Wenn Menschen durch ihre Erziehung zum dauerhaften, bewegungslosen Durchhalten (nicht nur im Sitzen) ihre natürliche, ursprüngliche, intuitive bzw. selbstständig erlernte Schwanzsteuerung verloren haben

… und denken, ihre Unterleibsorgane, ihr Magen oder ihr Kopf könnte ihnen dabei helfen, dahin zu gelangen, wo sie bekommen, was sie von Natur aus brauchen, sich also von ganzem Herzen wünschen

Auf mich machen relativ wenige Menschen den Eindruck, ihren Körper (oder Geist) zu verstehen, bzw. sehen für mich so aus, als stünde ihr Körper im Einklang mit einem friedlichen Geist und einer zufriedenen Seele.
Mich macht skeptisch, wenn Menschen, die eindeutige Krankheitszeichen wie

  • (Lebens-)Energie– oder Lustlosigkeit, also (Lebens-)Müdigkeit, Trägheit und fehlenden Appetit oder
  • ein übersteigertes, zwanghaftes Bedürfnis nach Nahrung, Sex oder Schlaf;
  • Probleme damit, sich freiwillig auf Dinge einlassen oder konzentrieren zu können, die nützlich – wichtig, gesund – für unser (Über-)Leben sind (denn wir sind nicht dazu gemacht, unseren Fokus auf Befehl – ohne eine Erklärung, die uns schlüssig erscheint – auf etwas zu richten, was uns selbst überflüssig und damit nutzlos anmutet), und – dadurch verursacht –
  • eine körperliche Unförmigkeit, geistige Abwesenheit, also Unansprechbarkeit, oder seelische Unausgeglichenheit zwischen übermäßiger Freude oder Wut und tiefer Traurigkeit, in der sie – bewegungslos – versinken,

aufweisen, behaupten, sie wären gesund oder glücklich, genau so, wie sie sind.

Allerdings befürchte ich, dass viele – weil sie es noch nie erfahren haben oder sich nicht mehr daran erinnern können, wie es als Kind war, als man sich mit dem zufrieden geben konnte oder musste, was andere bereit waren zu geben – sich nicht einmal vorstellen können, wie sich Glück und Zufriedenheit mit dem eigenen Leben anfühlen kann, ohne dass sie sich ständig neue (Fern-)Ziele setzen, die es zu erreichen gilt (um ihrem unnatürlichen Leben entfliehen oder sich vermeintliche Herzenswünsche erfüllen zu können).

Besonders unausgeglichen-traumatisiert wachsen viele Kinder auf, wenn ihre Eltern all ihre körperlichen Bedürfnisse auf die Nahrungszufuhr durch den Mund oder den Geist reduzieren und nicht ehrlich darüber aufklären, dass Menschen auch sexuelle Bedürfnisse oder den Drang haben, sich selbstständig und eigenverantwortlich – ohne immer Rücksicht auf andere nehmen, ihne zuliebe besonders vorsichtig sein zu müssen – zu bewegen und persönlich – auf ihre individuelle Weise frei – weiterzuentwickeln.
Menschen brauchen immer wieder neue Herausforderungen, vor die sie sich stellen können, um zu wissen, erfahren zu können, wo ihre eigenen Grenzen – die sie sich netweder selbst in den Kopf gesetzt haben oder von anderen haben suggerieren lassen – tatsächlich liegen.

Diejenigen, die nicht bedenken, dass wir Menschen mit aufrechtem Gang dazu gemacht sind, Schritt für Schritt durchs Leben zu gehen, möglichst auf dem Boden zu bleiben bzw. immer wieder sanft darauf aufzukommen und dabei zu lernen, unsere (Lebens-)Erfahrungen zu sammeln, sondern sich – vielleicht un- oder unterbewusst – vorstellen, sie hätten immer noch einen Schwanz, der ihnen dabei hilft, sich auch auf gefährlichem Terrain – wo es wichtig ist, das Gleichgewicht zu (be-)halten – sicher fortzubewegen oder den eigenen Körper nach einem Absprung durch die Luft steuern zu können (um an einem anvisierten Ort zu landen) wagen vielleicht zu große Sprünge.
Früher oder später werden sie es wahrscheinlich büßen – weil unser Körper nicht ewig mitmacht, wozu er von Natur aus nicht gemacht ist.

Zum Glück gibt es die biologische Forschung, die ihnen dann vielleicht helfen kann, den Ursprüngen ihrer Beschwerden auf den Grund zu gehen – damit sie ihre eigene Evolution, ihre eigene Entwicklung zu dem Menschen, der sie geworden sind, verstehen und vielleicht sogar revolutionieren, also wenigstens teilweise umkehren, in etwas umwandeln können, mit dem sie sich – auch ohne den Schwanz, den wir Menschen alle einmal verloren haben bzw. der uns nur rudimentär als Steißbein erhalten geblieben ist – (wieder) wohler fühlen.

 

————————————————————-

Dank für das Foto gebührt Jason Leung (auf Unsplash)!

Ansteckungsrisiko! Das unaufhaltsame, pandemische Umsichgreifen eingebildeter Krankheiten

Wie mit ehrgeizigem oder schambehafteten Einfallsreichtum bzw. angstgesteuerten Erkenntnissen über das Leben, die als Lehren verkauft werden aus (un)glücklich-, (un)zufrieden-kranken Menschen oder den Solidargemeinschaften, in den sie zusammen leben und sich dabei gegenseitig infizieren können, eine angeblich unheilbar kranke, kriegerische Welt wird, die droht, im Chaos zu versinken

Menschen müssen sich – um naturgemäß friedlich und angstfrei miteinander leben zu können – ihre Welt und sich selbst erklären können.
Sie müssen – wenn sie nicht mit der Zeit unzufrieden und dadurch unglücklich und krank werden wollen – wissen, wer sie sind:

  • Woher sie kommen bzw. woher nicht;
  • was sie können oder nicht können, und
  • was sie in ihrem Leben wie noch erreichen oder auf keinen Fall werden wollen.

Menschen, die nicht mit sich selbst im Reinen sind und sich selbst nicht verstehen, neigen dazu, die Welt oder andere Menschen als ihnen feindlich gesinnt zu sehen, als Übel, das beseitigt oder zumindest unter Kontrolle gebracht werden müsste oder könnte.
Dabei ist Unzufriedenheit oder persönliches Unglück immer eine individuelle Angelegenheit, auch wenn viele andere auch – in ähnlicher Weise – davon betroffen sind, die als LeidensgenossInnen oder Seelenverwandte (an-)erkennen.

Solidarisch geteiltes Leid ist – vor allem für Menschen, die Mathematik beherrschen und gut (be-)rechnen können, aber wenig bzw. nur sehr einseitige, schlechte Lebenserfahrungen beisitzen – nur ein halbes Leid, vor allem, wenn man sich gegenseitig, gemeinsam, einreden kann, dass man selbst in der „verschworenen Gruppe“, die ein oder mehrere Heilmittel für sich gefunden hat, alles richtig macht – jetzt, nachdem man vielleicht aus Unwissenheit einige Fehler begangen hat, die der eigenen Gesundheit geschadet haben – oder nichts gegen das eigene Leid tun kann als gemeinsam weiter zu leiden bzw. sich davon abzulenken, dass man körperliche oder seelische Schmerzen hat (denn unser Gehirn, in dem unser Geist wirkt, ist schmerzunempfindlich):

  • Mit erblichen oder ansteckenden Krankheiten, vor denen man sich angeblich nicht schützen kann, lässt sich ein ungesunder Lebensstil, dem Kranke fröhnen, entschuldigen.
  • Hinter einem zu stressigen oder eintönigen Job und daraus entstehendem Bewegungsmangel aus Energielosigkeit lassen sich private Krisen verbergen.
  • Mit Wetterfühligkeit lassen sich ein allgemeines Unwohlsein, schlechte Laune oder Kreislaufbeschwerden erklären.
  • Mit dem gemeinsamen Jammern über Wechseljahresbeschwerden lässt sich eine die Trauer über eine „verlorene“ Jugend leichter ertragen.
  • Mit Zeckenbissen können Menschen sich ihre Depressionen wegdenken.

Für jeden Zweck, jedes Krankheitssymptom, gibt es einen passenden „Schuldigen“, auch wenn sich viele Menschen heute als „selbst schuld“ betrachten, weil sie sich allein für ihre eigenen körperlichen oder geistigen Eskapaden verantwortlich machen.
Dabei sind kranke Menschen heute nur ein Zeichen dafür, dass die Gemeinschaften, in denen sie leben, kein Gesundheitsbewusstsein besitzen und nicht an natürliche Selbstheilungskräfte glauben.
Echte HeilkundlerInnen, die Krankheiten auf den Grund gehen, um sie zu heilen – die umfassend untersuchen, warum Menschen krank geworden sind und wie sie sich von ihren Krankheiten heilen könn(t)en – denn nicht alle sind bereit, ihre gesundheitsschädlichen Beziehungen oder anderen Solidargemeinschaften aufzugeben, um sich von ihren Leiden zu befreien, oder ihr Leben so zu verändern, dass sie die Gelassenheit entwickeln können, sich selbst unsolidarisch ihnen gegenüber zu verhalten und eigenständig, ohne ihre Unterstützung, ein gesünderes, zufriedeneres, glücklicheres Leben im Einklang mit sich selbst, nicht in erster Linie mit anderen zu führen.
Gefährliche, ansteckende Krankheiten lassen sich so leicht vermeiden: Mit einem gesunden Abstand zu Menschen, die sich selbst für (un-)heilbar krank halten, weil sie noch keinen Weg gefunden haben, ohne regelmäßige Besuche bei ÄrztInnen, HeilpraktikerInnen oder in Kliniken, ohne die Einnahme von Medikamenten oder „Nahrungsergänzungsmitteln und/oder ohne den „Schutz“ durch Impfungen gesund zu bleiben. Zusätzlich ist ein gesunder Abstand zu allen, die Krankheiten als lebensbedrohlich und ihre Lösungen – um die Welt von ihnen zu heilen oder alle Menschen und „die Natur“, also vor allem große, sichtbare Tiere oder Pflanzen und Pilze vor ihnen zu retten – als alternativlos propagieren, zu empfehlen.

Gegen sehr viel eigene Fantasie oder den großen Ideenreichtum der führenden Köpfe der Welt hilft – genau wie gegen eigene Scham, Familienschande oder einen gewaltbereiten Nationalstolz und Angst – nach der bewussten Konfrontation mit sich selbst und der eigenen Vergangenheit bzw. der Einsicht, dass man sich damit nicht nur bisher geschadet hat sondern auf Dauer nur selbst immer mehr damit schadet – nur das (gemeinsame) bewusste Heraus- und Zurücklassen des damit verbundenen Schmerzes sowie das regelmäßige Erinnern daran, selbst wenn es mit der Zeit langweilig wird

Wenn Menschen nicht ignorieren oder vergessen könn(t)en, dass sie krank werden könnten, wenn sie sich nicht gesund halten; wenn Menschen sich angewöhnen könn(t)en, sich selbst immer wieder zu Ruhe und Neuordnung aufzurufen bzw. von anderen, die ihnen dabei helfen wollen, aufrufen zu lassen, können vor allem chronische Krankheiten bzw. akute Beschwerden, die aus vorhandenen Vorerkrankungen – eines (immun-)geschwächten Körpers, Geistes oder einer entzündeten Seele – meiner Meinung nach mit einem gesunden, angstfreien, Selbstbewusstsein, einem zufriedenen – statt kämpferischen – Selbstbild, in der ganzen Welt „ausgerottet“ werden.

Da es allerdings nicht nur große ProfiteurInnen von Gesundheitskrisen bzw. (Ur-)Ängsten oder dem menschlichen Bedürfnis nach Geheimniskrämereien gibt (wenn uns etwas peinlich ist, worüber wir nicht offen reden möchten), die nicht nur unsere Medienwelt beherrschen, werden eingebildete Krankheiten aber wohl weiterhin immer wieder – medial verbreitet – um sich greifen, bis alle unzufriedenen, kranken, wütenden und/oder unglücklichen Menschen bzw. ganzen Gesellschaften vielleicht auf andere, ursprünglichere Weise wie Mundpropaganda, also gemeinsame Gespräche auf Augenhöhe zu ihrer gesunden, friedlichen und glücklichen Natur gefunden haben, die sie gemeinsam pflegen und sogar die ganze Welt damit heilen könnten.
Für GesundheitswissenschaftlerInnen wird es vermutlich weiterhin schwer bleiben, Kranke von ihrem verzerrten Selbstbild zu überzeugen, das für sie – ihre Seele – mehr als einen Gewinn darstellt, sogar wenn sie stark unter ihren körperlichen und/oder geistigen Symptomen leiden.
Ich denke, es gibt trotzdem Hoffnung. Denn die stirbt bekanntlich immer zuletzt.

P.s.: Weder ein Gesundheits- oder anderes System, das die belohnt, die sich „richtig“, angemessen, verhalten, noch diejenigen bestraft, die es nicht tun und dadurch krank oder straffällig werden, wird auf Dauer dafür sorgen, dass Menschen gesund und glücklich und zufrieden bleiben. Es muss erlaubt sein, Fehler zu begehen und sich auch einmal unangemessen zu verhalten – in dem Wissen, dass man die Möglichkeit bekommt, sich zu entschuldigen. Von Natur aus haben wir die und können selbst alte Wunden ausheilen lassen. Nur das Wissen oder Vertrauen dazu haben viele Menschen noch nicht.

———————————————-

Dank für das Foto gebührt Usman Yousaf (auf Unsplas)!

Eroberungen kosten oft nicht nur viel Herzblut, sondern geben – selbst wenn sie mit dem strategischen Einsatz von Gewalt(androhungen), mit echten Gewehren oder anderen möglicherweise todbringenden Waffen durchgeführt werden – niemals Gewähr(leistungen) über den aktuellen Moment hinaus

Wenn Menschen denken, sie könnten sich auf dem, was sie sich selbst oder andere für sie erkämpft haben, ausruhen oder sogar zur Ruhe setzen

Ich habe den Eindruck, dass es vor allem ein „männliches Problem“ bzw. eine Eigenart von Menschen, die glauben, sie müssten bzw. könnten sich unter anderen Menschen, die die Macht in Händen halten, diese Welt nach ihrem Willen zu regieren, ihre Freiheit erkämpfen und unabhängig machen – indem sie sich mit Eigentum absichern: mit einem „sicheren „Grund und Boden“, auf den sie sich immer zurückziehen können, weil er ihnen alles Lebensnotwendige bietet.

Jeder Grund und Boden verändert sich – genau wie alles, was damit oder darauf gebaut wurde oder darin bzw. darauf lebt – mit der Zeit, selbst wenn er bewirtschaftet oder anders „in Stand“ gehalten wird. Nichts hält ewig dem Einfluss der Naturkräfte stand.
Deshalb macht es meiner Meinung nach aus biologischer Sicht mehr Sinn, sie sich so zu Nutze zu machen, dass man nicht zusätzlich gewaltsam gegen sie kämpfen muss – mit der Absicht, alle „Eroberungen“ im eigenen Leben genau so zu erhalten, wie sie ursprünglich waren oder wie man sie vielleicht möglichst auch der Nachwelt übergeben möchte, weil sie viele Menschen begeistert haben.

Meine Begeisterung für die Eroberungen meiner Vorgängergenerationen, mit denen sie sich ihr Leben angenehmer machen wollten oer gemacht haben – denn grundlos fängt niemand an, für etwas oder gegen andere zu kämpfen, um ihnen etwas wegzunehmen – hält sich in Grenzen. Ich bin froh, wenn es viele nur noch auf Bildern einer Vergangenheit gibt, die sie sich damit geschaffen haben – selbst wenn sie viele der modernen Errungenschaften entweder völlig in den Schatten stellen oder immer noch ihre Schatten darüber werfen.

Am Ende ist es immer wieder die Natur, die sich das auf ihre friedliche Weise – die aber beharrlich zerstörerisch gegenüber dem oder denen vorgeht, was bzw. die ihr Wachstum, ihre Weiterentwicklung behindert oder zugunsten ihrer (art-)eigenen Bedürfnisse aufhalten wollen – zurückerobert, was Menschen ihr auf ihren Eroberungs- oder vielmehr Raubzügen genommen haben.
In meinen Augen lohnt es sich nie, gegen die Natur kämpfen zu wollen – vor allem nicht nach menschengemachten (Spiel-)regeln, die aus Angst vor der Natur oder aus Unkenntnis ihrer Gesetze, nicht aus gebührendem Respekt gegenüber ihrer Gewalt(igkeit) aufgestellt wurden (mit der sie für Gerechtigkeit für alle Lebewesen sorgt, deren Leben von ihrer reichhaltigen Fülle abhängt).
Sich ihr demütig zu ergeben und zu lernen, für sie oder mit ihr zusammen zu arbeiten, kann Menschen mehr Ruhe – vor allem im Herzen – bescheren als sie sich jemals hätten vorstellen können – auf ihrer Suche nach immer neuen Herausforderungen im Leben. Denn Menschen sind selten – wenn sie nicht immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden oder sich selbst daran erinnern – zufrieden mit dem, was sie sich erkämpft haben – weil sie feststellen, dass es sie gar nicht ruhiger, gelassener oder freier gemacht hat, sondern im Grunde nur dazu veranlasst, den neugewonnenen Besitz abzusichern, also gegen Angriffe von außen zu verteidigen, und/oder sich ein neues Ziel, ein noch sichereres oder schöneres Ruheplätzchen für die eigene Seele zu suchen und notfalls auch zu erkämpfen.

Frieden auf Erden wird sich mit solchen Menschen, die nicht bereit sind, alles, was sie einmal nur für sich selbst erobert haben, bzw. die Lebenserfahrungen, die sie dabei gewonnen haben, mit möglichst vielen anderen Arten von Lebewesen, natürlich auch oder vor allem Menschen, zu teilen, vermutlich nicht so schnell erreichen lassen.
Aber mir macht Hoffnung, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben mehr Menschen sehe, die nicht nur von einem friedlichen Miteinander auf Erden träumen, sondern auch erkannt haben, dass Menschen alleine es nicht in der Hand haben, es auch umzusetzen, wenn sie ihre und unser aller, also den Rest der Natur und ihre vielfältigen Bedürfnisse (die sich aber aufgrund unserer gemeinsamen Abstammung immer auf gemeinsame Nenner bringen lassen), auch dabei berücksichtigen.

Ein großes Dankeschön an alle, die es bereits mutig, im Vertrauen darauf, dass sie auf dem richtigen Weg sind, und beharrlich – auch gegen alle Widerstände von Menschen, die ihre veralteten Weltbilder in Stein gemeißelt haben und weiterhin gegen „AngreiferInnen“ verteidigen – umzusetzen versuchen.
Es ist von Natur aus nicht leicht, sich nicht dazu hinreißen zu lassen, etwas – selbst wenn es dem eigenen Körper oder Geist und der darin lebenden Seele schadet – zu widerstehen, was sich zu lohnen scheint, weil es einen Gewinn (an Lebenserfahrungen oder anderem Eigentum verspricht).
Wir sind – wie alle anderen Lebewesen auch – geborene ErobererInnen dieser Welt.
Allerdings weilen unter uns Menschen viele, die dazu neigen (können), ihr Wissen oder andere Machtmittel zu missbrauchen, während andere sich damit begnügen, sich von ihnen erobern zu lassen, um sich ihnen unterordnen zu können. Es lebt sich für viele Menschen – wie für kleine Kinder in der Obhut der Eltern – einfach leichter, wenn sie im Leben keine eigenen Entscheidungen (mehr) treffen müssen bzw. dürfen (die vielleicht erfordern würden, sich etwas zurückzuerobern, was sie entweder aus Unachtsamkeit verloren haben oder – übereilt – kampflos an andere, die es unbedingt haben wollten, abgegeben haben).

 

—————————————————————————–

Dank für das Foto gebührt Boban Simonovski auf Unsplash)!

Vorbildliche Verhaltensweisen

Warum Menschen, die wissen, was sie tun oder sagen müssen bzw. vor anderen darstellen oder ihnen vormachen müssen, damit sie ihnen gefallen (oder unangenehm auffallen), nicht automatisch bessere (oder schlechtere) Menschen sind

Ich schätze, dass die meisten Menschen es lieben, Bilder gezeigt zu bekommen:

  • von schönen Orten (an denen sie gerne selbst einmal sein würden),
  • von Dingen (die sie selbst gerne besitzen würden),
  • von „besonderen“ Menschen (mit denen sie besondere Gefühle verbinden).

Vermutlich wissen aber die meisten Menschen nicht, wie fern der Realität die meisten Bilder bzw. die Geschichten, die dazu erzählt werden sind – weil sie nur einen klitzekleinen Teil einer langen (Lebens-)Geschichte erzählen.
Ich denke, den meisten Menschen ist nicht bewusst, welche Geschichten sie sich selbst dazu erzählen, wenn sie sich Bilder anschauen, also im Kopf zusammenreimen, ohne dass sie bei denen, die die Bilder gemacht haben, nachgefragt bzw. sich selbst dazu hinterfragt haben:

  • Warum gibt es dieses Bild überhaupt?
  • Wollte sich damit jemand selbst in Szene setzen, um sich besser zu fühlen (weil er oder sie sonst zu wenig Beachtung findet)?
  • Soll es ein Erinnerungsstück an einen besonderen Moment sein – vielleicht nur für sich selbst (weil Menschen sich zwar auch im Kopf erinnern können, aber ihr Erinnerungsvermögen mit der Zeit schwächer wird, also aufgrund der täglich neuen irgendwann nur noch sehr tief eingeprägte Erfahrungen leicht abrufen kann) oder sogar für die Nachwelt?
  • Ist das, was auf dem Bild gezeigt wird, überhaupt aussagekräftig und/oder bedeutsam bzw. überhaupt authentisch, ohne dass es eine zusätzliche Erklärung dazu gibt?

Menschen, von denen oft Bilder gemacht, also auch gezeigt werden, – weil sie vielleicht beschlossen haben, ein Leben im Rampenlicht zu führen, um damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen – haben oft ein großes Problem: Sie dürfen dieses Image, mit dem sie andere Menschen für sich begeistert haben, nicht wieder verlieren, müssen sich also Mühe geben, möglichst immer genauso hübsch und ordentlich (oder besonders hässlich gestylt) zu erscheinen, wie andere (die sie dafür bezahlen) sie sehen wollen.

Menschen, die sich zu sehr mit Personen auf Bildern identifizieren, die es so vielleicht überhaupt nicht (mehr) gibt, weil Menschen sich jeden Tag verändern (können) bzw. vielleicht überhaupt nicht so abgebildet wurden, wie sie sind, waren oder jemals sein wollten, stecken in ihren Vorstellungen von anderen fest.
Sich stärker von Bildern als von realen Erlebnisse durchs Leben führen zu lassen, kann zu viel größeren Enttäuschungen führen als jedes Bild, das vermittelt – also medial verbreitet – immer zuerst einmal kritisch zu sehen, selbst wenn es auf den ersten Blick schön oder besonders schlecht aussieht.

Ich glaube nicht an die Behauptung, dass der erste Eindruck von etwas der wichtigste ist. Er kann vielleicht bei Unsicherheiten herangezogen werden, wenn es irgendwann darum geht, Erklärungen dafür zu finden, warum die Entscheidung, jemanden oder etwas schön und gut bzw. zu sich selbst passend oder hässlich und schlecht bzw. völlig ungeeignet zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse – des eigenen Schönheitsempfindens, das die persönlichen Sehnsucht nach schönen Dingen ausdrückt – zu finden, intuitiv richtig oder falsch war, sich also auch noch später als passend oder nicht mehr zutreffend erwiesen hat.
Bilder – vor allem, wenn sie dazu gemacht sind, nicht für sich selbst zu sprechen und deshalb einfach schön zu sein, sondern Menschen etwas zu verkaufen, was darauf abgebildet ist (und was diese haben, also selbst besitzen wollen) – verfälschen leicht die Wirklichkeit für die BetrachterInnen. Solange FotographInnen oder andere BildermacherInnen nicht ehrlich darüber aufklären oder sich selbst nicht bewusst, warum ihre Kunstwerke eigentlich entstanden sind – unter welchem Druck bzw. aus welchem Schmerz heraus oder mit welcher Absicht – werden auch Vorbilder immer nur sehr einseitige Bilder in Köpfen bleiben, die man sich aufhängen oder an denen man sich selbst immer wieder aufhängen kann oder auch nicht.

Da das Leben aus ständiger Veränderung – nicht aus einer Aneinanderreihung nur schöner Momente, die es lohnt, auf Bildern festzuhalten – besteht, ist es – um nicht zu lange in einer Vergangenheit festzustecken, die es so, wie man sie bildlich vor sich hat, vielleicht ohnehin nie wirklich gab – auch für die eigene geistige Gesundheit vorteilhaft, sie wenigstens hin und wieder mal auszuwechseln und sie durch aktuellere zu ersetzen.
Es kann sehr heilend sein zu sehen, wohin sich einstige Vorbilder entwickelt haben, was aus ihnen geworden ist, genauso wie zu entdecken, dass es sich oft überhaupt nicht lohnt, sich über lange Zeit vorbildlich verhalten zu wollen; weil wir alle einfach nur Menschen sind, zu denen es nicht nur besonders schöne (oder nur schlechte) Ansichten gibt.

So einfach ist das Leben nicht; auch wenn es hin und wieder aussagekräftiger sein kann, die Welt in Hell und Dunkel – Schwarz und Weiß – zu „malen“, weil viele bunte Farben vom eigentlichen Motiv ablenken können.
Wer weiß, welchen Täuschungen das eigene Gehirn gerne zum Opfer fällt, kann auch lernen, sich davor zu schützen.
Es mag nicht vorbildlich sein, schlechter über einstige Vorbilder zu sprechen als früher; aber es ist wenigstens ehrlicher als sie anderen weiterhin nur im besten Licht dar- bzw. sie sich vorzustellen.

Jede/r darf sich selbst entscheiden, was ihm oder ihr – vor allem im Hinblick auf die eigene Zukunft – wichtiger ist; dazu haben wir Meiner Meinung nach unseren freien Willen geschenkt bekommen, den ich schon immer gerne freiwillig nutze. Vermutlich werde ich weiterhin den Fehler machen, einige/s in unserem Leben schlechter zu machen als es tatsächlich ist – weil es Lebensräume für Tiere und Pflanzen oder viele andere Lebewesen zerstört, „nur“ damit wir Menschen es nutzen können. – Aber wenigstens wird es mir vermutlich nie mehr passieren, dass ich die Welt zu rosig sehe (weil ich Rosa – im Gegensatz zu Pink, das ich auch nur als Farbtupfer vertrage – eine relativ langweilige Farbe finde) und dadurch irgendwann schwer von etwas oder anderen enttäuscht werde.
Ob jemand vorbildlich lebt bzw. gelebt hat, sollte man immer erst am Ende eines Lebens, als Gesamtbild, beurteilen – weil jedes Verhalten Auswirkungen sowohl auf den eigenen Körper, Geist und die Seele als auch auf andere hat, die sich davon beeinflussen lassen oder dadurch in ihrem eigenen eingeschränkt werden. Sobald ein gesundes Gleichgewicht zwischen Licht- und Schattenscheiten des eigenen Dasein gestört ist, verblasst auch jede natürlich gesunde Haut- und/oder Haarfarbe eher früher als später (auch wenn sie sich heute Dank unzähliger Möglichkeiten der Bildbearbeitung leicht wieder aufhübschen lässt).

Mein größtes Vorbild ist schon lange unser angeblich blauer Planet, dem erst das Grün der Pflanzen in Verbindung mit Licht und Wärme Leben einhaucht, in seiner bunten Vielfaltigkeit – weil er unendlich vielen Wesen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen Lebensräume und die Möglichkeit eines friedlichen Miteinanders bietet. Nur unter den Menschen gibt es einige, – in meinen Augen viel zu viele – denen das bzw. in deren Weltbild das nicht passt: denen das nicht genug ist, was sie sich nur für sich selbst nehmen dürften (ohne dass sie es anderen damit wegnehmen müssen, vor allem denen, die gerne länger davon leben würden bzw. leichter länger damit leben könnten als sie)  – wenn sie sich überhaupt vorbildlich verhalten wollten.

 

——————————————————-

Dank für das Foto gebührt Dariusz Sankowski (auf Unsplash)!

 

 

In Würde altern …

… heißt für mich weder,

  • den eigenen jugendlichen Leichtsinn zu verlieren und von einem kleinen, charmanten Dickkopf zu einem alten, verbitterten Sturkopf zu werden, der/die auf Einhaltung von Regeln pocht, die vor allem für alte, von ihrem eigenen Leben und den von ihnen errungenen Erfolgen entweder zu begeisterte oder enttäuschte Menschen Sinn ergeben, noch
  • plötzliche körperliche und/oder geistige Verfallserscheinungen zu ernst oder als unumkehrbar, „natur-“ oder „gottgegeben“ hinnehmen zu müssen (weil man keine Möglichkeit, Zeit oder Lust hatte, sich biologische Kenntnisse anzueignen und sich mit sinnvoller, achtsamer Gesundheitsvorsorge zu beschäftigen, sondern sich nicht anders zu helfen wusste als sich auf Menschen zu verlassen, die sich HeilerInnen, HeilpraktikerInnen, Medizinmänner oder -frauen bzw. ÄrztInnen nennen und versprochen haben, Menschen immer wieder von ihren Leiden zu befreien) oder
  • von Jüngeren Respekt zu fordern, ohne dass man ihnen beweisen müsste oder überhaupt könnte, dass man sich tatsächlich ihren Respekt verdient hat (weil das, was sie in ihrem Leben erreicht haben, besonders oder überhaupt tatsächlich rücksichtsvoll gegenüber anderen und nicht nur zuvorkommend-höflich – so wie es ihnen beigebracht wurde oder wie sie es sich selbst eingeredet haben – gewesen wäre).

In Würde altern heißt für mich, würdevoll die Konsequenzen für das eigene Leben, vor allem auch für die eigenen Versagen, tragen zu können: Also

  • nicht nur mit einem Lächeln über die „guten alten Zeiten“ und die eigenen Erfolge zu sprechen oder auch am Ende noch zufrieden darüber lächeln zu können, dass man sich selbst das Leben (vor allem das menschliche Miteinander) oft etwas zu leicht vorgestellt oder sich selbst über lange Zeit viel zu ernst genommen hat,
  • sondern auch – wenn man sich hoffentlich spätestens in fortgeschrittenem Alter damit auseinandergesetzt hat – anderen möglichst viel davon zu erzählen, was man der eigenen (Lebens-)Ansicht nach anders, besser machen könnte.

Ein schadenfrohes Lächeln nach dem Motto „Mach‘, Du naives Kind, erst einmal all meine Erfahrungen, bevor Du mich weiter mit Deinen Träumereien belustigst“, hat noch niemandem Würde verliehen oder nachhaltig dazu beigetragen, die Welt für nachfolgende Generationen einfacher oder schöner zu machen. Vermutlich haben viele der heute Alten in ihrem Leben die Würde anderer nicht nur im übertragenen Sinn – mit beleidigenden Worten – mit Füßen getreten, sondern wurden auch selbst von anderen tief gedemütigt … Deshalb sei ihnen jedes zufriedene Lächeln gegönnt.

P.s.: Die Trauer über eine „verlorene“ oder vermeintlich verpasste Jugend, weil man sie gefühlt nicht ausleben konnte, lässt sich meiner Meinung nach genauso in fünf Phasen unterteilen wie jeder andere natürliche Zyklus (bis zu einem Neuanfang):

Neugier und Freude über eine neue, angenehme bzw. unbewusste Verdrängung oder bewusste Ignoranz einer unangenehmen Entdeckung oder Erfahrung“;

Herstellung von Verknüpfungen im Gehirn oder Rest des Körpers bzw. Einordnung der neuen oder unbewusstes Erfahren von alten, damit verbundenen Gefühle wie Angst oder Wut über eigene Handlungsunfähigkeit oder Ohnmacht in der Vergangenheit;

Bewusste oder unbewusste Mobilisierung der eigenen Ideen und/oder Körperkräfte, um etwas Neues daraus zu erschaffen bzw. mit den bisherigen und neuen Lebenserfahrungen weiterleben zu können;

Verhandlungen mit sich selbst oder sie Suche nach Gleichgesinnten, mit denen man sich einig werden kann, um sich zu versichern, dass man bisher „richtig“ gehandelt hat und das eigene Leben Sinn ergibt;

innere Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit dem Ergebnis bzw. Verständnis für das, was dabei herausgekommen ist, weil sich nur das daraus ergeben konnte; Akzeptanz oder Nicht-Akzeptieren des eigenen Schicksals, das in diesem Leben nicht umgangen wurde.

 

——————————————————–

Dank für das Foto gebührt Mathias Csader (auf natur-highlights.de: Kambodscha-Archiv)!

Familienmitglieder mit besonderen Bedürfnissen

Von der menschlichen Verlockung, ihre eigene Existenz darauf zu begründen, vor allem mit Schwächeren oder hilfsbedürftig Erscheinenden – die sich über jede Unterstützung freuen (sollten) – zu interagieren statt sich um die Interessen derer zu sorgen, die stark genug scheinen, das selbst zu tun, oder Hilfsangebote ablehnen

Kein Mensch ist wie ein/e andere/r, genauso wenig wie eine Familie einer anderen gleicht.
Es gibt kleine und große; schwergewichtige oder starke bzw. eindrucksvolle oder einfache und vielleicht unbedeutend oder schwächer erscheinende; eher leise-zurückhaltende oder laute-draufgängerische, eintönige oder bunte, welche mit über- oder unterdurchschnittlich vielen „Extremitäten“ bzw. „extrem anderen Mitgliedern“ oder Besonderheiten, selbst innerhalb eines Verwandtschaftskreises.
Die Natur bietet unendlich viele Möglichkeiten für individuelle Entwicklungen und Zusammenstellungen unterschiedlicher, von Natur aus zwei- oder vier- bis vielbeiniger oder sogar beinloser Individuen.

Für mich als Biologin gehören nicht nur Eltern oder Groß- und Urgroßeltern, Geschwister, Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen, Neffen und Nichten etc., sondern alle Säugetiere zu einer natürlichen Familie, innerhalb der allen die gleichen Lebensrechte bzw. individuelle Rücksichtnahme entgegengebracht werden sollte. Dass wir auch mit allen anderen Arten von Lebewesen rücksichtsvoll, gemäß ihrer, aber auch unserer natürlichen Bedürfnisse umgehen sollten, ist für mich allerdings auch gar keine Frage. Mir gehen Menschen zu weit, die sich eigene Gesetze machen und Rechte geben, also so tun, als dürften sie auf dieser Welt ungestraft tun und lassen, was sie wollten, sich also alle anderen Lebewesen unterordnen.
Ich bin überzeugt, kein freilebendes Tier (das sich nicht an menschliche Regeln und Routinen gewöhnt hat)  käme auf die Idee, sich automatisch schon beim Aufwachen – nur aufgrund der eigenen Verfassung oder Laune – für stärker und „besser“ oder schwächer und „schlechter“ zu halten als andere, ohne es überprüft zu haben: Alle, die sich bisher aufgrund ihrer Fähigkeiten Vorrechte angeeignet hatten bzw. für sich beansprucht haben, könnten diese – sollten sich z.B. irgendwelche (Umwelt-)Faktoren und damit die individuellen Voraussetzungen oder Umgebungsbedingungen (überraschend) geändert haben – nicht weiter benötigen und verteidigen wollen (sondern stattdessen Hilfe bei etwas brauchen).
In der Natur ist jeder Tag wirklich neu. Alle müssen täglich in erster Linie gut für sich selbst sorgen (können) – den eigenen Körper und Geist sowie seelische Bedürfnisse bzw. die Nahrungsmittel, mit denen sie genährt, also aufgebaut oder erhalten, und bei Bedarf entgiftet werden – oder zumindest wissen, wer oder was ihnen behilflich dabei sein kann, das zu bekommen, was sie brauchen und daher gerne  haben möchten.

Nur Menschen haben sich angewöhnt, zu denken, sie müssten auch über die Köpfe anderer hinweg – die vielleicht nicht einmal ihre eigenen Kinder oder Haustiere sind, für deren Verhalten bzw. daraus entstehende Schäden sie selbst die Verantwortung tragen müssen, oder die ganz offensichtlich zeigen, dass sie nicht damit einverstanden sind, sich also z.B. dagegen sträuben – Entscheidungen zu treffen. Selbst Eltern, die von Natur aus die Bedürfnisse ihres eigenen Nachwuchses, also ihres eigenen Fleisch und Blutes intuitiv verstehen könnten (wenn sie genug Selbstbewusstsein und –vertrauen hätten), hören heute viel zu oft auf andere, die sich aufgrund ihres mit Zeugnissen oder Urkunden und anderen Schriftstücken nachgewiesenen Bildungsstandes, ihrer Ausbildung oder ihrer Berufserfahrungen „ExpertInnen“ nennen (können/wollen/dürfen).
Viele Menschen wissen nicht, dass es nicht mehr als eine unbewiesene Behauptung, eine wissenschaftliche These ist, die (Körper-)Sprache von „Untersuchungs- oder Versuchsobjekten“ – den „Objekten menschlicher Begierden“ bzw. ihres intuitiven Tatendrangs – so genau studiert zu haben, dass man sie – ohne überhaupt irgendetwas über ihre Vergangenheit wissen zu müssen – auf Anhieb verstehen und wissen könnte, wie man sie auf einen Blick „liest“ und – vielleicht mithilfe wissenschaftlicher Fragebögen oder anderer Anleitungen und Testverfahren – ihre „wahren“ Bedürfnisse erkennt.

Nur Menschen denken – vor allem wenn sie sich mit anderen, die sie für besser (oder auch schlechter) als sich selbst halten, vergleichen – sie wären in der Vergangenheit oder insgesamt nicht konsequent oder streng bzw. unterwürfig genug (gewesen), wenn andere sich ihnen gegenüber nicht immer wie erwartet oder gewünscht verhalten. Freilebende Tiere wissen, dass sie immer damit rechnen müssen, dass etwas Unerwartetes geschieht oder etwas immer wieder neu versuchen können bzw. sogar müssen, weil es von der Tagesform des Gegenübers abhängt, ob sie mit ihrem – aufdringlich-fordernden oder demütigen – Verhalten erfolgreich sein könn(t)en oder nicht.

Nur Menschen haben sich ihre natürliche Achtsamkeit – sowohl im Hinblick auf ihre eigenen körperlichen, geistigen und/oder seelischer Bedürfnisse als auch ihre intuitive Vorsicht und Rücksichtnahme auf die anderer – ab- und dafür einen lebenslangen Beschützer- oder Mutterinstinkt, ein unnatürliches, krankhaftes Helfersyndrom, antrainieren, anerziehen, lassen: dadurch, dass sie an festen Orten in lebenslangen Gemeinschaften auch mit besonders unvorsichtigen oder rücksichtslosen, sehr ängstlichen oder draufgängerischen anderen leben wollen oder müssen, wenn sie nicht als NomadInnen durchs Leben ziehen und sich nur bei Menschen (oder Tieren) niederlassen wollen, mit denen sie sich von Natur aus wohl oder besonders verbunden fühlen.

Nur Menschen, die sich – weil ihre individuellen, besonderen Bedürfnisse nicht ausreichend wahrgenommen bzw. gestillt werden – in ihren natürlichen Gemeinschaften nicht wohl fühlen, kommen auf die Idee, diese zu verlassen und sich andere zu suchen bzw. sogar eigene Familien zu gründen, für die sie – als Familienoberhaupt – die Verantwortung übernehmen wollen.

Nur Menschen, die perfektionistisch versuchen, sich um alles und jede/n zu kümmern, erfinden Ausreden für sich, warum sie sich nicht genug Zeit dafür nehmen können oder Energie haben, sich um sich selbst zu kümmern (oder dagegen zu wehren, dass andere über ihren Kopf hinweg Entscheidungen treffen können – selbst wenn sie die nicht für gut befinden).

Ich sehe heute selten wirklich glückliche Menschen oder vorbildliche Familien, sondern eher Trauerspiele, die Menschen aufführen, die

  • (Tier-)ÄrztInnen brauchen, die ihnen bei Krankheitssymptomen sagen müssen, was denen fehlt, um die sie sich hätten kümmern sollen;
  • nicht wissen, wie man natürliche Bedürfnisse bei anderen erkennt bzw. richtig deutet, wenn die sich dafür schämen bzw. unangenehme Erfahrungen damit gemacht haben;
  • zu wenig Wissen über ganz normale VertreterInnen ihrer eigenen Art oder einer Tierart haben, die sie in ihre Familie aufnehmen möchten;
  • denken, sie wären nur zu gutherzig-inkonsequent, um feste, strenge Regeln zu etablieren, mit denen alle glücklich und zufrieden – ohne Stress miteinander haben oder sich übereinander ärgern zu müssen – leben könnten, sobald sie sich ihnen unterworfen hätten …

Was für viele Menschen „vernünftig klingt„, oder einst vernünftig geklungen hat, ergibt oft nur solange Sinn, bis man beginnt, eigene Erfahrungen damit zu machen.
Dann kommt – wenn man anerkennen kann, dass unser Leben dazu da ist, Erkenntnisse zu sammeln und dazuzulernen – die Zeit, darüber nachzudenken, woher die eigenen Vorstellungen vom und Erwartungen an das Leben kommen und es auch einmal aus anderen Perspektiven zu betrachten.
Aus meiner Perspektive erscheint es mir nicht
besonders vernünftig, sich im Voraus auf Jahre oder Jahrzehnte bzw. vielleicht sogar lebenslang einer festen Lebensgemeinschaft zu verpflichten.
Es mag schön sein, sich als Teil einer über viele Jahre eingeschworenen Gemeinschaft zu fühlen.
Ich nehme mir lieber die Freiheit heraus, meine Lebenszeit dafür zu investieren, mich mit den Problemen der Menschen im Miteinander oder bei ihrem Verständnis von Tieren und Pflanzen bzw. anderen Arten von Lebewesen – also vor allem der lebenden Natur (aber auch in Verbindung zur toten) – und mit natürlichen, gesunden, ökologischen Beziehungen zu beschäftigen. In der Natur geht es nicht um Gewinn-und-Verlust-Rechnungen, also darum, ob sich alles Leid (auf das Freude folgen kann) lohnt, um glückliche Zeiten auskosten zu können, sondern um gegenseitiges Ver- oder ein gesundes – anfängliches, vorsichtiges – Misstrauen und einen achtsamen, verantwortungsvollen Umgang miteinander, nachdem man sich die Zeit genommen hat, sich näher kennenzulernen (oder eher aus dem Weg zu gehen und nur aus der Ferne zu grüßen).

Es gibt immer wieder Zeiten, in denen Menschen (oder auch Tiere) mehr persönliche Freiheit und Zeit für sich alleine oder mehr Zuneigung bzw. die Sicherheit brauchen, dass andere im Notfall für sie da sind.
Es hat also wenig mit den Menschen (oder Tieren) an sich zu tun hat, sondern vor allem mit ihren individuellen Lebensumständen und Angewohnheiten, sich „normalerweise“ die Zeit zu vertreiben, von der sie hin und wieder eine Auszeit brauchen, um sich davon erholen zu können. – Denn das, was anfangs viel Sicherheit und/oder Wohlbefinden verspricht, – unnatürliche Routinen und/oder Genuss-Süchte, die unsere natürlichen Sinne unter- bzw. überreizen und früher oder später keine Überraschungen (mehr) bieten können – macht Menschen auf Dauer krank und/oder unglücklich und/oder hilfsbedürftig und/oder irgendwann schlauer als vorher. Wer besonders sozial veranlagt ist oder erzogen wurde, neigt dazu, neugewonnenes Wissen so schnell wie möglich in der Welt verbreiten zu wollen, damit anderen schmerzhafte Erfahrungen erspart bleiben; Menschen – die eher schadenfroh sind bzw. sich erst mit anderen solidarisch fühlen, wenn diese dieselben Lebenserfahrungen wie sie selbst gemacht haben – können fröhlich oder zumindest entspannt dabei zuschauen, wie andere dieselben „Dummheiten“ im Leben begehen wie sie selbst.

Es ist weder ein Freundschaftsdienst noch ein Liebesbeweis, andere – weil sie vermeintlich oder angeblich keine eigenen, sinnvollen Entscheidungen für sich treffen können oder würden, wenn sie genug für sie leicht verständliche Informationen dazu (bekommen) hätten – wie willen- oder gehirnlose Wesen zu behandeln und nicht immer wieder zu versuchen, mit ihnen in Kontakt zu treten bzw. zu kommunizieren, bis sie den Eindruck erwecken, verstanden zu haben, was sie tun bzw. welche Verantwortung sie damit auf sich laden (- dass sie die Folgen ihres Tuns nicht versuchen abzuschätzen). – Das ist menschliche Anmaßung begründet auf festen Vorurteilen und fehlendem Wissen über andere und das Leben oder Naturgesetze und Anziehungskräfte oder Abstoßungsreaktionen im Universum.

In meinen Augen ist es außerdem Dummheit aus Gedankenlosigkeit oder aufgrund von fehlender Zeit, Geduld bzw. einem Mangel an Inter-Esse an anderen (also daran, wirklich bewusst mit ihnen zu sein, sich mit ihnen verbunden zu fühlen) von Menschen, die sich angewöhnt haben, ihre eigene Existenz, das eigene, individuelle Dasein auf dem anderer zu begründen, sich also davon abhängig zu machen, oder nur mit ihnen zu inter-agieren, es also willkürlich – bunt, wild und ungezügelt oder nach strengen Regeln – miteinander zu treiben (um so möglichst viel Spaß am Leben zu haben).
Es ist für mich das größte Versagen des Homo sapiens, zu denken, man könne die Stärksten und (Einfluss-)Reichsten einfach tun lassen, was sie vorhaben, oder sein zu lassen, wie sie sind, ohne ihnen täglich wieder ihre Grenzen aufzeigen zu müssen, sobald sie ihre Macht über andere zu sehr ausnutzen. Viele Menschen, die tun als wären sie die Allein-HerrscherInnen über die Erde oder die im Geheimen Auserwählten, um die Interessen der Natur als Ganzes und gleichzeitig der Menschheitsfamilie als einer Art  – unter unzähligen anderen – zu vertreten, ignorieren häufig, wenn Interessen ihren diametral entgegenstehen bzw. nicht miteinander vereinbar sind.
Die Zeit wird zeigen, welche sich irgendwann durchsetzen

P.s.: Es ist nicht damit getan, sich um körperliche oder seelische Bedürfnisse anderer zu kümmern wie die nach materieller Nahrung, Wasser, einem Schlafplatz, ausreichend Bewegungsraum und Streicheleinheiten. Es ist genauso essentiell für dauerhaft und nachhhaltig gute oder enge Familienbeziehungen, Angehörige intellektuell zu fordern, also vor immer wieder neue Herausforderungen oder Probleme zu stellen, die sie bewältigen können (oder für die sich gemeinsam Lösungen finden lassen), oder bei ihrer Körperpflege zu helfen, wenn sie selbst dazu noch oder gerade nicht bzw. vor allem im Alter nicht mehr selbstständig dazu in der Lage sind, oder im Krankheitsfall zu wissen, wie man ihnen helfen kann, vor allem, wenn sie besonders anfällig für bestimmte Gesundheitsprobleme sind

 

—————————————————

Dank für das Foto gebührt CDC (auf Unsplash)!

Ehrliche Verantwortung für das Leben tragen lernen – das eigene und das anderer, deren Leben davon abhängt, dass es Menschen gibt, die offene (Lebens-)Fragen (er-)klären können

Wenn schon Spielplätze von unverständlichen oder übertriebenen (Sicherheits-)Regeln beherrscht werden oder von Menschen, die anderen beweisen müssen, dass sie zwar wenig Verantwortungsgefühl, aber – trotz fehlender guten Argumente – noch einen freien Willen haben

Als Biologin habe ich nicht nur Naturgesetze oder Tiere und Pflanzen, sondern auch Menschen über viele Jahre bzw. seit etwa einem Vierteljahrhundert studiert, so dass unsere moderne, naturentfremdete Welt mit all ihren künstlichen, menschengeschaffenen Angeboten statt eines großen Spielplatzes für Menschen (deren kindliche Seele sich nicht frei zu einer erwachsenen entwickeln durfte) eher ein riesiges Irrenhaus ist: Eines, das Menschen dazu verlockt, sich für krank erklären zu lassen, wenn sie sich (oder andere) aufgrund von fehlenden oder einseitigen Gesundheitskenntnissen (oder dem Umwillen, sie umzusetzen) krank und/oder unglücklich gemacht, also (Mit-)Leid verursacht haben. – Trotzdem lässt sich menschliche Unvernunft, fehlendes Wissen oder Hang zum „Besserwissen“ (durch fleißiges Auswendiglernen von Lehrinhalten oder Ausreden, also ohne wirkliche Lebenserfahrungs- oder kritisch-hinterfragte Studiengrundlage) besonders leicht aus Kindheitserfahrungen herleiten.

Viele Kinderseelen werden dadurch verletzt, traumatisiert, dass besonders regelkonforme und/oder wenig verantwortungsbewusste Erwachsene (die Fragen anderer nicht beantworten können oder möchten) ihren freien Willen mit einem schlechten Gewissen manipulieren oder ihn mehr oder weniger ganz brechen. Es ist genauso unverantwortlich, wenn Erwachsene

  • unerklärliche und unberechtigte Ängste (weil gar keine akute Gefahr oder ein bestätigtes Risiko besteht) auf Kinder übertragen, ihnen also „vererben“ oder „einbläuen„, sobald die etwas freiwilliggerne – tun, sagen oder haben möchten, das gar niemandem, nicht einmal ihnen selbst, schadet, ohne ihnen eine ehrliche und sinnvolle Erklärung dafür liefern zu können, indem sie sie entweder mit Liebesentzug dafür strafen oder es ihnen – vielleicht sogar unter Gewaltandrohung – „ausreden“ (indem sie das Gewünschte zum Beispiel einem göttlich-strafenden Wissen oder Gewissen unterordnen), wie
  • Kindern einreden, sie bräuchten vor nichts Angst zu haben und könnten tun und lassen, was sie wollten – weil im Leben auch niemand von alleine Rücksicht auf sie und ihre Bedürfnisse nehmen würde.

Um Verantwortung zu lernen, müssten Menschen es sich zuerst gefallen lassen, dass ihnen Fragen gestellt werden, die sie sich selbst noch nicht beantworten können.
Viele Menschen scheinen sich angewöhnt zu haben, zu denken bzw. – ohne es selbstständig, eigenverantwortlich, überprüft zu haben – zu glauben, es gäbe Dinge im Leben, die sich nicht aus einem Ursache-Wirkungsprinzip erklären ließen, so dass es nicht auf alle Fragen eine Antwort geben könnte. Und es gibt im Gegensatz dazu sogar WissenschaftlerInnen, die nicht wissen, dass sich einzelne Ursachen und Wirkungen in einem grenzenlosen, ineinander verflochtenen Universum nur unter streng kontrollierten und leicht wiederholbaren Laborbedingungen ergründen lassen, so dass allgemein – also auch überall sonst – gültige, generalisierte Aussagen dazu unwissenschaftlich sind.

Nur weil viele Menschen einig sind, dass bestimmte Regeln für alle gelten sollten, heißt das nicht, dass diese Regeln für alle Sinn ergeben.
Es macht wenig Sinn, sich ihnen aus Trotz zu widersetzen, wenn man nicht bereit ist, die Konsequenzen dafür zu tragen, dass man anderen beweisen möchte, dass ihre aufgestellten Regeln unsinnig oder sogar gefährlich sind – weil sie Menschen davon abhalten, selbst zu denken (und nach Antworten auf Fragen zu suchen, die seit der eigenen Kindheit unbeantwortet geblieben sind).
Ich tue es trotzdem gerne – weil ich mir wünsche, dass all die menschengemachten, für die Allgemeinheit sinnlosen Regeln (weil immer nur ein Teil davon profitiert) irgendwann wieder aus der Welt verschwinden.

Ich werfe Menschen vor, dass sie sich selbst belügen, wenn sie sich einbilden, sie würden nicht nur ein Verantwortungsbewusstsein besitzen, sondern sich auch der Verantwortung für ihr eigenes Leben bzw. das anderer, für die sie freiwillig die Verantwortung übernommen habent (weil die ihnen oder anderen entweder – noch – keine Fragen stellen oder Antworten gar nicht verstehen können).
Ich bin überzeugt, dass es naive und übermütige Kinderseelen sind bzw. waren, die sich eine Welt zusammengebastelt haben, die wenig mit der Realität aller anderen zu tun hat – weil ihnen keine erwachsenen Menschen geholfen haben, die Welt bzw. vor allem Menschen kritisch im Auge zu behalten und die Wirklichkeit und ihre Prinzipien zu verstehen.
Ich wünschte, alle Menschen würden sich selbst die Frage stellen (lassen) bzw. sie ehrlich beantworten (können), was der Sinn ihres Lebens ist bzw. sein soll, – worin er für sie selbst liegt – woher sie kommen und wohin sie gerne noch gehen oder wo sie vielleicht gerne irgendwann sterben würden.
Es mag eine Überlebensstrategie sein, sich – wie ein kleines Kind oder gefangenes Tier – jeden Tag einfach von dem überraschen zu lassen, was das Leben bzw. andere Dir anzubieten hat bzw. haben und zur Wahl stellen.

Aber denk‘ bitte nicht, dass Du Dein Leben nicht töricht aufs Spiel setzt, es also auf dem Spielplatz des Lebens zu bunt treibst, weil Du Dich an alle Sicherheits- und Verhaltensregeln hältst und keine Verbote oder rote Linien übertrittst. Glaub‘ einfach nicht alles, was selbst kleine Kinder – schon oder noch – kritisch hinterfragen!

P.s.: Ehrliche Antworten zu geben kann auch immer bedeuten, dass sie nicht allen gleichermaßen gefallen … Rücksicht gegenüber Wagemutigeren kann für zurückhaltendere, ängstlichere, sicherheitsbedachte ZeitgenossInnen eine zu große Herausforderung sein, und Frust oder Langeweile ist oft für Menschen oder Tiere vorprogrammiert, die mehr Energie oder einen größeren Freiheitsdrang haben als andere. Wir müssen nicht alle zur selben Zeit Lust auf die gleichen Spiele haben – aber wir könnten uns alle bemühen, die Kunst des friedlichen Miteinander- bzw. (Lebens-)Frage-und-Antwort-Spielens zu lernen, damit es möglichst wenige Verletzte dabei gibt und zuimindest alle wissen, wie man sich hinterher gebührend entschuldigt: gegebenenfalls Wunden verarztet, sich tröstet und vergibt.

 

——————————————————-

Dank für das Foto gebührt Oakville News (auf Unsplash)!

Willst Du wirklich noch Kontakt zu Deinem inneren Kind?

Wenn es vielleicht besser Zeit ist, der Vergangenheit Lebwohl zu sagen

Es ist in Mode gekommen, Menschen einzureden, die unverarbeiteten Traumata ihrer Kindheit würden ihnen die Probleme machen, die sie in ihrem Leben haben, sei es im Job, mit ihrer Gesundheit oder in ihren Beziehungen.
Ich denke eher, diese Menschen haben viel mehr ein Problem, ihre Vergangenheit, in der sie einerseits sehr glücklich waren – denn Kinder machen immer das Beste aus ihrer Situation, selbst wenn sie darunter leiden – und andererseits sehr unterdrückt wurden, nicht loslassen zu können, während sich ihr Körper, ihr Geist und ihre Seele frei weiterentwickeln wollen.

Sie können sich von ihren TherapeutInnen oder ÄrztInnen einreden lassen, dass sie alles richtig machen bzw. gemacht haben und zu ihnen gekommen sind, weil sie Hilfe von Medikamenten oder anderen Menschen brauchen. Selbstständige, selbstverantwortliche Erwachsene werden sie dabei meistens nicht – wenn den TherapeutInnen und ÄrztInnen nicht bewusst ist, dass sie eine fürsorgliche Elternrolle für die nach Liebe und Bestätigung suchenden inneren Kinder übernehmen, die in ihrem Leben nicht alleine weiterkommen.

Jedes Kind schöpft – wenn es nicht nur einen eigenen, schlauen Dickkopf, sondern auch ein großes, mutiges Herz hat – Mut aus sich selbst, ohne dass ihm der von anderen erst gemacht, also eingeredet werden muss.
Ich habe den Eindruck, viele Menschen reden sich selbst ein, dass es ihnen Spaß machen würde, sich ordentlich zu verhalten und nicht aufzubegehren gegen das, was andere ihnen vorschreiben – obwohl es ihnen das Leben unter anderen Menschen, die – oft streng und mit Strafen wie Liebesentzug – dazu erzogen wurden, Ordnung zu halten.

Alle Menschen halten von Natur aus so viel Ordnung, wie es gesund für sie ist – weil sie den Überblick über das behalten müssen, was sie zum Leben brauchen bzw. was ihrer Gesundheit abträglich sein könnte.
Umso mehr sie besitzen, umso schwieriger wird es für sie – sowohl die Zeit aufzubringen, all ihre Siebensachen im Blick zu behalten, als auch, ihre Prioritäten zu setzen, was besonders in Ordnung gehalten und immer wieder sauber weggepackt werden muss und was einfach nur irgendwo verstaut werden kann.

Es ist also immer wieder gut, Dingen und Angewohnheiten Lebwohl zu sagen, sobald sie zu viel Raum im eigenen Leben einnehmen, vielleicht auch der Angewohnheit, in Büchern oder Praxen therapeutischen Rat zu suchen statt das eigene innere Kind einfach mal hinter sich zu lassen und sich zu fragen:

  • Wer bin ich eigentlich heute und wie konnte es sein, dass ich genau hier gelandet bin?
  • Was will ich eigentlich, also wer möchte ich viel lieber sein und wie komme ich dahin?
  • Was würde ich mir selbst eigentlich in meiner Situation empfehlen, wenn ich nicht nur vernünftig denken oder aus dem Bauch heraus handeln, sondern meinem Herzen (und vielleicht Menschen, die ich liebe) folgen würde?

Du magst glücklich aussehen auf Fotos, die andere von Dir lieben, weil Du von ihnen hübsch in Szene gesetzt wurdest.
Ich würde sie lieber zerreißen, wenn Du Dir heute sicher bist, dass sie dazu beigetragen haben, dass Du bisher vielleicht ein vorbildliches Leben – ein Leben nach (Vor-)Bildern – gelebt hast, aber mit Sicherheit keines, das Dich dahin gebracht hast, wo bzw. wie Du heute gesund und glücklich leben könntest.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall, dass Du noch dorthin kommst – denn Du hast es Dir genauso verdient wie jeder und jede andere (der oder die Dich bisher vielleicht vor allem benutzt hat, damit Du ein Klischee für ihn oder sie erfüllst, also nur eine Schablone dessen, woraus Du ein echtes Kunstwerk machen könntest; vielleicht weil er oder sie Angst hat, sonst in Deinem Schatten zu stehen oder feststellen zu müssen, dass Du auch ohne sie oder ihn zurechtkommst).

P.s.: Wer von den Menschen, die Deine kindliche, hilfesuchende Seele trösten, ist im Alltag für Dich da, wenn Du Hilfe brauchst, weil Du Dich überfordert fühlst? Such‘ Dir lieber echte FreundInnen in Deiner Nähe, die sich sowohl um Dich kümmern, wenn Du einfach nur jemanden zum Reden brauchst als auch, wenn Dir zwei oder mehr helfende Hände oder andere tatkräftige UnterstützerInnen fehlen, um mit dem voranzukommen, was Du in Deinem Leben erreichen möchtest.

 

————————————————–

Dank für das Foto gebührt Terricks Noah (auf Unsplash)!

Kennst Du die Realität und weißt, was nur Deine Wirklichkeit ist?

Oder bist Du sehr überzeugt von Dir, hast Du Deine natürliche Neugier verloren und unrealistische Ansprüche an das Leben und Erwartungen in andere, die selten oder nie erfüllt werden?

Die Menschheit entwickelt sich – wie der Rest der Natur – beständig weiter: nach den (Spiel-)Regeln der Evolution und unter strenger Einhaltung der Naturgesetze. Selbst wenn viele Menschen, die keine ausreichenden naturwissenschaftlichen Kenntnisse (was ihre eigenen Grenzen betrifft), – aber ausreichend (Dritt-)Mittel haben und Wege dafür kennen – meinen, sich darüber hinwegsetzen zu können oder glauben (wollen), (einfluss-)reiche Menschen hätten sie in die Welt gesetzt, um die Menschheit damit leichter kontrollieren zu können.
Ich bin sicher, dass sie schon viele ehrliche WissenschaftlerInnen – die wie der Rest der Menschheit darauf angewiesen sind, sich von ihrer Arbeit ernähren zu können – dazu haben verleiten lassen, ihre Forschungsergbnisse anderen so zu verkaufen, dass die dazu bereit waren, Geld dafür zu bezahlen.
Wer sich die Zeit nimmt, ihre Werke zu erforschen, wird feststellen, welcher rote Faden sich durch ihr ganzes Leben zieht und wann sie darauf angewiesen waren, nur das zu tun (oder zu schreiben bzw. veröffentlichen), was andere von ihnen erwartet haben (ohne dass sie mit Sicherheit viel Freude daran hatten, aber wenigstens gebührend dafür entlohnt wurden).

Menschen, die sehr leicht oder schnell etwas glauben, – ohne es im Detail zu recherchieren und egal, ob sie es entweder „nur“ in der Zeitung gelesen oder von anderen Menschen, die sie für schlauer als sich halten, gehört haben – neigen dazu, den Sinn für die Realität zu verlieren. – Denn unsere Realität wird von Lügen und Propaganda beherrscht.
Menschen stellen sich von Natur aus gerne im besten Licht da. Statt ehrlich ihre Meinung zu sagen, die anderen widersprechen oder sie und ihre Worte anzweifeln könnte, schweigen viele – um (Meinungs-)Diskussionen aus dem Weg zu gehen, die sie Streitereien oder Gezänk nennen.

Unterschiedliche Meinungen – die auf unterschiedliche Lebenserfahrungen und individuelle Voraussetzungen zurückzuführen sind – auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, erfordert Zeit, Geduld und insbesondere den Willen, andere Meinungen und deren Ursprung zu verstehen, also eine natürliche Neugier darauf, warum andere Menschen eigentlich eine andere haben (könnten).
Es gibt Menschen, die nicht einmal erklären können, warum sie denken, was sie denken, oder zu wissen glauben, was sie zu wissen glauben, aber überzeugt sind, es anderen beweisen zu können oder gar nicht beweisen zu müssen.

Dass wir uns viele Dinge einfach glauben könnten – weil wir spüren, dass sie ehrlich gemeint sind – und gr nicht beweisen müssen, weil sie einfach sind wie sie sind, das ist vor allem WissenschaftlerInnen und anderen Menschen, die alles bis ins kleinste Detail herausfinden wollen, oft nicht genug.
Dabei könnten sie sich genauso gut einfach die Realität draußen vor ihrer Haustür – also nicht die, die im Fernsehen oder auf anderen Bildschirmen gezeigt oder über die in Zeitungen und anderen Medien berichtet wird – wird betrachten, die immer zeigt, was wirklich gerade los ist.

Mit ein paar naturwissenschaftlichen Kenntnissen und unter Berücksichtigung bestimmter Spielregeln (des Lebens) bzw. indem man andere Menschen, denen man vertraut, auch mal um Rat und Hilfe fragt, lässt sich die Realität als Mensch auf jeden Fall relativ gut ertragen – auch wenn es Menschen gibt, die unsere schöne Welt fleißig weiter damit zerstören, sie besser und schöner machen bzw. sie – angeblich – noch effektiver (aus-)nutzen zu wollen.
In meiner Wirklichkeit benutzt man (tote) Werkzeuge, aber keine Lebewesen, um aus ihnen beliebige Werkzeuge für die eigenen Zwecke zu machen.
Vielleicht hat sich in manchen Menschen der göttliche Funke besonders stark entzündet – weil sie nicht entspannt genug geatmet haben?
Irgendwann werden sie sich sicherlich von selbst beruhigen bzw. erlöschen.

Wer nicht nur mit offenen Augen und Ohren oder Nasen, sondern auch mit offenem Herzen durchs Leben geht, findet meiner Wahrnehmung nach jedenfalls genug Zeichen, dass es unter Menschen nicht nur gemeinsame LebenslügnerInnen, sondern auch gemeinsame Wahrheiten gibt. Die stehen prinzipiell immer bereit, irgendwann auch ans Licht der (Öffentlichkeit) zu kommen, mit der Chance, dass sie dann für mehr Menschen als zuvor, die sich darüber einig sind, dass sie stimmen, Wirklichkeit und damit – statt zur Normalität – zu einer neuen gemeinsamen Realität werden.

P.s.: Sowohl Menschen, die sich nur von ehrgeizigen Zielen leiten lassen, als auch andere, die gerne immer auf ihre Möglichkeiten warten, aber dann denken, sie dürften erst zugreifen, nachdem sie andere um Erlaubnis gefragt haben, können von der Realität und ihrem Leben auf Dauer nur enttäuscht werden, selbst wenn sie – aus Trotz – immer mal genau das Gegenteil tun. So einfach sind die Spielregeln für (Lebens-)Glück (oder auch Gesundheit) nicht, denn wir sind in unserem Leben – um zufrieden erfolgreich, (willens-)stark und selbstständig beweglich zu bleiben – weder nur auf uns allein angewiesen noch vom Wohlwollen anderer abhängig. Es gilt jeden Tag neu herauszufinden, was oder wer heute der, die oder das Beste für uns ist.

 

———————————————————

Dank für das Foto gebührt Barbara Zandoval (auf Unsplash)!

 

Warum krankhafte Depressionen, – die Unterdrückung des eigenen, übersteigerten Egos – unter denen Menschen leiden, wichtig für deren zukünftige Gesundheit und den Erhalt unserer Natur sind

Die schmerzhafte Realität des Erwachsen- oder Menschwerdens und der Erkenntnis der Verantwortung nicht nur für das eigene Leben

Lange Zeit hatte ich eher, weil ich mich nicht näher damit beschäftigt, aber öfters davon gehört oder gelesen habe, den Eindruck, dass besonders schwache Menschen – Menschen, die bereits an einem „einfachen Leben“ verzweifeln, weil sie es zu schwer nehmen oder sich zu viel aufgelastet haben – zu Depressionen neigen.
Heute bin ich sicher, dass es die Menschen mit den größten, willens- und überlebensstärksten Egos sind, die damit irgendwann nicht mehr weiter kommen.
Viele Menschen erfahren früh, andere erst sehr spät in ihrem Leben, dass die Welt nicht so einseitig schön (oder grausam) ist wie sie sie gerne hätten (damit sie gut darin leben können) und das Leben nicht so einfach (oder schwer) wie das, was ihre Eltern vielleicht geführt oder sich darunter vorgestellt und nach außen getragen haben.

Etwas über das echte Leben, die Natur, zu erfahren bedeutet für Menschen, die sich wirklich ehrlich und umfassend damit – mit Lebensräumen, Tieren, Pflanzen oder auch sich selbst und ihren ZeitgenossInnen – auseinandersetzen möchten, immer auch, etwas zu erfahren, was sie noch nie vorher gehört oder gesehen haben, z.B. auch über die Grausamkeiten, zu denen ganz „normale“ Menschen in der Lage sind, und die willkürlich und unaufhaltsam erscheinende Zerstörung unserer Erde durch den Menschen.
Menschen sind von Natur aus zartbesaitete Wesen, die nicht dazu neigen, sich oder anderen absichtlich weh zu tun, wenn es ihnen nicht z.B. darum geht, ihre Körperstärke aneinander zu messen. Allerdings können sie „zum Tier werden“, wenn sie entweder glauben, dass ihnen jemand an den Kragen oder ihnen etwas besonders Wertvolles (wie ihren freien Willen und Fortpflanzungsdrang) wegnehmen will.

Vor allem Menschen, die bereits in ihrer Kindheit – körperliche oder physische – Gewalt (durch angsterfüllte, hormongesteuerte Menschen) erfahren (selbst erlebt oder „nur“ beobachtet) haben, so dass sie sie nachfühlen konnten, neigen dazu, sich selbst und andere zukünftig davor schützen zu wollen.
Menschen, die nicht wissen, dass wir andere nicht davor schützen können, ihre eigenen schmerzhaften Erfahrungen im Leben machen zu müssen, um daraus zu lernen und ihre eigenen Widerstandskraft zu entwickeln, um im Leben zu bestehen, können dabei nur verlieren: ihre Lebensfreude, ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben. – Wenn sie nicht rechtzeitig beginnen, sich selbst vor sich selbst und ihrem Engagement zu schützen (das in erster Linie ein fehlendes für ihre eigenes Leben ist und das, was sie dafür brauchen, damit ihre natürlichen Bedürfnisse als Menschen erfüllt werden).

Es macht aus biologischer Sicht keinen Sinn, die eigenen Nerven für etwas aufzureiben, was sie nicht auch dauerhaft wieder beruhigen kann – weil man sicher sein kann, dass man etwas nachhaltig Gutes (wie die eigene Zufriedenheit mit sich) damit erreicht hat.
Es macht wenig Sinn, sich – ohne mit dem Rest der Welt zu kooperieren, weil auf unserer Erde alles miteinander verbunden ist – bestimmte Arten oder Lebensräume schützen zu wollen, deren Existenz davon abhängt, dass an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit etwas anderes entsteht und auf natürlichem Weg – per „Luftpost“ oder Vehikeln in Form von Tieren, Menschen oder Wasser – dorthin transportiert wird, wenn das gleichzeitig zerstört wird.
Es ist meiner Meinung nach völliger Unsinn, sich selbst dabei auszulaugen, den eigenen Besitz oder die eigene Gesundheit mit der Arbeit für Unternehmen oder Staaten zu schützen, deren Intention es ist, Menschen zu enteignen und selbst die Kontrollmacht über deren Körper zu gewinnen.
Unser Planet ist ein einziges riesiges Ökosystem, dessen genaue Funktionsweise bzw. Bedeutung einzelner Teile kein Mensch erfassen kann – weil sich alle miteinander weiterentwickeln müssen, um (über-)lebensfähig zu bleiben. Ich weiß nicht, ob Menschen es tatsächlich so in der Hand haben, sein Gleichgewicht so stören zu können, dass es unserer Spezies nicht mehr als Lebensraum dienen kann – indem sie alle Organismen zerstören, die uns zur Nahrung dienen, unser Wasser wiederaufbereiten und unsere Atemluft reinigen.
Aber ganz unbezweifelbar bleibt alles, was wir versuchen zu ignorieren oder bewusst zu unterdrücken, nicht ewig unter der Oberfläche verborgen, auch wenn es unsere Psyche, unseren Geist betrifft. Unsere Seele lässt ein schlechtes oder „fehlendes“ Gewissen nicht ewig zu (das sich auch in vielen anderen, körperlichen Krankheitsbildern äußern kann).
Erwachsene Menschen mit zu kindlichen oder verletzten Egos und zu wenig Vertrauen in das, was sie (in ihrem Leben erreicht) haben, selbst wenn es mehr ist als sie überhaupt brauchen, „müssen“ wahrscheinlich – wenn sie zu einer neuen Stärke und Widerstandskraft finden wollen, bis an ihre Existenzgrenzen geführt werden, um herauszufinden, wer sie eigentlich sind und warum sie genau so – depressiv – geworden sind, wenn sie doch ein Leben führen, das sie im Prinzip selbst – freiwillig – gewählt haben.

Die Natur ist aber nicht so wie Menschen sie sich freiwillig wählen würden:

  • Neben dem Leben gibt es das Sterben und den Tod, neben Geheilten auch unheilbar Kranke, neben der Schönheit die Vergänglichkeit;
  • wer andere fressen möchte, ist darauf angewiesen, dass sie sich einfangen und fressen lassen;
  • wenn nicht genug Nahrung für alle da ist, müssen einige freiwillig Verzicht leisten oder hungern;
  • neben sparsamen Menschen oder Tieren, die Vorrat halten und vorsorgen, gibt es andere, die Völlerei betreiben und sogar wertvolle Ressourcen verschwenden;
  • Menschen, die erfolgreich Krafttraining und Imponiergehabe ohne böse Absichten betreiben, können unter anderen Umständen zu besonders erbitterten KämpferInnen auf Leben und Tod werden, und
  • bewusste, achtsame Handlungen schließen gleichzeitig begeistertes Tun aus.

Wir können nicht alles zur selben Zeit und genau da so haben, wie wir es wollen – auch wenn uns Menschen, die davon profitieren, die vielleicht selbst glücklich macht, dass andere unzufrieden mit ihrem Leben sind, genau das glauben machen wollen. Es wird vielleicht immer Menschen geben, die ihren eigenen Verstand (noch) nicht so nutzen (möchten), wie sie ihn nutzen könnten, nämlich vernünftig – nach bestem Wissen und Gewissen, nicht nur willentlich oder so, wie sie glauben, dass es vernünftig ist (ohne dass sie jemals etwas über seine Funktionsweise und die Abweichungen zwischen unterschiedlichen Menschengruppen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen gelernt hätten). Es gibt Menschen, die schreiten lieber möglichst schnell zur Tat statt erst lange darüber nachdenken zu wollen, ob das, was sie tun möchten, viel Sinn macht oder eher ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Und es gibt Menschen, die verzweifeln an ihrer Mutlosigkeit (selbst etwas zu tun statt nur darüber nachzugrübeln, wie sie etwas anfangen könnten).

Aber: Wo ein Wille ist, ist prinzipiell immer auch ein Weg, auch aus jeder Depression (auch wenn unsere natürliche Intuition meiner Meinung nach immer unsere verlässlichere Führerin ist).
Viele Menschen sind allerdings gewohnt, vielleicht um sich selbst oder anderen etwas zu beweisen, die (selbstquälerische) Herausforderung darin zu suchen, sich freiwillig den schwersten (möglichst wenig an ihrem Leben zu verändern, so dass es für sie leichter werden könnte) statt den einfachsten zu wählen; oft zusätzlich das schwerste Gepäck (oder Medikament mit den stärksten Nebenwirkungen) statt möglichst gar kein neues Gewicht – außer dem, was man unbedingt braucht und selbst problemlos auch über weite Strecken tragen kann. Wer sich selbst etwas gegen Widerstände bzw. UnterdrückerInnen ihrer eigenen Bedürfnisse hart erkämpfen musste, gibt leider selten etwas davon wieder freiwillig her – selbst wenn der Druck, der davon ausgeht, spürbar auf den eigenen Schultern lastet.
Oft genügt es aber – weil Körper und Geist zusammengehören (und von unserer Seele zusammengehalten werden), die fehlende Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer wieder zurückzuerlangen, also jeden Tag daran zu arbeiten, den kranken Körper zu heilen, damit der Geist erkennen, ihm bewusst werden kann, womit er sich unnötig stark belastet hat, um etwas auszugleichen, was ihm eigentlich gefehlt hat: mehr Freiheit, Liebe und/oder vielleicht ein neues Bewusstsein für sich und die Natur und andere Menschen, deren naturfernes, ignorantes Leben sie ähnlich depressiv gemacht hat wie sie selbst.

Es gibt viel aufzuräumen in einer Welt der jahrtausendelangen Unterdrückung von Menschen und der Natur.
Aber: Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, es ist der einzige lange Weg, wenn wir Menschen irgendwann wieder die Möglichkeit geben wollen, ein gesundes Leben ohne Depressionen zu führen.

P.s.: Beschleunigen ließe sich der Prozess vermutlich, wenn nicht immer noch Kinder von Eltern mit mangelhafter schulischer Bildung oder Lebenserfahrung gezeugt und großgezogen werden würden, die nichts oder wenig über die Bedürfnisse ihres eigenen Nachwuchses wissen – weil sie sie entweder fehldeuten oder ihren eigenen Erwachsenen-Bedürfnissen unterordnen (und nicht spüren oder wissen, welche Folgen es haben haben kann, dass sie ein besonders folgsames Kind haben, das beginnt, seinen Eltern zuliebe alle eigenen Bedürfnisse völlig freiwillig und selbstständig zu unterdrücken statt sie sinnvoll beherrschen zu lernen). Aber ganzheitliche Betrachtungsweisen in der Biologie, die auch unser gesellschaftliches Miteinander umfassen, stehen meines Wissens nirgendwo auf einem Lehrplan oder in einem Lehrbuch …

 

——————————————————

Dank für das Foto gebührt Naja Bertolt Jensen (auf Unsplash)!