Moral und Verantwortung im Leben

Warum es unmoralisch ist, keine oder ausweichende Antworten zu geben (und Risiken mit unabsehbaren Folgen für andere einzugehen)

Wenn man wissen möchte, ob Menschen ehrlich – zu sich selbst und anderen – sind, kann man sie einfach etwas fragen, was ihnen unangenehm ist.

Wenn man wissen möchte, ob das, was Menschen tun, so moralisch ist, so dass sie auch die volle Verantwortung dafür tragen wollen, muss man sie nur fragen, ob sie mögliche Folgen, Risiken und schädliche Nebenwirkungen, „Kollateralschäden“, berücksichtigt und Vorkehrungen getroffen haben, damit nicht andere in der Zukunft größere Mängel oder Zerstörung ausbaden zu müssen als es ursprünglich gab, sie also versucht haben zu beseitigen.

Es gibt wenige Menschen, die die „richtigen“ Fragen stellen – ich schätze, weil sie uns in der Schule oder im Elternhaus niemand beibringt, der oder die eigene unmoralische, unverantwortliche Geheimnisse hat und Gefahr läuft, dass die ans Licht kommen könnten; weil man hartnäckig durchhalten muss, immer wieder keine oder nur ausweichende Antworten zu bekommen, bis man endlich versteht, warum manche Menschen in ihrem Leben Ausflüchte vor den einfachsten Fragen suchen.

„Ich weiß nicht.“ ist vielleicht eine ehrlichere Antwort auf eine überraschende Frage als „Das ist eben so“, „Das ist einfach die beste Lösung und alternativlos“ oder „Das wird schon (wieder) gut werden“. Aber ich persönlich finde es heute schon mehr als verdächtig, wenn Menschen sich nicht die Mühe machen wollen, eine Antwort zu finden oder sich gemeinsam zu überlegen, warum etwas ist, wie es ist – vor allem, wenn offensichtlich ist, wie viel es Fragenden bedeutet, eine bessere zu bekommen, mit der sie etwas anfangen könnten. Es ist im Grunde schon ein Beweis, dass etwas verheimlicht oder gelogen wird, wenn nur die positiven Seiten dessen, was man tut, hervorgehoben werden, wenn nicht berücksichtigt wird, dass andere darunter leiden oder einseitig davon profitieren, also Ungerechtigkeiten gefördert werden.

Ich weiß, dass ich viele Menschen nerve, damit, dass ich so gut wie alle Antworten neu hinterfrage – aber ich bin eben eine geborene Wissenschaftlerin, die sich nicht damit zufrieden gibt, dass das, was sich Menschen bisher haben einfallen lassen, das Beste sein soll, was sie schaffen könnten.
Für Menschen wie mich gibt es davon nur selten Urlaub, also auch selten ein freies Wochenende; deshalb:
Ist das, was Du so tust, eigentlich moralisch oder belügst Du Dich und andere öfters als dass Du offen und ehrlich über alles mit ihnen sprichst, was sie von Dir wissen möchten, weil Du etwas darüber wissen könntest?
Wie viel Verantwortung trägst Du eigentlich für Dein Leben und welche unbeantworteten Fragen – und damit verbundene Probleme – lastest Du einfach anderen auf?

Egal, wie Deine Antworten ausfallen, ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und dass Du Menschen um Dich hast, die zusammen mit Dir Verantwortung tragen wollen – denn darauf vertrauen, dass in unternehmens- und politik- oder geldgesteuerten menschlichen Gesellschaften Moral herrscht, würde ich persönlich nicht.

 

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Dank für das Foto Yuiizaa September (auf Unsplash)!

Menschliche Feindbilder

Der Teufel und die Bösen, der Russe, Juden, Nazis, Viren, der eigene Körper oder Querdenker und andere alltäglichen BegleiterInnen – Menschen, die Zwietracht säen und andere bekämpfen wollen, lassen sich immer wieder Neue einfallen

Es ist tatsächlich eine verquerte Welt, in der wir aktuell leben …
Aber Querdenken und dabei gedankliche Verstrickungen auflösen bzw. Zusammenhänge klarer sehen erfordert viel Zeit und Geistesarbeit.
Die haben vielbeschäftigte, moderne Menschen gar nicht, wenn sie sich um wichtigere Dinge kümmern müssen.

Kein Wunder also, dass „Querdenker“ zum neuesten Schimpfwort auserkoren wurde – damit niemand übereifrig damit anfängt nachzudenken: frei, also auch quer, selbst zu denken.
So wie auch niemand offen zugeben würde, dass er oder sie selbst nicht nur Gutes tut; Moralapostel für Gesandte des Teufels hält; Putin (oder auch Trump) weniger kriegstreibenden Ehrgeiz zumutet als Merkel oder Biden; die größten BetrügerInnen und VerbrecherInnen dieser Erde in den jüdischen Eliten vermutet oder Nazis als Menschen mit einem übertriebenen Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer künstlich geschaffenen Heimat, also verlorenene Seelen betrachtet, die sich genauso leicht von Menschen mit Machtinteressen – mit Angst vor ihrer eigenen Ohnmacht – instrumentalisieren lassen wie Menschen mit übertriebener Angst vor Viren oder Krankheiten und dem Tod.

Es hat seine Gründe, dass ich – seit ich  ich erinnern kann – als Querdenkerin belächelt wurde. Neu ist, dass ich jetzt häufiger das Gefühl habe, dass ich als Gefahrenquelle betrachtet und bekämpft werde.
Ich bleibe optimistisch, dass die – in meinen Augen denkfaulen oder emotional abgestumpften, denn Nachdenken muss Freude bereiten, damit Menschen es tun – GeradeausdenkerInnen irgendwann auch noch die Verbindungslinien erkennen werden, die mit Schubladen (oder Mülltonnen) voll von Gedankengut anderer Menschen zugestellt sind.
Ich glaube nicht, dass alle FeindbilderschafferInnen automatisch MenschenfeindInnen sind; aber ich glaube, dass einige von ihnen so viel Ehrgeiz oder Angst haben, dass sie bereit wären, dafür in Kriege zu ziehen und Menschen zu beseitigen, die ihnen und ihren Zielen entweder im Weg stehen oder Todesangst einflößen.

Manchmal – wenn Zwietracht herrscht – muss man sich, selbst wenn man versucht, unparteiisch zu bleiben, entscheiden, auf welche Seite man sich stellt, vor allem, wenn der Graben dazwischen so tief wird, dass man den Spagat nicht mehr schafft.
Mich tröstet der Gedanke, dass ich auf einer Seite stehe, auf der alle Menschen willkommen sind, ob Ausländer, Nazi oder Querdenker, auf der also allen die Hand gereicht wird; und deshalb fühle ich mich auch auf der sicheren Seite, die Bestand haben und nicht wegbrechen wird – weil ich glaube, dass wir viel mehr sind als ein paar wenige Menschen, die gerne ihr weiteres Leben lang Masken tragen oder sich jedes halbe Jahr mit etwas impfen lassen möchten, vor dessen unvorhersehbaren Nebenwirkungen sie vielleicht wirklich Angst haben sollten.

 

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Dank für das Foto gebührt Marc-Olivier Jodoin (auf Unsplash)!

 

Vom Altern

Man ist so jung, wie man sich fühlt.“ heißt es – auch wenn man in den Augen anderer ganz schön alt aussieht.
Bei einem Teil der Menschen passt Inneres und Äußeres gut zusammen, bei anderen klaffen Abgründe dazwischen, in die eine oder andere Richtung.
Für mich hat Alter relativ wenig mit der Anzahl der Falten, grauen Haare oder dem Kleidungsstil zu tun: Kindsköpfe lassen sich auch von einem schicken Damenkleid oder Herrenanzug nicht verbergen, genausowenig, wie man dadurch erwachsen oder alt und weise wird, dass man sich angemessen, „dem eigenen Alter entsprechend“ kleidet oder verhält. Die Anzahl der Lebensjahre sind für mich nur ein Hinweis darauf, wie viel Lebenserfahrung ein Mensch in seinem Leben schon gesammelt haben könnte; das Aussehen; die körperliche Ausstrahlung dazu, gibt mir Anhaltspunkte, wie schwer oder leicht diese Erfahrungen genommen wurden.

Unter unseren aktuellen Lebensbedingungen – Zivilisationsstress, vergiftete Umwelt, zerstörte und aus ihrem gesunden Gleichgewicht gebrachte Natur – hat die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen – vermutlich einmal mehr, weil wir es im Laufe der Evolution auch wiederholt geschafft haben, unsere Lebensbedingungen zu verbessern – ihren Zenit überschritten. Wir Menschen neigen dazu auszureizen, was wir ausreizen können – so lange bis uns unsere Natur die Grenzen aufzeigt, die sie uns setzt, damit wir uns nicht zu weit von ihr und ihren Regeln entfernen.
Menschliche Körper sind im Grunde – weil sich all unsere Zellen und Organe immer wieder erneuern können, wenn sie gut versorgt und entgiftet und weder über- noch unterbeansprucht werden – potentiell unsterblich; aber wenn sie nicht sorgfältig behandelt werden, also sicher gestellt wird, dass sie jeden Tag das bekommen, was sie brauchen, und loslassen können, was sie nicht brauchen, hungern sie mit der Zeit entweder aus oder brechen unter ihrer eigenen Last zusammen.
Manche brennen auch frühzeitig aus, andere sterben einen Erstickungstod oder an Dehydrierung.
Die Menschen, die in ihnen stecken, wären alle in der Lage, die Zeichen zu lesen.
Sie alle könnten heute wissen, warum sie altern und dabei schwerfällig oder schwach und krank werden.
Nur wahrhaben wollen es die wenigsten.
Entweder ignorieren sie alle Zeichen ihres Körpers oder die Ursachen, die dahinterstecken – weil viele andere sich auch damit zufrieden geben, „das Alter“ als Entschuldigung dafür heranziehen, dass sie sich selbst gehen lassen, dass sie faul geworden sind oder in ihrem Leben so manches übertrieben haben.
Daran glauben, dass sie es vor allem selbst – kein Gott oder Schicksalsgöttinnen – in der Hand haben, wie sie altern und wann oder woran sie einmal sterben werden, können oder wollen die wenigsten Menschen (vielleicht weil sie von Religionen oder ReligionsführerInnen seit jeher mehr überzeugt werden als von wissenschaftlichen Daten, von denen sie sich erst selbst überzeugen müssten?).

Ich weiß nicht, ob es tatsächlich Anzeichen für ein „biologisches Alter“ gibt, die für alle Menschen – auch unter den unterschiedlichsten Lebensbedingungen – gleich sind (ich bezweifle es!); aber ich glaube, ich kann sehen, wenn Menschen versuchen, mit einer hübschen Maskerade oder ihrer Kleidung ihr wahres Alter zu verbergen. Früher oder später zeigt sich immer, ob etwas faul ist unter der glänzenden Oberfläche.
Nur nebenbei: Die Angst, dabei ertappt zu werden, ist psychischer, wenn auch unterschwelliger, Dauerstress, der Alterserscheinungen begünstigt.
Und: Ist es sinnvoll, sich und den eigenen Lebensstil an einer Altersgruppe zu orientieren, die sich ärztlich untersuchen lassen muss, um zu wissen, wie gesund oder krank sie ist, und die psychotherapeutische Begleitung braucht, um zu wissen, was sie machen soll, wenn sie unglücklich ist?
Ich beschäftige mich lieber weiterhin selbst mit meinen Alterungserscheinungen – dazu brauche ich keinen Termin, weil ich sie bei jedem kleinen Anzeichen hinterfragen kann, und ich weiß, dass sie mich nur dann belügen, wenn ich versuche, mich selbst zu belügen.
Aber da ich glaube, dass Lebenslügen im Alter nur krank und unglücklich oder verbittert machen, versuche ich mir die möglichst zu ersparen.

Ich weiß, dass wir – wenn wir wirklich ewig jung und glücklich bleiben wollten – uns ewig wie kleine Kinder aufführen dürfen müssten: neugierig alles immer wieder hinterfragen, mutig und ausdauernd immer wieder versuchen, was noch nicht zu unserer (nicht aller) Zufriedenheit funktioniert, unseren Körper und Geist bzw. deren Fähigkeiten spielerisch trainieren, Streitigkeiten schnell wieder vergessen, Mitgefühl – wenn uns etwas verletzt – nicht nur mit uns, sondern auch mit allen anderen Lebewesen haben, von denen wir wissen, dass sie fühlen können wie wir; und nicht aus Angst lügen, sondern aus tiefem Vertrauen oder schlechtem Gewissen die Wahrheit sagen.
Ich weiß aber auch, dass es Menschen gibt, die das nicht erlauben wollen – weil Kinder sich sehr schlecht regieren lassen, solange sie noch nicht ordentlich erzogen sind; weil Kinder kein Geld in eine Altersvorsorge oder Versicherungen einzahlen würden; weil Kinder sich zu viel Zeit nehmen, um schwerwiegende Entscheidungen zu treffen; weil Kinder selbst noch am Besten wissen, was gut oder schlecht für sie ist, was sie brauchen oder nicht brauchen, weil es sich gut oder schlecht anfühlt; weil glückliche Kinder (wie glückliche Erwachsene) gar nicht erwachsen werden und altern wollen, solange ihnen nichts fehlt, was sie erst tun können, wenn sie älter oder erwachsener sind.

P.s.: Der Gedanken, das Altern im Zuge einer Weiterentwicklung der Menschen aufhalten zu wollen, ist für mich absurd. Wenn wir es verlangsamen woll(t)en, müss(t)en wir einfach ein bisschen langsamer, nicht träger, leben, uns mehr Zeit für uns selbst – nicht nur zum Schlafen, Reisen oder Erholen, für Sport, Familie oder Freunde etc. – nehmen, mehr nicht.

 

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Dank für das Foto gebührt Corina Rainer (auf Unsplash)!

Unsere zivilisierte Welt des unnatürlichen Konkurrenzkampfes

Wenn Menschen sich gegenseitig wie WettbewerberInnen – auf die andere gesetzt haben – behandeln und denken, sie müssten besser, schneller, großartiger, … sein als andere oder dürften nicht verlieren

Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit – das sind die Tugenden, an denen sich vor allem wir Deutschen uns messen lassen (müssen).
Warum oder wer das festgelegt hat, kann ich nicht sagen. Ich schätze, es ging in erster Linie um Geld oder Macht oder andere menschliche Streitpunkte.
Dass sich immer noch so viele Menschen von anderen damit stressen lassen, dass sie nicht ordentlich, fleißig oder pünktlich, … genug wären, das kann ich nicht verstehen. Ich schätze, es hat mit fehlendem Selbstbewusstsein, -vertrauen oder -wertgefühl zu tun.

Alles ist relativ!
Wenn ich mir die „ordentlichen“ Gärten und Häuser vieler Menschen anschaue, kann ich darin oft so gut wie nichts mehr von einer natürlichen, gesunden Ordnung erkennen. Viele Menschen haben aber auch wenig Ahnung von natürlich und nachhaltig funktionierenden Ökosystemen.
Wenn ich sehe, wie fleißig Menschen daran arbeiten, sich selbst krank zu machen, als Singles zu leben und unsere Welt, die Natur, zu zerstören, wünschte ich, sie würden damit mal ein bisschen langsamer tun. Viele Menschen denken aber einfach nur ans Weitermachen und Durchhalten statt daran, einfach mal damit aufzuhören, was sie tun.
Wenn ich erfahre, wie oft Menschen heute ihre privaten Verabredungen komplett absagen, weil sie bei ihrer Arbeit nicht pünktlich Schluss machen konnten, dann frage ich mich, ob es nicht sinnvoller ist, sich irgendwann später noch zu sehen als gar nicht. Viele Menschen haben – selbst wenn etwas bzw. ein möglicher Treffpunkt auf ihrem Weg liegt – auch Zeitgrenzen, für wen sich wann etwas lohnt oder für wen nicht.

Ich weiß nicht, ob ich schon so auf die Welt gekommen oder durch meine Lebenserfahrungen, durch das, was ich beobachtet, gehört oder anders gespürt und gelernt habe, so geworden bin: Aber ich persönlich sehe keinen Sinn darin mich von anderen in einen Wettbewerb schicken zu lassen, von dem nur die profitieren, die auf etwas, das ich tue oder nicht tue, sage oder nicht sage, gewettet haben, also von mir etwas erwarten – ohne dass sie mich gefragt haben, ob ich das leisten kann oder möchte.
Ich laufe nicht erst los, wenn andere es mir erlauben; aber ich bin auch nicht böse, wenn andere nicht auf mich warten, solange das zwischen uns gar nicht abgesprochen war oder ich sie nachträglich darum gebeten habe.
Ich finde es seltsam, nur um zu siegen und gefeiert zu werden, etwas zu tun, was mir sowieso Freude bereitet oder was ich gut kann.

Wir Menschen sind von Natur aus nicht alle gleich und es ist in meinen Augen ein moderner Irrsinn, sich an dem messen lassen zu wollen, was man tut – weil Du automatisch, ganz von Natur aus, daran gemessen wirst.
Wenn Du nicht selbst jeden Tag Glücksgefühle, also Deine körpereigene Belohnung, dafür spürst, womit Du Dein Leben verbringst, dann überlege doch vielleicht, für wen sich das, was Du tust, eigentlich lohnt, wer also davon profitiert, Geld verdient oder Macht über Dich gewinnt, eventuell sogar mehr als Du selbst.

P.s.: Wenn Du eine/r von den Guten bist, die nur darauf warten, dass die nächste Katastrophe geschieht, bei der sie losstürmen und Menschenleben retten kannen, könntest Du Dich fragen, ob sogar Du jemand bist, der oder die selbst davon profitiert, dass andere manchmal alles verlieren.

 

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Dank für das Foto gebührt Braden Collum (auf Unsplash)!

Trügerische Schattenwelten zwischen Tageslicht und Nacht

Das, was Du nicht siehst, ist nicht immer unbedeutend oder automatisch eine große Gefahr (und das, was Du siehst, kann von größerer Bedeutung und gefährlicher sein, als Du denkst)

Ich habe eigentlich oft genug darüber geschrieben, dass unsere Augen in Verbindung mit unserem Gehirn sich leicht täuschen lassen, je nachdem, welche Erfahrungen wir bisher in unserem Leben gemacht und wie viel Angst wir vor dem – oder Vertrauen in das – haben, was wir sehen oder auch, was wir nicht sehen (wenn wir uns also auf unsere anderen Sinne verlassen müssen).
Je nachdem, wie genau wir hinschauen, was wir dabei empfinden oder wie viel wir uns dazu denken, sieht die Welt für einen Teil der Menschen sehr viel heller oder dunkler aus als für andere, sehen die einen selbst im hellsten Tageslicht noch verborgene Gefahren und die anderen vertrauen darauf, dass auch sie selbst in der dunkelsten Nacht für andere, die ihr Leben bedrohen (oder auch retten) könnten, schwer auszumachen sind.
Aber ich wiederhole es einfach so lange, bis ich den Eindruck habe, dass es vor allem bei den Menschen angekommen ist, die das, was andere ihnen über die Welt erzählen, zu ihrer Realität gemacht haben, weil sie selbst entweder nicht so genau hinschauen wollen oder sich nicht auf das verlassen wollen, was sie selbst sehen (oder recherchieren könnten, wenn es sie ihnen wichtig oder gefählich erscheint); weil sie selbst etwas Überlebenswichtiges oder sogar Lebensgefährliches übersehen könnten, vor dem andere sie warnen müssen …

Ich weiß wie jeden Tag, was ich tun muss, damit meine Welt hell genug ist, damit ich mich in ihr zurechtfinde; und nur weil heute die Sonne scheint und sie ein bisschen heller macht, werde ich nicht so tun, als gäbe es ihre dunklen Schattenseiten und all die Gestalten nicht, die große Angst davor haben, dass ans Licht kommt, was sie im Verborgenen, hinter verschlossenen Türen und abgedunkelten oder fehlenden Fenstern, tun.

P.s.: Glaube nicht, dass die führenden Köpfe unserer Erde da wären, wo sie sind, wenn sie nicht wüssten, wie man Menschen hinters Licht führt, auch wenn sie so tun, als wollten sie andere ans Licht führen (am Ende eines Tunnels, den sie sich vorher selbst gegraben haben oder von anderen haben graben lassen, die auf der Flucht vor ihrem eigenen Leben sind).

 

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Dank für das Foto gebührt Tom Barrett (auf Unsplash)!

Ein natürlich unverhülltes Gesicht sagt mehr als 1000 Worte

Menschen mit einem verhülltem Gesicht sagen wortlos, dass sie entweder nichts zu sagen oder etwas in ihrem Gesicht – unverwechselbare Erkennungsmerkmale, Schönheit(sfehler) oder ihre Gefühle – zu verbergen haben, also Versteckspiele mögen oder mitspielen müssen

Eigentlich ist es verständlich, dass ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung die aktuelle Maskenpflicht am liebsten dauerhaft beibehalten möchte: Man kann dahinter Fratzen schneiden, gähnen, auf Schminke oder drauf verzichten, „Schönheitsfehler“ kaschieren zu wollen und muss nicht darauf achten, unbeabsichtigt zu viele Gefühle preiszugeben. Mundnasenmasken sind die perfekte Alltagskleidung für Menschen, die am liebsten für sich sind und sich nicht mit den Gefühlen, der Mimik, ihrer Mitmenschen auseinandersetzen wollen.
Es kostet Zeit und Aufmerksamkeit, also Energie, Mimiken lesen zu lernen, und wahrscheinlich noch mehr, sich bestimmte – wie ein Pokerface – anzutrainieren.

Allerdings verliert sich, wenn man vorher fleißig geübt hat, mit dem Verlust der Mimik auch die Möglichkeit, sich völlig ohne Worte zu verstehen.
Demgegenüber steht der Vorteil, weniger leicht Opfer von Gesichtserkennungssoftwares zu werden …
In einer künstlichen, von Menschen mit ihren begrenzten, rein intellektuellen, Möglichkeiten geschaffenen Welt, müssen sich Menschen immer wieder Neues einfallen lassen, um technischen Überwachungsmöglichkeiten möglichst zu entgehen.
Technologien sind glücklicherweise – nur schlecht für die Menschen, die ihnen unschuldig zum Opfer fallen – immer nur so gut ist wie die Menschen, die sie entwickelt haben; ich persönlich glaube nicht daran, dass wir Gefahr laufen, dass KI oder Big Tech allmächtig werden – weil die nicht einmal wüssten, wie sie Strom gewinnen könnten, sollten ihre zur Stromerzeugung genutzen Technologien einmal über längere Zeit komplett ausfallen.
Ich verlasse mich lieber auf das, was meine eigenen Augen sehen, in Kombination mit dem, was ich gleichzeitig höre und fühle.
Ich glaub, ich liege damit öfters richtig, als es vielen Menschen lieb ist.
Ich bin ein Mensch, eine Frau, die ihr Gesicht völlig ungeschminkt, nicht einmal ständig frisch gewaschen, zeigen möchte, die frei durch ihre Nase atmen und ihren Mund sprechen möchte, und mir wäre am liebsten, wenn alle anderen Menschen das genauso gerne, genauso bereitwillig tun würden, auch wenn ich heute – mit ein paar Jahrzehnten Lebenserfahrung – viele der Gründe nachvollziehen und verstehen kann, aus denen Menschen ihr Gesicht verbergen wollen.

Ich weiß, dass ich nicht erwarten kann, dass allen anderen genauso wichtig ist wie mir, authentisch, natürlich, „wie Gott uns geschaffen hat“, sein zu dürfen.
Wenn aber eindeutig Gründe wie der Schutz vor Viren oder die Eindämmung ihrer Verbreitung vorgeschoben werden, um Menschen vom Tragen einer Mundnasenbedeckung zu überzeugen, dann weiß ich, dass genauso wenige Menschen Worte – von PolitikerInnen, diversen ExpertInnen, JournalistInnen, ÄrztInnen, … – verstehen wie deren Gesichter lesen könnten (weil Viren, die unser Körper loswerden möchte, viele andere Wege finden können, ihn zu verlassen).
Ich glaube, es liegt ein bisschen daran, dass es in unserer überwachten und abgesicherten Welt immer weniger Freiheiten und Überraschungsmomente gibt, in denen Menschen ihr echtes, natürliches Gesicht zeigen könn(t)en oder müss(t)en, weil es sich überraschend aufhellt oder sie es nicht schnell genug kontrollieren können.

Ich wünsche eine sonnige Woche, in der Dir alle Menschen mit demselben ehrlichen Gesicht begegnen, das Du bereit bist, ihnen zu zeigen.
Und ich hoffe, Du erlebst dabei keine allzu bösen Überraschungen.

 

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Dank für das Foto gebührt OSPAN ALI (auf Unsplash)!

Die Sonderstellung der Menschen in der Natur

Menschen sind wohl die einzigen Lebewesen, die sich – vor die Wahl gestellt, obwohl sie sich nicht in einer Notlage befinden – für das kleinste von mehreren Übeln entscheiden anstatt sich zu weigern, überhaupt eines davon anzunehmen, die also nicht dankend ablehnen und ganz darauf verzichten würden, was ihnen angeboten wird.
Wer – obwohl er oder sie gar nichts mit totem Pferdefleisch anfangen kann, sollte das Tier nicht mehr lange überleben – mit Sprüchen wie „einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ oder anderen, unter ganz anderen Lebensumständen als den eigenen, gewonnenen Lebensweisheiten großgezogen – (streng) erzogen, wird, gewöhnt sich mehr als eine Absonderlichkeit an, die sich Menschen glücklicherweise auch wieder abgewöhnen können – sobald sie ihre Sonderstellung, freie Entscheidungen treffen zu können, erkennen bzw. von denen zurückfordern, die sie ihnen nehmen wollen …

P.s.: „Die Hinnahme kleinerer Übel wird bewusst dafür genutzt, die Beamten wie auch die Bevölkerung im Allgemeinen daran zu gewöhnen, das Übel an sich zu akzeptieren. Um nur eines von vielen Beispielen zu geben: Der Vernichtung der Juden ging eine schrittweise Folge antijüdischer Maßnahmen voraus, welche jeweils gebilligt wurde mit dem Argument, dass die Verweigerung, daran mitzuwirken, nur alles verschlimmert hätte – bis eine Stufe erreicht war, dass Schlimmeres überhaupt nicht mehr passieren konnte.“ (Hannah Arendt: „Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur“, Piper Verlag GmbH, 5. Auflage, 2020)

P.p.s.: Was die Menschen außerdem besonders macht, ist ihre Fähigkeit, sie ihre eigene Welt rosa einzufärben, also eine Traumwelt zu erschaffen, die mit der Realität, dem was tagtäglich wirklich geschieht, wenig gemein hat. Für kurze Zeit kann das – wenn ein Geschehen auf Erden zu bedrückend wird und den eigenen Lebenswillen gefährde -, lebensrettend sein; auf Dauer macht es körperlich krank oder psychisch wahnsinnig – denn wir Menschen sind von Natur aus nur dazu gemacht, in einem echten Leben, keinem künstlich geschaffenen, nicht nur überleben, sondern auch gesund und glücklich sein zu können.

P.p.p.s.: Menschen sind vermutlich die einzigen Lebewesen, unter denen es – wie unter domestizierten und in Gefangenschaft gehaltenenen Tieren – viele gibt, die ganz ohne Kenntnis ihres Selbst und ihrer eigenen Fähigkeiten, also ohne Menschenkenntnis, ohne Kenntnis ihrer Mitmenschen, lange leben können (wenn sie daran glauben wollen, dass das, was lange währt, auch irgendwann noch gut werden kann); die – auch wenn vor ihren Augen ganz offensichtlich Gräueltaten verübt werden, wenn überall deutlich erkennbar ist, dass sie stattfinden – noch behaupten können, sie könnten sich nicht vorstellen, dass Menschen dazu überhaupt fähig sind; deren Beitrag zu ihrer Gesellschaft auch darin liegen kann, dass sie – wie wiederholt im Laufe unserer Menschheitsgeschichte geschehen, weil Menschen mit zunehmendem Alter weniger lernbereit sind – schweigend dazu beitragen, dass aus wenigstens scheinbar demokratischen Verhältnissen immer wieder Diktaturen werden, auch wenn die Pläne dafür ganz offen auf dem Tisch liegen.

 

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Dank für das Foto gebührt Volodymyr Hryshchenko (auf Unsplash)!

Sinnvolle menschliche Kämpfe

Mit sich selbst ringen und gewaltfrei Widerstand leisten statt Kriege für andere führen und dadurch verursachtes Leid hinnehmen

Gewalt ist in meinen Augen nie eine Lösung.
Aber leider ist ein Großteil gewalttätiger Handlungen für die Augen der meisten Menschen, die nur spüren können, dass sie stattfinden, unsichtbar.
Gewalt ist  nicht nur unsichtbar, wenn sie im Verborgenen, hinter Wänden und verschlossenen Türen geschieht, sondern auch, wenn sie auf subtile Weise, als psychologischer Krieg ausgeführt wird: mit gezielter Manipulation, unwiderstehlichen Verlockungen zu Gewalttaten, ernsten Drohungen bei Verweigerung dazu oder falschen Versprechungen, z.B. des kleinsten oder nur kurzzeitigen Übels, die die, die sie aussprechen, gar nicht einhalten können oder möchten, also mit der fahrlässigen oder gezielten Verbreitung eigenen Unwissens, einseitiger, also zensierter Daten und Informationen oder dreister Lügen.

Wer friedlich und gewaltfrei durch’s Leben gehen will, muss Gewalt widerstehen können, darf sich nicht von Kampfhandlungen, die auch Wortgefechte – ums eigene Recht und Unrecht – sein können, anstecken und mitreißen lassen.
Aber Menschen, die denken, sie könnten sich einfach heraushalten aus den „Kampfhandlungen“ anderer, die wir alle täglich vor Augen geführt bekommen oder anders wahrnehmen könn(t)en, wir müssten einfach – um unsere Hände in Unschuld waschen zu können – nur abwarten, bis die vorbei sind, täuschen sich bzw. belügen sich im Grunde nur selbst.
Wer „richtig“ handelt bzw. gehandelt hat, wird sich immer erst irgendwann später herausstellen – wenn Zweifel und Reue ausbleiben und nicht irgendwoher verborgene, bewusst versteckte Opfer erscheinen.
Ob Drohungen, die leicht auch mit gutgemeinten, aber nicht ausreichend durchdachten Warnungen, also Zukunftsprophezeiungen verwechselt werden, wahr werden, kann sich nur Menschen zeigen, die – nach eigenen Recherchen und reiflichen Überlegungen, also innerer Auseinandersetzung damit – sich in Geduld üben den Mut haben abzuwarten, also nichts zu tun, was sie angeblich zur eigenen Sicherheit tun sollen.

Die sinnlosesten Kämpfe, die wir alle nur verlieren können – die uns Menschen auf Dauer krank und unglücklich machen, und am Ende auch töten, auch wenn wir uns immer wieder, mantraartig, einzureden versuchen, sie seien notwendig – sind die gegen andere Menschen, die uns persönlich gar nicht getan haben, im Namen anderer, für die wir sie ausfechten sollen, auch gegen die eigenen inneren Widerstände.
Immer wenn Du also spürst, dass sich in Dir etwas wehrt – gegen etwas, das Du siehst, hörst oder auf anderen Wegen erfährst -, dann finde heraus, was Du zukünftig dagegen tun kannst. Denn manchmal ist es einfach zu spät oder zu gefährlich, Widerstand zu leisten; aber sei nicht so naiv zu glauben, dass Du nie wieder in dieselbe Situation kommen könntest.
Bereite Dich also vor, konfrontiere Dich, vielleicht auch andere, immer wieder mit dem, was geschehen ist, sensibilisiere Dich und andere für die Gewalttaten unseres menschlichen Alltags – damit immer mehr Menschen auch die sehen, die sie bisher nicht wahrgenommen haben, und mithelfen, sie zukünftig zu verhindern.
Versuche nicht auszusteigen, Dich also vor dem Kämpfen für Deine Ideale, vor Deinem Gewissen, zu drücken – sie werden Dich immer wieder einholen, wenn Du nicht das für sie getan hast, was Du hättest tun sollen und auch tun können; denn sie sind ein Teil von Dir und werden es immer bleiben, solange Du lebst.
Menschen, die ihrem Gespür oder ihrem Gewissen, also nicht dem, was andere sagen, folgen und gewaltfreien Widerstand leisten, tun das oft genauso wenig offensichtlich wie die, die Gewalt ausüben; aber Du tust es definitiv bewusster – wenn Du es trainierst und genau weißt, was Du tust, oder zumindest weißt, was passiert oder passieren könnte, wenn Du nichts tun (würdest).

P.s.: Die Kraft dazu kannst Du nur alleine – je nach Trainingszustand im Stillen oder innerhalb von Lärm, in der freien, unberührten Natur oder in dunklen, beengten Räumen – in Auseinandersetzung mit den eigenen „inneren Dämonen“ und den von anderen Menschen bewusst, medial, oder unbeabsichtigt geschaffenen Feindbildern üben. Viele werden sich als harmloser herausstellen, als Du dachtest, und sich leicht „bezwingen“, also friedlich „kontrollieren“ lassen, wenn Du sie als eigenständige Lebewesen mit einem Recht auf ihr Leben respektierst und ihre Warnhinweise – wenn Du ihre Gebiete betrittst, auf denen Du nichts verloren, also zu suchen hast – verstehst. Andere überraschen Dich vielleicht zunächst böse.

P.p.s.: Nachdem ich jetzt schon fast 2 Jahrzehnte meinen oft einsamen „Kampf“ gegen das Leid von („Nutz-„)Tieren geführt habe, der „nur“ darin bestand, es zu vermeiden, Geld in Unternehmen zu „investieren“, die es mit mit der Ausbeutung von Tierkörpern verdienen (wollen), habe ich ihn jetzt – da es mittlerweile genug Menschen gibt, die ihn weiterführen – auf unser „Gesundheitssystem„, das mit kranken Menschen sein Geld verdient, und unsere öffentlich-rechtlichen Medien, die mit einem einseitigen Programm und Desinformation statt umfassender Bildung entweder Geld sparen (müssen) oder Profite machen (wollen), ausgeweitet, auch wenn es sich dabei noch um kaum berührtes Terrain handelt und vielen Menschen vielleicht berechtigterweise (noch) als zu gefährlich erscheint. Wir werden sehen bzw. ich werde selbst feststellen, welche Opfer ich dafür noch werde bringen müssen.

 

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Dank für das Foto gebührt Max (auf Unsplash)!

Gute Fragen und schlechte Fragen

Wenn Du ehrliche Antworten statt Ausreden und Lügen erwartest …

„Warum hast Du das getan. obwohl Du im Prinzip wusstest oder hättest wissen können, dass das, was Du tust, nicht gut (für Dich/für mich/für andere) ist?“ zwingt Menschen, ihre eigene Fehlinformation und mangelnde Bildung oder Kreativität bzw. die Kraft- oder Mutlosigkeit, ihre Ideen umzusetzen. zuzugeben.
„Warum hast Du das denn alles mitgemacht, obwohl Du im Prinzip wusstest, dass das, was Du tust, nicht gut (für Dich/für mich/für andere) ist?“ zwingt Menschen, zuzugeben, dass sie Angst davor haben, alleine dazustehen, wenn sie etwas nicht mitmachen.
Je nachdem, auf welche Menschen Du triffst, welche Schwächen sie gerne zugeben und welche nicht, wirst Du also hinterher wissen, warum es Wichtigeres im Leben des oder der Befragten gab als sich zu informieren oder die Zeit zu nehmen, selbst kreativ zu werden oder sich Hilfe und Mut (bei Gleichgesinnten) zu suchen, sich also mit anderen zusammenzutun, die auch wussten, dass das, was sie tun oder getan haben, nicht gut für sie selbst oder andere ist.
Manche Antworten auf unsere gestellten Fragen werden wir nie aus dem Mund anderer hören – aber wir können uns viele meistens, wenn wir Empathie trainieren, also uns in andere Menschen hineinversetzen lernen, irgendwann selbst erklären. Dazu braucht es keine hellseherischen Fähigkeiten, sondern den Einsatz unserer Feinsinne; und etwas Zeit (zum Üben).

Besonders Zeitfragen brauchen Zeit, bis sie beantwortet werden.
In unserer immer schnelllebigeren Zeit werden wir aber vermutlich nicht sehr lange Geduld haben und warten müssen, bis es öffentliche Erklärungen dazu geben wird, weshalb ein Pandemie ohne Datengrundlage über ein Jahr lang aufrecht erhalten wurde, weshalb Menschen zur reinen „Vorsicht“, ohne dass wissenschaftliche Studien ihren Sinn und Zweck bestätigen konnten, Alltagsmasken tragen, sich medizinischen Tests unterziehen und den Gefahren neuer Impfstoffe aussetzen mussten.
Allerdings werden sich dann – weil unsere Gegenwart mehr von der Vergangenheit beeinflusst ist als moderne, modebewusste, Menschen, die mit der Zeit gehen und nicht in der Vergangenheit leben wollen, wahrhaben – vermutlich viele Menschen noch wundern, welch gute Ausreden bzw. Schuldige sich Menschen für Ereignisse, die vor 80 Jahren stattgefunden haben, haben einfallen und verbreiten lassen, bis alle sie geglaubt haben: mit ihren gekauften Medien, inklusive derjenigen, die für den Inhalt von Schulbüchern verantwortlich sind, in denen nur ihre Version der Geschichte erzählt wurde.

Lügen haben bekanntlich kurze Beine und in einer unsportlichen Zeit, voll von übergewichtigen Menschen, vermutlich auch keine besonders lange Ausdauer – wenn eine Ausrede auffliegt kann schnell auch ein ganzes Lügengebäude zusammenbrechen, so dass wir irgendwann immer feststellen können, wenn wir einmal keine ehrlichen Antworten bekommen oder vielleicht auch die falschen Fragen – keine weiteren Fragen dazu – gestellt hast.
Überlege Dir also – wenn Du überhaupt ehrliche Antworten statt der Bestätigung dessen, was Du selbst vorher schon vermutest, hören willst – genau, was Du von anderen wissen möchtest und wie sie Deine Fragestellung reagieren.
Und sei Dir bewusst, dass Menschen Zeit zum Überlegen brauchen, wenn sie mit einer Frage überfallen werden, auf die sie (noch) keine Antwort haben, weil sie sich noch keine überlegen konnten – frag‘ also vielleicht einfach später noch einmal nach; dann wirst Du feststellen, ob sie Dir zuliebe darüber nachgedacht haben oder nicht.
Es ist tatsächlich nicht nur Ehrensache, sondern ein Liebesbeweis, wenn Menschen Dir (und sich selbst) ehrlich Rede und Antwort stehen (können oder wollen) – in einer Zeit, in der Menschen zwar in Form von Bildern oder Statements viel von sich über soziale Medien verbreiten, um Antworten, Reaktionen, darauf zu bekommen, sich aber keine kritischen Rück-Fragen dazu stellen lassen wollen.
So weit sind wir als Menschen schon gekommen, ohne dass es den meisten bewusst zu sein scheint.
Die Frage, die mir auf den Lippen brennt, lautet daher: „Wie weit willst Du noch gehen, wie lange mitlaufen oder auf dem Zug bleiben, auf den Du aufgesprungen bist?“
Wenn ich mich umhöre und umschaue, scheinen viele Menschen darauf (immer noch) keine Antwort zu haben.
Große öffentliche Befragungen oder Anhörungen, bei denen ehrliche Antworten gefordert werden, wird es wohl erst geben, wenn es für mehr Menschen aufhört, erträglich zu sein, belogen und betrogen zu werden.

 

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Dank für das Foto gebührt Hello I’m Nik (auf Unsplash)!

Sinn und Zweck des menschlichen Daseins

Besinnliches zum Sonntag

Für mich als lebenssinn-gläubige Wissenschaftlerin besteht Sinn und Zweck des Lebens darin, einen Sinn und Zweck darin zu erkennen, dass man lebt.
Solange Menschen sinnerfüllt leben und auch einen Sinn und Zweck im Leben anderer erfüllen, werden sie höchstens Opfer von Unfällen oder Verbrechen, aber selten von Krankheiten oder anderem Unglück.
Sobald Menschen dabei aber so leichtsinnig mit dem eigenen Leben umgehen, dass sie es dabei verlieren könnten, dürfen sie sich nicht wundern, wenn das – wenn ihr Karma- oder Sinnkonto aufgebraucht ist – auch passiert.
Solange sie niemandem dabei schaden und niemanden damit ausnutzen, auch nicht die Ressourcen der Erde, indem sie dafür nichts – auch nicht an die Natur, die im Prinzip nichts als gesundes Maßhalten mit dem, was sie uns schenkt, und Rücksichtnahme auf ihre Bedürfnisse dafür verlangt – zurückgeben, kann es auch sinnvoll sein, einfach nur in den Tag hinein zu leben.

Für mich persönlich ergibt es keinen Sinn, die Welt in Ordnung bringen zu wollen, wenn sie sich ohne uns Menschen selbst sinnvoll ordnen kann – weil sie weiß, was sinnvoll für ihr eigenes Überleben ist und sie allen, die in ihr leben wollen, nur solange einen Platz bietet, solange sie sich nicht zu sehr in ihr ausbreiten.
Für mich ergibt es noch weniger Sinn, immer noch zu denken, wir würden irgendetwas sinnvoller machen als unsere Vorfahren, und zukünftige Generationen müssten weniger von dem ausbaden, was wir anrichten.
Für mich ergibt es auch keinen Sinn, dass ich irgendwann auf die ständige, also nicht nur vorübergehende Hilfe durch andere Menschen angewiesen sein soll, weil ich nicht sinnvoll, bewusst, für mich, meinen Körper und Geist, gesorgt habe, sondern mich gehen lassen oder immer wieder so lange verausgabt habe, bis mich andere, mit ihren Unterhaltungsprogrammen, Coachings, Heilmittelchen oder anderen potentiellen – weil sie dafür sorgen, dass Menschen sich damit besser fühlen – Suchtmitteln, wieder auf die Beine gestellt haben, so dass ich es irgendwann nicht mehr selbstständig schaffe, mich fortzubewegen, alleine Nahrung zu mir zu nehmen, zu trinken oder mich zu waschen.
Vermutlich hänge ich einfach, obwohl ich das Leben aus vollem Herzen liebe, wenig am modernen Leben im angeblichen Wohlstand, mit seinen angeblichen Annehmlichkeiten, als andere Menschen oder sehe uns zivilisierten Menschen nicht als so sinnvoll auf dieser Erde an, dass ich dort um jeden Preis und so lange wie irgendwie möglich, unsinnig, mein Leben fristen möchte.

Was lange währt, ist nicht unbedingt und wird vielleicht auch nie gut, nur weil es lange einen Sinn erfüllt oder einem Zweck dient.
Aber wenn wir öfters mal Momente nutzen würden, um innezuhalten, würde uns vielleicht auch immer wieder etwas neues Sinnvolles einfallen, was wir tun könnten, um unserem Leben einen Sinn zu geben, der nicht nur – wie bei allen anderen Lebewesen – darin besteht, Kinder in die Welt zu setzen, also die eigenen Gene weiterzugeben, oder ohne um sich zu schauen und genau zu überlegen, jedes Leben auf dieses Erde um jeden Preis so lange wie möglich bewahren zu wollen.

Ich wünsche einen schönen Sonntag mit vielen besinnlichen und vielleicht auch ein paar unzivilisierten Momenten!

P.s.:Sich darauf zu verlassen, dass etwas sinnvoll ist, nur weil andere es behaupten, ergibt für mich auch keinen Sinn. Wir haben einen (Fein-)Sinn dafür, zu spüren, ob uns jemand belügt oder (mit uns oder unserer Unterstützung) Unsinn betreibt, und wir haben einen Körper und Geist, um persönlich zu prüfen, ob das, was andere uns als sinnvoll verkaufen wollen und was uns im ersten Moment als sinnvoll erscheinen kann, auch tatsächlich sinnvoll für uns ist.

P.p.s.: Ich setze wirklich große Hoffnung in die zukünftigen Generationen, die spüren, wie sehr moderne Eltern unter ihrer Verantwortung als Eltern leiden: dass sie einerseits so schlau sind, nicht unbedingt selbst Kinder in die Welt setzen zu wollen, weil sie keinen Sinn darin sehen, sich das Leben unnötig schwer zu machen, andererseits so empathisch, also einfühlsamer und weniger ehrgeizig als ihre Elterngeneration, um verzeihen zu können, was ihnen angetan wurde – weil sie spüren, dass es nicht aus bösem Willen geschah, sondern weil Eltern es einfach nicht besser wussten und einen Sinn in dem sahen, was sie getan haben.

P.p.p.s.: Der Kampf ums Dasein – wie ich ihn in der Natur sehen kann – wird aus Liebe zum Leben oder den eigenen Nachkommen geführt und nicht – wie ich ihn bei vielen Menschen sehe – aus Angst vor dem Sterben, im Angesicht des Todes, oder selektiv, aus blindem Aktionismus, wenn keine akute Lebensgefahr besteht. Menschen sind in meinen Augen die einzigen Lebewesen, die sinnlose Kriege und (Alltags-)Kämpfe führen, sie sogar als humanitäre oder medizinische Hilfe bezeichnen, wenn bei ihren Einsätzen, mit ihren Maßnahmen, mehr Menschen, gezielt ausgewählte, ihr Leben verlieren als es ohne diese der Fall gewesen wäre.

 

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Dank für das Foto gebührt Drew Dau (auf Unsplash)!