Lebenslang – ein auf- oder unauffälliges, artiges oder unartiges – Kind

Wenn auch erwachsene Menschen keine Antworten auf ihre berechtigten Fragen bekommen; um (Taschen-)Geld betteln oder sich gut dafür verkaufen können müssen; Genehmigungen brauchen, um alleine weg- bzw. irgendwohin fahren zu können oder sich erst schriftliche Entschuldigungen dafür holen müssen, dass sie krank sind

Ich muss sagen, ich habe mir – als ich noch Kind war – das Erwachsenenleben anders vorgestellt.
Ich habe schon früh festgestellt, dass mir die meisten „Arbeitgeber“ unsympathisch sind – weil sie dafür, dass ich mir „mein Geld“ bei ihnen verdienen kann, Dinge von mir verlangen, die sich nicht richtig anfühlen.
Ich konnte mir noch nie vorstellen, dass es mich glücklich(er) machen würde, mir meine Freizeit oder Dinge, die ich brauche, für etwas erkaufen zu „müssen“, was ich nicht tun will bzw. guten Gewissens – auch nicht für andere – tun kann.
Vermutlich haben mich die Menschen, die ich mir anschauen konnte, bzw. ihre „Lebensweisheiten“ – „wenn Du mal groß bist, …“, „wenn Du erst einmal Geld verdienen musst, … – nicht davon überzeugt, überhaupt in ihre Fußstapfen treten zu wollen.

Heute weiß ich, dass man überhaupt nicht sehr groß werden muss, um sich hin und wieder großartig fühlen zu können, und dass niemand Geld verdienen muss, wenn er oder sie damit zufrieden ist, was uns das Leben völlig kostenlos schenkt – einfach, wenn wir in der Lage sind, darauf zu warten bzw. etwas dafür zu tun.
Denn sowohl die Natur als auch viele Menschen sind bereit, das, was sie besitzen, zu teilen – solange sie etwas dafür zurückbekommen, was auch nicht für Geld zu kaufen ist bzw. sein muss: ihnen beim Überleben zu helfen bzw. ihnen das Leben etwas zu erleichtern.
Es ist bestimmt nicht einfach, es macht oft wenig Spaß, die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen zu müssen, wenn andere nachfragen, was „man eigentlich macht“ oder „damit anfängt“ – wenn man das selbst auch nicht so ganz weiß, sondern nur fühlt, dass es richtig oder der einzige Weg ist, den man unter gegebenen Umständen gehen möchte.
Ich kann mich nicht erinnern, dass mich jemals jemand gefragt hätte, ob ich es überhaupt auf diesem Planeten leben möchte – zu Zeiten wie diesen, in denen sich Menschen von anderen Menschen, die sich aus mir völlig unverständlichen Gründen „Vorgesetzte“, (Regierungs-)Chefs oder „Autoritätspersonen“ nennen können, wie kleine Kinder behandeln lassen „müssen“.

Seit ich mich erinnern kann, verzichte ich liebend gerne auf Dinge, die mir andere schmackhaft machen wollen, und lasse mir für Entscheidungen Zeit – solange ich nicht sicher bin, dass ich wirklich, also auch langfristig, etwas davon habe, bzw. hinterher bereuen würde, dass ich mir etwas habe andrehen oder sogar verkaufen lassen. Ich habe schon auf vieles verzichtet, aber auch schon oft bereut, dass ich mich nicht früher intensiver mit dem auseinandergesetzt habe, was ich in meinem Leben so getan habe. Auch ich lerne immer noch dazu, was ich tatsächlich zum Leben brauche und was nicht.

Immerhin habe ich mir selten die Verantwortung für andere aufgelastet, die davon abhängig gewesen wären, dass ich mich um sie kümmere und lebenswichtige Entscheidungen für sie treffe, – was sie z.B. von mir zum Essen oder Trinken bekommen, welche Beschäftigungs- oder Ruhe- und Schlafmöglichkeiten bzw. Atemluft oder Raumtemperatur ich ihnen biete – weil sie dazu nicht selbst in der Lage sind. Für mich ist es eine „verantwortungsvolle Aufgabe“, mir am Ende meines Lebens noch selbst in die Augen schauen zu können und lieber zu wenig als zu viel dafür getan zu haben, dass vor allem andere zufrieden mit dem sind, was ich für sie – erwartungsgemäß – getan habe.

Vielleicht ist das egoistisch. Vielleicht ist es auch notwendig, wenn man möglichst selbstständig – artgerecht – durchs Leben kommen, sich lebenslang mit sich selbst, der Erde und der freien – statt kultivierten, künstlich (oder auch künstlerisch) veränderten – Natur verbunden fühlen möchte statt das Vertrauen in sie und den Sinn von Leben und Tod zu verlieren. Ich muss mich nicht erst noch (damit auch andere mich sehen können) selbstverwirklichen. Mein Leben ist seit dem Tag Realität für mich, an dem ich auf diese Erde gekommen bin, und ich lasse mich überraschen, wohin es mich noch führen wird – wenn ich meistens (wenn ich dabei nicht eines Besseren belehrt werde) genau das auch für andere tue, was ich ganz für mich alleine für das Beste halte.

 

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Dank für das Foto gebührt Pixabay (auf pexels.com)!

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