Wie aus Zwergen Riesen und kleine Notlügen zu menschlichen Katastrophen werden …

…, wenn schon Eltern – aus Angst, ihnen die Wahrheit sagen zu müssen, oder dem Glauben, sie ihnen ersparen zu können – ihren Kindern keine ehrlichen Geschichten, sondern frei erfundene Märchen erzählen

Ich glaube, dazu muss ich nicht mehr schreiben.
Den Rest können sich sicherlich schon einige Kinder, viele Jugendliche, aber auf jeden Fall alle denkfähigen, erwachsenen Menschen, deren Eltern sie nicht vollkommen von der Realität abschotten konnten, selbst zusammenreimen.

Ich werde vielleicht den Rest des Sonntags unter anderem dazu nutzen, mir anzuschauen, wie viel Realität das ein oder andere Traumstudio in seinen Geschichten verarbeitet hat, und mir dazu zu überlegen, was mich dazu gebracht hat, mich genau für diese Geschichte/n zu interessieren, genauso wie, welche unbewusste Absicht damit verfolgt oder unterbewussten Denkanstöße davon angeregt werden (könnten); auf welch unterschiedliche Weise also beeinflussst wird, was ich mir selbst dazu und über die (ir)reale Welt denke.

Dir wünsche ich einen legendären, wunderbaren, helden– oder märchenhaften Tag!

 

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Dank für das Foto gebührt Mick Haupt (auf Unsplash)!

 

Wir leben weder in einem (Ge-)Recht(igkeit)s- noch in einem Sozial-, sondern in einem (Be-)Rechnungsstaat

Bereits seit meiner Jugend habe ich das Gefühl, dass in dieser Welt

  • etwas nicht stimmt, also überhaupt nicht richtig ist;
  • immer irgendwo etwas zu viel ist;
  • an einigen Stellen etwas Elementares fehlt;
  • es, selbst wenn ich alles berücksichtige, keine ausgleichende Gerechtigkeit gibt.

Heute weiß ich – obwohl ich zwar nicht Mathematik, aber ein naturwissenschaftliches Studium absolviert und schon lange darüber gegrübelt habe – endlich, warum sich so viele nette, liebenswürdig erscheinende Menschen auch über lange Zeit skrupel- oder gedankenlos mehr nehmen als ihnen zusteht, während andere wort- und widerstandslos hinnehmen, wenn ihnen etwas weggenommen wird:
Es geht ums eigene (Über-)Leben, um Anreize und Verlockungen sowie um Angst und Schuld(en) oder Entschädigungen für (Gedanken-)Arbeit.

Es ist allerdings z.B. wenig oder nicht sozial, in eine sogenannte Rentenkasse einzubezahlen, mit der zur gleichen Zeit Renten ausbezahlt werden, und dann zu erwarten, dass nachfolgende Generationen den Rententopf wieder genauso voll machen – das ist naiv berechnend.
Und es ist außerdem nicht gerecht, alle Menschen in Versicherungen einzahlen zu lassen, die ein Teil von ihnen gar nicht braucht, also nie in Anspruch nimmt, während andere sie missbrauchen, indem sie sich darauf verlassen, dass alle anderen Zahlenden die Schäden, die sie aus Übermut, Unsinn oder Fahrlässigkeit verursachen, mitübernehmen wollen.

Kein Wunder also, dass Regierungen – wenn ihre eigenen Rechnungen nicht mehr aufgehen – aktuell mit Gewalt versuchen, Menschen zu Solidarität aufzurufen oder ihre Freiheiten und Selbstverantwortung einzuschränken.
Ich bin noch nicht sicher, womit genau sie weiterhin rechnen. – Aber ich kann nur empfehlen, selbst(ständig) rechtzeitig – bevor wir wie die Chinesen in einer Überwachungs-Diktatur gelandet sind, mit der viele vermutlich nicht gerechnet hatten, die (bio-)technologischen Verlockungen erlegen sind, und aus der wir uns nicht mehr so leicht befreien können – für sich durchzurechnen, ob es

  • sich überhaupt noch lohnt, darauf zu hoffen, dass offene Rechnungen mit bisherigen (Staats-)Ämtern und Regierungsbehörden oder Banken und Großunternehmen, die immer mehr Regierungsmacht an sich reißen, jemals beglichen werden, oder ob es
  • nicht sinnvoller wäre, sich mehrere unterschiedliche neue, gerechtere Systeme einfallen zu lassen, die immer wieder – im Hinblick auf Recht, Gerechtigkeit und Sozialverträglichkeit – verglichen werden können, so dass am Ende niemand sagen kann, er oder sie hätte gar keine andere Wahl gehabt bzw. sich darauf verlassen, dass PolitikerInnen und ihre ExpertInnen (sich) schon ausrechnen würden, wie das beste System nicht nur für sie selbst, sondern auch für alle anderen Menschen im Land funktionieren muss.

Kein Mensch ist anderen etwas schuldig, nur weil er oder sie sich ihnen zu Dank verpflichtet fühlt, die in der Vergangenheit einmal oder viel Gutes – Freigiebiges, Mutiges, Beherztes, gut Durchdachtes – getan haben: Gute Taten können genauso in Vergessenheit geraten und verjähren wie schlechte; und sie tun es automatisch, wenn aus Offenherzigkeit, Liebe und Denkvermögen Angst, Geiz und Engstirnigkeit werden.
Es ist unsere Pflicht als Menschen, anderen jederzeit – so gut wir können (nicht nur indem wir ihnen ein paar ermutigende, schön klingende Worte in ihrem Elend zusprechen) – zu helfen, wenn sie selbst um Hilfe bitten, solange sie das noch selbstständig können, nicht nur weil

  • sie einfach darauf warten, also erwarten, dass ihnen jemand hilft,
  • sie dafür gearbeitet haben, dass ihnen später – wenn sie nicht mehr arbeiten können oder wollen – andere Menschen helfen, oder
  • uns eine Hilfsorganisation oder ein Staat anbietet und verspricht, dafür, dass wir Geld dafür bezahlen, Menschen, Tieren oder der Natur zu helfen.

Zumindest dachte ich das lange Zeit, weil ich es im Laufe meines Lebens immer mal wieder irgendwo gehört habe …
Vielleicht bin ich aber auch auf VerschwörungstheoretikerInnen hereingefallen, die es verbreitet haben – ich muss ja leider feststellen, dass ich heute überall von denen umgeben bin (auch wenn ich gestehen muss, dass ich den Eindruck habe, dass die alle ziemlich gut im Rechnen, nicht nur mit Zahlen, und Zusammenzählen sind; zumindest besser als die Mehrheit der Bevölkerung).

Pass‘ Du bitte auf, dass Du nicht erst, wenn Du alt und krank bist, feststellen musst, dass Du hinterhältig abgezockt wurdest, weil Du den Fehler gemacht hast, den „falschen“ Menschen zu vertrauen – zumindest ziemlich schlechten (oder doch guten?) im Rechn(ung)en (Schreiben)!
Aber vielleicht lernt man das in einem bank- oder betriebswirtschaftswissenschaftlichen Studiengang einfach nicht so umfassend wie ich vor Jahren noch in meinem biologischen?

P.s.: Wusstest Du eigentlich, dass Reputation „Anrechnung“ bedeutet und Du selbst den Wert bestimmst, den andere Menschen für Dich haben? Guter Rat war deshalb auch noch nie teuer – Du musst nur die Menschen kennen, die Dir freiwillig, ehrlich und unentgeltlich von ihren Erfahrungen berichten. Teuer zu stehen kommen kann es Dich dagegen, wenn Du unbedacht dem Rat von Menschen folgst, die vor allem davon profitieren (wollen), dass Du auch regelmäßig immer wieder kommst, um sie um Rat zu fragen.

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Dank für das Foto gebührt Sharon McCutcheon (auf Unsplash)!

 

Du bist nicht besser oder schlechter als andere …

… , wenn Du

  • in Deinem Leben – zumindest in Deiner Wahrnehmung – damit erfolgreich warst, dass Du Dich immer oder nie ordentlich verhalten hast bzw. weiterhin so verhältst;
  • (nicht) weißt – weil Du gut oder schlecht erzogen wurdest – wie man sich in Gesellschaft anderer Menschen – angeblich, nach Konvention oder Meinung anderer – (nicht) zu benehmen hat;
  • das (nicht) tust, was andere, die Du liebst oder denen Du vertraust, sich (nicht) von Dir wünschen oder sogar – als Beweis für Deine Liebe und Treue – (nicht) verlangen;
  • (nicht) immer genau so begeistert, so konzentriert oder ruhig und gelassen bei der Sache warst wie andere, die Du Dir dabei zum Vorbild genommen hattest;
  • gute Zeugnisse, Urkunden oder Pokale, Zertifikate und andere Beweise (nicht) vorlegen kannst, die (nicht) bezeugen, wie gut (schlecht) Du bist oder wie viel besser (schlechter) als andere Du schon warst;
  • nie (bzw. immer) laut wirst und schreist, sondern (bzw. und) stattdessen das, was Dich wütend macht oder Dich fast verzweifeln lässt, lieber (nie) für Dich behältst.

Davon wirst Du – wenn Dir nicht bewusst ist, wie und wer Du wirklich bist – höchstens krank oder verrückt.

Hör‘ also besser auf, Dich mit anderen vergleichen zu wollen – Du bist ohnehin für viele Menschen unvergleichlich, egal ob gut oder schlecht (wahrscheinlich oder hoffentlich meistens eine gesunde Mischung aus beidem). Denn Menschen, die Dich wirklich lieben, sehen und kennen alle Seiten an Dir und lieben Dich trotzdem so, wie Du bist. Menschen, die Dich – aus welchen Gründen auch immer – nur bewundern oder hassen wollen, werden damit auch nicht aufhören, wenn Du Dich ihnen nicht mehr nur von Deiner Schokoladen- oder sogar schlimmsten Seite zeigst.
Hör also auf, das, was Du selbst (nicht) gut an Dir findest, vor Dir oder anderen verstecken zu wollen!
Frag‘ Dich lieber, was Du ab jetzt vielleicht tatsächlich weiterentwickeln und an Dir verbessern möchtest und was warum nicht – so dass Du auch entspannt bleiben und besser als wütend und aufgebracht reagieren kannst, wenn andere meinen, Dir sagen zu müssen, was Du noch besser oder ganz anders, nicht so perfektionistisch, machen könntest.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei – wenn Du auf einem guten (oder besseren) Weg bist, wirst Du dabei automatisch glücklich/er (und gesünder)!

 

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Dank für das Foto gebührt Abdul Rehman Khalid (auf Unsplash) und all den unvergleichlichen Menschen, die mir in meinem Leben schon begegnet sind oder mir immer wieder neu begegnen und zeigen oder sagen, was ich selbst schon ganz gut mache und wo noch viel Arbeit vor mir liegt!

Du musst als Erwachsene/r nicht wie ein kleines Kind tun, was andere Dir sagen, …

nur weil Dir beim Meinungsaustausch die Gegenargumente ausgehen – aber es ist sinnvoller, immer genug zu haben

Im Leben ist es immer gut zu wissen, was Du selbst tust, nicht nur, was Du gerne tun würdest: Dir also genug unwiderlegbare Argumente dafür zu sammeln, die Du Menschen, die Dich zu etwas anderem bringen oder sogar zwingen wollen, entgegenhalten kannst – wenn Du nicht immer der/die Erste sein willst, der/die klein beigibt oder den Raum verlässt, um nicht Gefahr zu laufen, zu körperlicher Gewalt als Gegenwehr gegen bessere Argumente zu greifen.
Meiner Beobachtung nach sind es nicht die Menschen, die schnell lautstark werden und aggressiv auf andere wirken können, – weil sie feststellen mussten, dass ihr/e GesprächspartnerIn ihnen entweder nicht zuhört oder ihnen und ihrer Meinung kein Verständnis entgegen bringen kann oder möchte -, die auch körperliche Gewalt anwenden würden, um ihre Argumente verständlicher zu machen. Ich habe eher den Eindruck, es sind vor allem die Menschen schneller gewalttätig, die sich nicht gut nur mit Worten wehren oder sich schlecht Unterlegenheit eingestehen können.

Es ist für erwachsene Menschen mit Schulbildung nicht schön, wenn sie feststellen müssen, dass sie selbst gar keine guten Argumente für das haben, was sie warum und wofür in ihrem Leben eigentlich (gerade) tun, wenn sie also auch keine guten Gegenargumente – außer keine Zeit, keine Lust, keine Energie – haben, stattdessen etwas anderes zu tun; denn:

  • Zeit für etwas Neues würde jeder Mensch haben, sobald er/sie etwas Altes, für das es gar keine guten Argumente gibt, weglässt;
  • Lust (die Argumente anderer zu widerlegen) könnte man sich davon machen lassen, ihnen das Gegenteil zu beweisen oder gemeinsame Aktivitäten daraus zu entwerfen; und
  • Energie brauchen Menschen häufig nur für den ersten Schritt oder zur Überwindung des ersten Hindernisses – denn neue gewinnen sie durch Erfolgserlebnisse oder andere schöne Erfahrungen.

Sogar Streitgespräche, Diskussionen, können sich immer lohnen und sinnvoll investierte Zeit sein statt Dir nur Deine (Lebens-)Energie zu rauben; sie können Lust auf etwas Neues machen und die Argumente dafür liefern, sich weitere MitstreiterInnen – statt bereits vorher Gleichgesinnte – zu suchen.
Wenn Du natürlich gar nicht wissen willst, warum Dein Leben ist, wie es ist, und warum Du bist, wie du bist, kannst Du Dir die Zeit und Mühe sparen und stattdessen einfach noch mehr Spaß haben. Aber wundere Dich dann nicht, wenn es irgendwann darauf ankommt, Deine Meinung zu sagen, dass Deine Argumentationsweise – weil Du sie nie trainiert hast – sich anhört wie die eines Kleinkinds und Dich oder das, was Du tust, deshalb auch niemand mehr wirklich ernst nimmt.

Ich habe in meinem Leben lernen dürfen, dass man auch eher als Spaßvogel belächelt wird, wenn man fehlendes Interesse anderer bzw. ihre Gesprächs- und Diskussionsbegeisterung dadurch weckt, dass man als Frau selbst immer energischer und lauter wird und Menschen irgendwann anschreit, um das Ganze spannender zu machen und zu betonen, wie wichtig einem selbst ein Thema ist …
Nicht alle Menschen haben aber gegen dieselben Lautstärken geräuschunempfindliche Ohren, ihre Lauscher also darauf trainiert, dieselben Störgeräusche auszublenden, um sich auf bestimmte andere Frequenzen konzentrieren zu können; und nicht alle finden es noch lustig, wenn ihnen von etwas die Ohren weh tun. Es ist also – hinsichtlich der eigenen körperlichen Unversehrtheit – manchmal von Vorteil, wenn man als kleines, lustiges Kind wahrgenommen wird statt als ernsthafte „GegnerIn“, die einem mit ihren Argumenten das eigene Leben madig machen könnte.
Seitdem mir das bewusst ist, spare ich mir jedenfalls viel Zeit und Energie, an mir und meiner Meinung uninteressierten Menschen überhaupt noch Argumente dafür liefern zu wollen. Es fällt mir oft noch schwer, zu glauben, wie wenig Interesse andere bisher tatsächlich an mir hatten bzw. wie viel sie überhaupt nicht von mir wissen wollten … Ich habe mir sicherheitshalber trotzdem meine Argumentationsfreude beibehalten, um weiterhin nicht Gefahr zu laufen, etwas tun zu müssen, was ich gar nicht tun will – nur weil mir andere sagen, dass ich das tun soll.
Zusätzlich lege ich jetzt aber mehr Wert darauf, mich mit Menschen zu umgeben, die nicht nur gerne dieselben Dinge tun, sondern auch möglichst dieselben weglassen wie ich – einfach weil es gemeinsam natürlich viel mehr Spaß macht, Alternativen für das zu schaffen, worüber man mit anderen, die es vehement verteidigen, erst diskutieren müsste.

Na, trotzdem streitlustiger geworden?
Oder kannst Du es Dir nicht leisten, ein Streitgespräch mit Menschen anzufangen, von denen Du abhängig bist, weil Du Dich nicht selbst versorgen kannst oder finanziell übernommen hast? Dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Erwachsenwerden, also viel Mut, Dich aus Zwängen, gegen die Du keine Argumente anbringen darfst, zu befreien; viele neue Ideen für das, auf was Du nicht so leicht verzichten kannst, und Menschen, die Dich unterstützen, also lieben und nicht nur mit ihren Argumenten Rückendeckung geben.

Pass‘ einfach auf, dass Du in Deinem Leben nicht zu viel machst, was Du hinterher bereuen oder nicht wieder gutmachen könntest.

 

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Dank für das Foto gebührt Sebastian Herrmann (auf Unsplash)!

Menschen in Führungs-, Macht- und anderen verantwortungsvollen Positionen vergessen leicht …

…, dass sie weder gehorsame, sanfte Schafe noch hörige und zu Gewalttaten bereite Soldaten vor sich haben, sondern unterschiedlichste Menschen mit eigenen Interessen und Bedürfnissen

Es gibt Menschen, die denken immer noch, unsere Gesellschaft könnte nur gut funktionieren, wenn es ein paar gäbe, die sich um die Dinge kümmern könnten, um die sie sich selbst nicht kümmern wollen.

Es gibt Menschen, die geben ihre eigene Verantwortung im Leben gerne an andere ab:

Menschen, die sich wie Schäfchen verhalten und nach einem guten Hirten oder einer gutmütigen Hirtin suchen, um sich ihm oder ihr anschließen, oder

Menschen, die sich nach einer starken Führung sehnen, die auch mal brutal wird, wenn es darum geht, für eine „gute Sache“ zu kämpfen.

Solche Menschen dürfen sich nicht wundern, dass es nur so lange gute HirtInnen und FührerInnen für sie gibt, solange sie deren Interessen teilen; genauso wie sich Führungskräfte nicht wundern dürfen, dass die Schafe oder KämpferInnen, die sich ihnen einmal freiwillig untergeordnet haben, auf einmal zu Wölfen und KämpferInnen für ihre eigene Sache werden, wenn sie feststellen, dass sie manipuliert wurden und gar niemand in ihrem Interesse handelt.

Wenn ich mir die aktuelle Situation in der Welt betrachte, würde ich mich – wenn ich so übermütig gewesen wäre, zu denken, ich könnte andere Menschen nur so durchs Leben führen, wie ich das für richtig halte, egal ob mit Härte oder mit Manipulation, also Hütehunden, die für mich die Herde damit zusammenhalten, dass sie den Schafen Angst machen – schnellstens als Mensch outen und zugeben, dass ich mich geirrt habe: sowohl in meinen Führungsqualitäten als auch in dem, was ich einmal für richtig hielt …
Denn weder alle menschlichen Schafe sind tatsächlich so dumm, sich nicht einmal zu wehren, wenn sie das Gefühl bekommen, dass sie zur Schlachtbank gelockt werden (sollen), noch sind alle so clever und selbstbewusst, um sich auch ohne HirtInnen und Hütehunde sicher zu fühlen, dass sie sich etwas einfallen lassen, um sich möglichst unauffällig aus der Herde zu lösen.
Menschen tun sich – wenn sie Angst haben oder wütend werden, weil sie sich schlecht behandelt fühlen – gerne zusammen: meistens nicht wie Schafe, die sich gegenseitig schützen und einfach gemeinsam weglaufen könnten, sondern wie Wölfe, die ihre Energie aus Angst und Wut gegenseitig so aufputschen, dass sie irgendwann sogar bereit sind, jede/n zu zerreißen, der oder die ihnen zu nahe kommt – auch wenn sie vorher gar nicht hungrig und auf der Jagd waren. Menschen sind auch nur Säugetiere, die aggressiv werden und in blinde Wut – aufgrund ihrer Waffen sogar in einen Blutrausch – verfallen können, wenn sie sich zu schlecht behandelt oder zu eingesperrt fühlen.

Ich denke, ich erzähle hier nichts Neues – auch wenn ich das Gefühl habe, dass viele Menschen das noch nie gehört haben und daher (angeblich) noch gar nicht wissen (können).
Vielleicht stellen sich aber auch nur die – einfach aus Gewohnheit – besonders dumm, die ihr gemütliches Schafs- oder hartes SoldatInnenleben, bei dem sie selbst nicht viel mitdenken müssen, sondern einfach tun oder lassen „dürfen“, was andere ihnen erlauben bzw. von ihnen verlangen, sehr lieben; Menschen, die sich also möglichst nicht eingestehen wollen, dass sie dabei weder von anderen – vor allem von ihren (An-)FührerInnen – als ernstzunehmende Erwachsene betrachtet werden noch auf diese Weise ihr eigenes menschliches Potenzial ausleben dürfen?

Ich weiß, dass ich nicht einfach hoffen, sondern nur darauf warten muss, dass sie sich irgendwann alle – endlich einmal oder wieder zurück – in Menschen verwandeln: Menschen, die ihre Gefühle und wahren Gesichter und all das zeigen, was sonst noch verborgen in ihnen steckt.
Denn die Menschheit hat es noch nie lange durchgehalten, wenn zu viele zu wenig Mensch sein und ihre Menschlichkeit zu selten zeigen durften.

P.s.: Es ist für mich weder eine menschliche Führungsqualität, Menschen für die Interessen oder Freiheiten anderer in Kriege zu führen – deren Kämpfe auszufechten, während sie sie aus sicherer Entfernung beobachten und sich auch auf eine Niederlage vorbereiten können – und zu riskieren, dabei verletzt, getötet oder gefangen genommen zu werden, noch sie zu anderen Verhaltensweisen zu verführen, die ihre eigene körperliche Unversehrtheit, also ihre Gesundheit und ihr Leben gefährden. Menschen mit echten Führungsqualitäten brauchen weder Kriege noch andere Konkurrenzkämpfe oder müssen Verführungskünste anwenden – weil sie nicht denken zu wissen, was das Beste für alle ist oder wie sie alles noch besser als andere machen können, sondern wissen, dass man, wenn man sich als Führungskraft wirklich für andere Menschen interessiert, immer wieder genau hinschauen und nicht nur ein Mal nachfragen muss, ob es allen bei dem, was sie im Sinne der Gemeinschaft tun (sollen), wirklich oder immer (noch) gut geht. Ich kann sehr leicht nachvollziehen, warum so viele unglückliche oder kranke Menschen auf eine göttliche Führungskraft warten; aber ich verstehe nicht, warum sie die so selten in sich selbst suchen, während sie weiter unter den menschlichen Führungskräften leiden, die sich aufspielen, als wären sie Götter, also menschliche, rechtliche (Macht-)Grenzen, ihren naturrechtlichen Zuständigkeitsbereich, übertreten und die Rechte anderer Menschen unrechtmäßig – mit List und Tücke oder mit (Straf-)Gewaltandrohungen – einschränken …

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Dank für das Foto gebührt Mohamad Babayan (auf Unsplash)!

 

 

Zielsichere Wege in die Einsamkeit und Depression, in Demenz oder Altersstarrsinn und andere körperliche und geistige Verfallserscheinungen

Von Menschen, die von Gesundheit oder einem gesunden, glücklichen Leben reden oder Heilung versprechen, aber vor allem hohle Phrasen dreschen statt ehrlich mit anderen zu kommunizieren, und anderen, die dazu schweigen

Mir wurde schon öfters in meinem Leben vorgeworfen, ich würde selbst nur über Gesundheit sprechen, aber gar kein Geld damit verdienen, also praktisch gar nicht damit arbeiten und Erfahrungen sammeln können. Dabei brauche ich täglich nur meine Augen und Ohren offenhalten, Menschen zuhören und sie mir gleichzeitig ansehen – um zu wissen, ob das, was sie mir über ihren Gesundheitszustand und ihre glückliches Leben, ihre glückliche Partnerschaft oder ihre Familie, erzählen stimmig ist und zusammenpasst oder sich widerspricht, so dass ich davon ausgehen, dass sie mir nicht die ganze Wahrheit erzählen: Gesunde und glückliche Menschen sehen auch gesund und glücklich aus; gesunde Menschen brauchen keine täglichen Pillen oder regelmäßigen Arztbesuche – auch nicht zur Vorsorge, weil sie sich vorsorglich gesund halten; wissen, was ihrer Gesundheit schadet und darauf achten, dass es nicht überhand nimmt, also rechtzeitig genug Ausgleich geschaffen wird; glückliche Menschen brauchen keine psychotherapeutischen Beratungen und keine Selbsthilfegruppen, keine tagelangen Auszeiten von einem glücklichen Alltagsleben oder von den Menschen, die sie lieben.

Gesund und (wieder) glücklich werden können Menschen nur, wenn sie herausgefunden haben, was sie krank und unglücklich gemacht hat, wenn sie nicht nur versuchen, sich zukünftig dagegen immun zu machen und abzuhärten, – denn davon werden sie eher, je nach Methode, entweder dick oder magern ab; bekommen durch zu viel Training Muskel-, Gelenk- oder Knochenschmerzen oder werden durch zu häufiges meditatives Verharren oder andere Ablenkungsprogramme unbeweglich und starrsinnig – sondern auch herausfinden, warum ihr Immunsystem überhaupt geschwächelt hat und sie krank geworden sind. Dazu gehört auch, mit den Menschen, die eine Rolle in ihrem Leben und demnach für ihr Glück und auch für ihr Immunsystem und ihre Gesundheit spielen, darüber zu kommunizieren, gemeinsam darüber zu trauern, und sich oder den anderen nicht nur dafür zu verzeihen, sondern sich auch Lösungswege einfallen zu lassen, wie zukünftiges Unglück und daraus entstehende Krankheitssymptome verhindert oder zumindest bestmöglich vermieden werden können.
Nobody is perfect.
So gut wie niemand wird es ohne Unterbrechung dauerhaft durchhalten, gesund und glücklich zu sein; das ganze Leben hindurch genug Beistand und damit seelischen Rückhalt haben; sich geistige Wachheit, also sich die eigene Neugier und Disziplin zur Konzentration beim Lernen bewahren können und genug körperliche Stärke, Dehnbar- und auch Beweglichkeit aufrechterhalten – durch regelmäßiges Training und eine entsprechende Ernährung, die den Körper mit allem Lebensnotwendigen weder über- noch unterversorgt.

Ich bin trotzdem überzeugt, dass alle Menschen am Ende ihres Lebens – auch ohne dabei lügen zu müssen – sagen könnten, dass sie ein glückliches Leben geführt und alles dafür getan haben, gesund zu bleiben; auch wenn es lange gedauert hat, bis ihnen ihre Eigenverantwortung dafür klar geworden ist: bis ihnen klar wurde, dass sie sich

  • entweder zu wenig oder viel zu viel Zeit in Stille oder mit lauter Musik, in Bewegung oder bewegungslos alleine für sich selbst genommen haben statt Gespräche, Hilfe und Beistand bei anderen Menschen zu suchen, die ihnen wichtig waren oder sind;
  • zu viel oder zu wenig um das gekümmert haben, was mit ihren Krankheiten oder ihrem Unglücklichsein zu tun hat;
  • zu viel oder zu wenig Geduld mit sich oder anderen hatten,
  • zu viel Zeit für eher unwichtige, nachhaltig gesundheitsschädliche Dinge, Tätigkeiten oder Menschen genommen und zu wenig Zeit mit denen, die ihrer Gesundheit förderlich gewesen wären oder sie immer wieder glücklich machen statt nur zum Lächeln oder Lachen bringen könnten.

Solange Menschen leben, also noch Momente haben, in denen ihr Geist wach genug zum Zuhören ist und sie selbst genug Selbstvertrauen oder Ansporn und neuen Mut gefasst haben, ehrlich reden können, können sie meiner Meinung nach auch wieder gesund und noch einmal glücklich werden; nicht erst, wenn alle Menschen, die mit dafür verantwortlich sind, dass sie so geworden sind, wie sie sind, aus ihrem Leben verschwunden oder gestorben sind.

Menschen bleiben nicht gesund und glücklich, wenn sie sich oder anderen immer nur Gutes tun, wenn sie sich keine Ziele (mehr) setzen und nicht immer wieder neue Herausforderungen suchen; wenn sie selbst keine Einsicht oder Verständnis für andere zeigen und – anderen oder sich selbst – etwas nicht vergeben können (wenn in ihren Augen noch eine Entschuldigung aussteht, ihnen also nicht klar ist, warum sie oder andere so gehandelt – also vielleicht blindwütig mit Worten um sich geschlagen – haben, wie sie es getan haben – weil sie nicht besser wissen bzw. tun konnten.)
Menschen enden wie viele Menschen heute traurigerweise enden – weil sie versuchen, sich mit Trostpflastern oder anderen oberflächlichen Verarztungsversuchen, Symptombehandlungen, und Heilsversprechen von SeelenklempnerInnen zufrieden zu geben, während sie sich selbst nicht oder möglichst wenig mit den Ursachen ihrer Krankheiten und ihres Unglücks auseinandersetzen wollen oder (noch) mit den Menschen, die darin involviert sind, kommunizieren können. Keine moderne Medizin kann ihnen dabei helfen und kein/e ChirurgIne mit einem medizinischen Notfall-Eingriff so an kranken und unglücklichen Menschen herumbasteln, dass ihr Gesundheitszustand und einstiges Glück dabei wiederhergestellt wird.
Gesundheitsvorsorge betreibt man nicht damit, sich vorsorglich von ÄrztInnen untersuchen, impfen oder behandeln und Nahrungsergänzungsmittel oder andere Pillen verschreiben zu lassen.
Für das eigene Glück sorgen Menschen – zumindest ist das meine wissenschaftliche Meinung und persönliche Erfahrung – nicht, indem sie sich von Menschen trennen, mit denen sie einmal eng verbunden waren, nur weil die vielleicht wegen alter Geschichten (noch) oder eines aktuellen Geschehens (wieder) sauer, böse oder verrückt geworden sein könnten.

Ich kann Dir – wenn Du unter Einsamkeit, Depressionen, Deinem Sturkopf, Deiner Vergesslichkeit oder anderen geistigen und körperlichen Anzeichen von (Alters-)Schwäche und Schmerzen leidest – nur raten, die volle Verantwortung dafür zu übernehmen, also Dir alle Fragen dazu (Woher kommt/kommen sie? Wer fördert sie wie? Wer möchte/könnte Dir wie helfen, sie loszuwerden usw.) beantworten zu können und dann den Rückzug an-, das heißt ein paar Schritte zurückzutreten statt einfach so wie bisher weitermachen zu wollen. Such‘ Dir nicht nur außenstehenden Menschen, die Dir dabei helfen können, Deine Situation von außen zu betrachten, sondern tauche möglichst tief ein in das, was Du eigentlich schnellstmöglich loswerden möchtest – weil es Dich traurig, wütend oder verzweifelt, also unglücklich und früher oder später krank bzw. noch kränker macht.
Vor dem eigenen Schicksal, dass viele andere Menschen mitprägen und -bestimmen, kann niemand alleine davonlaufen oder es nur im eigenen Kopf verarbeiten – sei nicht so dumm, es zu versuchen! Schau‘ Dir lieber die vielen alten und chronisch oder suchtkranken, einsamen oder trotz ihrer Familien und eines großen Freundeskreises depressiven Menschen, die Du kennst – auch wenn sie behaupten, sie würden auch mit ihren Krankheiten und Medikamenten dagegen ein glückliches Leben führen – genauer an und frag‘ Dich, ob Du so enden möchtest wie sie.

Es kann auch ein Lebensziel sein, möglichst viel oder sogar einfach alles anders zu machen als die Menschen, die – auch noch aus einem Rollstuhl heraus – behaupten, an ihrem Leben nichts ändern zu wollen oder trotzdem – oder genau deshalb – auch mit einem guten Beispiel vorangehen zu können.
Ich jedenfalls bezweifle, dass wir – wenn wir auf diese Menschen hören – jemals ein Ziel erreichen können, das uns gesünder und glücklicher machen könnte als heute.
Und ich gestehe gerne, dass mich die aktuelle Gesundheits- und Weltpolitik, die so schwerwiegend in meinen Alltag eingreift, nicht besonders glücklich macht oder dazu dienen könnte, dass ich unter solchen Bedingungen gesund bleiben würde ohne mir genug Auszeiten davon zu nehmen und Alternativen zu schaffen.
Auch wenn das immer anstrengender wird – weil offensichtlich möglichst viele Menschen in die Enge getrieben werden sollen, weiterhin an ihrem alten, ungesunden Lebensstil festzuhalten … Glücklicherweise hat ein bereits beträchtlicher Anteil der Bevölkerung längst die ökonomischen (Macht-)Interessen dahinter erkannt, die weder etwas mit Gesundheit(-svorsorge) noch mit einem sozialen, menschlichen Miteinander zu tun haben und deshalb natürlich auch nicht offen kommuniziert werden.

Es macht Freude, gemeinsam neue Wege aus altbekannten Krankheiten und zivilisationsbedingten Alterserscheinungen zu finden!
Und ich bin sicher, es hält alle, die sich daran beteiligen, die sich dafür engagieren und den Mut haben, die ausgetretenen, vielfach beschrittenen Pfade in die Einsamkeit oder Depressionen, Altersstarrsinn und Demenzerkrankungen bzw. – körperliche, geistige und damit auch gesellschaftlich-soziale – Verfallserscheinungen zu verlassen, noch lange gesund und glücklich!

P.s.: Ob und wie lange ich dieses sichere Gefühl, diese innere Überzeugung behalten werde, wird sich zeigen. – Ich will heute glücklicherweise niemanden mehr davon überzeugen, mit mir Wege zu bestreiten, die ich notfalls, aus meiner inneren Überzeugung heraus, auch ganz alleine weitergehen würde. Aber es ist schön zu sehen, dass es viele andere Menschen gibt, die zumindest dasselbe zu glauben scheinen oder sich Ähnliches vorstellen können, und dass es genauso viele andere gibt, die meine Meinung kritisch hinterfragen – so dass ich sicher sein kann, dass ich auf jeden Fall immer genug UnterstützerInnen habe, die mir täglich dabei helfen, meine Überzeugungen hinsichtlich Gesundheit und Lebensglück auf den Prüfstand zu stellen.

P.p.s.: Auch wenn es Menschen gibt, die behaupten, ein/e PartnerIn oder Familie und Freunde oder Haustiere könnten dafür sorgen, dass Menschen in Gesellschaft, mobil und lange gesund bleiben, ist das nur eine kleiner Teil der Wahrheit. Viel öfters sehe ich heute, wie sich Schwächen und Krankheiten unter Menschen und Tieren ausbreiten, die sich lieben oder emotional sehr nahe stehen – so dass am Ende oft niemandem geholfen, sondern stattdessen alle krank und/oder unglücklich sind, die sich nicht rechtzeitig und friedlich, ohne Groll, aus diesen Bindungen oder Verstrickungen lösen können.

 

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Dank für das Foto gebührt Steven HWG (auf Unsplash)!

Der Naturfotograf, der sich nach Licht und Sonne sehnt, und die Naturforscherin, die sie lieber im Herzen mit sich herumträgt

Eine der Geschichten aus, in, mit oder fernab der Natur, die ich mir nicht ausgedacht habe – oder vielleicht doch?

Vor ein paar Jahren, es ist noch gar nicht allzu lange her, da begegneten sich zwei Menschen, deren Hoffnungen und Lebenserwartungen unterschiedlicher kaum sein konnten, während ihre Liebe zur Natur – in ihrer unberührten, ehrlich und umfassend dargestellten, „gesunden“ Form – und zum Hören von Musik – vor allem um sich davon trösten oder zu etwas Anderem, Neuem, Eigenständigem inspirieren zu lassen – verband und zueinander hinzog.

Sie hatte die Hoffnung nach einem einzigen, festen und stetigen Begleiter in ihrem Leben gerade erst aufgegeben in einer Welt, in der Menschen andere Erwartungen an das und ihr Leben zu haben schienen als sie selbst; in einer Welt voller Menschen, die die Liebe zur Natur – den Respekt vor ihr und das Verständnis für sie – (noch) nicht wie sie zu kennen oder sogar bewusst zu ignorieren schienen.
Sie wollte mit niemandem mehr zusammen leben, der ihre Liebe für Tiere, Pflanzen und natürliche Lebensräume; für ein möglichst naturnahes, auf Nachhaltigkeit, nicht auf schnelle Ergebnisse und Erfolge, ausgerichtetes Leben, zu dem für sie auch der bewusste Umgang mit dem Tod und Spiritualität gehören; der also ihre Liebe für ein Leben mit und möglichst viel in oder aus der Natur, egal zu welcher Jahres- oder Tageszeit nicht teilte.
Obwohl sie sich selten wirklich allein, sondern immer als ein Teil dieser Natur fühlte, – wie ein kleines Puzzlestück in einem großen Gesamtbild, dem großen Ganzen – hatte sie sich die Begegnung mit ihm im Grunde gewünscht, ohne daran zu glauben, dass dieser Wunsch jemals in Erfüllung gehen könnte. Sie hatte sich – trotzdem ihr bewusst war, dass ihr gemeinsamer Widerstand auch nicht erfolgversprechender sein würde als ihr eigener – einen Menschen gewünscht, der sich zusammen mit ihr notfalls auch gegen den Rest der Menschheit verschwören würde, wenn der geschlossen und ungehemmt mit der Zerstörung der Natur weitermachen wollte. Als er ihr dann also unerwartet das erste Mal entgegenkam … erkannte sie ihn noch nicht einmal sofort.

Er hatte sich an diesem Abend überreden lassen müssen, an den Ort der Begegnung zu fahren, und war selbst gar nicht auf der Suche nach einer neuen Lebenspartnerin, weil seine letzte – trotz ihrer Trennung – noch in seinem Haus lebte. Er glaubte allerdings (noch) daran, dass es weniger schmerzhaft sein und dass es glücklicher machen würde, wenn Menschen sich bemühten, gemeinsam, als festes Paar, durchs Leben zu gehen und miteinander zu leben, statt sich als Abend- oder sonstige BegleiterInnen das Leben möglichst nur zu versüßen, während alle Beteiligten im Grunde aber unabhängig voneinander blieben und möglichst getrennte Leben führten, um sich sicher zu sein, notfalls auch gut alleine weiterleben zu können. Und er war nach ihrer ersten Begegnung – nachdem er sie vermutlich lange beobachtet, ihr stundenlang zugehört (sie hatte wie immer viel zu erzählen, und sie fühlte sich in seiner Nähe genauso wohl wie sonst oft nur auf der Tanzfläche der Begegnungsstätte) und sie so genau wie möglich studiert hatte, bevor sie sich in den frühen Morgenstunden verabschiedeten – interessiert daran, sie möglichst bald wiederzusehen, vermutlich zu seiner eigenen Überraschung.

Gäbe es nicht die modernen, elektronischen Möglichkeiten der Recherche und Kommunikation, hätte es vermutlich länger gedauert, bis sie sich wieder begegnet wären (denn eine gemeinsame Freundin hatte gleichzeitig auch schon beschlossen, dafür zu sorgen). Aber so schafften sie es innerhalb von ein paar Tagen – sie waren beide MeisterInnen darin, alles dafür zu geben, um zu erreichen, was sie sich selbst in den Kopf gesetzt hatten – ihr Interesse aneinander schnell wachsen zu lassen bzw. sich der natürlichen Anziehung, die sie zueinander geführt hatte, zu ergeben.

Hier könnte man eine Kurzgeschichte schnell enden lassen, die wenig mit dem echten Leben zu tun hat, das einfach immer weiter geht und alle Beteiligten täglich vor neue Herausforderungen stellt, vor allem, wenn sie noch keine Lösung für Probleme parat haben, die sich unerwartet ergeben.
Wenn Menschen schon etwa 40 Jahre sehr unterschiedliche Lebenserfahrungen gesammelt, unterschiedliche Herangehensweisen an – eigenen oder gemeinsame – Probleme und sehr unterschiedliche Lösungswege für sich gefunden bzw. Erwartungen an andere daran Beteiligte und dafür Mit-Verantwortliche haben, kann es passieren, dass sie sich früher oder später wieder trennen.

So erging es, nachdem sie innerhalb von ein paar Wochen in sein Haus gezogen war, – natürlich nachdem die Ex-Freundin es verlassen hatte – weil sie zu dem Zeitpunkt gar keine eigene Wohnung, sondern nur einen Schlaf- und Wohnplatz bei einer Freundin hatte, und nachdem sie noch eine gemeinsame Fernreise nach Mittelamerika unternommen hatten, auch unseren beiden: Er bat sie, sein Haus wieder zu verlassen, nachdem sie es 6 Monate lang nicht geschafft hatte, all ihre Kartons auszupacken und sich dort einzurichten.

Wer es nicht gewohnt ist, zusammen mit anderen weitreichende, gemeinsame Entscheidungen zu treffen, schafft das auch nicht alleine, nur weil er oder sie auf einmal von anderen die Möglichkeit dazu bekommt.
Menschen, die sich nicht (mehr) darauf verlassen, dass ihre innere Sonne immer auch dort scheinen darf, wo sie sich gerade aufhalten, lassen sich gerne genügend Fluchtwege offen. Im Gegensatz zu anderen, denen lange genug eingeredet und anerzogen wurde, dass es gar keinen Ausweg gibt, und die heute denken, dass sie erst in die warme Sonne fliegen müssen, damit sie wieder mit ihr in Resonanz treten und ihre innere spüren können.

Jedenfalls folgten danach zwei Jahre, in denen sie sich weiterhin begegnen, sich sehen und beobachten, miteinander reden und sich zuhören wollten, sich spüren und in vieler Hinsicht ausprobieren wollten – denn sie sind beide, als echte NaturliebhaberInnen, die wissen oder noch spüren können, wann etwas natürlich und wann künstlich verändert ist, vielleicht offener oder anfälliger für natürliche Anziehungskräfte als viele Kultur- und Gesellschaftsgeschädigte. Vielleicht sind sie beide auch zusätzlich einfach experimentierfreudige NaturwissenschaftlerInnen.

Auf jeden Fall meistern sie mittlerweile ihr Leben wieder gemeinsam, vielleicht jeden Tag ein bisschen besser als zuvor, auch wenn sie – weil sie beide noch viel vom Leben und über die Natur, auch die der Menschen, lernen wollen – es sich nie einfach, aber spätestens nach kurzer Zeit zum Ausgleich auch wieder schön machen. Wie in der Natur herrscht bei ihnen nicht jeden Tag eitel Sonnenschein, aber nicht weil sie nicht wüssten, dass sie zusammengehören und jedem Gewitter und Schneesturm standhalten können, sondern weil sie nicht glücklich und zufrieden können in einer Welt von Menschen leben können, die sich verhalten, als gäbe es im Leben nichts wichtigeres als ein Konto voller Geld, mit dem sie sich das Leben, das sie führen wollen, leisten können, und die sie gerne davon abhalten würden, die Erde weiter zu zerstören – aus Unachtsamkeit, aus Informationsfaulheit, aus Bequemlichkeit, sich um sie zu kümmern.

Und bis sie einmal gestorben sind, haben sie sich gegenseitig versprochen, alles dafür zu tun, das heißt dafür zu sorgen, dass er irgendwann an dem sonnigen, warmen Plätzchen so mit ihr zusammen leben kann, wie er sich das wünscht, seit er denken kann – und sie, seitdem sie ihn kennt – und dass ihre Sonne auch im Winter nicht ganz aufhört zu scheinen, auch wenn viele Menschen behaupten, dass sie nur ein unbedeutendes, kleines Lichtchen und viel zu schwach wäre, um bei Kälte für Wärme sorgen zu können.
Es bleibt also eine spannende Geschichte – denn sich im Leben gegenseitig Versprechen zu geben ist einfach … Wenn man sie aber wirklich einhalten will, sollte man sie sich gemeinsam lange und genau überlegen, sich immer wieder gerne daran erinnern und möglichst jeden Tag neu darum bemühen.

 

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Dank für das Foto gebührt Sebastian Breidecker!