu geführt haben, dass sie, über kurze oder längere Zeit, leiden mussten, also nicht zu vorsichtig sein;
  • sich selbst nicht für VersagerInnen halten, die wenig oder gar keinen Einfluss darauf haben, ihr Leben selbstständig zu verbessern oder zukünftig auch für andere etwas „richtig“ zu machen.

Menschen sind deshalb dazu in der Lage zu vergessen,

  • entweder das, was in ihrem eigenen Einflussbereich gelegen hätte;
  • oder die Dinge bzw. Taten von Menschen, denen sie zu einer Zeit hilflos ausgeliefert waren, als sie (noch) nicht wussten, wie sie sich dagegen wehren können.

Sobald sich andere Menschen ehrlich bei ihnen entschuldigen, können sie – wenn sie einen Sinn darin sehen und großmütig sind – ihnen sogar Gewalttaten verzeihen und die Informationen im Schmerzgedächtnis dabei löschen.

In unserer Gesellschaft haben sich viele Menschen „unverzeihliche Dinge“ noch nicht verziehen.
Für mich ist es deshalb nicht überraschend, dass viele Menschen am liebsten nur über „die schönen alten Zeiten“ reden oder sogar – mit oder ohne Hilfe von (Bio-)Technologien – versuchen, zukünftig nur noch „schöne“ und „gute“, hilfreiche, vermeintlich für alle sinnvolle Informationen abzuspeichern.
So einfach macht es uns die Natur – leider oder glücklicherweise – nicht. Menschen können versuchen, „sinnvolle“ schmerzhafte Erfahrungen aus ihrem Leben bzw. Bewusstsein zu verbannen, also ignorant so zu tun als gäbe es sie nicht oder könne niemand etwas daran ändern – Erfahrungen, die uns helfen, zukünftig tatsächliche Gefahren für unser eigenes oder das Leben anderer möglichst zu vermeiden. Sie können sie – je nach (Menschen-)Typ der Einfachheit halber (um sie für sich abhaken zu können)

  • sich schön reden als wichtige Erfahrung (wie es vor allem spirituelle Menschen tun);
  • besonders schlecht machen als tägliche Bedrohung für alle (wie es vor allem krankhaft ängstliche Menschen tun) oder
  • relativieren als etwas – auch zukünftig – „Unvermeidbares“, also etwas, was sich – selbst mit mehr Achtsamkeit, Zeit oder Wissen (und Menschen, die es verbreiten) nicht könne verhindern lassen (wie es vor allem Menschen tun, die wenige bzw. nur sehr einseitige wissenschaftliche Kenntnisse haben).

Meinen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen nach, verschaffen  sie sich damit nur eine kurzzeitige „Erlösung“ von der – schmerzhaften – Realität, in der Schmerzen, Unfälle, Krankheiten und – endgültige, tödliche – Verluste an der Tagesordnung stehen. Viele, vielleicht die meisten davon sind bzw. wären vermeidbar – wenn Menschen ehrlich darüber kommunizieren würden, was entgegen jeder Vernunft täglich stattfindet.
Menschen, die nicht zugeben wollen, dass sie

  • gar nicht richtig verstehen, warum sie das, was sie tun, eigentlich tun sollen (oder wollen) oder
  • Angst davor haben, mehr auf sich selbst als auf andere Menschen zu hören, die in ihren Augen Unsinn machen, und
  • lieber gemeinschaftlich ein Schauspiel aufführen bzw. so tun als befänden sie sich in einem Zirkus oder Irrenhaus.

handeln sich mit der Zeit häufig, vielleicht sogar immer schmerzhaftere, belastendere Erfahrungen ein, bis sie ihre eigenen Fehler, ihre eigene „Dummheit“, Unachtsamkeit, Übereilig-, Übermütig- oder Leichtsinnigkeit sowohl eingesehen als auch vor anderen zuzugeben haben.
Es ist selten – wenn man genau hinschaut – wirklich zum Lachen, was Menschen sich selbst oder gegenseitig antun. Aber wir könn(t)en lernen, nicht nur gemeinsam darüber zu lachen, dass andere Dummheiten begehen und sich dabei verletzen, sondern auch gemeinsam zu weinen, wenn uns etwas weh tut, wenn wir bereuen, was wir getan haben oder – noch – nicht wissen, wie wir verhindern können, dass Menschen immer wieder vergessen, was wirklich wichtig im Leben ist – weil sie sich von ihren Jobs, ihren Gelüsten bzw. ihrer Sehnsucht nach mehr Lebensfreude und Einfachheit davon ablenken.

Wie bereits erwähnt: So schön einfach ist das Leben nicht; selbst wenn uns andere versprechen, dass wir es uns – mit ihrer bzw. der Hilfe ihrer Produkte und Dienstleistungen – nicht komplizierter, schwerer machen müssen als notwendig (indem wir warten, bis eine – von ihnen angekündigte, prophezeiteNotlage eingetreten ist). Es ist unbequem, sich mit dem eigenen Versagen oder der eigenen Vergesslichkeit, zu beschäftigen und es braucht ein kollektiven Einverständnis, um zukünftig eine sinnvolle, sinnhafte, Fehlerkultur betreiben zu können. Bisher haben wir uns wiederholt in denselben Notlagen gebracht:

  • globale Krisen,
  • gesellschaftliche Spaltungen und
  • Kriege von Menschen, die vergessen haben, dass wir alle die gleichen Rechte haben, unser Leben so zu führen, wie wir es wollen (ohne für andere Zirkus oder unheilbar Kranke spielen oder uns ihrem Willen unterwerfen zu müssen) gegeneinander,

bis immer irgendwann wieder Vernunft und ein – bisher nur teilweise – kollektives Bewusstsein für die eigene Schuld oder individuelle Unschuld an der Situation eingekehrt ist.
Vielleicht ist – Dank der globalen Vernetzung, die den Informationsfluss (trotz Zensur) länderübergreifend erleichtert – endlich die Zeit gekommen, in der Menschen (weil sie wissen, dass sie nicht die einzigen sind, die darunter leiden) offener über ihre Gedächtnisprobleme bzw. Dinge kommunizieren, die sie bewusst oder unbewusst verdrängt haben – um sich besser, leichter, freier, zu fühlen bzw. nicht zu stark unter den damit verbundenen Schmerzen oder (Be-)Last(ung)en zu leiden?

Ich denke, das wäre mal ein echter Anlass zur (Lebens-)Freude!

P.s.: Niemand hat meiner Meinung nach die Pflicht, andere Menschen vor sich selbst und der eigenen Ignoranz zu schützen. Das kann man dementieren. Letztendlich schweigen allerdings sowieso immer diejenigen zuerst, verschwinden mit lautem Gepolter oder verdrücken sich still und heimlich, denen keine guten (Gegen-)Argumente (mehr) einfallen.

 

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Dank für das Foto gebührt Oleg Ivanov (auf Unsplash)!

Selbstverstümmelung als Schönheitsideal

Wenn Menschen ihrem inneren Schmerz äußerlich Ausdruck verleihen (und sich damit auf Dauer wahrscheinlich selbst schaden)

Ich habe kürzlich die meisten meiner Piercings abgelegt bzw. aus den Löchern – Kanälen – herausgenommen, die ich teilweise vor sehr langer Zeit in meinen Körper habe stechen lassen. Nicht, weil ich sie nicht mehr schön finden würde, sondern weil ich denke, dass es nicht gesund ist, mit Metallen natürliche Energie- bzw. Nervenbahnen zu unterbrechen bzw. sie mit metallischen Eigenschaften zu beeinflussen.
Ich habe den Eindruck, dass Menschen – wenn ihre Seele unter etwas leidet und es ihnen nicht gelingt, sie vernünftig, also mit Hilfe ihres Verstandes, zu trösten – ihren Schmerz offen zeigen müssen, (wenn sie deswegen nicht in eine Depression fallen und einsam daran zugrunde gehen wollen). Denn so ziehen sie – bewusst oder unbewusst – Gleichgesinnte an, bei denen sie auf Verständnis stoßen und mit denen sie sich gegenseitig trösten können, das heißt Mut zusprechen, dass es sich lohnt, trotz ihres – vielleicht untröstlichen – Schmerzes weiterzumachen.

Wenn Menschen unter etwas leiden, was sich nicht wiedergutmachen lässt bzw. woran sie selbst nichts ändern können, z.B. an dem Verlust eines geliebten Menschens, Tieres oder von Lebensräumen, die sie entweder verlassen mussten oder die andere (mutwillig oder ignorant und zu unerreichbar, um sie davon abhalten zu können ) zerstören, müssen sie lernen, damit zu leben und sich mit dem Schmerz als zukünftigem Begleiter abzufinden. Menschen können sich – wie alle anderen Lebewesen auch an Schmerzen gewöhnen, ohne dass sie ihnen irgendwann noch bewusst sind, vor allem, wenn sie sie für notwendig halten.
Schmerzerfahrung ist subjektiv, für diejenigen, denen von anderen – bewusst oder unbewusst – Leid zugefügt wird. Es gibt unzählige Menschen, die aufgrund traumatischer Erfahrungen ihr Körpergefühl bzw. die Verbindung zu ihrem Schmerzzentrum im Gehirn verloren und daher eine gestörte, gesundheitsschädliche Wahrnehmung ihrer selbst haben. Aber dass etwas schmerzen sollte, weil es dem Körper Schaden zufügt – Eingriffe mit Nadeln, Skalpellen, Bohrern etc. oder auch unnatürliche körperliche Verbiegungen oder dauerhaft einseitige Fehlhaltungen – lässt sich spannender-, überraschenderweise weiterhin mitfühlen bzw. durch Mitleid, empathisch, nur im Geist erfahren.
Du kannst Menschen immer glauben, wenn sie behaupten, dass sie – auch ohne Betäubungsmittel – keinen oder wenig Schmerz bei Eingriffen in ihre körperliche Unversehrtheit gefühlt haben. – Denn unser Körper schüttet – um uns vor allzu schmerzhaften Erfahrungen zu schützen – Endorphine aus: sobald sie sich psychisch bzw. mit Ablenkungsmanövern, die sie sich antrainiert haben, auf körperliche Schmerzen vorbereiten können, sind die meisten von uns gut dafür gewappnet (in dem Wissen, dass auch schon andere Menschen vor ihnen – vermeintlich ohne jeglichen Schaden davonzutragen – durch diesen Schmerz gegangen sind).

Alle Wunden können heilen. Allerdings hinterlassen sie Narben, die Menschen gesundheitliche – körperliche, geistige oder seelische – Probleme machen können, wenn sie sie immer wieder an eine schmerzhafte Erfahrung erinnern, für die ihnen das Verständnis fehlt.
Erst wenn wir verstehen,

  • warum unser Leben ist, wie es ist;
  • warum wir sind, wie wir sind, und
  • wofür unsere schmerzhaften (oder guten) Erfahrungen gut sind, die uns zu mehr Vorsicht (oder Mut) aufrufen und vor Wiederholungstaten bewahren (oder Laune darauf machen) bzw. dazu bringen können, andere zu warnen (oder anzuspornen), dieselben leidvollen (oder freudigen) Erfahrungen machen zu müssen (bzw. dürfen),

können wir beginnen, sie sinnvoll mit anderen zu teilen, so dass sie keine Belastung mehr für uns allein darstellen (sondern in das Universalbewusstsein der Menschheit, auf das wir alle Zugriff haben, eingehen). Wenn es nicht genug Bewusstsein für die Folgen dessen gibt, was wir unserem Körper (bzw. auch unserem Geist und unserer Seele bzw. anderen) antun (können), – sei es in Form von Verletzungen, willkürlichen „Zwangsmaßnahmen„, Ernährung oder Bewegungseinschränkungen – braucht niemand erwarten oder darauf hoffen, dass sich irgendetwas daran ändert, dass die Anzahl unserer körperlich, geistig und/oder seelisch Zivilisationskranken und -gestörten weiter steigt.

Wir haben nur einen Körper (und vermutlich auch Geist bzw. Verstand, der auf unserer Gehirntätigkeit und dem, was unser Körper dazu fühlt, beruht), den wir – wenn wir ihn möglichst lange behalten wollen – nicht allzu oft malträtieren, misshandeln, sollten (im Glauben, dass er sich mit Hilfe eines Gesundheitssystems bzw. von ÄrztInnen und MedizinerInnen oder andere studierten und praktizierenden WissenschaftlerInnen – wie eine Maschine – immer wieder wiederherstellen ließe). Unter Nutzung ihrer Vernunft und mit entsprechender Körperkonditionierung könn(t)en alle Menschen mehr auf sich und ihre Gesundheit – ihre körperliche sowie geistige und seelische Unversehrtheit – achten (und vor allem ihre Schönheitsideale in Frage stellen).
Ob sie es tun, bleibt ihnen selbst überlassen. Jede/r muss ihr bzw. sein Leben allein (oder in Gemeinschaften aus besonders schön gemachten oder auch weniger herausgeputzten, gesunden oder kranken, fröhlichen oder leidenden, sehr ähnlichen oder auffällig diversen Menschen, die sie oder er für sich gewählt hat), als Individuum in einem großen Gefüge aus unzähligen anderen Lebewesen führen – so schmerzhaft diese Erkenntnis für viele Menschen vielleicht auch (noch) ist.

P.s.: Es ist keine Heldentat, das eigene Bewusstsein und Schmerzempfinden ausschalten bzw. von der Körperebene abkoppeln zu können. – Es ist entweder ein unbewusst stattfindender natürlicher Selbstschutzmechanisus (vor allem im Kindesalter) oder eine bewusst eingesetzte Technik (häufig von schmerzgeplagten Menschen, um ihr Leid zu überwinden). Weil ich an den Sinn von schmerzhaften Warnungen glaube bzw. weiß, dass (Selbst-)Heilung nur stattfinden kann, wenn man den Ursache/n von Schmerzen auf den Grund geht, bis man sie sicher kennt, und sich genügend Zeit gibt, um sich davon zu regenerieren, bzw. lernt, vernünftig damit umzugehen, sind die Folgen für Körper, Geist und/oder Seele unabsehbar (wenn für den eigenen Organismus lebensbedrohliche Schmerzen wiederholt ignoriert – aus Gewohnheit nicht erkannt – werden).

 

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Dank für das Foto gebührt Tom Morbey (auf Unsplash)!

 

 

 

Wenn Emotionen den menschlichen Verstand beherrschen (bzw. ausschalten) und aus ehrgeizigen Freiheitskämpfer/Innen obrigkeitsgläubige und gewissen-, herzlose Faschist/Innen werden können

Von Solidarität und Mitleid, verständnisvollem Mitgefühl oder mitfühlender Verständnislosigkeit und verdienter, gerechter oder unverdienter, ungerechter Gnade bzw. Gnädigkeit

Menschen sind von Natur aus dazu in der Lage, nicht nur mit ArtgenossInnen, sondern auch mit anderen Arten von Lebewesen – sobald sie sie als „fühlend“ erkennen – Mitgefühl zu entwickeln, egal ob diese Anzeichen von (Lebens-)Freude, Trauer oder anderen Schmerzen zeigen.
Biologisch, am Leben – der „belebten“, entwicklungsfähigen, ohne (Sonnen-)Energiezufuhr vergänglichen, Natur und ihren Lebewesen – interessierte ForscherInnen versuchen seit jeher herauszufinden,

  • ob Bewegungen und andere offensichtliche Aktionen oder Reaktionen etwas mit einem gefühlten, (mit-)fühlenden Leben zu tun haben oder automatisch ablaufen, weil zwei oder mehr unterschiedliche „Stoffe“ oder Materialien (also Stoffgemische aus verschiedenen Molekülen, Moleküle aus unterschiedlichen Elementen oder einzelne Elemente) sich annähern und eine Verbindung eingehen oder sich abstoßen;
  • wo das Leben, das – im Vergleich zu toter, ohne (Bewegungs-)Energiezufuhr unveränderlich bleibende Materie – Mitleid verdient, also überhaupt beginnt; und
  • wann Mitgefühl oder -leid für Menschen oder andere Tiere, Pflanzen oder sonstigen Lebewesen “ erlaubt “ ist und wann nicht.

Sobald Menschen entweder ihre Ähnlichkeit zu anderen Lebewesen erkennen können, können sie auch abschätzen, dass andere ähnlich empfinden wie sie selbst, also von Natur aus automatisch Mitgefühl empfinden und sich annähernd in ihre Lage, sogar wirklich in sie hinein versetzen – wenn sie bzw. die anderen es zulassen, also (sich) Fragen dazu erlauben und ehrlich beantworten.
Zusätzlich sind wir Menschen dazu fähig, unseren Verstand zu nutzen, um herauszufinden, auszukundschaften, ob andere, die uns anfänglich – weil sie nicht mit uns kommunizieren woll(t)en oder können – erscheinen, als hätten sie überhaupt nichts mit uns zu tun, doch näher verwandt mit uns sein könnten als wir dachten oder eine Bedeutung für unser ihr eigenes Leben haben, also in einem größeren Zusammenhang wichtig für uns sind.

NaturforscherInnen, insbesondere LebenswissenschaftlerInnen, haben schon viel herausgefunden – über das,

  • was uns unser menschliches Gefühl sagen kann und was – auch auf Nachfrage – nicht;
  • wie es bzw. wir selbst oder andere uns betrügen und
  • wie wir uns auch selbst zur Vernunft rufen können – wenn uns unser (Mit-)Gefühl allein nicht weiterhilft.

Die meisten Menschen lassen sich meiner (lebens-)wissenschaftlichen Meinung nach – je nach ihren individuellen Erfahrungen, was sich besser für sie „anfühlt“ – vor allem von ihren Augen – dem, was sie sehen – oder ihren Ohren – dem, was sie hören – durchs Leben leiten. Über ihre natürlichen, der Spezies Mensch von Natur aus mit auf den Weg gegebenen, intuitiven, sozialen, Voraussetzungen hinaus fühlen sich Menschen – aufgrund ihrer entwicklungsgeschichtlich entstandenen Verbundenheitsgefühle – unterschiedlich stark mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen, lebendigen Organismen oder leblosen, toten Dingen, die entweder ihren Augen oder ihren Ohren besonders gut tun, verbunden. Blinde und/oder taube Menschen bzw. Menschen, die Augen und Ohren schließen und sich auf das einlassen können, was sie dann noch empfinden können, können ein zusätzliches Gespür für „Verbündete“ entwickeln, die ihrer Meinung nach ihr Mitgefühl verdienen.
Nur unser rationaler Verstand kann uns (neben Außenstehenden, die uns eine neue Perspektive dazu eröffnen können) davor bewahren, uns unsinnig stark von anderen oder etwas getrennt, abgestoßen, (rechtlich) über- oder untergeordnet oder angezogen bzw. ihnen gleich(artig) zu fühlen.

Ob Tiere wie

  • Würmer oder Schnecken, die sich für viele Menschen so anfühlen wie etwas, vor dem sie instinktiv ihre Hand zurück ziehen, wenn sie es berühren und nicht wüssten, dass es harmlos für sie ist, oder
  • Insekten, die uns sogar stechen und Schmerzen zufügen können, ohne dass wir sie bedroht haben,

oder

  • schnellwachsende Pflanzen und Pilze oder alle möglichen anderen Organismengruppen, die die Nahrungsgrundlage für alle anderen darstellen, also täglich in großen Mengen bei lebendigem Leib verspeist werden,

dasselbe menschliche Mitgefühl „verdienen“ wie Lebewesen, die erfolgreicher um ihr Überleben kämpfen, rennen, fliegen oder schwimmen können, muss im Grunde jeder Mensch selbst mit sich ausmachen: mit Hilfe des eigenen Verstandes, Bauchs und Herzens oder unter Nutzung vorhandenen Wissens und des eigenen Gewissens.

Dagegen, dass automatisch Gefühle in uns aufsteigen, wenn wir anderen Lebewesen begegnen, können wir nichts tun. Wir können uns nur dafür entscheiden, ihnen nachzugeben oder uns zu fragen, woher sie eigentlich kommen, wer vielleicht sogar mit unserem Mitleid spielt und davon profitiert, dass Menschen es haben. Menschen sind in der Lage, – gemeinsam oder allein – etwas dagegen zu tun, dass sie – wir alle – zukünftig immer wieder Mitleid mit „Schwachen“ bzw. Schwächeren als andere empfinden „müssen“. Menschen müssten ehrgeizigen und ihre eigene Freiheit liebenden Menschen keine (Entscheidungs-)Macht über andere überlassen, die sich nicht dagegen wehren können oder wollen, weil sie freiwillig bereit sind, sich mit ihrer eigenen Unfreiheit abzufinden (und sich damit von der Verantwortung für ihr eigenes Leben entbinden). Sich solidarisch mit anderen „Unterdrückten“ fühlen zu können, kann Seelen trösten. Vor einem schlechten Gewissen, dass sie nichts gegen den äußeren Druck, ihre Bedrückung bzw. UnterdrückerInnen unternehmen, können diese Gefühle – ihr Mitleid – nicht ewig bewahren.
Vielleicht stellt der eine oder die andere also irgendwann fest, dass Mitleid nicht nur gefühlt, sondern auch genauer unter die Lupe genommen, untersucht, werden sollte – weil es unter anderem auch davon abhängt, ob man den- oder diejenigen, der oder die leidet, für schuldig oder unschuldig am eigenen Leid hält (weil er oder sie zu viel erreichen wollte oder zu wenig für sich getan hat) und ob man bereit ist, Gnade walten zu lassen oder nicht (weil im Grunde gerechtfertigt oder natürlich ist, gar nicht zu verhindern war, dass er oder sie unter dem leidet, was zu der leidlichen Situation geführt hat).

 

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Dank für das Foto gebührt Emily Crawford (auf Unsplash)!