Liebe für die Natur und Biologie statt Medizin im Alltag

Gesundheit und Glück sind unglücklicherweise nicht das komplette Gegenteil von einem kranken Leben und Unglücksfällen: Gesunde und vernünftige Menschen brauchen Krankheiten und Unfälle, um hinterher entweder schlauer oder widerstandsfähiger zu sein; Unvernünftige versuchen, beides auf Teufel komm‘ raus zu vermeiden

Ich weiß nicht, ob sich daran mittlerweile etwas geändert hat; aber mir wurde in der Schule nicht beigebracht, wie ich mich nachhaltig und dauerhaft gesund halten und ein glückliches Leben führen kann, in dem ich sowohl all meine Körperfunktionen als auch all meine menschlichen Bedürfnisse kenne und weiß, wie ich sie so nutzen bzw. befriedigen kann, dass ich mich dabei gut fühle.
Auch im Gymnasium wurden wir nur vor den gängigsten „Schuldigen“ an Krankheiten oder Unglücken – Drogenkonsum oder Vergiftungen wie auch beim Rauchen oder Alkohol, einseitige Ernährung und Übergewicht oder Mangelerscheinungen, fehlende Bewegung, Mangel an Frischluft oder Sonnenlicht – gewarnt; aber nur ansatzweise und für SchülerInnen (oder auch junge LehrerInnen) mit wenig Lebenserfahrung und noch viel Übermut wenig verständlich darüber informiert, was Ängste und Unsicherheiten oder Anspannungen und Stress im Leben damit zu tun haben.

Warum fühlen sich so viele Menschen – Erwachsene wie trotzige Kleinkinder – genau davon erst angezogen, etwas Unvernünftiges, „Verbotenes“ und dabei sogar die eigene Gesundheit Schädigendes zu tun?
Warum gibt es überhaupt synthetische Drogen, wenn es doch bereits genug natürliche Gifte gibt, die uns gefährlich werden können?
Warum fällt es so vielen Menschen – trotz ihres Wissens über eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung – so schwer, sich gesund zu ernähren?
Warum gibt es die Trennung in Menschen, die es mit dem Sport, Frischluftzufuhr oder Sonnenbaden übertreiben, während andere es nie schaffen, sich von ihrer Couch zu erheben oder von ihren Bildschirmen in abgedunkelten Zimmern zu trennen? Warum tun die sich nicht zusammen und finden zusammen ein gesundes Mittelmaß?
Warum gibt es – zumindest in meinen Augen – so wenige Versuche, allen Menschen alternative Möglichkeiten zu ihrem ungesunden, oft angsterfüllten, angespannten, Leben nicht nur zu zeigen, sondern ihnen – wenn sie es wollen – auch dabei zu helfen, nachhaltig, also nicht nur kurzfristig gesünder und entspannter, (angst)freier, und dadurch meist automatisch auch glücklicher zu leben? Denn nicht nur unser Körper, auch unser Geist und unsere Seele fühlt sich am besten, wenn wir sowohl stark als auch beweglich, dehnbar und ausdauernd sind, gut die Balance halten können oder sie schnell wiederfinden, wenn wir selbst mal über die Stränge schlagen oder andere versuchen, uns aus ihr zu bringen.
Warum gibt es heute so viele kranke, autoimmungeschwächte, medikamentenabhängige Kinder? Gab es tatsächlich einmal noch mehr Kranke zu Zeiten, in denen es noch keine medizinische Versorgung gab? Wie konnten auch früher schon Menschen 90 Jahre alt werden?
Warum sterben heute junge Menschen an relativ leicht vermeidbaren Krankheiten?
Warum ist das medial kusierende Gesundheitswissen offensichtlich nicht sehr hilfreich dabei, Arztpraxen nur noch in Notfällen aufsuchen zu müssen?
Oder warum gibt es so wenig Aufklärung über die Notfälle, die gar keiner ärztlichen Behandlung bedürfen, weil Menschen sie leicht selbst behandeln können, oder vernünftige Erklärungen – außer „sonst ist es zu spät“ – dazu, bei welchen körperlichen oder geistigen und seelischen Frühwarnzeichen es sinnvoll ist, einen Arzt oder auch „nur“ eine Beratungsstelle aufzusuchen?

Das scheinen sich außer mir noch nicht sehr viele Menschen zu fragen oder genügend Druck auszuüben, um es zu einem gesellschaftlichen Thema zu machen.

Zumindest kenne ich persönlich noch keine Menschen, die – wie ich – zu keinerlei Vorsorgeuntersuchungen mehr gehen, wenn sie gar keine Krankheitssymptome haben; weil sie genug Selbstvertrauen und Kenntnisse über ihren Körper, ihren Geist und ihre Seele haben, um immer zu wissen, was aktuell mit ihnen los ist.
Ich kenne zwar immer mehr Menschen, auch ÄrztInnen, die mit unserer Gesundheitsversorgung dahingehend unzufrieden sind, dass immer weniger Zeit für die persönliche Begegnung und Möglichkeiten zum persönlichen Kontakt bleiben, und die deshalb zusätzlich z.B. HeilpraktikerInnen aufsuchen, bei denen Gespräche noch Bestandteil ihrer „Behandlungen“ sind; aber ich kenne noch wenige Menschen, die die Tests oder Medikamente und Impfungen, die ihnen ärztlich empfohlen oder verordnet werden, ablehnen und sich bei ärztlich diagnostizierten Krankheiten auch eine zweite oder dritte, alternative – vielleicht sogar naturheilkundlich, heilpraktisch oder biologisch begründete – Meinung einholen.
Aber es werden immer mehr; auch gegen zunehmenden politischen Druck – denn mit der Gesundheit der Menschen lässt sich viel Geld verdienen, wenn man sie an Test-, Medikamenten- und Impfstoff- oder andere MedizinprodukteherstellerInnen verkauft und mit viel Werbung dafür sorgt, dass es genug WeiterverkäuferInnen, MultiplikatorInnen, und AbnehmerInnen, KonsumentInnen gibt.
Leider sind in unserem Gesundheitssystem enorm viele Menschen beschäftigt, – wenn auch oft unterbezahlt – deren Jobs davon abhängen, dass genug Menschen weiterhin möglichst oft krank werden oder zumindest unsicher in Gesundheitsfragen oder auch unglücklich bleiben, so dass sie bereit sind, medizinische oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Es gibt längst – unter unseren heutigen Nahrungsmittel- und anderen Versorgungsbedingungen – keinen guten Grund mehr, unser Leben in regelmäßigen Abständen oder unseren Alltag von MedizinerInnen bestimmen zu lassen.
Es sei denn, Du glaubst tatsächlich noch, Du könntest Dir Gesundheit, Entspannung oder Angstfreiheit in der Apotheke, Drogerie oder im Supermarkt kaufen; selbst keine sinnvollen Entscheidungen für Dich und Deine Gesundheit treffen, bzw. würdest es nicht durchhalten (wollen), dauerhaft auf all die ungesunden Angewohnheiten und Suchtmittel, mit denen Du Dich besser fühlst als ohne sie, zu verzichten.

Das müsstest Du allerdings gar nicht völlig, wenn Du immer wieder Deine gesunde Balance finden, also lernen würdest, Dich immer wieder selbst zu überprüfen, zu hinterfragen und gesunde, (angst)freie, unbeeinflusste, bewusste Entscheidungen für Dich treffen zu wollen – weil es Dir nicht nur Dein Leben, sondern auch ein möglichst gesundes und glückliches, nicht nur chemisch bewusstseinsverändertes, schmerzmittelbetäubtes wert ist.
Menschliche Freiheit bedeutet nicht, – übrigens nicht nur in Gesundheitsfragen – alles tun und lassen zu dürfen, was wir wollen, sondern die natürlichen Grenzen zu kennen, also Informationen zu den Stoffen, Menschen, Tieren, Pflanzen oder anderen lebenden und toten Organismen zu haben, die unser Leben gefährden können, und unsere Gesundheit nicht unsinnig oft – z.B. auch mit hochwirksamen Medikamenten oder anderen schweren körperlichen Eingriffen mit bekannten oder noch unbekannten Nebenwirkungen – herauszufordern, in der Hoffnung, dass es dafür notfalls ein (neues) Heilmittel gibt oder immer wieder rechtzeitig ein Notarzt zur Stelle ist.
Es könnte jedes Mal das letzte Mal sein, dass Dir die Natur noch eine Chance gibt, zu beweisen, dass Du ihr für das Geschenk Deines Lebens dankbar bist, und ihr zu versprechen, dass Du Dein Bestes geben wirst, es – wenigstens ab jetzt – lieber selbst pfleglich zu behandeln als weiterhin andere professionell, bedürfnisgerecht, aber mit Sicherheit liebloser darin herumdoktern zu lassen als Du oder Menschen, die Dich wirklich lieben, es selbst tun könnten.

P.s.: Natürlich gibt es ÄrztInnen, HeilpraktikerInnen oder PflegerInnen, die es schaffen, Dich auch innerhalb von ein paar Minuten mit ihrer Liebe zu überschütten. – Wenn Du aber süchtig nach diesen kurzen Glücksmomenten wirst, musst Du – solange Du nicht wie Kakteen oder andere sukkulente Pflanzen monate- oder sogar jahrelange Trockenzeiten überleben könntest – allerdings immer aufpassen, dass Du nicht verdurstest, wenn sie überraschend auf einmal nicht (mehr) für Dich da sind.

 

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Dank für das Foto gebührt Ashley Busenbark (auf Unsplash)!