Wenn nichts mehr geht …

… kann irgendwann auch kein fahrbarer Untersatz mehr einer bewegungsunfähig gewordenen Masse genug Lebensenergie zu geben, damit sie immer wieder ins Rollen kommt, bzw. ihr noch den Ansporn geben, überhaupt noch auf eigenen Beinen von einem Ort zum anderen gelangen zu wollen

Es gibt heute viele Menschen, die kurz davor scheinen, in völliger Bewegungslosigkeit zu erstarren, bzw. Gefahr laufen, es zu tun – nicht immer, weil sie sich zu wenig bewegen, sondern, weil sie Körper und Geist dabei nicht im Einklang halten.

  • Immer wieder zu schnell – unaufgewärmt – lossprinten;
  • mehr mental als körperlich (oder umgekehrt) trainieren bzw. nicht dafür sorgen, dass nicht nur der eigene Körper, sondern auch das Gehirn all das bekommt, was es braucht, um gut genug versorgt zu sein;
  • sich bzw. den eigenen Kräften zu viel abverlangen statt ihnen auch immer wieder Aufbau- und Ruhephasen zu gönnen, oder
  • es für „Aufwärmtraining“ halten, sich eine Wärmflasche zu machen, die Heizung aufzudrehen, eine Tasse heißen Tee oder Kaffee aufzubrühen, sich in die Sonne zu legen oder heiße Zigaretten- oder andere Glimmstengel-) Luft einzuatmen

mag lange problemlos „funktionieren“, auf Dauer dazu , wenn sie nicht nur immer kältere Füße und Beine bekommen, sondern all ihre Gliedmaßen mit der Zeit immer tauber werden und nur schwer wieder zu re-aktivieren oder dazu zu animieren sind, sich mit Freude und Leichtigkeit bewegen zu wollen.

Menschen, die ein besonders „cooles Leben“ führen und sich nicht „unnötig“ damit auseinandersetzen wollen, auf wessen Kosten sie dabei leben, zahlen letztendlich ähnlich dafür wie andere, die viel eigene (Lebens-)Energie dabei verschwenden, sich mit viel Aufwand ein gemütliches Plätzchen zu suchen oder selbstständig zu erschaffen, an dem auch ihr Gewissen zur Ruhe kommen kann: mit Schmerzen in ihrem geschundenen Körper oder Geist bzw. Verletzungen ihrer (bewegungsfreudigen) Seele, die zum Heilen nicht nur Zeit, sondern auch etwas braucht, was sie wieder in Schwung bringt, damit all der Ballast, der sich dort angesammelt hat, überhaupt abtransportiert bzw. entsorgt werden kann.

Ich kann nur empfehlen, sich häufiger mal auf den Kopf und die Beine auf diese Weise dorthin zu stellen, wo „normalerweise“ die Entscheidungen gefällt werden. So kann lebensspendendes Blut viel leichter in Richtungen fließen, die umgekehrt – aufgrund von Gefäßverengungen oder verspannungsbedingten Stauungen – nicht mehr oder nur schlecht erreicht werden. Vielleicht verschwindet der fehlende oder übermäßige Bewegungsdrang dann irgendwann von ganz alleine – weil im Kopf ganz neue, vorher ungeahnte Ideen dazu entstehen?

 

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Dank für das Foto gebührt Jonathan Cooper (auf www.pexels.com)

Better not touch/Besser die Finger lassen von Touchpads oder – vor allem oberflächlich und solange sich niemand dagegen wehrt – auf unsere Hände verführerisch wirkende Pro- oder „Objekte“

Von wem lässt Du Dich widerspruchslos (auch unangenehm) berühren, in wessen Hände begibst Du Dich freiwillig oder von wem klässt Du Dich sogar noch dafür bezahlen, dass Du Dir die Finger schmutzig oder selbst gar keinen Finger krumm machen musst – vielleicht aus Angst, sonst etwas zu verpassen bzw. nicht ermöglicht oder erlaubt zu bekommen?

Viele von uns werden in Gesellschaften großgezogen, in denen er „normal“ geworden ist, dass man sich schon als kleines Kind nicht nur von der – zum Teil ungeliebten – Verwandtschaft, sondern von völlig fremden Menschen anfassen, Ver– oder Behandlungen über sich ergehen lassen muss, selbst wenn wir uns dabei nicht wohlfühlen. Die wenigsten von uns verstehen wahrscheinlich, warum entweder das eigene Gefühl bzw. der eigene Geist oder der eigene Körper innerliche oder sogar äußere Anziehungs- oder Abwehrreaktionen auf etwas oder jemanden zeigt, obwohl wir davon bzw. von ihm oder ihr vorher noch gar nicht an- oder unangenehm berührt wurden, also keine Ahnung von dem haben dürften, was mit uns geschehen könnte.

Unser Körper muss nicht erst tatsächlich – mechanisch – von außen stimuliert werden, um etwas in unserem Inneren zu reizen und in Bewegung zu setzen. In ihm sind in unterschiedlichster Form Erinnerungen gespeichert, die sogar über unser eigenes Leben hinaus- bis auf unsere Vorfahren zurückgehen gehen.
Menschen, die noch mit einem besonderen, natürlichen Feingefühl oder Hellsinnen ausgestattet sind, weil sie noch nicht mit (Kontakt-)Informationen überfrachtet wurden, die sie haben abstumpfen lassen, nehmen Berührungen anders auf als Menschen, die sich daran gewöhnt haben, von den unterschiedlichsten Menschen auf verschiedensten Wegen berührt zu werden.

Es ist natürlich, Mitgefühl für andere fühlende Wesen – für Menschen, Tiere oder sogar Pflanzen – zu empfinden, sich also auch emotional von ihnen persönlich oder ihrem Schicksal berühren zu lassen. Aber es ist übertrieben, sogar anhand von beeindruckenden Bildern, Worten oder sie untermalenden Klängen bzw. Melodien mit ihnen zu leiden bzw. sich davon beeinflussen zu lassen, ohne in ihrer Gegenwart bzw. direkten Nähe auch völlig ohne Worte oder andere „beweiskräftige“ Unterlagen spüren können zu müssen, ob sie es tatsächlich auf Mitleid anlegen (oder lieber darauf verzichten und sich eigenständig um sich selbst kümmern würden).

Es ist natürlich, sich dazu verlocken zu lassen, etwas anzufassen, was uns – aus den unterschiedlichsten, individuellen Gründen – begehrenswert erscheint. Aber es ist fahrlässig, sich nicht zu überlegen, was – in einer Welt, in der angeblich schon Blicke töten können sollen – alles passieren könnte, wenn man etwas, was einem selbst gar nicht gehört, berührt und damit vielleicht aus seiner natürlichen Ordnung oder aus der Ruhe bringt.

Es ist also überlebenswichtig, zu lernen, NEIN zu sagen; nicht nur zu Tätigkeiten, deren Folgen man selbst gar nicht einschätzen kann, weil sie völlig neu(artig) sind, sondern auch oder insbesondere zu Menschen, die versuchen Druck auszuüben und andere Menschen das ausführen zu lassen, was sie selbst nicht (mehr) tun wollen, weil ihnen vielleicht längst bewusst ist, was sie damit verursachen bzw. auslösen: entweder in ihrem eigenen Körper, ihrem Geist oder in ihrer Seele, die oft zuerst spürt, wenn etwas nicht schnell wieder vorbei, sondern auf Dauer unerträglich ist, bzw. bei anderen fühlenden oder besonders empfindsamen (Lebe-)Wesen und der Natur, in der sie leben.

Nicht jeder Mensch ist ganz automatisch – ohne Vorerfahrungen – in der Lage, wirklich zu spüren bzw. professionelle von intuitiv „richtigen“, aus einem ehrlichen Gefühl heraus entstandenen oder gespielt falschen Darstellungen einer Lage zu unterscheiden, (ab) wann etwas für andere unerträglich wird oder bereits unzumutbar ist. Die Freude an Unterdrückung bzw. Druck, den man in unterschiedlicher Stärke auch auf sich selbst ausüben kann wird, oder stattdessen Berührungsängste und damit verbundene Schmerzgrenzen sind individuell äußerst verschieden, auch wenn nur wenige Menschen umfassend darüber aufgeklärt wurden oder je in Frage gestellt haben, dass andere die Welt anders – schmerzhafter oder weniger leidvoll – wahrnehmen könnten als sie selbst. Zu Zeiten, in denen Menschen die Möglichkeit haben zu recherchieren, darüber nachzudenken und dementsprechend zu wissen, dass andere noch mehr erleiden müssen als sie selbst, haben sich viele angewöhnt, die Zähne zusammenzubeißen oder den Mund zu halten und abzuwinken – zumindest so lange, bis ihnen auch kein mitfühlender (Zahn- oder anderer)Arzt bzw. eine freundlich-gesinnte und geduldige (Zahn- oder andere)Ärztin mehr weiterhelfen kann.

Wir leben in einer Ära, in der sich Geduld oder das Abwarten, bis alle Nach- und Rückfragen geklärt sind, für viele nicht auszahlt, weil Zeit Geld ist, das verschwendet werden kann. Daher fehlt ihnen auch häufig die Zeit für „echte“ Berührungen mit „echten“ Menschen, die sich nichts darüber vormachen (lassen), was ihnen wirklich unter die Haut geht und was sie stattdessen – bei näherer Betrachtung, über kurz oder lang – abstößt. Dafür profitieren davon andere, die es schaffen, menschliche Gefühle „anzusprechen“, Menschen also Angst machen oder Hoffnung geben. Es ist absurd bzw. ein Paradoxon, vielleicht auch ein Rätsel, das viele Menschen leider noch nicht verstanden haben zu lösen: Wer nämlich weniger bereit dazu wäre, hart – möglichst emotionslos – genau daran (mit) zu arbeiten oder (anderen) Geld dafür bezahlen zu können, dass das nicht geschieht, könnte es im Grunde – wenn er oder sie sich ein Herz bzw. zuerst an die eigene Nase fassen würde – viel leichter (nämlich ohne sich dabei von der „Mithilfe“ – Fügsamkeit, Kooperationsbereit- oder Komplizenschaft bzw. Compliance anderer abhängig zu machen) erreichen:

  • eigene (Berührungs-)Ängste oder Hemmungen zu verlieren, Widerstand zu leisten gegen Menschen, die Eingriffe in die eigene körperliche, geistige oder seelische Unversehrtheit von Lebewesen dulden oder sogar fordern, und dabei
  • einen Zugewinn an Lebensfreude bzw. innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit sowie – vielleicht ein neues, nie gekanntes bzw. aufgrund von Lebenserfahrungen vergessenes – Vertrauen in die Natur und ihre Heilkräfte (die immer auch „ihre Zeit“ brauchen, also nicht willkürlich vorangetrieben, durch Streicheleinheiten oder schmerzhafte Operationen schneller oder wirkungsvoller werden können) zu verzeichnen.

P.s.: Ich persönlich finde es – auch wenn ich es selbst liebe, Tiere zu sreicheln, oder mich gerne darum kümmere, dass es ihnen so gut wie möglich dabei geht, dass sie von Menschen (als Gefangene) gehalten werden – mittlerweile wirklich abstoßend, wenn Menschen ihre eigenen Haustiere wie einen „echten“ Partner oder eine „treue“ Partnerin, ein Kind oder als Lehrer bzw. Lehrerin betrachten oder genau so behandeln. Tieren ihre natürlichen Bedürfnisse abzusprechen, macht sie häufig zu reinen Objekten menschlicher Emotionen bzw. (Sehn-)Süchte: sie spenden vielen Menschen, die sich allein fühlen und nicht anders zu helfen wissen, in erster Linie durch ihre Anwesenheit und ohne, dass sie viel dafür verlangen (können), Kraft und Trost bzw. geben ihnen das Gefühl, nicht nur eine emotionale Verbindung, sondern auch eine liebe- und damit sinnvolle Lebensaufgabe zu haben (die sie leisten können bzw. die sie so erfüllen kann, dass sie ihnen den Rückblick auf ein erfülltes Leben ermöglicht). Dabei zeigt sich partnerschaftliche Liebe nicht darin, sich einseitig körperlich, auf geistiger oder emotionaler, seelischer Ebene zu berühren oder von anderen behandeln zu lassen, wie sie es vorgeben, sondern auch darin, sich gegenseitig die Freiheit zu lassen, sich eigene Rechte zu erkämpfen oder Räume zu schaffen bzw. jederzeit auch (an die frische Luft) gehen zu können, um Dampf ablassen und sich etwas Neues – weniger Aufregendes, Nervenaufreibendes – überlegen zu können.

 

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Dank für das Foto gebührt Cottonbro (auf pexels.com)!

Auf der Mauer (auf der Lauer?)

… statt gegen die Wand

In den Köpfen von Menschen gibt es keine Mauern, die sich ohne Weiteres so einreißen lassen, dass dabei niemand schwer verletzt werden könnte. Eher rennt man sich dabei den eigenen Kopf blutig, bevor sie nachgeben. Denn sie sind zum natürlichen Eigenschutz errichtet worden. Und die Natur kann eine harte Nuss sein!

Es gibt darin aber stattdessen viel leeren Raum, den man mit verlockenden, neuen Ideen füllen kann, so dass die eine oder andere Mauer plötzlich gar kein Hindernis mehr darstellt, das nicht von beiden Seiten überwunden werden könnte. – Man muss nur kreativ genug sein, um bei denen, zu denen man näher Kontakt aufnehmen oder sich womöglich sogar wiedervereinen möchte, entweder die Hoffnung oder Neugier darauf zu wecken, mal etwas völlig ander(e)s sehen zu können als das, was man bereits kannte bzw. wusste, oder etwas Altbekanntes bzw. früher einmal Geliebtes, was man verloren geglaubt hatte.

Man sollte sich nur immer bewusst ein Hintertürchen offen halten bzw. sicher wissen, dass man auch dorthin zurückkehren kann, woher man gekommen ist. Es soll schon Menschen gegeben haben, die sich aus einem Paradies haben „vertreiben“ lassen (müssen) – weil sie nicht mit dem zufrieden waren, was ihnen auf der anderen Seite angeboten wurde, sondern der Verlockung erlegen sind, unbedingt auch Nachbars Kirschen bzw. Äpfel zu probieren, obwohl es ihnen verboten worden war.

 

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Dank für das Foto gebührt Ozan Çulha (auf pexels.com)!

 

Zeit zum Aufräumen in Deinem bzw. unser aller Leben?

Mit Hilfe von Mutter Natur Ordnung ins eigene – innere und äußere – Chaos bringen

Menschen mögen keine Unordnung, in der sie sich nicht zurecht finden bzw. in der sie sich verloren fühlen. Daher hat jeder und jede von uns die Tendenz, sich seine bzw. ihre eigene kleine Welt innerhalb des großen Ganzen so zu gestalten, dass er oder sie sich wohl darin fühlt.

Ich weiß nicht, wessen inneres Chaos größer ist:

  • das der Minimalisten und Minimalstinnen, die oft große, leere Räume brauchen, um darin Sicherheit und Geborgenheit zu erfahren,
  • das der privaten Sammler und Sammlerinnen oder professionellen „Ordnungskräfte“ oder -„hüter“, bei denen alles sein besonderes, „richtiges“ Plätzchen bzw. seine Reihenfolge haben und/oder meistens auch regelmäßig streng kontrolliert und/oder (wieder/neu) in Szene gesetzt werden muss oder
  • das der Menschen, die sich nicht daran stören, dass auch andere leicht erkennen können, dass sie chaotisch sind.

Ich bin mir nur sicher, dass es umso schwerer ist, das innere Chaos zu bewältigen und Zeit bzw. noch genug Energie für „sinnvollere„, nämlich erfreulichere Tätigkeiten als Putzen und Aufräumen zu haben, je mehr sich Menschen damit beschäftigen, es zu erhalten. Wenn man sich unnötigen Stress beim immer irgendwann – denn es ist natürlich, aufgrund von natürlichen Veränderungen während der eigenen Entwicklung festzustellen, dass man vieles gar nicht (mehr) braucht oder nutzen möchte – notwendigen Ausmisten ersparen bzw. nicht andere dafür bezahlen möchte, die eigenen Wohn- und Lebensräume zu entrümpeln oder zu (grund-)reinigen – macht es Sinn, frühzeitig anzufangen, sich damit auseinanderzusetzen. Es gibt immer irgendwo Menschen (oder auch Tiere und andere Lebewesen), die stattdessen

  • noch etwas damit anfangen,
  • vielleicht etwas ganz Neues daraus machen oder
  • freiwillig bereit wären, es „aufzutragen“ bzw. nutzen, bis es wirklich „am Ende“, also nicht mehr zu gebrauchen ist.

Ich glaube, dass wir der Natur getrost – ohne dass sich jemand dafür schämen müsste, sinnlos natürliche Ressourcen wie Sonnen– bzw. Lebensenergie, Zeit und Raum, Luft, Wasser, Erde und vielfältige andere Elemente dafür verschwendet zu haben – alles als Müll zur Entsorgung und Neuordnung, –konstellation oder –komposition bzw. –kompostierung– zurückgegeben dürfen, was wir aus ihr gemacht haben. Sie hat uns meiner Meinung nach nicht umsonst mit Kreativität „gesegnet“ und die Möglichkeit gegeben, mit unserem Leben bzw. der Erde und allem, was wir darin finden zu tun oder (unter)lassen, was wir wollen.
„Nur“ die Verantwortung dafür tragen, also erklären können, warum wir welche Entscheidung in unserem Leben gefällt oder uns dagegen entschieden haben und sie vielleicht auch um Verzeihung bitten, müssen wir mit großer Wahrscheinlich jeder und jede von uns ganz für sich alleine. – Denn wir haben jederzeit die Freiheit, uns anders zu entscheiden als unnötig viele Dinge für uns alleine zu wollen und sie dann kaum bzw. gar nicht aufzubrauchen, sondern sie vielleicht irgendwann „einfach“ wegwerfen zu „müssen“, weil sie aufgrund neuer Erkenntnisse über die in ihnen verborgene „(schlechte) Energie“ oder sogar Toxizität und die Schäden, die sie anrichten können, gar niemand mehr haben möchte.

 

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Dank für das Foto gebührt Ron Lach (auf pexels.com)!

Wissen ist Macht (oder könnte es zumindest sein, wenn man es sich aneignen bzw. verteidigen würde)

Wie ökonomisch und fortschrittlich denkende Menschen die Rückzugsorte von Menschen zu erobern versuchen, die sich mehr Zeit zum Lesen und Recherchieren (oder dem, was ihnen am Herzen liegt) nehmen und genauer wissen wollen, was sie tun

Dazu braucht es im Grunde nicht viele erklärende Worte.
Ich habe Biologie studiert, weil ich mehr über Tiere und Pflanzen sowie andere lebenden Organismen oder uns Menschen, unsere Körperfunktionen und Genetik, also Herkunft und Fortpflanzung, unsere Gesundheit bzw. Gefahren für unser Leben wissen wollte, als mir in der Schule darüber „beigebracht“, also indoktriniert wurde – ohne dass ich mich dagegen hätte wehren können.

Ich bin froh, dass ich noch zu einer Zeit die Universität besuchen und in der universitären Lehre arbeiten konnte, als sie – zumindest in der biologischen Forschung – noch nicht ganz so verschult war. Ich habe mir intuitiv meine „richtige“ ökologische Nische unter Menschen gesucht, die noch versucht haben, die Natur und ihre Bewohner und Bewohnerinnen zu beschreiben (um sie voneinander unterscheiden zu können) und zu verstehen (indem sie sich Fragen zu ihnen gestellt und Experimente dazu ausgedacht haben, um damit Antworten zu finden), und sie – außer mit ihrer Meinung – nicht zu beherrschen (oder irgendwie retten zu wollen).

Heute erkenne ich, von was sich auch viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit der Zeit antreiben lassen: von ihrem Streben nach Erfolgserlebnissen oder zumindest Beliebtheit bei ihren Studenten und Studentinnen.
Universitäten sind nicht mehr oder weniger von einem ökonomischen – auf möglichst hohen Eigennutz in möglichst kurzer Zeit (unter enormem Kraftaufwand) bzw. unter möglichst wenig Anstrengung bei maximaler Lebensfreude (über lange Zeit, womöglich bis zum Umfallen) ausgerichteten – Konkurrenzdenken beherrscht als der Rest unserer Ellbogengesellschaft.

Ich weiß nicht, was mir dieses Wissen vielleicht noch (ein-)bringt. Ich bin einfach froh, dass ich mir heute die Welt, wie sie ist, und unser Leben erklären kann – auch wenn ich nicht verstehe, dass so viele Menschen Spaß daran zu haben und es sogar als besonders „fortschrittlich“ zu propagieren scheinen.
Ich schreibe bewusst „scheinen“. Denn auch wenn ich natürlich nur beschreiben oder wiedergeben kann, was ich sehe und höre, also im Außen mit meinen Sinnen wahrnehme, habe ich das Gefühl, das weitaus mehr in den Menschen verborgen liegt als sich mit ehrlicher Wissenschaft – also ehrlich und interessiert gestellten Fragen und ehrlich gegebenen Antworten – ergründen ließe.

Ob es mittlerweile anerkannte Wissenschaftler oder Wissenschaftlerinnen gibt, die sich mit (meiner Meinung nach) völlig natürlichen Fein- und Hellsinnen bzw. Bauchgefühlen und Gewissensbissen beschäftigen (um sie messen und möglicherweise vorhersagen zu können), weiß ich nicht. Ich bin mir nur sicher, dass ich mich freiwillig nicht als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen würde – auch nicht gegen Geld. Ich halte es heute für eine menschliche Katastrophe, wie viel (Lebens-)Zeit und Energie Menschen damit verschwenden, Dinge herauszufinden, also neu zu entdecken, die es schon immer gab bzw. die sich im Laufe der Zeit nur abgewandelt – evolutionär weiterentwickelt – haben, um sich an neue Umweltbedingungen anzupassen, die Arten wie der Mensch damit schaffen, dass sie mit dem, was ist und was sie – völlig ohne die Natur dafür völlig umgestalten und elektronische Apparaturen nutzen zu müssen – (leisten) könn(t)en, einfach nicht zufrieden sind.

Ich kann nur dazu raten, sich mal nicht nur mit den neuesten Nachrichten – dem, was ganz neu auf „dem Markt“ erschienen ist – zu beschäftigen, sondern mal im eigenen Keller oder Dachboden oder der nächsten Bibliothek, notfalls auch im Internet nach Historikern oder Historikerinnen zu stöbern und sich durchzulesen, anzuschauen oder anzuhören, was sie zu erzählen haben.Sei nicht überrascht, wenn Dir klar wird, was man alles schon längst hätte wissen können – wenn es keine Menschen gäbe, die ökonomischen Druck ausüben oder Dinge vorantreiben wollen, aus Angst, sonst nicht die Ersten an einem Ziel zu sein (das im Grunde nur sie selbst erreichen wollen).

Dazu möchte ich noch kurz anmerken: Es liegt in der Natur der Sache, dass ungeduldige, mit ihrem Leben unzufriedene (aufgrund von traumatischen Erfahrungen, einer für sie völlig ungeeigneten Ernährungs– oder einseitigen Bewegungsweise unter einem unausgeglichenen Stress- bzw. Glückshormonhaushalt leidende) Menschen sich ein (Lebens-)Ziel nach dem anderen setzen „müssen“ – weil sie sonst selten wissen, was sie überhaupt mit sich anfangen sollen, und ihnen Lesen vermutlich entweder schnell langweilig wird oder ihren Gedankenhorizont überfordert.

 

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Dank für das Foto gebührt Nothing Ahead (auf pexels.com)!

Denkst Du „nur“, Du weißt, was Liebe ist, weil Du sie schon selbst gefühlt oder erfahren hast, oder praktizierst Du sie auch noch?

Wenn Menschen auf Gegenseitigkeit beruhende Zuneigung mit einseitigem (Be-)Nutzen, Bewunderung oder gemeinsamem (Mit-)Leid, geteilten Schmerzen bzw. Missbrauch (der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten bzw. Kraft oder Macht über andere) verwechseln

Liebe macht blind – für die „Fehler“ oder Schwächen anderer Menschen, also das, was man an ihnen nicht besonders mag, weil man es nicht als sehr schön, vielleicht sogar lächerlich oder abstoßend findet. Sie kann Menschen umso blinder machen, je mehr sie sich danach sehnen, von anderen geliebt zu werden bzw. je mehr andere ihnen das Gefühl geben, verrückt nach ihnen zu sein.

Im Liebestaumel tun Menschen Dinge, über die sie hinterher – selbst wenn andere einmal davon erfahren sollten – entweder herzhaft lachen können, weil sie sich selbst nicht dafür schämen, oder die ihnen selbst so unverständlich oder sogar pervers, abstoßend erscheinen, dass sie sie auch mit niemandem teilen wollen, von dem sie nicht sicher wissen, dass er oder sie sie – aus Unkenntnis von Alternativen, um die eigenen Bedürfnisse auszuleben bzw. zu befriedigen – genau so praktiziert.

Es ist nicht nur angenehm, zu fühlen, dass man zum eigenen Glück andere Menschen braucht oder sich gerne – mit lustvoller Freude – von ihnen benutzen lässt, solange sie auch Spaß daran zu haben scheinen. Es fängt aber an, zum seelischen oder körperlichen Missbrauch zu werden, wenn man sich selbst oder anderen nicht die Chance gibt, darüber nachzudenken, was man eigentlich sich selbst oder anderen antut bzw. bisher schon angetan hat oder in Zukunft tun möchte.

Um etwas wirklich „Gemeinsames“, nicht nur Geheimnisse oder einseitige Erwartungen, unausgesprochene Träume oder ungeklärte Hoffnungen (weil sie verschwinden, sobald man sie versteht, also weiß, warum es sie gibt), zu haben, von denen sonst besser niemand erfahren sollte, braucht es offene, ehrliche Kommunikation: Eine gegenseitige Aufklärung darüber, was man sich tatsächlich gegenseitig sagen, ins Ohr hauchen oder an den Kopf werfen oder „antun“, also wie man sich anfassen oder angehen darf, ohne dass sich jemand jedes Mal wieder unangenehm berührt davon fühlt oder sogar noch lange hinterher unter Schmerzen leidet.

Kein Mensch, vor allem keine lebensunerfahrenen Kinder können wissen, was erfüllende Liebe ist – nur weil sie fühlen können, was es bedeutet, andere Menschen zu lieben (ohne zu erwarten, dass die bereit sind, ihnen Liebe zurück zu geben) oder von anderen geliebt zu werden (ohne dass sie sie auf die gleiche Weise verrückt nach ihnen wären)-

Ohne dass beides – Geben und Nehmen – entweder im selben Augenblick zusammenkommt oder in einem gesunden Ausgleich bleibt, wird jede Liebe mit der Zeit vergehen: entweder zu anstrengend oder zur Gewohnheit, also so uninteressant-langweilig werden, dass Menschen aufhören, nach ihr zu suchen bzw. sich noch gegenseitig dazu in Versuchung führen zu wollen.

Dass es körperlich stärkeren oder geistig überlegenen, älteren oder zumindest lebenserfahreneren, (einfluss-)reicheren Menschen tatsächlich immer wieder gelingt, jüngere oder schwächere dazu verführen können, sie zu lieben, ohne dass sie dabei (Zeit-)Druck ausüben oder ihnen mehr bieten können als ihren Körper oder Geist und vielleicht eine jung gebliebene Seele, das glaube ich persönlich nicht.
Aber wer weiß – vielleicht fällt die Liebe ja doch völlig zufällig vom Himmel, ohne dass – wie ich glaube – natürliche, erdgebundene, körperliche Anziehungskräfte zwischen gleichstarken, aber unterschiedlich gepolten Menschen wirken müssen, damit Menschen (wie alle anderen Lebewesen) dauerhaft bereit sind, ihre Individualität aufzugeben und sich mit einer anderen Seele in einem anderen Körper zu verbinden?

 

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Dank für das Foto gebührt Disha Sheta (auf pexels.com)!

 

Bewusst den Moment zu genießen …

… könn(t)en sich im Prinzip nur Menschen leisten, die keine Angst haben (müssen), dass

  • ihre Handlungen unangenehme Konsequenzen für sie haben, die sie nicht alleine (er)tragen könn(t)en, d.h. die nicht befürchten (müssen), dass
  • sie bei dem, was sie tun, hinfallen, abstürzen oder sich selbst so verletzen oder vergiften könnten, dass sie es irgendwann bereuen könnten – weil sie dann niemand auffangen oder trösten bzw. Mitleid mit ihnen haben würde.

Es ist traurig, wie viele „gebildete“ Menschen es trotzdem tun oder sogar als „Lebensphilosophie“ oder ihre Überzeugung bzw. „Religion“ propagieren (und damit ihren Lebensunterhalt verdienen oder ganze Völker bzw. Glaubensgemeinschaften beherrschen), völlig ohne über Gefahren aufzuklären bzw. nachzudenken und sich abzu- oder zu versichern, dass das, was sie tun, tatsächlich – weder auf Anhieb noch auf Dauer – niemandem schadet.

 

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Dank für das Foto gebührt Matheus Bertelli (auf pexels.com)!

Nicht enttäuscht sein!

Auch ein – künstlich intelligenter – (Spiel-)Automat gibt irgendwann einmal seinen Geist auf oder lohnt den Zeit-, Energie- oder sonstigen Aufwand nicht mehr, um ihn zu reparieren. Nichts in der Natur ist unsterblich bzw. läuft – in automatisierten, Endlosschleifen – immer wieder genau gleich routiniert ab.

Natürliche Zyklen müssen flexibel reagieren können, also offen für Veränderungen und auf jede Überraschung gefasst sein. Wenn bestimmte Kreise völlig in sich und für den Rest der Welt ge- oder vor ihm verschlossen sind oder zu starr werden, sollte es für jeden intelligenten Menschen keine große Überraschung sein, wenn sie irgendwann aufgrund der angestauten Spannung zerreißen, von dem in ihnen entstehenden Druck gesprengt werden oder in sich kollabieren.
Man kann denken, dass Maschinen und Automaten weniger Fehler als Menschen machen. Was sich nicht von persönlichen Interessen bzw. von Emotionen leiten oder aus der Fassung bringen lässt, sondern jederzeit kann, mag zwar in der Lage sein, jederzeit „professionell“ – skrupel- und gewissenlos, ohne Rücksicht auf Schäden, die dabei angerichtet werden – zu arbeiten, ist aber trotzdem immer nur so „gut“ wie der- oder diejenige, der oder die es programmiert hat oder steuert.
Dass ein (un-)menschlich – unnatürliches bzw. Naturkräften trotzendes – Treiben (gegen die natürliche Vergänglichkeit oder das Naturgesetz, schwere Fehler machen zu müssen, um möglichst viel aus den damit verbundenen schmerzhaften Erfahrungen lernen zu können) nicht irgendwann (wieder) ein Ende hat, das würde ich persönlich nicht erwarten und schon gar nicht damit rechnen.

Das Streben nach immer intelligenteren Lösungen für die Probleme der Menschheit – jeder Perfektionismus – hat seine Grenzen. Nur sie anerkennen lernen und nach natürlichen Alternativen (die nicht erst erfunden werden müssen, weil es sie schon immer gab und weiterhin gibt) suchen müssen Menschen ganz alleine, jeder und jede für sich, in einer Welt voller Täuschungen und Illusionen.

 

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Dank für das Foto gebührt Alex Knight (auf pexels.com)!

Solidarisch (mit)leiden bis in den Tod

Wie Menschen sich unbewusst freiwillig dazu bereit erklären, ihre eigene Gesundheit zu gefährden oder sogar lebensgefährlich zu schädigen – weil sie es noch oder nicht mehr besser wissen (können)

Menschen sind gutmütige Wesen. Wenn sie andere sehen, die – in ihren Augen (denn sie müssen es verstehen bzw. selbst etwas Ähnliches erlebt haben, also emotional nachvollziehen können) leiden, befällt sie ganz automatisch von Natur aus Mitleid. Sie können es sich aber auch bewusst abgewöhnen, wenn sie

genau(er) hinschauen und erkennen, dass es ein „hausgemachtes“ ist, von dem sich Betroffene nur selbst heilen können;

selbst nichts gegen das Leid ausrichten können, also in dessen Angesicht immer wieder nur das Gefühl von Hilflosigkeit erfahren, bzw.

vielleicht sogar aus ihren – kulturell bedingt – wenig(er) mitleidvollen Gemeinschaften als „Weichlinge“ verlacht oder deshalb sogar aus bestimmten Kreisen ausgeschlossen werden.

Mit Mitleid allein wurde tatsächlich auch noch niemandem geholfen, ohne dass die Ursache des Leids beseitigt oder gelindert, also Trost gespendet und Hoffnung auf Besserung gemacht werden konnte.
Allerdings wird gerne damit gespielt – von Menschen mit Menschenkenntnis, die wissen, wie hilfs- oder sogar opferbereit Menschen sind, denen sie Versprechungen machen können, wie sich gemeinsam Leid beseitigen oder zumindest zukünftiges verhindern lässt.

Leid und schmerzhafte Erfahrungen sind allerdings untrennbar mit einem gesunden Leben verknüpft. Menschen, die keinen Schmerz empfinden oder Schmerzauslöser nicht erkennen können, die ihre Gesundheit bzw. körperliche bzw. geistige Regenerationskraft gefährden, – weil ihre (Selbst-)Wahrnehmung gestört oder unterentwickelt geblieben ist – laufen Gefahr, das zu ignorieren, was von Natur aus überlebenswichtig für uns ist: Die gesunde Balance zwischen (gesundheits-)schädlichen Umwelteinflüssen und Auszeiten davon. Wir brauchen von Natur aus Zeiten, in denen wir uns in Ruhe regenerieren, – entgiften, also geschädigte Zellen abbauen und neue aufbauen – können; damit wir hinterher wieder „von unserem Leiden geheilt„, schmerzfrei und „voll funktionsfähig“ sind.

Die meisten Menschen lernen nichts oder zumindest wenig über die (Regenerations-)Fähigkeiten ihres eigenen Körpers. Sie bekommen von klein an beigebracht, wo sie schnelle Hilfe oder Trost finden, wenn sie unter etwas leiden und alleine nicht weiter wissen. Wer dort nicht das findet, was er oder sie sucht, sucht sich eigene Rückzugsräume von der Realität, in denen die (Schmerz-)Wahrnehmung abgeschaltet werden kann, bzw. schmerzstillende Mittel, berufliche Tätigkeiten oder Freizeitaktivitäten, die dabei helfen, die leidvolle Realität zu ertragen.
Nur wenige hinterfragen den Sinn der eigenen leidvollen Erfahrungen, die – aufgrund unserer Fähigkeit zum Mitleiden – im Kollektiv alle Menschen betreffen. Viele Menschen wundern sich nicht einmal darüber, dass – trotz aller, jahrzehnte- oder sogar jahrtausendealter Bemühungen – vieles in der Welt immer schlimmer zu werden scheint.

Meiner Meinung nach ist es – solange die Menschheit nicht gemeinsam daran arbeitet, den in ihrer (Vor-)Geschichte begründeten Ursachen ihrer unnötigen Leiden auf den Grund zu gehen, um sie nachhaltig zu beseitigen – auf jeden Fall Unsinn, sie solidarisch mit anderen zu teilen, also deren Gewicht(igkeit) auf mehreren Schultern abzuladen, nur um sich selbst damit trösten und leichter fühlen zu können.
Nur die Bereitschaft und die Willenskraft, sich für die eigene (Mit-)Schuld am Leid anderer zu entschuldigen – oder sich von Erblasten, also erblich bedingten körperlichen oder geistigen Einschränkungen zu befreien, – also sowohl sich selbst als auch allen anderen daran Beteiligten zu vergeben bzw. sie oder sich selbst dafür zu entschädigen, kann dafür sorgen, dass mit der Zeit wenigstens das Leid aus der Welt geschafft wird, das uns unsere Vorfahren hinterlassen haben (weil sie keinen anderen Ausweg als den Tod daraus kannten und dachten, damit wäre es auch für alle anderen vorbei).

Es ist eine Lüge, dass jeder Mensch allein für sein eigenes Leid verantwortlich ist und auch nur alleine einen Weg heraus finden kann.
Natürlich kann schon jedes Kind lernen, mit leidvollen Erfahrungen umzugehen oder sich – mit Hilfe des eigenen Geistes und dessen Macht über den eigenen Körper – davor verschließen. Aber: Wir alle sind – wenn auch auf verschlungenen Pfaden – untrennbar miteinander verbunden, nicht erst dadurch, dass wir Mitleid empfinden können, wenn wir Leid sehen oder davon hören, sondern auch dadurch, dass wir es spüren könn(t)en, selbst wenn andere versuchen, es vor uns geheim, unter Verschluss, zu halten. Was in der Welt ist, lässt sich – weil alles in ständigem (Energie-)Fluss ist und sich jede Information in unzählige Richtungen verbreitet – nicht ewig ignorieren und bleibt auch dem oder Letzten nicht auf immer verborgen.

Sich Leid durch (unreflektiertes) Mitleid erträglicher machen oder den Blick darauf möglichst vermeiden.
Sich einreden, man würde selbst gar nicht unter einer aktuellen Situation bzw. zumindest viel weniger als andere leiden.
Sich abzulenken mit Dingen, Tätigkeiten oder Menschen, die – oftmals heuchlerischen – Trost spenden bzw. sich sogar auf Umwegen daran beteiligen, dass andere unsinnig, unnötig viel leiden.
„Heldenhaft“ Symptome bekämpfen oder Schmerzen „tapfer“ unterdrücken.
Das sind die „Erfolgsstrategien“, die die Menschheit dahin gebracht hat, wo sie heute ist.

Viele profitieren enorm davon, dass sie ihr eigenes schlechtes Gewissen (oder unzulängliches Wissen), (Mit-)Schuld an etwas zu tragen, damit beruhigen können, anderen ihres zu nehmen (nachdem sie es ihnen bewusst machen konnten): Krankheiten und Krieg, von Friedensforschung, von Natur- oder Artenschutz, Menschen- oder Tierrettung, von Toten und Friedhöfen, Gedächtnisstätten, Museen, … ) , die mit Notfallhilfe (nach Katastrophen), mit Erinnerungskultur (an Leid) oder Zukunftsforschung (um Leid zu vermeiden), ihr Geld verdienen oder daraus ihre eigene Lebenskraft oder Macht schöpfen, „müssen“ sich – bewusst oder unbewusst – immer wieder neue Opfer suchen bzw. selbst erschaffen, denen sie dann „helfen“ können.
Das Leid in der Welt kann nur nachhaltig beseitigt werden, wenn sich alle, die sich bisher in ihrer Opfer-, Unschulds- oder (Mit-)Schuldigenrollen wohl gefühlt haben – weil ihnen so das Mitleid oder die Verachtung anderer sicher war – zu ihrer gemeinsamen Schuld (oder Dummheit bzw. Naivität) bekennen: dass sie anderen blind geglaubt haben, was sich längst als (Ent-)Täuschung bzw. Halbwahrheit offenbart hat – nämlich als eine einseitige, zensierte Darstellung von Tatsachen bzw. eines großen Gesamtbildes, das unsere (gemeinsame) Realität ausmacht.

Menschen, die sich und anderen zukünftig wirklich helfen und nachhaltig zur Leidvermeidung beitragen möchte, dürfen sich nicht verpflichtet fühlen, solidarisch zu handeln, solange sie sich nicht sicher sind, dass sie damit wirklich zukünftiges Leid verhindern. Sie brauchen Zeit, um sich auf sich selbst – die eigene Vergangenheit, die eigene Gegenwart, die eigenen Erfahrungen und Gefühle sowie Möglichkeiten, etwas an ihrer Situation zu ändern – zu besinnen, also selbstständig zurück durch alle leidvollen Erfahrungen zu gehen, bis sie sie verstanden haben und auch anderen erklären können, welche Mitschuld ihnen zuteil wird bzw. welches Mitleid denen gebührt, die auch darin verwickelt waren.

Niemand trägt die Schuld dafür, was andere aus dem machen, was er oder sie ohne böse Absicht oder Worte in die Welt gebracht.
Aber wer Menschen, die er bzw. sie nicht persönlich kennt und darüber informieren kann, welche Risiken darin lauern könnten, darf sich auch nicht wundern, wenn leichtgläubige, schlecht informierte, Abnehmer und Abnehmerinnen irgendwann eine Entschädigung dafür verlangen, dass sie nicht ehrlich aufgeklärt wurden – falls sie einen körperlichen, geistigen oder seelischen Schaden dadurch erlitten haben. Vielleicht tun sie das irgendwann ja sogar sogar gemeinsam solidarisch, also nicht so einsam, wie sich Menschen in ihrem Leid normalerweise fühlen – weil es im Grunde immer auch ein individuelles ist, das von der eigenen Einstellung zum Leben sowie zum Sterben und zum Tod abhängt.

Ich persönlich glaube nicht, dass mit unserem Tod alles für uns zu Ende ist und dass es in unseren Händen bzw. unserer Verantwortung liegt, welches Leid wir anderen nach uns hinterlassen und welches wir vielleicht sogar endgültig aus der Welt geschafft haben, weil niemand mehr dadurch noch zu Schaden kommen kann.

P.s.: Zu den sinnlosesten Ursachen für menschliches Leid, das vieles weitere nach sich zieht, zählen für mich (die an den Sinn des Lebens glaubt, so wie es ist) die

  • eigene Sehnsucht nach einem anderen Leben und/oder schwer – nicht eigenständig, aus eigener Kraft – erreichbaren Zielen, bzw.
  • der Neid auf das Leben anderer durch einseitig rosige, verträumte Vorstellungen davon sowie
  • begeisterte Schwärmereien unterschiedlichster „Fans“ und bildhafte, vor allem hinreißend-schöne Darstellungen, die Neid in Menschen wecken können, die unter ihrem Leben leiden.

 

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Dank für das Foto gebührt Ehimetalor Akhere Unuabona (auf Unsplash)!

Was da ist, muss weg! (Oder was noch nicht da ist, muss als lebensbedrohlich emp- bzw. erfunden, produziert und mit „guter“ Werbung als lebensrettend oder zumindest noch zum eigenen Glück fehlend verkauft werden)

Wie ein – „Dank“ einseitiger Propaganda – ökonomisches statt ökologisches Verständnis von der Welt (sowie anerzogene Glaubenssätze oder traumatische Verlusterfahrungen) Menschen zu Wahnsinnigen machen und/oder – auch andere – Leben zerstören

Dass viele Menschen – statt in der Realität zu leben und das zu tun, was sie gerne tun würden – ihren Alltag von Medien und Politik beherrschen lassen, zeigt sich allein darin, dass sie freiwillig Steuern und anderes Geld an Menschen zahlen, die damit Kriege und Propaganda für ihre „zukunftsorientierte“ Politik finanzieren, die die Umwelt vergiftet bzw. so zerstört, dass Klimaextreme zur Normalität werden (weil regulierende Wälder gnadenlos abgeholzt, Ökosysteme zerstückelt und ökologische Kreisläufe damit unterbrochen oder große Bodenflächen versiegelt werden). Oberflächlich mag es für alle, denen nicht bewusst ist, wie überlebenswichtig das Leben im Boden nicht nur für uns Menschen, so erscheinen, als würde es auch in Städten eine lebendige Vielfalt geben können. Ohne die Zahl der Bodenorganismen – die dafür sorgen, dass Kohlenstoff im Boden gespeichert wird oder neue organische Masse entstehen kann – herrscht ein lebensbedrohliches Ungleichgewicht.

Da alles mit allem verbunden ist und das Äußere – für Menschen, die (noch) wissen, wie man genau hinschaut bzw. auch mit dem Herzen sehen kann – nur das Innere, das Oben nur das Unten, das Rechte nur das Linke, große Dinge die kleinen und ein Kind meist (wenn es sich nicht bewusst dagegen entscheidet) die Sehnsüchte der Eltern widerspiegelt, genügt im Grunde ein kurzer Rundum-Blick bis in die eigene Gefühls- und Gedankenwelt, um sich ein Bild von dem, was wirklich ist, zu verschaffen.

Ich habe den Eindruck, viele Menschen scheuen sich davor, Einsicht zu zeigen – auch in sich zu gehen statt sich vor allem an anderen zu orientieren.
Solange ihnen noch Aufmerksamkeit zukommt, solange sie noch für das, was sie tun, von irgendjemandem gelobt oder sogar bejubelt, vielleicht sogar bezahlt werden, machen sie jeden – sogar beleidigenden, demütigenden, menschenverachtenden – Irrsinn mit. Im Glauben, „wenigstens etwas beizutragen“ zu einer Welt, die nicht auf einzelne Menschen angewiesen ist, sondern auch gut – vielleicht besser – ohne uns alle funktionieren würde.

Für mich ist das noch lange kein Grund,

  • Menschen und ihre Natur einseitig schlecht zu machen und – wie schon in der Vergangenheit auch viele Pflanzen- oder Tierarten und weitere Gruppen von Organismen – zu Schädlingen erklären,
  • alles, was sie von Natur aus gerne tun würden, lenken oder sogar streng kontrollieren zu wollen und
  • skrupellos Forschung zu betreiben und dafür bzw. dabei Menschen, Tiere oder Böden bzw. ganze Ländereien auszubeuten, um Rohstoffe für naturzerstörerische Technologien gewinnen, finanzierbare bzw. sich lohnende Produktionsorte schaffen und mit absurden Verkaufsstrategien umwelt- bzw. gesundheitsschädliche Produkte in die Welt bringen zu können (um damit – angeblich – die Menschheit zu retten).

Alle, die sich selbst für schlecht – (aus-)gebildet – oder – körperlich, geistig oder seelisch – benachteiligt halten und nicht erkennen, was sie alles – völlig freiwillig und aus eigener Kraft – besser machen bzw. sein lassen könnten (statt sich nicht nur vor anderen Menschen zum Affen machen oder von ihnen für dumm verkaufen lassen zu müssen könnten), fehlt – für mich ganz offensichtlich – ein wichtiger Teil ihrer oder ihres Selbst bzw. ihr Zugang dazu.
Vielleicht ist es hinter all ihren unsinnigen Besitztümern verloren gegangen, vielleicht hinter einer dicken Fettschicht, vielleicht in all den Gedanken, die sie sich um andere(s) machen.
Ich kann nur sagen: Verluste sind nicht immer lebensbedrohend. Sie haben schon immer vielen Menschen das Leben gerettet bzw. eine völlig andere Seite gezeigt, die vorher für sie unvorstellbar war.
Die Kunst eines glücklichen, gesunden Lebens ist es, beide Seiten als lebenswichtig anzuerkennen bzw. einzusehen, dass ein Extrem nur immer wieder zu einem anderen führt, wenn Menschen die eigene, entspannte Mitte dazwischen nicht finden (sondern von der Angst beherrscht werden, wieder ins Letzte zurückzufallen, so dass sie versuchen, den Kontakt mit allem oder allen zu vermeiden, was sie daran erinnert bzw. schmerzhafte Erinnerungen daran hervorrufen könnten).

P.s.: Es mag verlockend klingen, wenn Menschen versprechen, anderen ihre Arbeit abzunehmen, also zu ersparen, dass sie vielleicht viele Tränen, Schweiß und Blut vergießen müssen, um dahin zu kommen, wo sie gerne wären (um dort sich selbst – zum eigenen natürlichen inneren Frieden und Glück – zu finden. Allerdings sind die, die Menschen davon weggeführt haben, selten die, die irgendwann auch wieder zur Umkehr aufrufen.

 

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Dank für das Foto gebührt Documerica (auf Unsplash)!