Wenn nichts mehr geht …

… kann irgendwann auch kein fahrbarer Untersatz mehr einer bewegungsunfähig gewordenen Masse genug Lebensenergie zu geben, damit sie immer wieder ins Rollen kommt, bzw. ihr noch den Ansporn geben, überhaupt noch auf eigenen Beinen von einem Ort zum anderen gelangen zu wollen

Es gibt heute viele Menschen, die kurz davor scheinen, in völliger Bewegungslosigkeit zu erstarren, bzw. Gefahr laufen, es zu tun – nicht immer, weil sie sich zu wenig bewegen, sondern, weil sie Körper und Geist dabei nicht im Einklang halten.

  • Immer wieder zu schnell – unaufgewärmt – lossprinten;
  • mehr mental als körperlich (oder umgekehrt) trainieren bzw. nicht dafür sorgen, dass nicht nur der eigene Körper, sondern auch das Gehirn all das bekommt, was es braucht, um gut genug versorgt zu sein;
  • sich bzw. den eigenen Kräften zu viel abverlangen statt ihnen auch immer wieder Aufbau- und Ruhephasen zu gönnen, oder
  • es für „Aufwärmtraining“ halten, sich eine Wärmflasche zu machen, die Heizung aufzudrehen, eine Tasse heißen Tee oder Kaffee aufzubrühen, sich in die Sonne zu legen oder heiße Zigaretten- oder andere Glimmstengel-) Luft einzuatmen

mag lange problemlos „funktionieren“, auf Dauer dazu , wenn sie nicht nur immer kältere Füße und Beine bekommen, sondern all ihre Gliedmaßen mit der Zeit immer tauber werden und nur schwer wieder zu re-aktivieren oder dazu zu animieren sind, sich mit Freude und Leichtigkeit bewegen zu wollen.

Menschen, die ein besonders „cooles Leben“ führen und sich nicht „unnötig“ damit auseinandersetzen wollen, auf wessen Kosten sie dabei leben, zahlen letztendlich ähnlich dafür wie andere, die viel eigene (Lebens-)Energie dabei verschwenden, sich mit viel Aufwand ein gemütliches Plätzchen zu suchen oder selbstständig zu erschaffen, an dem auch ihr Gewissen zur Ruhe kommen kann: mit Schmerzen in ihrem geschundenen Körper oder Geist bzw. Verletzungen ihrer (bewegungsfreudigen) Seele, die zum Heilen nicht nur Zeit, sondern auch etwas braucht, was sie wieder in Schwung bringt, damit all der Ballast, der sich dort angesammelt hat, überhaupt abtransportiert bzw. entsorgt werden kann.

Ich kann nur empfehlen, sich häufiger mal auf den Kopf und die Beine auf diese Weise dorthin zu stellen, wo „normalerweise“ die Entscheidungen gefällt werden. So kann lebensspendendes Blut viel leichter in Richtungen fließen, die umgekehrt – aufgrund von Gefäßverengungen oder verspannungsbedingten Stauungen – nicht mehr oder nur schlecht erreicht werden. Vielleicht verschwindet der fehlende oder übermäßige Bewegungsdrang dann irgendwann von ganz alleine – weil im Kopf ganz neue, vorher ungeahnte Ideen dazu entstehen?

 

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Dank für das Foto gebührt Jonathan Cooper (auf www.pexels.com)

Mit Liebe (voller Vertrauen und Mitgefühl sowie Geduld statt beladen mit Verlust- oder anderen Ängsten) aufgezogen bzw. zum selbstständigen Gehen oder freiwilligen Bleiben gebracht, bewusst oder unbeabsichtigt vernachlässigt und kleingehalten oder „vorbildlich“ groß- bzw. erzogen?

Wie sich Menschen gegenseitig in ihrer Entwicklung fördern, überfordern oder ausbremsen bzw. unterfordern können (und dabei ihr Selbstbild oder auch ihre „Ebenbilder“ formen)

Ich bin überzeugt, dass vielen Menschen ihre „wahre Größe“ gar nicht bewusst ist – die, die sie haben könnten, wenn sie sich nicht völlig frei hätten entwickeln dürfen oder müssen, sondern wenn ihnen Menschen mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten, um sie dabei zu unterstützen, gesund und glücklich, ohne körperliche (Wachstums-)Schmerzen, Verzweiflung oder seelisches Leid aufzuwachsen.
Auch wenn Eltern oder andere „Erziehungsberechtigten“ innerhalb von Gemeinschaften, ihr Bestes geben mögen, um „ihre“ Kinder „groß zu kriegen“, herrscht nicht nur weltweit Uneinigkeit darüber, was Menschen überhaupt brauchen, um zu „gedeihen“, also auch Widerstandskraft aufzubauen und ein glückliches Leben führen zu können. Kulturell bedingte Unterschiede kann es bereits in kleinen Kommunen geben, in denen es gemeinschaftlich anerkannt sein kann, Kinder möglichst viele Freiräume zu bieten, oder als chic gelten kann, sie besonders „kurz zu halten“ und/oder dabei ordentlich zu erziehen.

Welche individuelle Größe letztendlich dabei herauskommt, ist äußerst unterschiedlich – je nach persönlicher Willensstärke und der Bereitschaft, sich sowohl denen unterzuordnen, die in jungen Jahren (wenn sich Menschen noch nicht selbstständig versorgen können) die Vormundschaft darüber haben, was – vermeintlich oder angeblich – „gut“ oder „schlecht“ für Menschen oder insbesondere ihre Kinder ist, als auch denen, die auch alten Menschen noch Vorgaben machen bzw. Vorschriften erteilen, wie sie ihr Leben zu führen, was sie zu tun und was sie zu lassen haben.
Es gibt Menschen, die fühlen sich wohl unter Größeren oder auch Stärkeren, sehen also weder einen Grund, sich von ihnen fernzuhalten, noch selbst einmal so „groß und stark“ wie sie werden zu „müssen“ (sondern suchen sich lieber größere bzw. „starke Freunde und/oder Freundinnen). Andere entwickeln – weil sie vielleicht einseitig (nicht so, wie sie es bräuchten bzw. sich wünschen würden) ernährt oder so unterdrückt werden, dass sich ihr Rückgrat dabei nicht aufbauen kann bzw. immer wieder gebrochen wird  – entweder vor allem geistige oder, womöglich auch gleichzeitig, seelische, emotionale, Stärke bzw. Härte. Die körperlich Größten sind nicht unbedingt auch diejenigen, die sich gerne so groß sehen bzw. dauerhaft damit wohl fühlen, andere zu überragen – weil sie keine andere Wahl für sich erkennen konnten als möglichst schnell oder zumindest irgendwann später so groß werden zu „müssen“.

Es ist jedenfalls wenig erstrebenswert, im eigenen Leben etwas bzw. eine bestimmte Größe oder Stärke bzw. Körpermasse erreichen zu wollen, für die wir Menschen von Natur aus gar nicht gemacht, also konstruiert, bzw. gedacht sind:

  • kein Mensch müsste so großgezogen oder kleingehalten werden, dass er oder sie dabei unnötig leidet (also unter dem, was andere ihm oder ihr antun statt zu ermöglichen, das heißt, zur freien Wahl zu stellen);
  • sobald unser Knochenwachstum abgeschlossen ist, können wir ohnehin nur noch in die Breite oder geistig wachsen; und
  • auch Muskelkraft bzw. das trainierte Dickenwachstum macht nur so lange Sinn, so lange sich Menschen damit noch schmerzfrei bewegen (d.h. nicht nur, wenn sie auf der Stelle treten) und selbstständig immer wieder aufstehen können, ohne unter ihrem eigenen Gewicht zusammenzubrechen.

Wer unzufrieden mit sich selbst oder dem eigenen Leben ist bzw. unter Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Stillsitzen leidet, ohne zu wissen, woher die kommen, hat jederzeit die Möglichkeit, dem bzw. sich selbst auf den Grund zu gehen und eine „innere Balance“ bzw. Schmerzfreiheit oder Leichtigkeit wiederherzustellen. – Es braucht „nur“ die Zeit, um

  • in sich hinein zu spüren und herauszufinden, was belastet oder vielleicht auch als „zu einfach“ erscheint, also keinen Spaß (mehr) macht (weil sonst niemand mithalten kann und man es deshalb immer alleine machen muss);
  • die eigene Ernährung bzw. geistige Nahrung und das, was die eigene Seele nicht nur berührt, sondern auch aufbaut oder in ihre Schranken weist, zu überdenken und sie langsam – in dem Tempo, das man braucht, um sich dabei gut zu fühlen – umzustellen, und
  • die dabei neu entstehende, also freigesetzte Energie im eigenen Körper sinnvoll so zu leiten, dass nicht nur die eigenen, bereits bestehenden Stärken davon profitieren und für ein Ungleichgewicht in Deinem Körper, Geist und Deiner Seele sorgen, sondern man insgesamt ausgeglichener wird – je nachdem, vor welche Herausforderung man im Leben gestellt wird, friedlicher oder zur Not auch bereit, für sich selbst oder das bzw. die zu kämpfen, was wirklich wichtig ist bzw. für die das eigene Herz besonders kräftig oder schnell (und ohne dass es Dir Angst oder ein schlechtes Gewissen macht) schlägt.

P.s.: Menschen können, wenn es ihre Lebenssituaton erfordert, so lange über sich hinauswachsen (oder über ihren eigenen Schatten springen), bis ihnen die Ressourcen dafür ausgehen und sie in sich zusammenfallen. – Denn was in ihrem Kopf „Realität“ ist, weil sie es zufällig ein oder mit viel Training ein paar Mal geschafft haben, ist auch auf Dauer körperlich unbeschadet durchzuhalten.

 

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Der Dank für die Idee zum Text gebührt all den wundervollen – großen und kleinen, starken und schmächtigen, dicken und dürren – Menschen, denen ich in meinem Leben schon begegnen durfte (von denen sich einige vermutlich für völlig normal halten und andere denken, sie seine vollkommen verrückt und denen ich wünsche, dass sie alle zu der innerlichen Stärke finde, die sie brauchen, um gelassen durchs Leben gehen zu können, in dem man auf alles gefasst sein muss, was prinzipiell möglich ist) und für das Foto  Daniele Levis Pelusi (auf Unsplash)!

Die Superstars in der Familie, einer Manege bzw. auf einer großen Showbühne oder auf dem modernen (Arbeits-)“Markt“, umjubelt von Menschen, die sie lieben

Wie Menschen sich mit kinderleichten Mitteln – Fantasie gepaart mit strategischem Ausspielen von Konkurrenten oder Konkurrentinnen (und im besten Fall „Sensations“-Medien, die darüber berichten bzw. sie im besten Licht dastehen lassen) – ihr Leben (oder sich selbst) schön(er) machen können … zumindest solange sie ihre Aufmerksamkeit nur auf ihr Publikum richten, das vor Begeisterung jubelt statt unter ihrer Show leidet oder sie kritisiert

Vielen Menschen scheint es heute nicht zu genügen, einfach nur Menschen zu sein, die – egal ob im Beruf oder zumindest in ihrer Freizeit – nicht erst Abenteuer bestehen und gegen „feindselige Schurken“ bis zum „bitteren Ende“ kämpfen bzw. eine eigene Show haben müssen, um von anderen Menschen geliebt zu werden bzw. ihr Leben als erfolgreich betrachten zu können. Ich denke nicht, dass es erst mit Hollywood, anderen Traum-Kinematographen oder auch unbebilderten Geschichtenerzählungen angefangen hat, dass sich Menschen von anderen so haben inspirieren – begeistern – lassen, dass sie sich nicht mehr damit begnügen konnten, nur sie selbst zu sein und das leisten zu können, was von Natur aus – auch völlig ohne besonderes Talent oder beeindruckendes (Hand-)Werkszeug – aus im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten lag.
Menschen, die im Glauben aufwachsen (müssen), mit sich selbst – der „naturgegebenen“ Lebenssituation und den eigenen Leistungen – nicht zufrieden sein zu können, sondern „höhere„, kulturell oder religiös begründete gemeinschaftliche, familiäre oder „gesellschaftlicheIdeale verfolgen zu müssen, können nur schwerlich ein gesundes, ausgeglichenesmal mit sich allein zufriedenes, mal unzufriedenesSelbst-Bewusstsein entwickeln. Auf ihnen, die sich nicht nach Lust und Laune – zum eigenen Vergnügen, nicht um andere damit zu unterhalten – anstrengen oder gehenlassen können, sondern sich mit dem abfinden müssen, was andere ihnen – ausnahmslos, ohne individuelle Alternativen – anzubieten haben, weil sie die von anderen geforderten Bestleistungen zu erbringen versuchen, um damit nicht besser, sondern einfach nur gut dastehen zu können bzw. dafür gelobt statt getadelt zu werden, lastet ein beständiger Druck, den sie oftmals gar nicht mehr wahrnehmen, weil er für sie schon früh im Leben „normal“ geworden ist.

Es dürfte heute bekannt sein, dass Menschen schon von Natur aus soziale Wesen sind, die – um sich unnötigen Ärger zu ersparen – eher versuchen zu kooperieren als ihren eigenen Willen alleine durchzusetzen. Alle Menschen könnten längst wissen, dass man andere nicht mit Gewalt zu „guten“ oder sogar besonders herausragenden, „prominenten“ Menschen“ erziehen muss bzw. auch nicht kann, wenn man ihnen nicht gleichzeitig ein Leben vorlebt, das sie für gut befinden – weil es für sie mit „guten Gefühlen“ (der Zufriedenheit, Geborgenheit oder Freiheit – je nachdem, was sie sich gerade wünschen bzw. am meisten brauchen) verbunden ist.

Wer allerdings im eigenen Leben

  • mit dem „sozialen Wesen“ mehr schwere Niederlagen erlitten statt Herausforderungen gemeistert als haben,
  • nur anderen zuliebe auf vieles verzichtet hat, was ohne sie leicht möglich gewesen wäre,
  • aus Mitleid auch mal für andere statt nur für sich selbst gekämpft und dabei Schläge eingesteckt hat, ohne dafür Dank oder Wertschätzung – wenigstens Beachtung oder -stätigung durch lobende Worte – zu erfahren,

sucht sich eher „asoziale“ Gesellschaft, in der andere gemeinschaftliche Regeln gelten bzw. alle – angeblich – so dürfen, wie sie sind bzw. so schauspielen dürfen, wie es ihnen gerade – um sich selbst einen Spaß daraus zu machen – in den Sinn kommt.

In jeder Gemeinschaft hört der Spaß allerdings auf, wenn aus Spielen erbitterte Konkurrenz– oder sogar Wettkämpfe werden, auf die Menschen Geld oder anderes Vermögen wetten bzw. bei denen es für einige im Grunde um Leben und Tod geht: nämlich darum, eine hart erkämpfte (gesellschaftliche) Stellung zu verlieren, die sie freiwillig nicht wieder abgeben wollen.

Ich habe wenig Zweifel daran, dass es vor allem Menschen – Männer oder Frauen – waren, die unter dem Einfluss von (Stress-)Hormonen begonnen haben, im Hinblick auf ihre eigenes Überleben kompromisslose „Alles-oder-Nichts-Kriege gegen andere zu führen, also wagemutig in Kauf zu nehmen, dabei entweder zu gewinnen oder sogar das eigene Ansehen zu verlieren.
Glücklicherweise – dessen bin ich mir sicher – wird es immer mitfühlende Menschen geben, die Trostpreise verteilen. Es wird meiner Meinung nach auch immer achtsame Menschen geben, denen z.B. auffällt, wer – ungeachtet des Endergebnisses – in einem Zweikampf die bessere Figur gemacht oder sich mit unfairen Mitteln einen Sieg verschafft hat. Ich halte es für ein Märchen, dass Menschen sich den bis heute andauernden gesellschaftlichen Zirkus tatsächlich wünschen würden, wenn sie Alternativen dazu kennen würden. Aus biologischer Sicht ist es ein übles Gerücht, dass es von Natur aus Menschen gäbe, die eine Vorliebe für brutale (Mannschafts- oder Einzelgänger-)Kämpfe hätten, geschweige denn (Blut-)Opfer von Menschen (oder Tieren), die zum Wohle der Gemeinschaft auf ihre körperliche Unversehrtheit verzichten.
Im Grunde ergänzt es sich aber mit dem, das darüber kursiert, dass es eine Erfüllung sein soll, lebenslang kranke oder (im Zweikampf) verwundete Menschen zu verarzten oder ihre – womöglich in ihrem Stolz bzw. ihrer Menschenwürde verletzte – Seele über selbstverursachte Schmerzen hinwegzutrösten. Wahrscheinlich braucht es noch etwas Zeit, bis unsere „Helden oder Heldinnen des menschlichen Alltags“, ausgestorben sind, die – um attraktiv auf andere zu wirken – versuchen, das, was sie besitzen, als Waffe gegen andere zu benutzen –

ihr Vermögen bzw. das, was sie sich davon kaufen können,

ihre Männlich- oder Weiblichkeit bzw. ihre zielstrebige Körperkraft oder Verführungskunst,

ihr schauspielerisches Talent oder ihre Fähigkeit, sich Hilfe zu holen oder benötigte Hilfsmittel – Werkzeuge – selbst herzustellen.

Bis sich neue Verhaltensweisen, vor allem in Folgegenerationen durchsetzen, braucht es Zeit – nachdem Menschen eingesehen haben, dass sie sich zum Affen gemacht haben, weil sie sich vor allem auf ihre Urinstinkte verlassen haben. Womöglich brauchen wir irgendwann weder Arenen noch große Marktplätze, auf denen sich unsere häufig selbsternannten „Helden des Alltags“ noch präsentieren können, und können stattdessen gemeinsam oder öffentlich die Menschen feiern, die es sich ehrlich – durch „harte“ bzw. eine vernünftige Arbeit statt mit (Hobby- und Wett-)Spielereien – verdient haben, als Superstars gefeiert zu werden.

 

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Dank für das Foto gebührt Jose Antonio Gallego Vázquez (auf pexels.com)!

Alle Jahre wieder …

Vom Sinn und Unsinn vom Festhalten an Familientraditionen und vom einseitigen Heraufbeschwören schöner oder bedeutungsvoller Erinnerungen

Das 4. Adventslicht steht für das (All- oder Vollständig-)Sein: Für alles, was bisher geschehen und heute Teil unseres Lebens ist – ob von allen Menschen gewünscht oder sogar erwartet oder nicht

Die Adventszeit – das Warten auf etwas, das unumgänglich kommen wird – geht zu Ende. Vielleicht erwarten die meisten Menschen, die schon länger auf dieser Erde weilen, dass „alles wie immer“, also wie gewohnt oder zumindest nicht ungewöhnlich neu sein wird? Vielleicht freuen sich viele darauf, wieder einmal mit Menschen zusammenzukommen, die sie länger nicht gesehen haben, oder über schöne Überraschungsgeschenke, die ihnen ihr eigenes Leben selten bietet. Vielleicht graut einigen eher davor, an Feierlichkeiten teilnehmen zu müssen, mit denen sie selbst überhaupt nichts anfangen können – weil etwas gefeiert wird, was sie überhaupt nicht in andächtige oder ausgelassene Festtagsstimmung versetzt.

Die Vorstellungen, die Menschen davon haben, wie sich die in unseren Breiten kälteste und dunkelste Zeit des Jahres möglichst angenehm überbrücken lässt, sind vielfältig: Einigen Menschen dienen die letzten Wochen des Jahres – statt

  • sich auf andere zu konzentrieren, denen sie eine Freude bereiten oder nach Möglichkeit helfen wollen, heil durch den Winter und in ein neues Jahr zu kommen
  • über Geschenke nachzudenken, oder
  • sich über neue Dinge zu freuen –

eher dazu, in ihrem Leben Altes auszumisten, angesammelte Vorräte zu verbrauchen, Platz zu schaffen und sich vor allem auf sich selbst zu konzentrieren, um zur Ruhe zu kommen, über das vergangene Jahr oder das bisherige Leben nachsinnen und mit Kraft und neuen Ideen – statt mit zusätzlichem Ballast und Gewicht auf den eigenen Schultern oder Rippen – in ein neues Frühjahr starten zu können.

Um aus

  • unseren Erfolgen oder dem, was uns bisher nicht gelungen ist,
  • Angst-, Schuld- oder Glücks-Gefühlen,
  • Gewissensbissen oder anderen Schmerzen
  • Zweifeln oder Sicherheiten, also
  • schönen Momenten sowie Erfahrungen zu lernen, die wir gerne vergessen und uns zukünftig gerne ersparen würden,

brauchen wir Menschen sowohl Ruhe und Zeit für bzw. mit uns alleine als auch Menschen, die uns dazu inspirieren, etwas Neues zu versuchen.

Wir können uns entweder gegenseitig mit „schönen“ Geschenken, die uns erfreuen, unterhalten oder beschäftigen und davon ablenken sollen, dass in dieser Welt oder unserem eigenen Leben nicht alles so ist, wie wir es uns wünschen würden, darüber hinwegtrösten, dass es uns nicht gelingt, die Hürden zu nehmen, die jeder neue Anfang mit sich bringt. Wir können unsere Wünsche nach Veränderungen damit befriedigen, uns möglichst viele Lustgefühle mit dem zu bescheren, was wir bereits kennen: mit Hilfe unserer Kreativität können wir aus allem Altem etwas Neues machen oder Erinnerungen aufleben lassen, so dass wir in den damit verbundenen Glücksgefühle schwelgen können.

Menschen sind – vor allem in Gemeinschaft – gut darin, sich das Leben mit bestimmten Ritualen, die von der Realität ablenken, schön zu machen und zu verdrängen, was sie hinterher bereuen könnten:

  • üppige Mahlzeiten, süße Knabbereien und übertriebener Konsum von Getränken oder anderen Genussmitteln, die weder gesund noch umwelt- oder tierfreundlich waren und die sie sich mit viel Entschluss- bzw. Muskelkraft und Energieaufwand hinterher wieder von den Rippen abarbeiten bzw. von denen sie ihren suchtanfälligen Geist entwöhnen müss(t)en, wenn es ihnen ihre Knochen und Gelenke, ihr Herz-Kreislauf- oder Nervensystem und ihre davon überlasteten (Hormon-)Drüsenaktivitäten und Faszien, also Bindegewebsfasern und Weichteile wert wären ;
  • den Zeit- und Energieaufwand für den Kauf oder die Vorbereitung von Geschenken, über die sich niemand wirklich gefreut hat, weil das, was „gewöhnlich“ verschenkt wird, heute selten noch jemand braucht, also im Grunde überflüssig ist, oder
  • die eigene Unfähigkeit, eine ehrliche Meinung zu Geschenken abzugeben, die weder auf ihre nachhaltige, ressourcenschonende Produktion noch Verpackung oder Recyclingfähigkeit überprüft wurden, die also vielfach in erster Linie Müllberge wachsen lassen bzw. für die häufig viele Menschen unter umwelt- und gesundheitsschädlichen, menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten mussten.

Wir können nichts daran ändern, dass die Welt ist, wie sie heute ist – so wie unsere Vorfahrengenerationen sie uns hinterlassen haben. Wir können nur dankbar annehmen, was sie in Liebe und nach bestem Wissen und Gewissen für uns aufgebaut haben.
Aber wir könnten auch aufhören, so zu tun, als wäre daran nichts mehr zu ändern bzw. als müssten wir alles tolerieren und weiterführen, nur weil sie es begonnen und uns als Tradition übergeben haben.
Wir könnten es sein lassen, an Alternativlosigkeit und daran zu glauben, dass sich andere um unsere größten Probleme kümmern, z.B. unsere eigene Gesundheit oder die Naturzerstörung, die uns als „Klimawandel“ verkauft wird – wie uns das schon seit Jahren mantraartig über die bzw. in den unterschiedlichsten Medien vorgebetet wird.

Die ungemütlichsten Tage des Jahres – während die Natur eine Pause macht und sich vor uns zurückzieht – lassen sich nutzen, um sich einmal genauer umzuschauen und in Stille zu betrachten, was man selbst eigentlich (noch) will bzw. sich für die Zukunft wünscht oder gerne vermeiden möchte: Draußen mag es stiller als sonst sein und trüb, vieles sogar krank oder tot aussehen; aber die Sonne ist unserer Erde und uns allen – in den wenigen Stunden, die sie uns direkt ins Gesicht scheinen kann – auch nicht ferner als sonst, und im Boden, auch oder vor allem unter einer dichten Schneedecke, und an den Bäumen laufen bereits die Vorarbeiten für ein neues Erwachen zum Leben.
Wo befinden wir uns aktuell eigentlich? Was oder wen haben wir um uns herum ange- bzw. versammelt? Was haben wir damit gewonnen, dass wir entweder fast immer alles oder selten das, was wir uns wirklich gewünscht hätten, bekommen haben?
Vielleicht lohnt sich zur Abwechslung ein neu(gierig)er Blick dahin, wohin wir – aus welchen Gründen auch immer – bisher noch nie so genau geschaut haben, und ein – wenigstens kurzer, schneller – mutiger auf das, was wir längst wissen, wohin wir aber lieber nicht wieder schauen wollten:

  • weil wir bereuen, dass wir es so weit haben kommen lassen;
  • aus Angst davor, es damit nur noch schlimmer zu machen;
  • oder der „eigenen Meinung„, die wir uns gar nicht selbst (ein-)gebildet, sondern von anderen haben einreden lassen, dass wir jetzt ohnehin nichts mehr daran ändern oder wiedergutmachen können.

Nichts, was in der Vergangenheit geschehen ist, lässt sich jemals genau so wiederherstellen, wie es einmal mal. Wir könn(t)en es nur rekonstruieren und ein Verständnis dafür bekommen, was passiert ist. Wir könn(t)en uns darüber verständigen, wie wir zukünftig damit umgehen oder dafür sorgen wollen, dass nicht noch mehr Menschen dadurch zu Schaden kommen oder andere fühlende Wesen unnötig verletzt werden. Wir könn(t)en

  • uns all das verzeihen, was wir früher noch nicht wissen konnten oder wollten,
  • die damit verbundenen Gewohnheiten loslassen, die uns dazu bringen, uns im Kreis zu drehen, bzw.
  • alte Rituale abschaffen, die keinen Raum für die freie Entscheidung lassen, sich entweder in den Kreis zu begeben oder ihm auch unentschuldigt fernzubleiben, ohne dass andere damit enttäuscht werden, sich dadurch beleidigt oder gedemütigt fühlen.

Die Welt wird sich weiter drehen, auch völlig ohne dass wir uns routiniert mit ihr nur in (selbst-)bestimmten oder sogar von anderen (gesetzlich) festgelegten Kreisen bewegen. Wir sind ein Teil der Natur und enger mit ihr verbunden als Du vielleicht denkst; aber wir können frei wählen, wem oder welchen Tätigkeiten, Bedürfnissen und Leidenschaften wir uns hingeben bzw. gedankenlos unterwerfen wollen.
Wir können uns vor den Herausforderungen, vor die wir gestellt werden, drücken, sie annehmen oder uns vor eigene, völlig andere stellen, also unseren Fokus verändern und die ausblenden, die uns nicht zielführend erscheinen.
Wir sind in der Lage zu entscheiden, wofür wir (Lebens-)Energie verschwenden oder woraus wir sie schöpfen können oder wollen und wofür wir sie vielleicht überhaupt nicht benötigen, weil wir wissen, dass wir das Talent haben, sie uns zu ersparen, indem wir darauf verzichten, etwas zu tun.

Es gibt in unserem Leben unendlich viel zu beachten – lass‘ Dich davon aber nicht beirren oder Dir Angst und Schwindelgefühle einjagen! Achte darauf, dass Du vor allem Menschen um Dich hast, mit denen Du Dich wohl fühlst, weil sie entweder besonders auf Dich achten oder Dir Dinge zu beachten geben, auf die Du selbst wenig oder gar keinen Wert legst.
Pass‘ auf, dass Du andere nicht dafür verachtest, dass sie nicht sind wie Du und Deine Wertvorstellungen teilen, sondern halte lieber eine gewisse Distanz zu ihnen. Ich bin mir sicher, dass irgendwann alle Menschen – wenn es sein soll, weil es wichtig für sie und ihre persönliche Entwicklung ist – die Gelegenheit bekommen herauszufinden, warum alles ist, wie es ist und sie da und so sind, wo und wie sie (geworden) sind.
Zu Veränderungen bereit ist niemand, der oder die vollends zufrieden mit der Welt und dem eigenen Leben ist. Ohne dass andere den Anstoß dazu geben, setzen sich viele – vor allem gut erzogene – Menschen, die gelernt haben zu warten, bis sie an der Reihe sind und dazu aufgerufen werden, vorsichtshalber nicht selbstständig in Bewegung. Nachhaltig erfolgreich dabei sein, uns immer wieder an das anzupassen, was aktuell erforderlich ist – weil die Zeit von Natur aus Veränderungen mit sich bringt – können wir nur gemeinsam: indem wir sie mit anderen Menschen, die selbst noch nicht ausgelernt haben und zu Veränderungen bereit sind, nicht nur routiniert durchstehen, sondern so bodenständig durchlaufen, dass wir dabei immer auch offen und flexibel bleiben für „Dinge“ bzw. Informationen, die uns völlig abgehoben oder „unter aller Sau“ erscheinen.

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde (bzw. dem tiefsten Untergrund) als wir uns alle jemals alleine vorstellen können. Deshalb ist es auf jeden Fall hilfreich, regelmäßig zusammenzukommen, um das auszutauschen, was wir alle Neues wissen oder aus unseren Lebenserfahrungen gelernt haben.
Ich wünsche Dir also eine schöne letzte Adventswoche mit vielen sinnvollen Begegnungen und vielleicht auch völlig neuen, schönen Ideen für den Jahresabschluss 2022!

 

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Dank für das Foto gebührt pixabay (auf pexels.com)!

Auf der Mauer (auf der Lauer?)

… statt gegen die Wand

In den Köpfen von Menschen gibt es keine Mauern, die sich ohne Weiteres so einreißen lassen, dass dabei niemand schwer verletzt werden könnte. Eher rennt man sich dabei den eigenen Kopf blutig, bevor sie nachgeben. Denn sie sind zum natürlichen Eigenschutz errichtet worden. Und die Natur kann eine harte Nuss sein!

Es gibt darin aber stattdessen viel leeren Raum, den man mit verlockenden, neuen Ideen füllen kann, so dass die eine oder andere Mauer plötzlich gar kein Hindernis mehr darstellt, das nicht von beiden Seiten überwunden werden könnte. – Man muss nur kreativ genug sein, um bei denen, zu denen man näher Kontakt aufnehmen oder sich womöglich sogar wiedervereinen möchte, entweder die Hoffnung oder Neugier darauf zu wecken, mal etwas völlig ander(e)s sehen zu können als das, was man bereits kannte bzw. wusste, oder etwas Altbekanntes bzw. früher einmal Geliebtes, was man verloren geglaubt hatte.

Man sollte sich nur immer bewusst ein Hintertürchen offen halten bzw. sicher wissen, dass man auch dorthin zurückkehren kann, woher man gekommen ist. Es soll schon Menschen gegeben haben, die sich aus einem Paradies haben „vertreiben“ lassen (müssen) – weil sie nicht mit dem zufrieden waren, was ihnen auf der anderen Seite angeboten wurde, sondern der Verlockung erlegen sind, unbedingt auch Nachbars Kirschen bzw. Äpfel zu probieren, obwohl es ihnen verboten worden war.

 

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Dank für das Foto gebührt Ozan Çulha (auf pexels.com)!

 

Das ist ja der Hammer!

Was andere Menschen sich einfach erlauben, ohne sich erst eine Erlaubnis dafür geholt zu haben

Wir Menschen „ticken“ – je nachdem,

  • wo wir geboren wurden, also in welche Umgebung hinein,
  • wie frei wir uns entwickeln konnten oder
  • wie sehr wir von Eltern nach ihren Vorbildern erzogen wurden –

alle unterschiedlich, auch wenn sich viele Parallelen oder ähnliche Muster erkennen lassen.

Ich persönlich glaube, dass eine große Rolle dabei, wie sehr wir „von Natur aus“ dem vertrauen, was wir von anderen Menschen einfach übernehmen, nicht nur die Erfahrungen, die wir während unseres eigenen Lebens machen konnten, sondern vor allem auch unsere Geschichte, also das Leben unserer Vorfahren spielt.
Menschen, die von anderen abstammen, die einst über andere herrschen durften, tragen die Gene bzw. die Erinnerung in ihrem Körper und Geist mit sich, dass ihnen andere untergeben gedient haben.
Wer familiengeschichtlich einmal von Stärkeren vertrieben wurde, hütet sich vermutlich im eigenen Leben öfters davor, sich mit – vermeintlich – Stärkeren anzulegen als jemand, der oder die dort, wo er oder sie gelebt hat, „seinen Mann“ oder „ihre Frau stehen“ konnte.
Verletzte oder gebrochene Menschen, die in ihrer Familie nie Heilung erfahren durften und dort immer wieder in Ruhe gesund werden konnten, weil sie liebevoll gepflegt wurden, machen sich mit Sicherheit öfters auf die Suche nach „Heilung im Außen“ oder Behandlungen durch völlig Fremde als andere, die – wie auch ich – das Glück hatten, zu lernen, dass man mit ein wenig Bestärkung durch andere, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen immer wieder auch selbst heilen kann (zumindest solange der eigene Körper nicht unter allzu starken Vergiftungen – Altlasten – leidet, die nicht ausreichend ausgeschieden werden).

Viele hören das, was ihnen ihre inneren Stimmen, Gefühle oder andere aus ihrer Perspektive sagen, so lange nicht, bis es laut knallt, ihnen jemand ins Gesicht oder „ihr letztes Stündlein schlägt“. Niemand bräuchte Angst vor Krankheit und Tod haben – weil es viel gesünder ist, entspannt damit umzugehen, dass wir alle eines Tages gehen „müssen“; auch wenn es uns oder anderen nicht gefällt.

Es ist traurig, dass einige Menschen – obwohl sie zu vernünftigem und mitfühlenden Handeln begabt sind – sich so weit ausbreiten, dass es auch eng für alle anderen wird, während andere weit unter ihren eigenen Möglichkeiten bleiben und „freiwilligzurückstecken („müssen“). Viel zu viele halten es für Unsinn, für ihr eigenes Lebensrecht zu „kämpfen“ bzw. friedlich einzustehen, sich also gegen die zu behaupten, die es ihnen nehmen möchten – vielleicht aus einer angeborenen, ererbten Ur-Angst heraus, dafür von anderen geköpft zu werden?

Ich kann aus gesundheitlicher Sicht nur dazu ermuntern, es sich selbst einzuräumen. Es ist genug Platz für alle da!
So lange dabei alle von uns auch auf alle anderen – natürlichen Bedürfnisse bzw. Erdlinge (und ihre Vorlieben oder Befürchtungen) – Rücksicht nehmen bzw. gemeinsame Kompromisse finden, um sie zu befriedigen bzw. sowohl ausleben als auch friedlich, entspannt und angstfrei mit ihnen leben zu können, wenn wir sie anderen zuliebe einmal unterdrücken müssen.#

P.s.: Wir sind es vielleicht gewohnt, dass irgendjemand für schuldig befunden wird, die „öffentliche Ruhe und Ordnung“ gestört zu haben (die ein Teil von Menschen für sich gepachtet zu haben scheint), nachdem der Hammer gefallen ist. Für mich ist es eher eine (ungerechtfertigte) Krönung, dass Menschen anderen nicht nur ihre Meinung sagen, sondern sogar Urteile über sie fällen dürfen, völlig ohne ihnen entweder ein Mitspracherecht zu geben oder – falls sie es vorziehen, zu schweigen bzw. sich von anderen Menschen verteidigen zu lassen – eine Mitsprachepflicht bei dem aufzuerlegen, wie sie sich entweder für etwas entschuldigen oder einen angerichteten Schaden wiedergutmachen könn(t)en.

 

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Dank für das Foto gebührt Sora Shimazaki (auf pexels.com)!

Zwei plus 1 macht 1 (bzw. ein neues Wir oder eine Familie)

Das 3. Adventslicht ist dem verbindenden Element gewidmet, das aus zwei ungleichen Teilen – einem ICH und DU bzw. den EINEN und den ANDEREN, die anders nicht zusammenfinden – eine neue Einheit macht

Wenn Du Dich in den letzten beiden Wochen mit Dir selbst und anderen auseinandergesetzt hast, bist Du heute gut darauf vorbereitet, eine Verbindung – ein „Wir“, eine Paarbindung oder ein Beziehungsgeflecht – daraus zu knüpfen, um anschließend jederzeit Deine Beziehungen spielen lassen zu können, wenn Du Dich einsam fühlst, Hilfe brauchst oder nicht nur allein an etwas arbeiten möchtest.

Wir Menschen als Wesen aus Körper, Geist und Seele fühlen uns von Natur aus ganz automatisch den unterschiedlichsten Menschen verbunden oder nach einer ersten Begegnung zumindest so nahe, dass wir den direkten Kontakt zu ihnen suchen und/oder sie auch weiterhin gerne treffen:

  • Menschen, mit denen wir blutsverwandt sind und die uns von Geburt oder Kindesbeinen an begleitet haben;
  • Menschen, mit denen wir Interessen teilen;
  • Menschen, die uns körperlich oder geistig herausfordern, weil wir als lebendige, soziale Wesen im Prinzip lieber von anderen und aus deren Erfahrungen lernen als uns alleine mit Problemen herumzuschlagen (es sein denn, jemand macht uns ein verlockendes Angebot, das zu tun, oder schenkt uns hinterher Trost oder Anerkennung dafür);
  • Menschen, die uns das Gefühl geben, dass sie uns annehmen, wie wir sind, oder denen wir uns zumindest anschließen können, wenn wir uns einsam oder allein gelassen fühlen,
  • Menschen, von denen wir uns körperlich angezogen fühlen, weil wir intuitiv spüren, dass wir uns gegenseitig gut ergänzen könn(t)en.

Gegensätze ziehen sich zwar bekanntermaßen an (oder auch öfters gegenseitig aus), aber nur „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Sehr unterschiedliche Menschen raufen sich vor allem erst in Notsituationen – oder wenn sie vorher genug enttäuschende Lebenserfahrungen mit vermeintlich Gleichgesinnten im Geiste oder Seelenpartnern und -partnerinnen gemacht haben – zusammen und lassen sich auf ganz neue – immer gleiche oder zeitlich und räumlich wechselnde – (Paar-)Verbindungen oder Konstellationen ein.

Immer wieder tun sich – völlig überraschend, zufällig, oder zyklisch in regelmäßigen Abständen – ganz neue WIRs zusammen, finden sich die unterschiedlichsten Menschen neu zusammen, die vorher nie etwas miteinander zu tun hatten oder sogar – aus welchen Gründen bzw. Vorerfahrungen oder Vorurteilen auch immer – nichts miteinander zu tun haben wollten.
Es gab schon immer die kritisch Denkenden und Besserwissende; Querschläger unter den Geradlinigen; die mehr oder weniger liebevoll geduldeten schwarzen Schafe in jeder Familie, die Spinner im Freundeskreis oder die gesellschaftlichen Randfiguren unter einem Großteil von Menschen, die sich irgendwie mit den bestehenden Systemen arrangiert.
Vielleicht kannst Du Dich mindestens einer dieser Gruppen zuordnen oder mit Menschen solidarisch fühlen, die sich gegen den Ausschluss einzelner aus einer Gemeinschaft wehren, ohne dass sie etwas verbrochen haben – nur weil sie sind, wie sie sind bzw. denken, wie sie denken, oder anderen ihre ehrliche Meinung ins Gesicht sagen und sich verhalten, wie sie es für richtig halten.

Niemand von uns muss sich freiwillig mit Menschen umgeben, die ihm oder ihr – aus welchen Gründen, aufgrund welcher traumatischen Vorerfahrungen, anerlernten Überzeugungen oder Angewohnheiten – mehr Kraft rauben als neue Energie geben.
Aber im Leben, das ständigen Veränderungen unterworfen ist, und in einer Welt, in der sich sowohl neue Erkenntnisse durchsetzen oder Fragen ergeben als auch Informationen so schnell verbreiten wie heute, macht es – vor allem, wenn man für Ruhe und Frieden unter den Menschen sorgen möchte – Sinn, es immer wieder zu versuchen, irgendwann alle auf denselben Wissensstand, dieselbe Bewusstseinsebene oder mit ins selbe Boot zu holen: damit sich niemand ausgeschlossen oder von allen anderen verlassen fühlen muss, weil er oder sie – angeblich – anders – ist oder denkt und lebt.

Gemeinschaften werden erst dadurch lebendig, dass sie nicht zu eintönig sind. Echte Überraschungen gibt es irgendwann nicht mehr, wenn alle „(Team-)Mitglieder“ zu eingespielt sind und absehbar ist, was sie als nächstes tun werden. Deshalb brauchen wir für ein glückliches Leben auch kindliche Gemüter, die sich bestehenden Regeln widersetzen und individuelle, persönliche Grenzen übertreten dürfen, um ihre eigenen Erfahrungen machen zu dürfen – solange sie dabei niemandem absichtlich schaden wollen, also sich höchstens selbst damit den Kopf stoßen bzw. Schädel einrennen, auf ihrer Nase oder auf ihrem Hosenboden landen.

Es gibt für alle Menschen jederzeit die Möglichkeit, kreativ zu werden und sich selbst oder die Gemeinschaft, in der sie leben (oder in die sie sich auch gegen Deinen Willen häufig begeben „müssen“, um am „menschlichen Alltag“ teilnehmen zu können), positiv oder auch negativ zu überraschen.
Manche tun „gerne“ – weil es ihnen leicht fällt – vor allem das, was in erster Linie anderen nützt, ohne darüber nachzudenken, ob es ihnen selbst eher schadet. Wir sind alle unterschiedlich, auch wenn wir „gerne“ – weil wir es nicht besser wissen – davon ausgehen, dass andere Menschen unsere Bedürfnisse eins zu eins teilen.

Im Grunde aber können wir es nie allen anderen Menschen recht machen. – Wir können nur darüber reden, wie wir zukünftig gemeinsam dafür sorgen können, dass wir alle möglichst viel Freude daran haben, zusammen zu sein, und genug Freiheiten, zu gehen, wann wir gehen möchten: dann, wenn die Party in den Augen anderer noch gar nicht richtig angefangen hat, gerade am schönsten oder noch lange nicht zu Ende ist.

Ich wünsche allen Menschen in dieser 3. Adventswoche viele Gründe zum Feiern von kleinen oder größeren, persönlichen oder gemeinsamen Erfolgen, zum gemütlichen Beisammensein oder zum Planen zukünftiger Aktionen.
Meine Empfehlung für die dunkelste und kälteste Zeit des Jahres: suche Dir möglichst viele Gemeinschaften, WIRs, in denen Du das Gefühl hast, sie würden Dein Herz zum Hüpfen bringen, Deinen Geist erhellen, Dir notfalls etwas von ihrer Körperwärme abgeben oder auch mit Dir herumspringen, wenn Dir kalt werden sollte. So lässt sich Energie (und vielleicht auch viel Geld) – in Form von Kerzen, Heißöfen oder Getränken und deftigem Essen – sparen. Jeder und jede von uns erwärmt auch das Herz anderer, weil er oder sie ist, wie er oder sie ist und das tut, was er oder sie kann, oder mit eigenen Ideen die Denkweisen anderer bereichert.

Vielleicht bist Du – weil sie immer wieder an vielen Orten entstehen – Teil einer (neuen) Bewegung von Menschen mit ähnlichen Vorstellungen und Werten, die gemeinsam versuchen, bestehende und seit langem etablierte, hierarchische Machtverhältnisse zu ändern? Vielleicht wurdest Du im Glauben erzogen, dass sie für uns alle, nicht nur für die Mehrheit gut seien – während immer nur die Besten, elitäre Gruppierungen oder Spitzenreiter und Spitzenreiterinnen (auf ihrem Gebiet) davon profitiert haben.

Wir können (noch) nicht wissen, wie sich die „Spaltung“ bzw. Polaritäten von Menschen; ihre Geschlechterrollen – die freiwillig Vorreiter- oder Führungsrollen für andere Übernehmenden und diejenigen, die ihnen bereitwillig den Rücken stärken, ohne sie dadurch jemals in ihre Grenzen weisen zu können – beseitigen lassen. Wir können (noch) nicht wissen, ob und wie sie sich zusammenbringen lassen – ohne dass irgendjemand dabei auf der Strecke bleibt, weil er oder sie zu einer Minderheit gehört hat, deren Interessen für die Mehrheit keine Bedeutung hat.
Aber ich hoffe, wir kriegen es hin, ohne allzu viele Schäden dabei anzurichten, Familien oder andere einst „funktionierendenGemeinschaften zu zerstören oder Opfer bringen (und beklagen) zu müssen.

 

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Dank für das Foto gebührt Arina Krasnikova (auf pexels.com) und für die Idee zum Text ein richtig schöner Abend bei Nathalie Groenewegen und Albert J. Höcke!

 

Zeit zum Aufräumen in Deinem bzw. unser aller Leben?

Mit Hilfe von Mutter Natur Ordnung ins eigene – innere und äußere – Chaos bringen

Menschen mögen keine Unordnung, in der sie sich nicht zurecht finden bzw. in der sie sich verloren fühlen. Daher hat jeder und jede von uns die Tendenz, sich seine bzw. ihre eigene kleine Welt innerhalb des großen Ganzen so zu gestalten, dass er oder sie sich wohl darin fühlt.

Ich weiß nicht, wessen inneres Chaos größer ist:

  • das der Minimalisten und Minimalstinnen, die oft große, leere Räume brauchen, um darin Sicherheit und Geborgenheit zu erfahren,
  • das der privaten Sammler und Sammlerinnen oder professionellen „Ordnungskräfte“ oder -„hüter“, bei denen alles sein besonderes, „richtiges“ Plätzchen bzw. seine Reihenfolge haben und/oder meistens auch regelmäßig streng kontrolliert und/oder (wieder/neu) in Szene gesetzt werden muss oder
  • das der Menschen, die sich nicht daran stören, dass auch andere leicht erkennen können, dass sie chaotisch sind.

Ich bin mir nur sicher, dass es umso schwerer ist, das innere Chaos zu bewältigen und Zeit bzw. noch genug Energie für „sinnvollere„, nämlich erfreulichere Tätigkeiten als Putzen und Aufräumen zu haben, je mehr sich Menschen damit beschäftigen, es zu erhalten. Wenn man sich unnötigen Stress beim immer irgendwann – denn es ist natürlich, aufgrund von natürlichen Veränderungen während der eigenen Entwicklung festzustellen, dass man vieles gar nicht (mehr) braucht oder nutzen möchte – notwendigen Ausmisten ersparen bzw. nicht andere dafür bezahlen möchte, die eigenen Wohn- und Lebensräume zu entrümpeln oder zu (grund-)reinigen – macht es Sinn, frühzeitig anzufangen, sich damit auseinanderzusetzen. Es gibt immer irgendwo Menschen (oder auch Tiere und andere Lebewesen), die stattdessen

  • noch etwas damit anfangen,
  • vielleicht etwas ganz Neues daraus machen oder
  • freiwillig bereit wären, es „aufzutragen“ bzw. nutzen, bis es wirklich „am Ende“, also nicht mehr zu gebrauchen ist.

Ich glaube, dass wir der Natur getrost – ohne dass sich jemand dafür schämen müsste, sinnlos natürliche Ressourcen wie Sonnen– bzw. Lebensenergie, Zeit und Raum, Luft, Wasser, Erde und vielfältige andere Elemente dafür verschwendet zu haben – alles als Müll zur Entsorgung und Neuordnung, –konstellation oder –komposition bzw. –kompostierung– zurückgegeben dürfen, was wir aus ihr gemacht haben. Sie hat uns meiner Meinung nach nicht umsonst mit Kreativität „gesegnet“ und die Möglichkeit gegeben, mit unserem Leben bzw. der Erde und allem, was wir darin finden zu tun oder (unter)lassen, was wir wollen.
„Nur“ die Verantwortung dafür tragen, also erklären können, warum wir welche Entscheidung in unserem Leben gefällt oder uns dagegen entschieden haben und sie vielleicht auch um Verzeihung bitten, müssen wir mit großer Wahrscheinlich jeder und jede von uns ganz für sich alleine. – Denn wir haben jederzeit die Freiheit, uns anders zu entscheiden als unnötig viele Dinge für uns alleine zu wollen und sie dann kaum bzw. gar nicht aufzubrauchen, sondern sie vielleicht irgendwann „einfach“ wegwerfen zu „müssen“, weil sie aufgrund neuer Erkenntnisse über die in ihnen verborgene „(schlechte) Energie“ oder sogar Toxizität und die Schäden, die sie anrichten können, gar niemand mehr haben möchte.

 

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Dank für das Foto gebührt Ron Lach (auf pexels.com)!

„Niemand schenkt mir die Aufmerksamkeit bzw. Zuwendung, die ich eigentlich (oder gerade) brauche!“

Vom unbefriedigten („Vater-Mutter-Kind“-)Spieltrieb der Tiere (und Menschen)

Tiere sind auch nur Menschen. Und viele Menschen lieben ihre Tiere, ohne ihre eigenen Bedürfnisse jemals zu verstehen oder helfen zu können, sinnvoll mit ihnen umzugehen. Von Natur aus brauchen alle Lebewesen eine „sinnvolle Beschäftigung„: etwas, was sie bzw. ihre Kräfte und anderen Fähigkeiten herausfordert, aber auch für die damit verbundene Anstrengung belohnt. Die einen brauchen dabei – je nach körperlichen und geistigen Voraussetzungen – mehr Abwechslung, andere geben sich mit (in den Augen Ersterer) „einfachen“ Aufgaben zufrieden.

Es gibt unzählige „Talente„, die jemand in sich spüren kann; genauso wie Hemmungen, sie zur Anwendung zu bringen, weil sie von anderen, die wenig damit anfangen können oder sich selbst bzw. ihre eigenen Fähigkeiten davon sogar bedroht fühlen, entweder nicht gewürdigt oder sogar bestraft werden jemand. Um unseren Platz in der Welt zu finden, – die Rolle, die wir für andere, die uns interessieren (oder auch nicht) spielen (können) – müssen wir alle immer wieder bewusst – freiwillig – an unsere Grenzen gehen (bzw. in sie gewiesen werden, wenn wir dabei die anderer freier oder auch eingesperrter Tiere, aber auch Menschen überschreiten).

Je nachdem, ob es eine (körperlich oder mental) starke („Vater-“ oder) Führungsrolle, eine einfühlsame oder fürsorgliche („Mutter-“ bzw.) Beschützerinnenrolle oder die des naiven oder sogar ängstlichen Kindes ist, das nach möglichst vielen neuen (Lern-)Erfahrungen giert oder Schutz und ein sicheres Zuhause sucht, finden Tiere wie Menschen Erfüllung in den unterschiedlichsten Situationen bzw. Umgebungen oder Konstellationen natürlicher oder unnatürlicher Elemente bzw. Sub- oder Objekte.
Glücklich sind aller Wahrscheinlichkeit nach die, die nach Lust und Laune bzw. je nachdem, wie es ihnen gerade (er-)geht, die Rollen auch jederzeit tauschen können statt um jeden Preis eine feste Position, die sie vielleicht nur anderen zuliebe oder zu einem Zeitpunkt, als sie nur diese und keine andere wollten, einmal eingenommen haben, verteidigen zu müssen.

Aus einer guten Schauspielerin kann bzw. könnte zumindest – wenn sie es zuließe – unter bestimmten Umständen ein schlechter Teamplayer werden, aus dem hartgesottenen Playboy eine griesgrämige alte Frau, aus Kindern Erwachsene und aus zurückhaltenden, „anständigen“ Menschen wilde Tiere. Niemand kann genau vorhersehen, was in der Zukunft passieren wird oder mit großer Wahrscheinlichkeit geschehen könnte, wenn ein Spiel – das Spiel des Lebens – auf einmal (tod-)ernst wird.
Was Menschen bisher leicht oder zumindest irgendwann gut sein lassen konnten, weil es für sie „erledigt“ und „ad acta“ gelegt war, kann sich auf einmal als völlig unklar bzw. für sie ungeklärt und als noch lange nicht beendet herausstellen (so dass sie sich etwas Neues einfallen lassen müssen, um es für sich doch noch zu einem guten Ende zu bringen. – Ich wünsche allen, die in ihrem Leben an einem solchen (Knoten-)Punkt ankommen, dass sie ihn so spielerisch-kreativ und vorsichtig lösen, dass dabei niemand, vor allem keine Schwächeren oder an einem (Gemeinschafts-)Spiel im Grunde völlig Unbeteiligten aus Versehen mit hinein gezogen und vielleicht unnötig verletzt werden – weil sie in strenge Erwachsenen(Rollen-)Spielregeln nicht eingeweiht bzw. ihnen entweder (noch) gar nicht ge- oder bereits wieder entwachsen waren.

Ich persönlich würde – wenn ich es nicht schon längst getan hätte – erst einmal (wieder) ganz von vorne und bei mir selbst und dem anfangen,

  • was mir in meiner Erinnerung schon ziemlich früh komisch vorkam,
  • was ich versucht habe, dazu – detektivisch – herauszufinden,
  • wann ich damit aufgehört habe, nach Erklärungen zu suchen, und
  • womit ich mich stattdessen anschließend und vielleicht seither mein Leben lang beschäftigt habe (um vielleicht möglichst lange Kind bleiben zu können, einmal ein „starker“ oder zumindest (erfolg-)reicher Mann“ bzw. eine „gute Mutter“ oder gleichzeitig bzw. früher oder später auch „Karrierefrau“ werden zu können).

Dir wünsche ich – falls Du es auch einmal versuchen bzw. durchspielen möchtest – viel Spaß und vielleicht die Erkenntnis, dass Du dafür außer Dir selbst und etwas Zeit (plus vermutlich auch ein paar Taschentüchern) kaum jemanden brauchst.

Vielleicht stellst Du am Ende sogar fest, dass Du gar nicht unbedingt immer (auch wenn das natürlich schöner ist) jemanden brauchst, der oder die Dich liebevoll begleitet oder Dich aus der Situation, in die Du verwickelt bist bzw. in der Du Dich verknotet hast, erlöst – weil Du dadurch selbst einfach ein Mensch geworden bist.

 

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Dank für das Foto gebührt Yaroslav Shuraev (auf pexels.com)!

Wissen ist Macht (oder könnte es zumindest sein, wenn man es sich aneignen bzw. verteidigen würde)

Wie ökonomisch und fortschrittlich denkende Menschen die Rückzugsorte von Menschen zu erobern versuchen, die sich mehr Zeit zum Lesen und Recherchieren (oder dem, was ihnen am Herzen liegt) nehmen und genauer wissen wollen, was sie tun

Dazu braucht es im Grunde nicht viele erklärende Worte.
Ich habe Biologie studiert, weil ich mehr über Tiere und Pflanzen sowie andere lebenden Organismen oder uns Menschen, unsere Körperfunktionen und Genetik, also Herkunft und Fortpflanzung, unsere Gesundheit bzw. Gefahren für unser Leben wissen wollte, als mir in der Schule darüber „beigebracht“, also indoktriniert wurde – ohne dass ich mich dagegen hätte wehren können.

Ich bin froh, dass ich noch zu einer Zeit die Universität besuchen und in der universitären Lehre arbeiten konnte, als sie – zumindest in der biologischen Forschung – noch nicht ganz so verschult war. Ich habe mir intuitiv meine „richtige“ ökologische Nische unter Menschen gesucht, die noch versucht haben, die Natur und ihre Bewohner und Bewohnerinnen zu beschreiben (um sie voneinander unterscheiden zu können) und zu verstehen (indem sie sich Fragen zu ihnen gestellt und Experimente dazu ausgedacht haben, um damit Antworten zu finden), und sie – außer mit ihrer Meinung – nicht zu beherrschen (oder irgendwie retten zu wollen).

Heute erkenne ich, von was sich auch viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit der Zeit antreiben lassen: von ihrem Streben nach Erfolgserlebnissen oder zumindest Beliebtheit bei ihren Studenten und Studentinnen.
Universitäten sind nicht mehr oder weniger von einem ökonomischen – auf möglichst hohen Eigennutz in möglichst kurzer Zeit (unter enormem Kraftaufwand) bzw. unter möglichst wenig Anstrengung bei maximaler Lebensfreude (über lange Zeit, womöglich bis zum Umfallen) ausgerichteten – Konkurrenzdenken beherrscht als der Rest unserer Ellbogengesellschaft.

Ich weiß nicht, was mir dieses Wissen vielleicht noch (ein-)bringt. Ich bin einfach froh, dass ich mir heute die Welt, wie sie ist, und unser Leben erklären kann – auch wenn ich nicht verstehe, dass so viele Menschen Spaß daran zu haben und es sogar als besonders „fortschrittlich“ zu propagieren scheinen.
Ich schreibe bewusst „scheinen“. Denn auch wenn ich natürlich nur beschreiben oder wiedergeben kann, was ich sehe und höre, also im Außen mit meinen Sinnen wahrnehme, habe ich das Gefühl, das weitaus mehr in den Menschen verborgen liegt als sich mit ehrlicher Wissenschaft – also ehrlich und interessiert gestellten Fragen und ehrlich gegebenen Antworten – ergründen ließe.

Ob es mittlerweile anerkannte Wissenschaftler oder Wissenschaftlerinnen gibt, die sich mit (meiner Meinung nach) völlig natürlichen Fein- und Hellsinnen bzw. Bauchgefühlen und Gewissensbissen beschäftigen (um sie messen und möglicherweise vorhersagen zu können), weiß ich nicht. Ich bin mir nur sicher, dass ich mich freiwillig nicht als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen würde – auch nicht gegen Geld. Ich halte es heute für eine menschliche Katastrophe, wie viel (Lebens-)Zeit und Energie Menschen damit verschwenden, Dinge herauszufinden, also neu zu entdecken, die es schon immer gab bzw. die sich im Laufe der Zeit nur abgewandelt – evolutionär weiterentwickelt – haben, um sich an neue Umweltbedingungen anzupassen, die Arten wie der Mensch damit schaffen, dass sie mit dem, was ist und was sie – völlig ohne die Natur dafür völlig umgestalten und elektronische Apparaturen nutzen zu müssen – (leisten) könn(t)en, einfach nicht zufrieden sind.

Ich kann nur dazu raten, sich mal nicht nur mit den neuesten Nachrichten – dem, was ganz neu auf „dem Markt“ erschienen ist – zu beschäftigen, sondern mal im eigenen Keller oder Dachboden oder der nächsten Bibliothek, notfalls auch im Internet nach Historikern oder Historikerinnen zu stöbern und sich durchzulesen, anzuschauen oder anzuhören, was sie zu erzählen haben.Sei nicht überrascht, wenn Dir klar wird, was man alles schon längst hätte wissen können – wenn es keine Menschen gäbe, die ökonomischen Druck ausüben oder Dinge vorantreiben wollen, aus Angst, sonst nicht die Ersten an einem Ziel zu sein (das im Grunde nur sie selbst erreichen wollen).

Dazu möchte ich noch kurz anmerken: Es liegt in der Natur der Sache, dass ungeduldige, mit ihrem Leben unzufriedene (aufgrund von traumatischen Erfahrungen, einer für sie völlig ungeeigneten Ernährungs– oder einseitigen Bewegungsweise unter einem unausgeglichenen Stress- bzw. Glückshormonhaushalt leidende) Menschen sich ein (Lebens-)Ziel nach dem anderen setzen „müssen“ – weil sie sonst selten wissen, was sie überhaupt mit sich anfangen sollen, und ihnen Lesen vermutlich entweder schnell langweilig wird oder ihren Gedankenhorizont überfordert.

 

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Dank für das Foto gebührt Nothing Ahead (auf pexels.com)!