Es ist kein Anzeichen lebensgefährlicher Krankheiten, wenn sich die eigenen Körperorgane, die eigenen Vorstellungen vom Leben und Bedürfnisse, Angewohnheiten oder Abneigungen „völlig überraschend“ verändern oder „ungewöhnliche (besorgniserregende) Auffälligkeiten“ zeigen

Wir alle sind dadurch, dass wir existieren (wo, mit wem und wie – schnell oder langsam – wir leben) bestimmten Umweltfaktoren unterworfen, die unsere persönliche Entwicklung beeinflussen. Unser Körper passt sich genau wie unser Geist oder unsere Seele bestmöglich – so dass es uns sinnvoll bzw. „richtig“ für unser Überleben erscheint – daran an. In unserem Unterbewusstsein, den Vorgängen, über die wir – so lange sie uns (noch) nicht bewusst sind – keinerlei Kontrolle haben, geschehen parallel dazu Veränderungen auf energetischer oder Zell- und Organebene.
Wenn es uns – während wir sozusagen natürlich wachsen oder nach Verletzungen wieder heilen – nicht gelingt, Verständnis dafür zu entwickeln, was in oder mit uns geschieht, fühlen bzw. verhalten wir uns in den Augen anderer schlecht: krank. Menschen möchten von Natur aus gut – gesund – sein, also sowohl alles verstehen können, was sie betrifft, als auch sich von anderen verstanden fühlen bzw. sich auch noch selbstständig versorgen können, wenn es ihnen schlecht geht.
Wer einsehen muss, dass er oder sie auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist, sucht normalerweise nach Möglichkeiten, schnell wieder auf den eigenen Beinen zu stehen und auszuschließen, dass er oder sie erneut in dieselbe Situation kommt – indem er oder sie nach „Krankheitsursachen“ sucht, die sich entweder möglichst schnell oder nachhaltig beseitigen lassen.

Der (Denk-)Fehler (vielleicht auch die ursprüngliche Absicht?) der modernen Wissenschaften und Medizin ist es meiner Meinung nach, sicht- oder anders mess- und erklärbare Krankheitssymptome im eigenen Körper bis hin zu den Genen, die wir von unseren Vorfahren geerbt haben, oder den natürlichen Bakterien, Pilzen oder Viren, die unseren Körper besiedeln, zur Ursache unserer Beschwerden, den „Schuldigen“ zu machen (die sich angeblich entweder mit Hilfe von Heilmitteln austreiben oder durch Operationen herausnehmen bzw. anders – mit bestimmten Techniken oder Ritualen – beseitigen lassen). Das eigene jahre- oder sogar jahrzehntelange Verhalten wird selten hinterfragt, das heißt, offen und ehrlich ausgesprochen, welche (Verhaltens-)Änderungen bzw. neuen Angewohnheiten tatsächlich gesundheitsförderliche wären.
Wer Menschen behandelt (statt mit ihnen daüber zu verhandeln, was sie selbstständig tun  und zukünftig – auch ohne erst andere um Rat fragen zu müssen – selbst verantworten könnten) und sie im Gefühl zurücklässt, sie geheilt zu haben – weil ihre „ursprünglichen“ Beschwerden (meist zugunsten anderer) verschwunden sind – bekommt seit langer Zeit Recht zugesprochen. Sogar das Recht, Menschen ungestraft mit den angewandten Methoden totzubehandeln (solange sie „offiziell anerkannt“ und/oder „staatlich geprüft“ sind).
Nicht nur ÄrztInnen können sich heutzutage sogar der unterlassenen „Hilfeleistung“ strafbar machen, wenn sie – bevor sie alles in „ihrer Macht“ Stehende getan haben – kranke Menschen (zurück) in die Selbstverantwortung (bzw. -heilung) übergeben.

Dabei ist jeder Körper, jeder Geist, jede Seele, jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze in der Lage, selbstständig zu heilen, wenn er bzw. sie oder es gesund, d.h. individuell ausreichend und abwechslungsreich – ernährt, gefordert, also in Bewegung gehalten, und zusätzlich ausreichend in Ruhe gelassen und dabei entgiftet wird.

  • Jeder Verspannungsschmerz kann sich – mit der individuell richtigen (Gegen-)Bewegung – wieder auflösen.
  • Jede (Nerven-)Entzündung kann sich – nicht nur mit einer entzündungshemmenden, beruhigenden Ernährungsweise, sondern auch mit schonenden Bewegungen (um den Abtransport des abgestorbenen Gewebes und den Aufbau von neuem zu gewährleisten) und mentalen Techniken – wieder beruhigen.
  • Jeder Knoten oder Tumor, der eine Kapsel – Zwischenlagerstätte – für (überflüssige, toxische) Substanzen darstellt, die der Körper nicht ausreichend ausscheiden kann, kann mit der Zeit wieder verschwinden, wenn die Entgiftung über die Atmung, Haut, Niere oder Leber ausreichend gefördert und nicht unnötig behindert wird (aus Angst davor, zu wenig Luft oder zu sehr ins Schwitzen zu bekommen, zu viel Wasser zu verlieren oder Durchfall zu bekommen).

Heilung liegt in der Natur, auch in der des Menschen – dadurch dass wir in der Lage sind, uns zu verändern, wenn unsere Lebensbedingungen ungesund für uns sind, egal ob aufgrund

  • der Menschen, mit denen wir uns nicht wohl fühlen (weil sie uns in unserer freien Entwicklung behindern),
  • der Tiere und Pflanzen oder anderen Lebewesen bzw. des unnatürlichen Umgangs mit ihnen – dort, wo wir leben, oder
  • des Boden und Klimas – weil er z.B. ausgelaugt, überdüngt oder versiegelt und es mit einer Unmenge unnatürlicher Substanzen vergiftet oder zu warm oder kalt für unseren Organismus ist.

Wir können uns für uns „perfekte“ Menschen und Umgebungsbedingungen suchen, wenn wir bereit sind, uns immer wieder selbstständig und in einem gesunden Tempo in Bewegung zu setzen und weiterzugehen, sobald wir feststellen, dass dort, wo wir sind, auch nicht alles gut für uns ist. Wir können auch an uns arbeiten und uns bestmöglich mit dem arrangieren, was uns unser Leben an einem Ort bietet, an dem wir leben wollen, mit den Menschen, mit denen wir lebenslang zusammensein wollen.
Heute rennt bzw. reist ein Großteil von Menschen wie aufgescheuchte Hühner hin und her zwischen Orten, an denen sie sein wollen, weil es ihnen an dem, an dem sie sich aktuell befinden, nicht genug gefällt.
Viele suchen sich neue PartnerInnen, sobald sie feststellen, dass ihre Beziehung mehr Arbeit und Anstrengung oder sogar Verzicht erfordert als sie sich anfangs – im Rausch von Gefühlen – je hätten vorstellen können; vor allem, wenn natürliche Veränderungen stattfinden oder zutage treten, nachdem sie über längere Zeit unterdrückt wurden: im eigenen Körper oder Geist bzw. auch der eigenen Seele, die zeitweise freier sein will, zeitweise nach mehr Verbindung sucht.
Und meiner Meinung nach immer noch viel zu viele suchen ihre Seelenverwandten in „domestizierten Tieren“, die sie an ihrer Seite haben möchten; ohne zu berücksichtigen, welche Lebensbedingungen oder Anforderungen sie bräuchten, welche Bedürfnisse erfüllt werden müss(t)en, damit sie dauerhaft gesund bleiben – sich entwickeln und mit der Zeit auch verändern – können.

Unsere Welt ist ein kranker Ort geworden, weil es sehr viele Menschen gibt, die natürliche Entwicklungen oder Veränderungen nicht anerkennen wollen, sondern es für eine Katastrophen halten, wenn etwas, was sie für sicher gehalten haben, sich als (be-)trügerisch herausstellt, sie also ent-täuscht werden von etwas, was sie dachten.
Menschen, die mehr Wert auf ihre eigenen Gefühle als auf die anderer Menschen (die selbst auch nicht gerne enttäuscht werden) legen, also stärker berücksichtigen, was sie selbst in der Nähe oder Abwesenheit anderer fühlen, können selbstständig dafür sorgen, sich nicht zu abhängig, sondern freier von denen zu machen, mit denen sie eigentlich möglichst wenig Kontakt haben wollen – so dass sie immer wieder genug Zeit haben, sich auf unangenehme, vielleicht überraschende Begegnungen oder unvermeidbare Zusammentreffen vorzubereiten.

Was uns nicht umbringt, härtet uns von Natur aus ab, stärkt also unsere Widerstandskräfte. Es verleitet uns aber auch dazu, weniger Mitgefühl zeigen, uns also von anderen, die es erregen könnten, abgrenzen zu wollen. – Es ist allerdings menschlich, ist, es zu haben, je nachdem, in welcher Situation wir uns mit wem identifizieren, in wen wir uns leicht oder mit genügend bewusstem Einfühlungsvermögen hineinversetzen können. Du kannst Dich innerlich dabei verkrampfen oder verrenken, diese menschliche „Dummheit“ (im Angesicht anderer, die leiden, Mitleid zu empfinden, ohne dass Du überhaupt etwas mit ihnen bzw. ihrem Leid zu tun hättest) zu ignorieren, also so tun, als würdest Du sie nicht spüren, oder Dir einreden und behaupten, Du wärst nicht so dumm (wie andere), auf Mitleidsgetue hereinzufallen. Du kannst aber auch anfangen, es mit (Galgen-)Humor zu nehmen und darüber lachen, dass wir Menschen nie so schlau sein werden, alles verhindern zu können, was wichtig ist, damit wir lebenslang die Bereitschaft behalten, unser eigenes Verhalten immer wieder zu verändern – immer wenn es notwendig ist; weil wir erkannt haben, wie schädlich und leidbringend – krankheitserregend – das, was wir bisher getan haben (weil wir es uns aus unterschiedlichsten Gründen angewöhnt hatten) für uns oder andere war.

 

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Dank für das Foto gebührt Chris Lawton (auf Unsplash)!