Unsere zivilisierte Welt des unnatürlichen Konkurrenzkampfes

Wenn Menschen sich gegenseitig wie WettbewerberInnen – auf die andere gesetzt haben – behandeln und denken, sie müssten besser, schneller, großartiger, … sein als andere oder dürften nicht verlieren

Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit – das sind die Tugenden, an denen sich vor allem wir Deutschen uns messen lassen (müssen).
Warum oder wer das festgelegt hat, kann ich nicht sagen. Ich schätze, es ging in erster Linie um Geld oder Macht oder andere menschliche Streitpunkte.
Dass sich immer noch so viele Menschen von anderen damit stressen lassen, dass sie nicht ordentlich, fleißig oder pünktlich, … genug wären, das kann ich nicht verstehen. Ich schätze, es hat mit fehlendem Selbstbewusstsein, -vertrauen oder -wertgefühl zu tun.

Alles ist relativ!
Wenn ich mir die „ordentlichen“ Gärten und Häuser vieler Menschen anschaue, kann ich darin oft so gut wie nichts mehr von einer natürlichen, gesunden Ordnung erkennen. Viele Menschen haben aber auch wenig Ahnung von natürlich und nachhaltig funktionierenden Ökosystemen.
Wenn ich sehe, wie fleißig Menschen daran arbeiten, sich selbst krank zu machen, als Singles zu leben und unsere Welt, die Natur, zu zerstören, wünschte ich, sie würden damit mal ein bisschen langsamer tun. Viele Menschen denken aber einfach nur ans Weitermachen und Durchhalten statt daran, einfach mal damit aufzuhören, was sie tun.
Wenn ich erfahre, wie oft Menschen heute ihre privaten Verabredungen komplett absagen, weil sie bei ihrer Arbeit nicht pünktlich Schluss machen konnten, dann frage ich mich, ob es nicht sinnvoller ist, sich irgendwann später noch zu sehen als gar nicht. Viele Menschen haben – selbst wenn etwas bzw. ein möglicher Treffpunkt auf ihrem Weg liegt – auch Zeitgrenzen, für wen sich wann etwas lohnt oder für wen nicht.

Ich weiß nicht, ob ich schon so auf die Welt gekommen oder durch meine Lebenserfahrungen, durch das, was ich beobachtet, gehört oder anders gespürt und gelernt habe, so geworden bin: Aber ich persönlich sehe keinen Sinn darin mich von anderen in einen Wettbewerb schicken zu lassen, von dem nur die profitieren, die auf etwas, das ich tue oder nicht tue, sage oder nicht sage, gewettet haben, also von mir etwas erwarten – ohne dass sie mich gefragt haben, ob ich das leisten kann oder möchte.
Ich laufe nicht erst los, wenn andere es mir erlauben; aber ich bin auch nicht böse, wenn andere nicht auf mich warten, solange das zwischen uns gar nicht abgesprochen war oder ich sie nachträglich darum gebeten habe.
Ich finde es seltsam, nur um zu siegen und gefeiert zu werden, etwas zu tun, was mir sowieso Freude bereitet oder was ich gut kann.

Wir Menschen sind von Natur aus nicht alle gleich und es ist in meinen Augen ein moderner Irrsinn, sich an dem messen lassen zu wollen, was man tut – weil Du automatisch, ganz von Natur aus, daran gemessen wirst.
Wenn Du nicht selbst jeden Tag Glücksgefühle, also Deine körpereigene Belohnung, dafür spürst, womit Du Dein Leben verbringst, dann überlege doch vielleicht, für wen sich das, was Du tust, eigentlich lohnt, wer also davon profitiert, Geld verdient oder Macht über Dich gewinnt, eventuell sogar mehr als Du selbst.

P.s.: Wenn Du eine/r von den Guten bist, die nur darauf warten, dass die nächste Katastrophe geschieht, bei der sie losstürmen und Menschenleben retten kannen, könntest Du Dich fragen, ob sogar Du jemand bist, der oder die selbst davon profitiert, dass andere manchmal alles verlieren.

 

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Dank für das Foto gebührt Braden Collum (auf Unsplash)!

Ein natürlich unverhülltes Gesicht sagt mehr als 1000 Worte

Menschen mit einem verhülltem Gesicht sagen wortlos, dass sie entweder nichts zu sagen oder etwas in ihrem Gesicht – unverwechselbare Erkennungsmerkmale, Schönheit(sfehler) oder ihre Gefühle – zu verbergen haben, also Versteckspiele mögen oder mitspielen müssen

Eigentlich ist es verständlich, dass ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung die aktuelle Maskenpflicht am liebsten dauerhaft beibehalten möchte: Man kann dahinter Fratzen schneiden, gähnen, auf Schminke oder drauf verzichten, „Schönheitsfehler“ kaschieren zu wollen und muss nicht darauf achten, unbeabsichtigt zu viele Gefühle preiszugeben. Mundnasenmasken sind die perfekte Alltagskleidung für Menschen, die am liebsten für sich sind und sich nicht mit den Gefühlen, der Mimik, ihrer Mitmenschen auseinandersetzen wollen.
Es kostet Zeit und Aufmerksamkeit, also Energie, Mimiken lesen zu lernen, und wahrscheinlich noch mehr, sich bestimmte – wie ein Pokerface – anzutrainieren.

Allerdings verliert sich, wenn man vorher fleißig geübt hat, mit dem Verlust der Mimik auch die Möglichkeit, sich völlig ohne Worte zu verstehen.
Demgegenüber steht der Vorteil, weniger leicht Opfer von Gesichtserkennungssoftwares zu werden …
In einer künstlichen, von Menschen mit ihren begrenzten, rein intellektuellen, Möglichkeiten geschaffenen Welt, müssen sich Menschen immer wieder Neues einfallen lassen, um technischen Überwachungsmöglichkeiten möglichst zu entgehen.
Technologien sind glücklicherweise – nur schlecht für die Menschen, die ihnen unschuldig zum Opfer fallen – immer nur so gut ist wie die Menschen, die sie entwickelt haben; ich persönlich glaube nicht daran, dass wir Gefahr laufen, dass KI oder Big Tech allmächtig werden – weil die nicht einmal wüssten, wie sie Strom gewinnen könnten, sollten ihre zur Stromerzeugung genutzen Technologien einmal über längere Zeit komplett ausfallen.
Ich verlasse mich lieber auf das, was meine eigenen Augen sehen, in Kombination mit dem, was ich gleichzeitig höre und fühle.
Ich glaub, ich liege damit öfters richtig, als es vielen Menschen lieb ist.
Ich bin ein Mensch, eine Frau, die ihr Gesicht völlig ungeschminkt, nicht einmal ständig frisch gewaschen, zeigen möchte, die frei durch ihre Nase atmen und ihren Mund sprechen möchte, und mir wäre am liebsten, wenn alle anderen Menschen das genauso gerne, genauso bereitwillig tun würden, auch wenn ich heute – mit ein paar Jahrzehnten Lebenserfahrung – viele der Gründe nachvollziehen und verstehen kann, aus denen Menschen ihr Gesicht verbergen wollen.

Ich weiß, dass ich nicht erwarten kann, dass allen anderen genauso wichtig ist wie mir, authentisch, natürlich, „wie Gott uns geschaffen hat“, sein zu dürfen.
Wenn aber eindeutig Gründe wie der Schutz vor Viren oder die Eindämmung ihrer Verbreitung vorgeschoben werden, um Menschen vom Tragen einer Mundnasenbedeckung zu überzeugen, dann weiß ich, dass genauso wenige Menschen Worte – von PolitikerInnen, diversen ExpertInnen, JournalistInnen, ÄrztInnen, … – verstehen wie deren Gesichter lesen könnten (weil Viren, die unser Körper loswerden möchte, viele andere Wege finden können, ihn zu verlassen).
Ich glaube, es liegt ein bisschen daran, dass es in unserer überwachten und abgesicherten Welt immer weniger Freiheiten und Überraschungsmomente gibt, in denen Menschen ihr echtes, natürliches Gesicht zeigen könn(t)en oder müss(t)en, weil es sich überraschend aufhellt oder sie es nicht schnell genug kontrollieren können.

Ich wünsche eine sonnige Woche, in der Dir alle Menschen mit demselben ehrlichen Gesicht begegnen, das Du bereit bist, ihnen zu zeigen.
Und ich hoffe, Du erlebst dabei keine allzu bösen Überraschungen.

 

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Dank für das Foto gebührt OSPAN ALI (auf Unsplash)!

Die Personalisierung der Menschheit auf ihrem Höhepunkt

Wenn Du Dich selbst mit „der Sache“ verwechselst oder andere Menschen wie seelenlose Objekte behandelst

Ich hatte es in einem oder mehreren meiner früheren Beiträge schon erwähnt: Die aktuelle Maskenpflicht spiegelt extrem „schön“ wieder, wie sehr sich Menschen von anderen zu Personen – RollenspielerInnen, ursprünglich MaskenträgerInnen – machen, also in bestimmte Rollen – aktuell die der gehor- und folgsamen Untertanen – drängen lassen: Unterwürfig einem Virus, also einer potentiellen – wenn auch nicht bewiesenen – Lebensgefahr oder unterwürfig gegenüber geschlossenen Verträgen (selbst wenn sie sie gar nicht selbst geschlossen haben), Verordnungen und Gesetzen hörig (die nur einige wenige undemokratisch beschließen).
Der Homo sapiens ist im Zuge seines Fortschritts in menschlicher Hinsicht an einem neuen Tiefpunkt, die Personalisierung, Entmenschlichung dafür an einem neuen Höhepunkt, angekommen: weltweit – zumindest in den Staaten, die von öffentlichem Interesse sein sollen, über die also in unseren öffentlichen Medien berichtet wird.

Um sich in unserer modernen Welt noch erfolgreich einreden zu können, dass die eigene Persönlichkeit für unsere Gesellschaftssysteme noch irgendeine Bedeutung, einen Wert hätte, der im Gegenzug von irgendjemandem geschätzt oder geschützt würde, außer von den Menschen, die ihn im direkten Kontakt und Zusammensein erfahren können, braucht man mittlerweile mehr als viel Fantasie.
Solange es GroßunternehmerInnen und RegierungsbeamtInnen, die ohnehin immer mehr zu denselben Personen verschmelzen, noch gut geht, also die Wirtschaft läuft, sind für sie alle anderen Menschen ersetzbar.
Wenn neues Personal in Großunternehmen und öffentlichen Einrichtungen gebraucht wird, werden einfach der Mittelstand und die selbstständigen Solo- und KleinunternehmerInnen „umfunktioniert“. Rollentausch hinter Masken.

Ich nehme das persönlich!
Weil es hier nicht um eine Sache, sondern um mein Leben geht.
Es geht um unser aller Leben, weil ein umbenanntes Grippevirus jeden einzelnen Tag nicht die ganze Menschheit bedroht, sondern alte und kranke Menschen, deren Leben auch von vielen anderen Dingen, aber nicht vom Kontakt mit Gesunden, also Menschen, die keine Krankheitssymptome aufweisen, bedroht wird – zum Beispiel von Vereinsamung und fehlenden menschlichen Kontakten, auch wenn es sich dabei „nur“ um Personal handelt.

Hör‘ also auf, Dich über Menschen aufzuregen, die Dich wegen EINER oder ein paar wenigen Sachen vielleicht mal persönlich angreifen, werde Dir bewusst, dass Du viel mehr als das bist – und dass das die anderen vermutlich sogar wissen, wenn sie Dich persönlich kennen – und dass auch in Deinem Gegenüber eine Seele steckt, auch wenn Du sie noch nie oder schon lange nicht mehr bemerkt hast.
Es wird langsam Zeit mitzuhelfen, einen globalen Wahnsinn zu beenden, den vermutlich Menschen begonnen haben, die vergessen zu haben scheinen, was es heißt, ein Mensch mit einer Seele zu sein, oder die glauben, sie könnten ihre eigene ohnehin nicht mehr vor der Hölle oder nur retten, indem sie andere dafür opfern.

Vielleicht hast Du ja am Wochenende noch nichts vor?

 

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Dank für das Foto gebührt Alora Griffiths (auf Unsplash)!

Ohren gespitzt!

Auf offene Ohren stoßen heißt weder Verständnis zu ernten noch (Hell-)Hörigkeit erwarten zu dürfen

Menschen, genau wie geräuschempfindliche Tiere, die oft Dinge zu hören bekommen, die sie nicht hören wollen, die zu laut für sie oder sogar schmerzhaft sind, stellen sich nicht nur einseitig taub, sondern schalten ihre Ohren tatsächlich irgendwann ab. Gleichzeitig werden sie hellhörig, wenn sich das anbahnt, was für sie zu laut oder schmerzhaft werden könnte. Natürliche Selbstschutzautomatismen verhindern, dass unser Gehirn davon geschädigt wird.

Viele von uns sind solche vorgeschädigten Menschen: Wir können den Eindruck erwecken, wir würden uns weiterhin alles anhören (wollen); aber wir sind oft schlechte ZuhörerInnen, ohne dass das den meisten von uns immer gleich oder überhaupt bewusst ist. Wir hören entweder nicht genau auf Worte oder nur einseitig auf deren Klang oder die Lautstärke.
Wir können oft schlecht oder gar nicht heraushören, wie etwas Gesagtes gemeint ist.
Viele von uns halten sich für einfühlsam, obwohl ihnen Feinfühligkeit und ehrliches Mitgefühl fehlen.
Viele hoffen aber auch, sie müssten sich – wenn andere Mitgefühl und Verständnis zeigen sollen – keine persönlichen Rückfragen stellen lassen, also dem, was sie selbst berührt, nicht weiter auf den Grund gehen, sich selbst Fragen stellen und dem zuhören, was ihre inneren Stimmen – aus dem Kopf, Bauch und Herzen – dazu sagen. Wer sie auf stumm schaltet, muss nicht lernen, ihre feinen Unterschiede wahrzunehmen. Wer sich klare, eindeutige Meinungen von anderen anhört und sie ungeprüft übernimmt, spart sich viel Zeit (alleine mit sich selbst) und viel Energie, die die inneren Organe brauchen, um erfolgreich, gesund, miteinander zu arbeiten.

Wer echtes Verständnis – auch für sich selbst – erwartet, darf – um Enttäuschungen zu vermeiden – nicht auf (Hell-)Hörigkeit oder darauf hoffen, dass es nachhaltig sinnvoll ist, dazu Gehörtes einfach gehorsam umzusetzen. Verständnis für sich und füreinander erfordert – wie alles, was nachhaltig wirksam sein soll – regelmäßiges, lebenslanges Training und immer wieder Zeit, alleine und miteinander. Ewig automatisch weiter läuft nichts, zumindest nichts, was die Menschheit schon kennt oder jemals aus eigener Kraft erschaffen könnte.

Das wollen viele Menschen vermutlich nicht unbedingt hören (obwohl sie es vielleicht selbst schon lange ahnen – denn Hellhörigkeit liegt allen „Ohrentieren“ in den Genen).
Deshalb schreibe ich mittlerweile auch so viel – dann kann es jede/r lesen, der oder die es lesen möchte.

P.s.: Ich persönlich kann den Satz „Da kann man halt nichts (anderes) machen“ wirklich nicht mehr hören … von Menschen, die sich die täglichen Mainstream-Nachrichten, aktuelle Ereignisse und Inzidenzzahlen, immer noch anhören, ohne sie zu überdenken oder deren Quellen zu überprüfen; die sich für schlauer oder dümmer als die halten, die in den öffentlichen Medien zu Wort kommen und eine einzige (wissenschaftlichen) Meinung verbreiten dürfen (während Gegenstimmen, also vielfältige andere wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Meinungen kein Gehör finden) und die als einzig sinnvoll verkündeten, propagierten, Maßnahmen gehorsam, hörig, umsetzen (auch wenn sie selbst gar keinen Sinn darin erkennen können). Aber ich weiß wenigstens – weil ich es mir oft genug immer wieder angehört habe und bereit bin, es mir weiterhin anzuhören -, was passiert, wenn ich dann ein bisschen zu laut sage etwas sage wie „nur, wenn einem nichts Besseres einfällt“ oder „nur wenn man zu bequem oder feige ist, sich mit Menschen zusammenzutun, die etwas anderes machen“ – was ich immer noch gerne tue. Mir wird dann häufig fehlende Empathie vorgeworfen – obwohl ich vielleicht mehr Feingefühl (und weiterführende Informationen) habe, als sich die meisten davon vorstellen können, die mir dann keine Rückfragen stellen, weil sie die Antworten dazu nicht hören wollen.

P.p.s.: Wer nicht rechtzeitig hinhören will, muss immer irgendwann fühlen – diese geschickt formulierte These wird schwerlich widerlegt werden können. Ich kann nur versuchen, denen beizustehen, die (sich, mich oder andere) zu wenig gefragt haben.

P.p.p.s.: Nicht nur die Ohren, sondern gleichzeitig auch den Geist und das Herz offen zu halten ist keine einfache (menschliche) Aufgabe und erfordert nicht nur viel Anstrengung und Zeit, sondern auch die Bereitschaft, immer wieder dabei zu leiden, also Herzblut zu vergießen, und das Vertrauen, dass sich der Aufwand irgendwann lohnen oder zumindest für irgendjemanden gut sein wird.

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Dank für das Foto gebührt Sandy Millar (auf Unsplash)!

Maigedanken: Was müss(t)en wir eigentlich gerade gemeinsam oder einsam tun?

Wer ist eigentlich dieses WIR?

Wer ist dieses WIR, von dem Menschen sprechen, die Du nicht einmal persönlich kennst?
Wer ist dieses WIR, mit dem Du Dich – immer mal wieder und vor allem seit März 2020 – solidarisieren sollst?

Geht es in dieser Welt überhaupt noch um Dich und mich und unsere individuellen Bedürfnisse?
Sind wir etwa genau gleich?

Bist Du immer derselben Meinung mit Menschen, die von Wir sprechen, aber gar nicht „Wir alle, als Menschen“ meinen? Die vielleicht eher Wir, die PolitikerInnen; Wir, die Alten oder Kranken; Wir die einstige Mittelschicht oder Arbeiterklasse meinen. Wir, die Kinder oder jüngeren Generationen kommen eigentlich nie zu Wort. Als Alibi für deren Stimmlosigkeit wurde eine Aktivistin inszeniert, die bei den Reichsten und Mächtigsten dieser Erde eingeladen wird und Milliarden verdient.
Waren Wir dort jemals eingeladen oder durften mit ihnen reden?
Oder haben wir vorher jemals mit irgendeinem derjenigen reden dürfen, die sich ganz dreist unsere Vertreterstimmen nennen?
Haben wir alle die gleichen Möglichkeiten und Fähigkeiten wie die, die behaupten „Wir können oder schaffen das?“
Helfen sie Dir persönlich dabei, etwas zu erreichen, oder sollst Du nur darauf hoffen und ihnen glauben, dass sie etwas für Dich tun?
Was tun andere, die Du nicht einmal persönlich kennst, tatsächlich für Dich?
Stehen sie Dir bei, wenn es Dir schlecht geht, oder musst Du Dich dann von anderen trösten lassen oder Dir selbst helfen?
Wo ist das Wir-Gefühl, wenn Du alleine bist?

Ist es Dir sicher, nur weil jemand behauptet, dass Wir alle gerade am besten in Isolation aufgehoben sind?
Ist es nicht eine beliebte PolitikerInnen-Methode, Menschen mit schönklingenden Worten in Fallen zu locken?
Sind wir eigentlich noch freie Menschen in einer Demokratie, wenn wir alle zusammen etwas tun müssen?

Weißt Du eigentlich (noch), was Du tun willst?
Wann hast Du darüber das letzte Mal nachgedacht?
Kannst Du entspannt bleiben, wenn andere Deine Erwartung eines Wir nicht erfüllen, wenn Du also erwartest, dass sie das mitmachen, was Du tun willst, weil Du es für richtig oder wichtig hältst? Warum nicht?
Wast tust Du persönlich für ein Wir, außer es Dir zu wünschen oder von anderen einzufordern, dass sie widerstandslos hinnehmen, wenn Du – ohne sie vorher nach ihrer Meinung gefragt zu haben – von Wir sprichst?
Sind wir in unserem Alltag momentan bei Militärgehorsam angelangt, in unserem menschlichen Miteinander dort, wo wir anderen keine Fragen mehr stellen müssen bzw. dürfen?

Ich orientiere mich lieber an den Menschen, bei denen ich mich jederzeit willkommen fühle; zu denen ich eingeladen werde; denen ich auch Absagen erteilen darf, ohne dass sie es mir übel nehmen. Es sind die Menschen, von denen ich weiß, dass ich immer auf sie zählen kann, wenn ich mal ganz alleine sein sollte, und denen ich auch nicht übel nehmen würde, wenn sie mir doch nicht weiter helfen könnten – weil ich mir sicher wäre, dass sie trotzdem alles versucht hätten, es zu tun.
Es gibt nicht mehr viele Menschen, denen bewusst ist, dass wir Menschen aufeinander angewiesen sind, darauf, uns in Notsituationen gegenseitig zu unterstützen und beizustehen.
Die große Mehrheit denkt ganz offensichtlich immer noch, dass sich dafür, dass wir Steuern zahlen in einem Land, jemand darum kümmern würde, dass wir – oder sogar andere, die unverschuldet in Not geraten sind – immer gut versorgt sind … Niemand will sich vorstellen, dass wir versagt und eine Misswirtschaft betrieben haben: an uns selbst und unserer Gesundheit, unserem Land, der Natur, also unserem Lebensraum, der Erde. Wir – zumindest eine große Zahl von Menschen – haben uns so sehr von der Natur entfernt, dass wir ihre Zeichen oft nicht rechtzeitig erkennen … nicht rechtzeitig, bevor viele Menschen, Tiere, Pflanzen oder ganze Arten unnötig (aus)gestorben sind.
Dabei müss(t)en wir uns nur neu orientieren, unsere menschliche Schwarmintelligenz nutzen; denn: wir sind – auch wenn sich das viele Menschen einreden lassen und so verhalten – von Natur aus keine Herdentiere, deren karge Ernährungsweise sie dazu zwingt, ihre Gehirntätigkeit und körperliche Bewegung auf das Nötigste zu beschränken und die Leithammel brauchen, um uns dazu anzuleiten, was wir als nächstes tun sollen.
Wir wären in der Lage, wenn wir es wollen und für uns einfordern würden, also frei(willig) und selbstverantwortlich – so wie Bäume zu unterschiedlichen Jahreszeiten – gemeinsam Dinge zu tun, die überlebenswichtig für uns, für unsere Freiheit, für unsere Zukunft sind – nicht weil sie uns unter Strafandrohungen vorgegeben werden.
Warum lassen wir das zu?
Ich habe den Eindruck, viele von uns waren entweder lange Zeit so mit sich selbst beschäftigt, dass sie vergessen haben, was ein Wir bedeutet, oder haben sich selbst für ein Wir aufgeopfert, das es gar nicht gibt oder gab.
Ein Wir erfordert Zeit und (Beziehungs-)Arbeit. Für ein Wir-Gefühl brauchen wir Menschen gemeinsame Ziele!
Die sind nicht so leicht und schnell zu definieren bzw. risikolos umzusetzen, wie es uns große Wir-Visionäre Glauben machen wollen.
Wir müss(t)en dazu viel nachdenken und Gespräche führen – nicht nur für oder mit uns selbst, sondern auch mit- und füreinander.

Ich wünsche Dir deshalb eine schöne erste Maiwoche mit wertvollen Begegnungen, mit Dir allein oder mit anderen!

P.s.: Schmerz und Verzicht sind vergänglich, wenn Du sie mit Würde, Deinem Selbstwertgefühl, ertragen kannst und Dich dafür nicht anderen beugen, Dich selbst für sie verbiegen oder Dich von ihnen erniedrigen lassen musst. Lass‘ nicht alles mit Dir machen, nur weil (erfolg-)reiche Menschen, „führende Köpfe“ behaupten, Wir müssten gerade gemeinsam leiden. Deren Lob ist wenig oder nichts wert, wenn Du hinterher bereust, auf was Du dafür verzichtet hast, oder wenn Du erkennst, wem Du damit wirklich geholfen und wem Du stattdessen geschadet hast.

P.p.s.: Sich auf Menschen mit Expertise, mit Diplom oder Doktortitel, verlassen zu müssen, ist laut Wortherkunft vielleicht diplomatisch … Als Wissenschaftlerin weiß ich, wie wenig viele Menschen mit medizinischen oder mikrobiologischen Fachkenntnissen vom echten Leben, von Gesundheit, von der Natur verstehen oder wissen wollen; deshalb nenne ich das einfach dumm. Wer sich in einem Wir wohlfühlt, das sich für dumm verkaufen lassen möchte, darf sich natürlich frei dafür entscheiden!

P.p.p.s.: Wir müss(t)en uns nicht damit abfinden, dass uns unsere Grundrechte mit fadenscheinigen Argumenten abgesprochen werden. Und wir müss(t)en uns auch nicht von Menschen, die uns lieben, isolieren oder gesellschaftlich spalten lassen, nur um hinterher dafür gelobt zu werden bzw. damit zu bezahlen, dass unser natürliches Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ignoriert, also auch unser menschliches Urvertrauen missbraucht und lange brauchen wird, um von den Schäden, die es davontragen wird, zu heilen.

 

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Dank für das Foto und den schönen Spaziergang in der Abendsonne, bei dem er es für mich gemacht hat, gebührt Mathias Csader!

Pass‘ auf, dass Du nicht zum Volks- oder Staatsfeind erklärt wirst …!

,… wenn Du Dich (zu) viel mit der Natur beschäftigst und viel über Lebensglück und Deine Gesundheit weißt

Mit Menschen wie mir lässt sich wenig Geld verdienen.
Menschen wie ich geben sich schnell mit den einfachsten Dingen zufrieden.
Menschen wie ich verzichten auf viele Produkte, weil sie mit der Ausbeutung der Natur oder von Menschen und Tieren zusammenhängen oder viel Müll und Elektroschrott produzieren.
Menschen wie ich können – auch wenn sie sicher sind, dass sie es selbst in ihrem Leben nie mehr brauchen werden, schwer etwas wegwerfen, falls es noch irgendjemand anders gebrauchen könnte.
Menschen wie ich lieben Flohmärkte, Tauschbörsen, Second hand-Läden und Repair-Cafés.
Menschen wie ich haben kein Problem damit, Klamotten so lange zu tragen, bis sie auseinanderfallen, solange sie noch ihren Zwecke erfüllen, also warm genug halten.
Menschen wie ich schämen sich selten für Risse oder Löcher in ihrer Kleidung.
Menschen wie ich finden ganz neue Dinge manchmal zwar auch schön, fragen sich aber immer zuerst „Hätte es dazu nicht eine Alternative gegeben?“, „Gab‘ es so etwas nicht vorher schon, hätte man also nicht etwas bereits Vorhandenes einfach um-modellieren, up-cyceln können?“ oder „Hat die Welt das noch gebraucht; gibt es nicht schon alles und davon zu viel?“
Menschen wie ich werden Ökos oder fortschrittsfeindlich genannt.

Ich würde behaupten, Menschen wie ich sind im Gegensatz zu Menschen, die ohne

  • Elektrizität,
  • Maschinen, die die Produkte herstellen, die sie in ihrem täglichen Leben brauchen, oder
  • all die Geräte und synthetischen, selten natürlichen, Produkte, die sie selbst brauchen, um ihren Alltag zu überstehen oder irgendwo hinzukommen, um sich eine Auszeit von ihrem Alltag nehmen zu können,

gar nicht überleben würden, zukunftsfähig, weil sie noch wissen, was ein gesundes Leben oder Lebensglück heißt.

Leben heißt für mich nicht, es möglichst bequem zu haben und mir durch eine unmoralische Arbeit – denn nichts anderes sind die meisten „gutbezahlten“ Jobs; weil entweder andere billigere Arbeitskräfte für dieses Geld schuften oder Kunden bzw. SteuerzahlerInnen mit Werbung bzw. (Staats-)Propaganda dazu gebracht werden, freiwillig Preise zu zahlen, die Banken oder (einfluss-)reiche Menschen nach Belieben steuern können -, also auf auf Kosten anderer, alle Dinge leisten zu können, die mein Leben schöner machen sollen, oder mir mit Geld die eigene Zukunft abzusichern.

Leben heißt für mich, das ohne schlechtes Gewissen tun zu können, was ich gerne tue;

Arbeit zu genießen, auch wenn sie anstrengend ist;

mein Möglichstes zu geben, damit mein Leben jeden Tag schön ist, ohne dass ich dazu viel brauche;

nicht nur an die Zukunft denken und mich nach Neuem oder ganz neue Eindrücken sehnen, sondern vor allem die Möglichkeiten in dem zu sehen und das zu nutzen, was schon da ist, oder mich mit Menschen zu unterhalten, die ich entweder schon kenne oder die in meiner Umgebung leben – um neue Seiten an ihnen zu entdecken, wenn ich sie aus einer anderen Perspektive betrachte;

sinnvolles und nachhaltiges Nichttun wie Meditation betreiben, weil Herumgammeln sich vielleicht erholsam anfühlt, aber nicht – wie erholsamer Schlaf – der Regeneration, sondern, dem schleichenden Abbau des eigenen Körpers oder Geistes, dient.

Im Sinne der aktuellen Wirtschaft ist solch ein Leben nicht.
Vielleicht sehen unsere Wirtschaftsbosse, die die Welt gerne nach ihren Regeln regieren möchten, für die sie Propaganda betreiben, aber auch irgendwann ein, dass menschliches ökonomisches Denken – ein Denken, das auf Wohlstand, Sicherheit und Bequemlichkeit ausgerichtet ist – ökologische Prinzipien, also die Spielregeln des Lebens und der Natur, nicht ausreichend berücksichtigt hat, um ein nachhaltiges und gerechtes Wirtschaften oder den Erhalt der Natur bzw. Glück und Gesundheit der Menschen zu ermöglichen.

Ich hoffe sehr, dass das bald geschieht; die Schäden, die sie angerichtet haben, sind längst groß genug.

P.s.: Dass sie die eigentlichen Volks- oder Staatsfeinde sind, die am Raubbau der Natur und am Unglück oder mit den Krankheiten der Menschen ihr Geld verdienen, das sehen viele Menschen leider noch nicht: Menschen, die sich darauf verlassen haben, dass es eine gute Idee ist, in den Systemen mitzuarbeiten, die sozusagen – bewusst oder zunächst unbewusst, weil die Schäden nicht absehbar waren – von VerbrecherInnen gegen die Menschlichkeit aufgebaut wurden.

 

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader!

Die Ursachen unserer Volkskrankheiten und kaputten zwischenmenschlichen wie (außen-)politischen Beziehungen

und was Kreativität und fehlende Menschlichkeit, insbesondere unser Selbstwert- und Gruppenzugehörigkeitsgefühl, damit zu tun haben

Viele Menschen sind heute krank, weil sie nie gelernt oder vergessen haben, was es heißt, ein Mensch zu sein.

  • Die meisten von uns wissen oder glauben zu wissen, an welchem Ort sie geboren wurden und welche Staatsbürgerschaft sie damit übernommen oder zumindest heute haben.
  • Die meisten von uns wissen oder glauben zu wissen, welchen Familiennamen sie tragen und wie ihre Verwandten, Freunde und viele andere Menschen mit Vor- und Nachnamen heißen.
  • Die meisten von uns wissen oder glauben zu wissen, welche Wahlmöglichkeiten sie im Leben haben, weil andere sie ihnen erklärt haben oder sie aus ihren Erfahrungen gelernt haben, welche Wahl sie besser nicht noch ein zweites Mal treffen sollten.
  • Die meisten von uns wissen vermutlich auch oder glauben zu wissen, was sie im Leben schon alles gemacht haben oder was sie in ihrem weiteren Leben noch tun möchten.
  • Die meisten von uns behaupten, zu wissen, was gut und was schlecht für sie ist, worin sie gut sind und was sie gar nicht gut können oder was sie dürfen und müssen und was nicht.

Ich glaube, viele Menschen haben stattdessen keine Probleme damit, ihre Lieblingsfarbe, eine Lieblingsblume oder ein Lieblingstier, eine/n LieblingssportlerIn, -künsterln oder anderes Vorbild zu nennen; sie haben Vorlieben oder zumindest genaue Vorstellungen von dem, was sie gerne anziehen oder sonst in ihrem Leben mit sich herumtragen oder (an)sammeln, essen, oder wie sie ihren Tagesablauf planen oder wo und mit wem sie gerne ihre Freizeit verbringen oder zusammen leben möchten.
Die wenigsten wissen vermutlich, wie viel und was genau das über sie selbst aussagt.
Die wenigsten Menschen haben – auch wenn sie vielleicht vieles ahnen – eine genaue Vorstellung davon,

  • warum sie sind, wie sie sind;
  • warum sie tun, was sie tun;
  • warum sie denken oder glauben, was sie denken oder glauben;
  • warum sie mögen, was sie mögen;
  • warum sie manche Dinge befürchten, Situationen oder Menschen meiden und andere gezielt suchen oder unbewusst anziehen.

Die wenigsten Menschen, zumindest in den Völkern der westlichen Welt kennen sich in meinen Augen wirklich gut selbst.
Die wenigsten Menschen haben gelernt, sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen und sich gleichzeitig auch immer wieder ehrliches Feedback von Außen zu holen; denn die meisten bekommen in unserem modernen Leben schon so viel Feedback – unterschiedlichste, positiv oder negativ bestärkende Informationen von außen, – dass kaum Zeit bleibt, es sinnvoll mit dem abzugleichen, was in ihrem Inneren passiert.
Dafür, dass sich dadurch über Jahre oder Jahrzehnte – wir Menschen sind von Natur aus nicht nur extrem anpassungs-, sondern auch lange leidensfähig – körperliche, geistige und seelische (Volks- oder Zivilisations-)Krankheitssymptome einschleichen, gibt es für mich verschiedenste Ursachen, z.B.:

  • herrschende, übereilt gebildete und verbreitete statt individuelle, durchdachte und selbstgebildete, eigene Meinungen;
  • zu viele Informationen und zu wenig Zeit für (oder dadurch auch Interesse an) Erklärungen;
  • der Mangel an Rücksicht, also Respekt, und Akzeptanz – vor allem für unterschiedliche menschliche Bedürfnisse;
  • die fehlende Hingabe der Menschen für das, was sie tun müssen oder gut können, und der übertriebene Fokus auf das, was sie stattdessen gerne tun würden, oder umgekehrt;
  • schlechte Angewohnheiten aufgrund von einseitiger Aufklärung;
  • ungesunde Routinen und einseitige – kontrolliert-geplante vs. spontane – Prioritätensetzung.

Den meisten Menschen fehlt dadurch in meinen Augen sowohl ihre innere Balance als auch eine gesunde Haltung, nicht nur ihres Körpers, sondern auch in Form eines echten, authentischen Selbstwertgefühls: Entweder über- oder unterschätzen Menschen sich und ihre eigenen Fähigkeiten generell – verstecken sie oder sogar komplett sich selbst lieber vor anderen bzw. profilieren sich gerne überall, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben – oder sie verschätzen sich bei einzelnen Talenten, so dass sie an einigen verzweifeln, in denen sie unbedingt noch besser werden wollen, während sie andere gar nicht wahrnehmen, um sie mehr zu nutzen.
Ihr Selbstbild, das Bild, das sie bewusst oder unbewusst nach außen tragen, entspricht oft nur wenig dem, was andere darin sehen, je nachdem, wie kritisch die es betrachten.
Wer ein sehr einseitiges Selbstbild hat – weil er andere oder sich selten ehrlich (hinter)fragt bzw. ehrliche Antworten erhält und annehmen kann, also sich zu wenig oder zu kritisch sieht, – wer sich selbst also nicht besonders gut kennt, hat automatisch auch wenig Menschenkenntnis, stattdessen häufig Vorurteile und lässt sich leicht vom Auftreten oder Aussehen anderer in die Irre leiten.
Was aber hat all das mit Kreativität zu tun?

Die Kreativität ist die Schaffenskraft der Menschen.
In ihr äußert sich das Bedürfnis der Menschen, sich mehr oder weniger – je nach Definition – künstlerisch auszudrücken, eigene Ideen umzusetzen.
Menschen brauchen, um als soziale Wesen ein gesundes Selbstwertgefühl und Glücksgefühle zu entwickeln, nicht nur kreative Freiräume und allein positives, sondern ehrliches, aber konstruktives Feedback auf das, was sie tun und damit bewusst oder unbewusst dabei (er)schaffen.
Kein soziales Wesen bleibt lange glücklich, wenn er/sie etwas nur für sich allein tut. Alleinstehenden und -lebenden Menschen dienen notfalls auch Tiere, eine einzelne Pflanze oder auch nur etwas, das Lebenszeichen wie Bewegung zeigt, das – wie elektronische Geräte – wenigstens Wärme und Licht abgibt oder – wie Puppen – annähernd wie ein Lebewesen aussieht, als SozialpartnerInnen, deren Rückmeldung das eigene Selbstbild mitbeeinflusst.
Die Menschen, die ihre Kreativität ganz unterdrücken, die sie also entweder dadurch verloren haben, dass ihnen schon früh eingeredet wurde, sie wären selbst gar nicht kreativ oder es gäbe nur eine/n große/n SchöpferIn im Universum, bzw. die immer wieder die Erfahrung machen, dass alle anderen immer die schöneren Kunstwerke schaffen, leiden in ihrem späteren Leben vermutlich besonders häufig unter ihrer vermeintlich fehlenden Wirkkraft und versuchen stattdessen auf andere Weise – also nicht damit, wer sie wirklich sind, sondern mit dem, was sie vorzuweisen haben und was sie besitzen – Eindruck zu schinden.

Im Prinzip besitzen wir Menschen, alle Menschen auf dieser Erde schon alles, was wir brauchen, alles ist längst da oder sogar im Überfluss vorhanden – materielle wie immaterielle Güter. Wir haben nur noch nicht verstanden, uns auf lokaler und globaler Ebene ausreichend miteinander verständigt, und darauf geeinigt, was davon wirklich wichtig ist, auf was wir also verzichten könnten und wie wir den Rest unserer Ressourcen – natürliche, körperliche, geistige und seelische – sinnvoll so verteilen, dass nicht einige dabei ausgebeutet werden und sich andere einseitig nur bei wenigen ansammeln, also immer möglichst viele auch etwas davon haben oder sich um sie kümmern (müssen).
Dazu bräuchten wir im Prinzip nicht einmal die Zeit, um möglichst umfassende Regeln festzulegen, detaillierte Anleitungen zu schreiben oder Verträge zu schließen und Gesetze in Stein zu meißeln. – Menschen mit gesundem Menschenverstand, die nicht nur reden, sondern sich auch zuhören können, würden leicht einsehen (müssen), wie – wenn Gegebenheiten und Möglichkeiten sowie die Bedürfnisse der Menschen und ihre Vorgeschichten und Vorlieben sowohl global als auch lokalen beachtet werden – eine gerechte Verteilung aller verfügbaren Ressourcen aussehen kann, damit Menschen gesund und glücklich leben könnten.
Gesunde und glückliche Menschen, die sich miteinander unterhalten (müssen), bauen automatisch ein gesundes Selbstvertrauen auf, das auf dem Vertrauen in andere Menschen beruht, so dass sie – wie in früheren Zeiten – ihre Abkommen allein mit Handschlag besiegeln könnten.
Ich vermute, dass ein Großteil unserer Volkskrankheiten allein dadurch verschwinden würden, dass Menschen keinen Papierkram mehr erledigen müssten, sondern stattdessen wieder mehr miteinander kommunizieren, also Verabredungen treffen und einhalten würden, um sich zu unterhalten – statt sich unterhalten zu lassen, – und  lebens-, nicht  nur überlebenswichtige, Dinge gemeinsam unternehmen würden – statt ihr Leben von Politik und Großunternehmen regieren zu lassen.

Aber das ist nur so eine Idee von mir …
Mein Alltag wird seit jeher bestimmt von kreativen „Gedankenspinnereien“, mit denen ich die wenigsten Menschen sofort überzeugen kann, sie in die Tat umzusetzen.
Allerdings habe ich gelernt, dass für manche Ideen einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um sie umzusetzen, und dass es sich lohnen kann zu warten. Also versuche ich mir das, was ich immer habe – auch wenn ich nicht weiß, wie viel insgesamt – nicht nur möglichst freischaffend-kreativ und ausschweifend, also einseitig zu meinem Vergnügen, zu gestalten, sondern dabei auch möglichst achtsam und besonnen – auf mich selbst, aber auch auf meine Mitmenschen und den Rest meiner Mitwelt, unsere Natur – zu bleiben, sie also sinnvoll einzuteilen: meine (Lebens-)Zeit.
Schön, dass Du als LeserIn auch ein kleiner Teil davon bist!
Ich hoffe, Du kannst mit meinen Ideen zum Leben, zu Glück, Gesundheit und Beziehungen etwas anfangen, um Deine/s früher oder später – falls Du das möchtest – zu bereichern oder anders zu verbessern!

 

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Dank für das Foto gebührt Maxime (auf Unsplash)!

Die Übel von Transparenz und ehrlicher Offenheit

Solange Menschen Angst haben, der Wahrheit ins Auge zu sehen, und andere zu schonungslos ehrlich sind

Eigentlich vermeide ich das Wort Wahrheit so gut wie möglich – weil ich weiß, dass jeder Mensch eine eigene hat. Deshalb streiten sich auch so viele Menschen darüber, was wahr ist und wer lügt oder nicht.
Die ganze Wahrheit kennt nur Gott, weil einzelne Menschen nie alles wissen werden, oder würdest Du mir darin widersprechen?
Allerdings könn(t)en Menschen eine Ahnung davon haben, was los ist im Rest der Welt, auch ohne jedes Detail zu kennen; denn Menschen könn(t)en Muster erkennen und Zusammenhänge verstehen. Menschen können 1 und 1 zusammenzählen, wenn sie wollen.
Mir ist schon lange – nicht erst durch den aktuellen Corona-Irrsinn – bewusst, dass viele, vielleicht die Mehrheit der Menschen nicht alles sehen oder hören wollen, was andere versuchen, ihnen zu zeigen oder zu erklären.
Menschen wollen generell lieber gelobt werden für das, was sie in ihrem Leben mit viel Mühe tun; aber die wenigsten Erwachsenen, vor allem diejenigen, denen oft genug in ihrem Leben vorgehalten wurde, was sie alles falsch machen, wollen noch wissen, was sie mit ihrem Leben anrichten – nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei anderen, ob Mensch oder Tieren, und in der Natur, also möglicherweise auf der ganzen Welt.
Menschen fällt es schwer einzusehen, dass sie oft ganz leicht, vor allem aber für geübte Augen oder in Biologie, Psychologie oder Soziologie geschulte Menschen – durch das, was sie (mit sich herum) tragen, sagen oder tun, wie sie sich also geben – durchschaubar sind, also nicht nur ihre vermeintlich guten Seiten zum Vorschein kommen, wenn sie versuchen, die besonders hervorzuheben.
Viele Menschen verstehen entweder immer noch nicht oder haben sich noch nie Gedanken darüber gemacht, wie transparent sie selbst heutzutage für unsere PolitikerInnen und große, vor allem führende UnternehmerInnen sind, die nicht erst seit Jahrzehnten, aber vor allem in neuerer Zeit immer effektiver, fleißig Daten über ihre „KundInnen“ sammeln, während vor uns immer mehr verborgen wird und im Geheimen geschieht.

Wenn Schlachthöfe Wände aus Glas hätten, wären die meisten Menschen VegetarierInnen“ hat Sir Paul McCartney angeblich gesagt.
Ich befürchte mit meinem heutigen Wissen, nach langjährigen Erfahrungen mit Menschen, dass viele so lange lieber mit echten Scheuklappen in der Nähe von Schlachthöfen herumlaufen würden, solange das nur genug andere auch machen würden …
„Wir müssen doch nicht genau dort hinschauen, wo es nicht gemütlich aussieht – es gibt ja noch genug andere Richtungen, in die wir schauen können, weil es dort viel schöner aussieht.“ – oder so ähnlich – ist ein Lebensmotto, das sich viele Menschen aus Angst vor Schmerz bzw. Verlustangst angeeignet haben:
Was habe ich dann noch, wenn mir etwas genommen wird, an dem mein Herz hängt?
Was bleibt noch von mir, wenn ich feststelle, dass ich etwas an mir ändern muss?
Werde ich mir dann vielleicht eingestehen müssen, dass ich viel Lebenszeit damit verschwendet habe, an Dingen festzuhalten, die mir nur Ärger eingebracht haben?
Die Wahrheit kann schmerzhaft sein. Aber es wird nicht weniger schmerzhaft sein, sich vielleicht irgendwann eingestehen zu müssen, dass man bis zum Ende seines Lebens nie ganz ehrlich mit sich war.

Die Herzen vieler Menschen hängen an Träumen und Vorstellungen, nicht an der Realität, nicht an dem, was offensichtlich ist; nicht an anderen Menschen, wie sie wirklich sind, sondern wie sie sie sehen wollen. Kinder lernen heute nicht, wie die Welt wirklich ist – Erwachsene bringen ihnen bei, wie sie selbst die Welt sehen; und ihr Blick ist selten ein klarer, sondern oft eher ein ge- oder betrübter oder von den eigenen Erfahrungen stark eingefärbter Blick. Wenige Menschen haben sich selbst beigebracht, sich also immer wieder schonungslos mit dem konfrontiert, was andere nur schwer ertragen können.
Mit Gewalt oder schonungsloser Ehrlichkeit wurden schon zu viele Menschen dazu gezwungen, der Wahrheit ins Auge zu sehen, die sich oder ihren Kindern und anderen Menschen dann dieselben Schmerzen ersparen wollten, indem sie sie mit Gewalt oder Lügen davon fernzuhalten versuchen … – nach dem Motto „Ein/e IndianerIn kennt keinen Schmerz, auch wenn er oder sie sich selbstständig immer wieder ins eigene Fleisch schneidet“.
Statt uns der Verantwortung zu stellen „Warum fühlen wir den Schmerz überhaupt? Was löst ihn aus, und wie können wir ihn zukünftig verhindern?“, lernen wir entweder, uns ein dickeres Fell zuzulegen, oder „Schuldige“ dafür zu suchen, die wir – wenn sie schwächer sind als wir – bestrafen können oder – wenn es „höhere Mächte“ sind – um Gnade bitten können.
Unsere eigene Beteiligung an Situationen, die für uns selbst schmerzhaft, also verletzend waren, vertuschen wir Menschen am liebsten, wenn wir so erzogen wurden – solange uns also niemand über schmerzhafte Lebenserfahrungen und menschliche Schwächen aufklärt und uns hilft, mit unseren eigenen umzugehen.

Ich würde behaupten, alle Menschen wissen um ihre Schwächen; aber die wenigsten schauen sie sich genau oder gerne an oder zeigen sie auch offen vor anderen. Stattdessen versuchen sie, sie zu verbergen, mit einer gespielten Stärke zu übertünchen und somit Eindruck zu schinden oder einen schönen Schein zu wahren.
So unehrlich sie mit sich selbst sind, so unehrlich – verschlossen und intransparent – sind sie meist auch mit anderen Menschen, manchmal vor allem mit denen, die sie kaum kennen, manchmal besonders mit denen, die sie nicht verlieren wollen.

Ich beobachte Menschen, die ihren Glauben an die Welt, die sie sich in ihrem Leben erschaffen haben, nicht verlieren wollen; die auch nach einem Jahr Corona-Berichterstattung den öffentlichen Medienberichten immer noch vertrauen (wollen), ExpertInnen alles – Apps, Tests, Masken, Hygieneartikel, Impfstoffe, … – abnehmen, womit die viel Geld verdienen; Menschen, die jetzt all ihre Hoffnung in eine Impfung setzen, die vorher Genmanipulation genannt wurde, in der Überzeugung, PolitikerInnen und Medien würden ihnen – wie auch vorher immer – die Wahrheit sagen. Ihnen ist – momentan und vielleicht auch nie mehr – zu helfen.
Ich kenne Menschen, die nur bei kitschigen Heimatfilmen, rührenden Romanzen oder Her-Schmerz-Sendungen weinen; aber nicht über das Leid auf ihrem Teller oder das der Menschen, die viele der Produkte hergestellt haben, die sie zum Leben brauchen – ihnen fehlen die gedanklichen Verknüpfungen und das Wissen um Zusammenhänge .
Es sind in meinen Augen viele Menschen, die die Verbindung zur Welt, zur Natur, zum Leben und auch zu sich selbst großteils verloren haben; die echten Schmerz oft gar nicht mehr sehen oder fühlen können, aber oftmals einfache Worte als Angriffe werten.
Mir kommen oft die Tränen, wenn ich mir vorstelle, wie sie sich fühlen müssen. Vielleicht weine ich also manchmal an ihrer Stelle.
Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, eine Zeitlang nicht weinen zu können, sozusagen herzlos zu sein, und wie es sich anfühlt, allein oder verloren zu sein.
Ich weiß, dass es überlebenswichtig ist, sich von grausamen „Dingen“, die es auf der Welt gibt, oder schmerzhaften Erfahrungen – bzw. Menschen, die diese repräsentieren, also vertreten oder sogar gut heißen – abzugrenzen; vor allem, solange man nicht stark genug ist, genug Unterstützung oder auch nur ein verständnisvolles Gegenüber hat, sich damit auseinanderzusetzen, also offen zu legen, was dahinter steckt.
Das ist das Schöne, dass Menschen, die sich erst einmal transparent gemacht haben, nie wieder etwas werden verstecken wollen.
Es ist traurig und erschreckend, dass viele Menschen, die mit Lügen und Versteckspielen groß geworden sind, vor allem die als LügnerInnen und LeugnerInnen verleumden oder für verrückt halten, die ihnen ehrlich die Wahrheit sagen.
So ist das Leben.
Ich bin jedenfalls neugierig, wie es weiter geht – weil ich sicher bin, dass es es trotz Schmerz und Leid wert ist, durchlebt, also gelebt zu werden. Vielleicht ist es genau dadurch so wertvoll.
Und vielleicht kann es für uns alle erst besser werden und eine schönere Welt geben, wenn wir das – statt weiter unserer Vermeidungsstrategien zu verfolgen, also wegzuschauen oder zu verheimlichen und zu lügen – einfach einsehen.

P.s.: Menschen werden erst aufhören, Dinge zu konsumieren, zu tun oder aufzubauen, wenn sie sehen, welchen Schaden sie bei jedem Herstellungsprozess, jeder Angewohnheit, jedem Vergnügen oder Bauvorhaben anrichten, also in Kauf nehmen und damit mitverantworten: wie viel Land dabei zerstört wird, wie viele Tiere und Pflanzen dabei gequält und misshandelt werden oder sterben, wie viele Menschen dabei geschädigt – vergiftet oder ausgebeutet – werden.
Wir können in unserem Leben nicht allein von Luft und Liebe leben, aber wir brauchen viel weniger, als die meisten Menschen vermuten würden.
Wir müssen gar nicht auf alles verzichten, was uns Spaß macht; aber wir könnten uns den Verzicht auf die Dinge, die die größten Schäden anrichten, sehr viel leichter machen, wenn offen gelegt würde, welche das sind.
Vielleicht würden wir – wenn wir uns erst einmal selbst und auch gegenseitig vergeben haben, dass wir so viel Lebenszeit mit verschlossenen Augen in dunklen Kellern verbracht haben, die wir in unserer Fantasie zu Schlössern gemacht haben; wenn wir also zu Bewusstsein kommen würden statt und vorzumachen, wir wären längst wach – sogar auf Ideen kommen, wie wir einigermaßen gut machen können, was wir in unserer vergangenen Lebenszeit unbewusst übersehen oder unnötig zerstört haben.
P.p.s.: Besonders schwierige Fälle sind die besonders ehrlichen, aber auch besonders engstirmigen Mitmenschen, die nicht über ihren Tellerrand hinaus blicken und Zusammenhänge anerkennen können – wie diejeinigen, die gerade akribisch nach Virenbruchstücken suchen, aber nicht einsehen wollen, dass vermutlich niemand von dem, was sie finden, tatsächlich krank wird.

 

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Dank für das Foto gebührt Alex Kondratiev (auf Unsplash)!

„Turn the table“ – Dreh‘ den Spieß doch mal um!

Mach‘ bewusst mal etwas anderes als einfach Deine Ruhe und möglichst wenig Ärger haben zu wollen

Ich muss immer ein bisschen lächeln, wenn mir Menschen erzählen, wie schwer Veränderungen im Leben sein sollen – während ich sehe, wie sie sich im Laufe ihres Lebens verändert haben und tagtäglich ein kleines bisschen mehr verändern: wie sie dicker und unbeweglicher oder sturköpfiger werden, „verschrumpeln“ oder in sich zusammenzufallen scheinen, also Muskeln und Knochen oder im Ganzen abbauen, sich also immer mehr gehen lassen statt einen einstigen Zustand aufrecht zu erhalten.
Im Job, also für ihre Arbeit, verbiegen sich Menschen oder rennen sich im übertragenen Sinne die Hacken ab, aber für sich selbst, also für ihren Körper, in dem sie wohnen, oder ihre Liebsten tun sie dann kaum noch etwas außer das verdiente Geld mit möglichst erholsamen Freizeitaktivitäten wieder auszugeben. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die, die auch im Privatleben Energie kosten, bleiben dabei bei vielen Menschen ziemlich auf der Strecke.
Dabei ist unser Privatleben doch eigentlich das Leben, für das wir als Menschen leben sollten.
Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um für andere Menschen zu arbeiten – aber die meisten verhalten sich heute so.
Selbst viele UnternehmerInnen, die mit ganzem Herzen bei ihrer Arbeit sind, ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben, unterliegen den Zwängen einer Marktwirtschaft und eines Rechtsstaates, die unser Leben vielleicht in einiger Hinsicht einfacher und bequemer, aber mit Sicherheit nicht schöner gemacht haben.

  • Fang‘ also – wenn etwas in Deinem Leben verbessern möchtest – doch zur Abwechslung mal an, Dich nicht mehr marktkonform und streng nach Deinen bisherigen – bewussten oder unbewussten – Regeln zu verhalten:
    Kauf‘ mal etwas, was Du selbst noch nie und auch sonst noch niemand gekauft hat, den Du kennst, oder kauf‘ einfach möglichst wenig Neues;
  • mach‘ mal was, was sonst nur wenige machen;
  • verhalte Dich gegenüber Menschen mal freundlich, die Du bisher eher gemieden hast;
  • halte Dich nicht gegenüber Menschen zurück, denen Du schon lange mal – natürlich freundlich – Deine Meinung sagen wolltest;
  • stifte mal Frieden, also bleibe verständnisvoll und friedlich oder bestimmten Situationen ganz fern, in denen Du schon oft gekämpft hast;
  • ändere Dinge, die Du eigentlich schon lange ändern wolltest, weil Du weißt, dass Du sie ändern solltest, wenn Du Dir treu und gesund bleiben möchtest.

Veränderungen sind nie besonders schwer, wenn sie zu unserem Alltag gehören und wir sie für erforderlich halten – denn dann gewöhnen wir uns schnell (manchmal zu schnell …) an sie.
Veränderungen sind nicht schwer, wenn viele andere sie auch mitmachen, wenn sich Menschen darin also gegenseitig unterstützen.
Veränderungen sind in einer Welt überlebenswichtig, die der Evolution, der Entwicklung des Lebens, unterworfen ist.
Viele Veränderungen nehmen wir kaum wahr, wenn sie schleichend einfach „passieren“.
Aber wenn wir irgendwann feststellen, dass wir zu dick oder unbeweglich oder Unternehmen zu groß und Regierungen zu mächtig geworden sind, dann sollten wir schnellstens etwas tun.
Die Weiterentwicklung der Dinosaurier musste ein Meteorit stoppen …

Setz‘ also Deinen Verstand ein und versuche nicht, Dinge oder andere Menschen zu verändern, die Du nicht ändern kannst, oder etwas voranzutreiben, was ganz offensichtlich nur in einer Sackgasse enden kann. Aber hör‘ auf, sie weiterhin zu unterstützen, mit ihnen mitzulaufen oder anderweitig Deine Energie für sie zu verschwenden.
Dreh‘ lieber den Spieß um und frag‘ erst einmal. warum Du das tun solltest. Weigere Dich, jeden Unsinn mitzumachen, wenn es genug Argumente oder ungeklärte Fragen gibt, die dagegen sprechen. Lass‘ Dich weiterhin nicht mit Sätzen „Das wurde uns so gesagt und das machen wir dann aus Gewohnheit so“ oder „Das muss einfach sein“, mit „Das haben wir schon immer so gemacht.“ oder „Das ist jetzt alternativlos“ abspeisen – lass‘ Dir genau erklären oder schriftlich vorlegen, wer die Verantwortung dafür trägt, also Haftung übernimmt, und wer die Berechtigung zu dem hat, was er/sie versucht umzusetzen.

Berufe Dich in Deinem Leben öfters mal auf Deine Menschenrechte, die andere für Dich hart erkämpft und niedergeschrieben haben – ich habe den Eindruck, viele wissen nicht einmal mehr, dass es sie gibt.
Steh‘ für Deine Gesundheit ein, wenn Du feststellst, dass Dir etwas nicht gut tut. Bitte andere, auf Dich Rücksicht zu nehmen (aber nimm‘ in Kauf, dass sich Menschen vor Dir zurückziehen werden, wenn Du ihnen nicht erklären kannst oder willst, warum Du auf einmal Dinge von ihnen verlangst, die Du vorher nicht verlangt hast).

Ich habe – vor allem im letzten Jahr – festgestellt, dass Menschen, die so tun, als wären sie ganz normal und vernunftbegabte Wesen, verrücktere Dinge tun, als ich sie jemals tun würde, und sich widerspruchslos Dinge gefallen, Maßnahmen auferlegen lassen, die ich mir von niemandem – auch unter Strafandrohungen – verordnen lassen würde, weil ich weiß, dass sie unrechtmäßig geschehen.

Ich hab‘ in meinem Leben schon oft Energie mit sinnlosen Kämpfen verschwendet, indem ich versucht habe, meinen eigenen Spezial-Waffen einzusetzen oder mich gegen AngreiferInnen zu verteidigen, gegen die ich gar keine Chance hatte.
Heute frage ich mich oft, wieso uns in der Schule oder im Elternhaus eigentlich so selten jemand beibringt, wie man den Spieß, mit dem man bedroht wird, am Geschicktesten umdreht.
LehrerInnen und Menschen, die Lehrpläne machen oder genehmigen, Eltern und andere ältere Verwandte werden schon wissen, warum.
Und ich bin sicher, sie verfluchen Menschen wie mich, die überzeugt sind, dass allen Menschen die gleichen Rechte und das gleiche Wissen zustehen sollte. Ich bin nämlich überzeugt, dass unsere Welt eine schönere wäre, wenn Spießumdrehen die einzige Kampftechnik wäre, mit der wir Kriege ausfechten würden.

P.s.: Ich warte täglich darauf, dass mehr Menschen sich endlich von ihren PolitikerInnen den Sinn, die Risiken und die wissenschaftliche Datenlage zu jeder einzelnen politischen Maßnahme, jedem Test und jedem Impfstoff, erklären lassen, die unserer Gesundheit bzw. dem Schutz von gesundheitlich vorbelasteten Menschen dienen sollen – möglichst ohne dabei mehr Menschen krank und hinterher gesundheitlich vorbelastet zu machen – bevor sie bereit sind, auch nur eine einzige weiter umzusetzen. Es gibt Staaten, in denen wurden bereits alle abgeschafft.

 

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Dank für das Foto gebührt Thomas Habr (auf Unsplash)!

Zeig‘ Dich öfters auch mal von Deinen anderen Seiten!

Dann wundern oder erschrecken sich andere Menschen auch nicht so sehr, wenn sie sie erst nach Jahren oder Jahrzehnten das erste Mal sehen

Die Menschheit hat in meinen Augen ein großes Problem, obwohl ich nicht sicher bin, wie ausgeprägt es im Rest der Welt ist: Ich habe den Eindruck, so gut wie jedem kleinen Kind wird heute mehr oder weniger eingebläut, sich in Gegenwart anderer von der besten, einer freundlich-zuvorkommenden, Seite zu zeigen.
Egal mit welcher Laune und in welcher Tagesform; egal unter welchen Umgebungsbedingungen und Menschen; egal, was vorher stattgefunden hat.

Dadurch kommen die anderen Seiten vor allem hinter verschlossenen Türen, in der Einsamkeit oder in Lebensgemeinschaften zum Vorschein.
Im Grunde hat sich, zumindest in Deutschland, nicht viel verändert im letzten Jahrhundert, eher verschlimmert – auch wenn gerne so getan wird, als würden wir uns fortschrittlich verhalten und unser aller Leben verbessern: Dass weder Depressionen noch Selbstmordgedanken seltener geworden sind und die Selbstmordrate, auch unter Kindern und Jugendlichen, eher wieder steigt als fällt, das würden vermutlich wenige bestreiten.

Menschen reden auch in unseren modernen Zeiten nicht gerne über sich, zumindest nicht über alle ihre Seiten, zeigen also selten alle ihre Gesichter: das ehrliche, das fröhliche, das traurige, das ängstliche, das wütende, …
Das einzige, was sich im Prinzip auch beim geübtesten Pokerface immer hervorlocken lässt, – zumindest, wenn Überraschungsmomente ausgenutzt werden – ist das erschreckte bzw. hinterher das erleichterte.

Ich erschrecke mich nach einem Jahr immer noch darüber, wenn ich Menschen sehe, die sich, – nur weil es völlig fremde Menschen verordnet und irgendwo aufgeschrieben hat, sozusagen in vorauseilendem Gehorsam – freiwillig eine Maske vor ihre Nase und ihren Mund setzen.
Gleichzeitig bin ich froh, dass ich jetzt die ängstlichen Gesichter von Menschen kenne, auf die ich mich früher einmal verlassen hätte, weil ich sie für mutiger als mich hielt.
Die aktuelle Krisensituation ist für mich als Lebenswissenschaftlerin und Gesundheitsforscherin jedenfalls extrem spannend; auch wenn sie – im Nachhinein betrachtet – auch wenig überraschend ist. Geschichten von Menschen wie die, die ich gerade miterlebe, habe ich schon unzählige gehört.
Es überrascht mich nur, dass so wenige, die eine Schule besucht, schon Bücher gelesen oder auch nur Filme oder gesehen haben, die Stereotypen-Muster abspielen statt durchbrechen, die allen klar sein könnten:

  • die braven Bürger, die nur ja nicht öffentlich auffallen, also aus der Reihe tanzen und Ärger mit Behörden bekommen möchten;
  • der gutherzige Stadion-Fan, der jede Parole mitgröhlt und sich mit allen solidarisch zeigt;
  • der besonnene Experte und Krisenmanger, der die Krise dabei selbst herbeiredet;
  • die WeltuntergangsmalerInnen, für die die Menschheit schon längst verloren ist;
  • die ängstlichen LehrerInnen, die Kinder nur erziehen wollen, weil sie im Prinzip Angst vor ihnen haben;
  • SensationsjournalistInnen, die aus jeder langweiligen Zahl eine Story machen;
  • irre WissenschaftlerInnen, die für ihren Drang nach Wissen, und aufstrebende PolitikerInnen, die bei ihrem Ringen um Macht auch Menschenopfer in Kauf nehmen;
  • verzweifelte ÄrztInnen, die zwischen dem Wohl ihrer PatientInnen und Ihrem eigenen Leben hin- und hergerissen sind.

Sie haben alle viele andere, menschliche Seiten.
Schade, dass so wenige sie zeigen und sich lieber – angeblich nur bis die Krise vorbei ist – ordentlich in ihre Reihe stellen und mit allen anderen ins selbe Horn blasen.

Dass die Seite, die sie gerade zeigen, dafür verantwortlich ist, dass die Krise nicht vorbeigehen kann, darauf würden vermutlich die wenigsten kommen.
Dass die Seite, die sie gerade zeigen, die ist, die Unternehmen, die Daten sammeln und auswerten, schon lange bekannt ist, das können sich die wenigsten vorstellen.
Dass wir alle uns von einer anderen Seite oder von möglichst vielen unterschiedlichen zeigen könnten, damit sich die Welt ganz schnell, vielleicht sogar zum Besseren für uns alle, verändern kann, daran glauben außer mir nur wenige.
Als Lebenswissenschaftlerin, die Menschen und das Leben nicht alleine verändern, sondern verstehen will, wie wir es uns gemeinsam schöner machen könnten, mag vor allem die Menschen mit all ihren Seiten, die sie auch gerne zugeben und zeigen, auch wenn nicht alle davon schön sind.
Ich werde jedenfalls nicht aufhören, hoffnungsvoll an genau die zu glauben – weil es die einzigen sind, die sich nicht so leicht von anderen steuern lassen.

P.s.: Gründe, für die Natur, Menschen, Tiere und das Leben, für unsere menschliche Gemeinschaft – nicht für eine zerstörerische Wohlstandsgesellschaft – Gesicht zu zeigen, sich also der damit verbundenen aufrüstenden, immer demokratiefeindlicher und diktatorischer werdenden, menschenverachtenden Politik entgegenzustellen statt ihr weiter gehorsam Folge zu leisten, gibt es schon lange – aktuell nur immer mehr. Ich zumindest habe schon immer besseres im Leben vor als mich von meiner besten Seite zeigen zu wollen. Es gibt zwar nur ein paar Menschen, die gut mit allen meinen Seiten klar kommen; aber immerhin auch einen, der versprochen hat, auch weiterhin tagtäglich mit ihnen leben zu wollen!

 

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Dank für das Foto gebührt Markus Spiske (auf Unsplash)!