Generation „Traum vom Eigenheim“

Wenn der (Tag-)Traum längst aus sein könnte, weil er aus logischen – platz- bzw. anderen ressourcenbedingten – Gründen unrealisierbar ist, aber viele weiterhin davon träumen (wollen)

Wir Menschen sind definitiv zu viele.
Wir sind einfach zu viele für diesen Planeten, um alle ein Häuschen im Grünen oder zumindest mit Garten zu besitzen – von dem vielleicht Milliarden von Menschen träumen, die heute in Städten leben (um dort das Geld zu verdienen, um irgendwann in ihrem eigenen Häuschen leben und alt werden zu können).

Wir sind zu viele EgoistInnen, die nicht bereit sind zu teilen und stattdessen Dutzende oder Hunderte oder noch mehr Quadratmeter für sich allein bzw. nur mit ihrer eigenen Familie und vielleicht ein paar anderen ausgewählten – künstlich selektierten – Arten von Lebewesen besetzen bzw. besitzen wollen (während alle unerwünschten, ungebetenen Gäste ausgeschlossen oder – wenn es sich um Tiere oder Pflanzen und andere Arten von Lebewesen handelt – gnadenlos vernichtet werden).
Wir sind zu viele „kreative“ PerfektionistInnen, die sich nicht mit gebrauchten Dingen zufrieden geben können, sondern alles individuell neu machen müssen.
Wir sind zu viele Menschen, die Wichtigeres zu tun haben als selbst nachzudenken – darüber,

  • was sie in ihrem Leben wirklich für sich alleine oder ihre Gemeinschaft mit anderen Menschen brauchen bzw. was unser Planet braucht, um für uns als Lebenraum erhalten zu werden,
  • wonach sie sich eigentlich sehnen, wenn sie Wohneigentum ganz für sich alleine besitzen wollen, um dessen Erhalt oder Entsorgung sie sich auch kümmern müssen/sollten, wenn sie es nachhaltig nutzen wollen,
  • was ihnen warum in ihrem Leben fehlt, so dass sie sich erst innerhalb der eigenen vier Wände sicher fühlen,
  • warum sie so leichgläubig Werbeversprechungen zur Finanzierung oder Umweltverträglichkeit von Neubauten vertrauen, wo doch allen Menschen, die sich selbst informieren können, klar sein sollte, dass Werbung für Unternehmen dazu da ist, (immer wieder) zahlende – keinen zufriedenen – KundInnen zu gewinnen.

Wer so viel Geld für (Eigen-)Werbung hat bzw. ausgeben muss, um damit sogar Millionen oder Milliarden von Menschen zu erreichen, kann – ganz offensichtlich – keine Produkte haben oder Dienstleistungen erbringen, die allein für sich sprechen und viele Menschen davon überzeugen können, sie zu kaufen (oder für sie als MultiplikatorInnen Mund-zu-Mund-Propaganda zu betreiben).

Man kann natürlich daran glauben (oder davon träumen), sich nicht nur einen Traum (der schon immer auch ein Herzenswunsch war) zu erfüllen, sondern gleichzeitig noch ein superindividuelles Angebot bekommen oder ein besonderes Schnäppchen gemacht zu haben…
Solange ich nicht gegenrechnen kann, ob ich am Ende der Woche oder Monats – im Vergleich zu der oder dem davor – oder am Ende meines Lebens tatsächlich etwas dabei gespart oder sogar einen Gewinn daraus erzielt habe, können mir „traumhafte Angebote“, von denen Menschen schwärmen, nur noch ein müdes Lächeln abgewinnen.
Aber Menschen müssen einfach selbst feststellen, wessen – feuchte oder trocken-realistische – Träume davon in Erfüllung gegangen sind, dass sie geglaubt haben, jemand würde sich für ihre interessieren, geschweige denn persönlich dafür einsetzen.

 

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Dank für das Foto gebührt Mick Haupt (auf Unsplash)!

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