Unter Druck (un-)vernünftige Entscheidungen treffen?

Oder lieber rechtzeitig ankündigen, dass es Zeit ist, mal eine Pause zu machen – damit niemand verletzt wird, falls man explodiert, oder damit sich niemand selbst damit schadet, dass alles, was zu lange dauert, irgendwann an die Nieren gehen kann (statt Angst davor zu haben, „abzutreten“, einen Raum zu verlassen und dadurch etwas Wichtiges zu verpassen – in der Erwartung, dass andere, die nachkommen, genauso „druckresistent“, also widerstandskräftig und bereit sein müssen, Schmerzen so lange „tapfer“ bzw. mit Hilfe von abhärtenden bzw. „nervtötenden“, vermeintlich schmerzstillenden Mitteln auszuhalten, bis sie tatsächlich losrennen oder sich für das Malheur, das ihnen, „ohne dass sie etwas dagegen hätten tun können, passiert“ ist, entschuldigen müssen)

Wir leben in einer Welt, in der sich ein enormer Druck aufgebaut hat, so viel, dass Menschen nicht mehr nur ihre Gebete, sondern „Flugzeuge“ und Menschen gen Himmel schicken, in der Hoffnung, dass diese ihnen ihr zukünftiges Leben erleichtern. Es lässt sich unschwer auch bei uns in Europa daran erkennen lässt, dass sich viele Menschen wie Ge- (oder Ver-?)triebene verhalten bzw. entweder in einer Aufbruch- oder Endzeitstimmung befinden, je nachdem, ob sie da, wo sie sich gerade befinden, bleiben oder sich ein „ruhige(re)s Plätzchen“ suchen wollen, an dem sie die Möglichkeit haben, sich zu erleichtern.
Menschen tragen – vielleicht nicht immer, aber jedes Mal, wenn es ihnen bewusst (gemacht) wird – vieles mit sich herum: nicht nur

  • (Ab-)Wasser in ihrer Blase,
  • angefutterten Speck auf ihren Hüften oder „schützend“, schmerzstillend, um ihre inneren (Bauch-)Organe „gehüllt“ (deren Gefühle bzw. natürlichen Bedürfnisse sie lange ignoriert haben,
  • privates Eigentum oder ein Vermögen, das weit über das hinausgeht, was ein einzelner Mensch zum (Über-)Leben bzw. einem vernünftigen, gesunden und glücklichen, möglichst sorgenfreien Dasein braucht bzw. besitzen müsste, oder
  • die (Privat- sowie Staats-)Schuld(en) dafür, dass sie so leben können, wie sie – vermeintlich freiwillig – wollen, obwohl unsere Vorgängergenerationen den Rahmen dafür eng abgesteckt und uns eher wenige Möglichkeiten überlassen haben, unser Leben wirklich frei wählen zu können,

sondern auch – zumindest solange sie es nicht analysiert, also in all seine(n) Einzelteile aufgelöst haben – ein mehr oder weniger schlechtes Gewissen, das auf ihrer Seele lastet.

Alles, was ich hier fast täglich aufschreibe, würde auf meiner Seele lasten, wenn ich es nicht loswerden könnte.
Mich begeistert und verzaubert die Natur und alles, was das Leben ausmacht, nicht nur; mich macht auch vieles wütend oder unendlich traurig, was ich mir tagtäglich ansehen oder anhören muss, was vor allem auf dem Mist der Menschen gewachsen ist, den sie bereits seit Jahrtausenden, aber extrem seit beginn der Industrialisierung auf diesem Planeten und mittlerweile auch im All hinterlassen. Mir schießen regelmäßig Tränen in die Augen, nicht weil ich verzweifeln würde, also nicht wüsste, was Menschen tun können bzw. mit Sicherheit tun werden, um „wenigstens irgendetwas“ zu tun, um sich selbst (wieder) besser zu fühlen: nämlich weiterhin

  • Notfallhilfe leisten bzw.
  • ermutigende oder tröstende Worte nach dem Motto „nicht geht ewig so weiter, sondern alles auch wieder vorbei“ aussprechen, sich (gegenseitig oder selbst) aufschreiben oder in Bilder und schöne Melodien verpacken,
  • zur „Aufmunterung“ bzw. Ablenkung Feste feiern, Alkohol trinken oder „bewusstseinserweiternde“ Drogen nehmen (die zwar in der Lage sind, Scheuklappen zu beseitigen, aber vor allem bei Dauerkonsum nicht dazu, bei klarem Bewusstsein zu bleiben) oder
  • in eine selbstgeschaffene, gut vor äußeren Einflüssen geschützte „Parallelwelt“ – entweder die Einsamkeit oder eine familiäre, religiöse oder sportliche (Interessen-)Gemeinschaft – flüchten, in der die eigenen seelischen, geistigen oder körperlichen Bedürfnisse ohne Druck von außen frei nach eigenem Belieben (und Zeitplan) ausgelebt werden können.

Die wenigsten Menschen ignorieren ganz bewusst das, was gar nicht zu ihrem eigenen Leben gehört, sondern fühlen sich zuständig für die Belange von Menschen, die weder jemals freiwillig persönlich an sie herangetreten sind noch sie selbst so interessieren, dass sie sie gerne kennenlernen, geschweige denn bei regelmäßigen Treffen länger in der eigenen Nähe ertragen würden. Es ist heute „normal“, dass überall auf der Welt, bis in die entlegensten Winkel Politik gemacht wird, die ursprünglich nur dazu geschaffen wurde, das Zusammenleben von „Geschäftstätigen“ (zu Lasten bzw. auf Kosten der „Bedürftigen“) zu organisieren.

Ich persönlich habe wenige Bedürfnisse, für deren Erfüllung ich von einem Geschäftsführer oder einer Geschäftsführerin angeleitet werden müsste… Mir haben glücklicherweise meine Eltern beigebracht, meinen Mund aufzumachen und zu sagen, wenn ich etwas brauche oder mit etwas nicht einverstanden bin.
Ich trage alleine die Konsequenzen dafür, dass ich so „dumm“ war, mir viel Wissen anzueignen, das mich befähigt, die Natur und auch die Menschen in vielerlei Hinsicht nur zu gut zu verstehen, also auch die unsichtbaren (inneren sowie äußeren) Zwängen wahrnehmen zu können, unter dem sie stehen und handeln. Auf mir lastet der Druck, dass ich weiß, dass alles, was Menschen verdrängen oder einfach (so weiter) laufen lassen, mit der Zeit nur schlimmer bzw. zäher zu verarbeiten wird: In „Glaubensgemeinschaften“ aufzuwachsen oder zu leben, in denen keine umfassende ehrliche Aufklärung herrscht, ist es für „Mitglieder“ entweder schmerzhafter, also beschämender, sich nicht vollständig unter Kontrolle zu haben, also auch jeden (Termin-)Druck von außen ignorieren und „völlig frei“ und selbstständig agieren zu können, oder kein Verständnis für oder Mitleid mit „Opfern der eigenen inneren Bedürfnisse“ zeigen zu können, seien sie auch noch so leicht absehbar und rechtzeitig planbar.

Ich frage mich tagtäglich: Wie lange sind Menschen noch bereit, weiter die Zähne zusammenzubeißen und so zu tun als würden sie (und auch andere, die ihnen nicht nur in die Augen oder das Gesicht, das Dekolleté oder den Kragen, sondern auch genau auf die Hände schauen) nicht bemerken, dass

  • ihnen längst der (Angst-)Schweiß auf der Stirn (ihrer hochroten oder leichenblassen) Gesichter steht,
  • sie angefangen haben, nervös auf der Stelle zu treten bzw.
  • ihre ganze Körperhaltung verrät, dass sie etwas zu verbergen versuchen, was ihnen offensichtlich peinlich ist auszusprechen?

Es ist, wie alles, nur eine Frage der Zeit, wann die nächste menschengemachte (Gedanken-)Blase oder mediale Bombe platzt (bzw. Menschen, die mächtig unter Druck gesetzt wurden über einem Land abgeworfen wird, das angeblich davon „befreit“ werden muss oder sich „freundschaftlich“ mit Waffenlieferungen an der „Befreiung“ anderer Länder beteiligt bzw. damit im eigenen Land „Arbeitsplätze finanziert“ oder davon profitiert, dass

  • geplatzte (Traum-)Blasen Platz für neue machen,
  • „ausgebombte“, also traumatisierte Menschen „gut“ behandelt und versorgt werden wollen,
  • Kollateralschäden beseitigt werden und
  • zerstörte Ländereien wieder „hübsch neu“ aufgebaut werden „müssen“, damit sich Menschen hinterher erleichtert fühlen können, dass die alten endlich verschwunden sind).

Menschen vertuschen gerne, was ihnen peinlich ist und betreiben zur Not auch eine höchst kreativeTatortreinigung„, die anderen eine Lehre sein soll, z.B. indem sie spezielle Lehrbücher dazu schreiben, Lehrpersonal darin ausbilden und Lehranstalten aufbauen (die angeblich dazu dienen sollen, dass andere nie in dieselbe Bredouille kommen, also lernen, wie sie sich zu ver-halten haben).
Auffällig werden irgendwann immer Wiederholungstäter und -täterinnen, die ihre Ziele, Druck noch länger auszuhalten, ehrgeizig weiter verfolgen oder damit andere Menschen herausfordern, die ihre eigene Selbstkontrolle als höher einschätzen oder (noch) keine Angst davor haben, irgendwann die Hosen herunterlassen zu müssen, um sie – vielleicht sogar noch mit Unterstützung Dritter – wieder zu reinigen (weil sie meinen zu wissen, wie man das unauffällig macht).

Ich weiß nicht, ob es Wut oder Mitleid ist, die bzw. das mir manchmal das Gefühl gibt, platzen zu können, wenn ich mir die Menschen betrachte, deren ganze Körperhaltung oder deren verzerrtes Gesicht mir verrät, was sie versuchen, sich zu verkneifen – weil sie sich für ihre natürlichen Bedürfnisse schämen bzw. verlernt oder nie gelernt haben, ihnen zu folgen. Menschen, die in der Angst leben, dieselben (Druck-)Fehler wie ihre Vorgänger und Vorgängerinnen zu machen, weil ihnen niemand erklärt hat, zu verstehen, wie all das geschehen konnte, was sie seit ihrer Geburt durchleben „mussten“, neigen dazu, sich unnötig viel Druck damit zu machen, genau das zu vermeiden.
Es macht viel mehr Sinn, sich ausreichend Zeit – auch für Pausen – zu nehmen, um sich in Ruhe alles zu durchdenken bzw. in Erfahrung bringen, was man – vermeintlich – freiwillig oder völlig unbewusst und unkritisch von ihnen übernommen hat, und gut zu überlegen, wie man damit alternativ umgehen könnte (ohne das „böse“ oder – wenn alles endlich vorbei ist – „gute Ende“ zu erahnen, dass das nehmen „muss“, was man tut, wenn man es weiterhin so betreibt, also anfeuert anstatt individuell „wohldosiert“, ohne dabei Schmerzen zu verursachen, den Druck herauszunehmen).

 

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader (natürlich nicht auf natur-highlights.de)!

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