Wie sich angeblich umweltbewusste Menschen selbst betrügen

… oder sich vielleicht auch nur von anderen betrügen lassen, die davon profitieren (dass es Menschen gibt, die sich vor allem unbewusst von ihrem Unterbewusstsein oder ihren Gefühlen leiten lassen)

Ein Bewusstsein für die Natur und ihre Kreisläufe zu entwickeln erfordert mehr als ein wenig Schulwissen und das, was Medien in der Absicht verbreiten, ZuhörerInnen, LeserInnen oder zumindest KäuferInnen zu gewinnen oder behalten.
Es erfordert außerdem

  • Zeit und Muße, die Natur, sowohl ihre BewohnerInnen und Ressourcen als auch sich selbst in Ruhe genau zu beobachten (denn Eile und/oder Ungenauigkeit führt dazu, dass wichtige Details übersehen oder überhört werden, und verleitet zu Fehlschlüssen),
  • einen kreativen Kopf, in dem auch noch eigene Fragen entstehen (zu allem, was in der Welt um sich geht), nicht nur neue Ideen (wie man Problemen leicht aus dem Weg gehen oder sie schnell wieder beseitigen kann), und
  • Ausdauer, die Ursachen von bestehenden Umweltproblemen zu erforschen, ihnen also auf den Grund zu gehen (statt an die „üblichen Verdächtigen“ in der Politik oder neuen „Schuldigen“ in der Industrie oder unter den Menschen zu glauben, die es schon seit jeher gibt, ohne dass sonst jemand zur Verantwortung gezogen werden könnte oder müsste).

Probleme lassen sich nur nachhaltig lösen, wenn alle, die – vor allem wenn sie wiederholt in ähnlicher Form auftreten – mit ihnen zu kämpfen haben, weil sie sie nicht (mehr) ignorieren können, verstanden haben, warum es sie gibt, wo also ihre Ursprünge zu suchen sind.
Die größten Probleme handeln unserer Erde also meiner Meinung nach die Menschen ein, die nur nach vorne schauen wollen und die Vergangenheit oder sogar Gegenwart als so rückständig oder unvollständig betrachten, dass sie schnellstens verändert und um bessere Produkte oder Dienstleistungen ergänzt werden müsste.
Dabei könnte allen Menschen längst klar sein, dass unsere Welt bereits jetzt von Müll überflutet ist, den im Grunde niemand zu einem glücklichen Leben braucht bzw. der sogar immer mehr Menschen krank macht, weil sowohl bei seiner Herstellung als auch beim Zerfall toxische Substanzen entstehen, die sich in unserer Umwelt anreichern (während nur ein paar wenige Menschen auch reich damit werden).

Bewusstsein hat nicht nur damit zu tun, im Augenblick zu leben und alles zu glauben, was man sieht bzw. mit den eigenen Sinnen überprüfen kann.
Bewusst lebende Menschen wissen auch um die oder zumindest ihre eigene Vergangenheit und Zukunftsoptionen: Ihnen ist bewusst, wie sie zu dem Menschen geworden sind, der bzw. die sie heute sind, und was aus ihnen werden könnte, wenn sie genau das weiterhin tun, was sie bisher in ihrem Leben getan haben.
Niemand kann wissen, was geschieht, wenn wir bewusst beschließen würden, einfach mal etwas oder sogar alles, was sich schon mal als überflüssig oder kontraproduktiv, herausgestellt hat, anders zu machen als vorher. Das kann jede/r nur für sich selbst herausfinden.

Wer weiß, vielleicht könnten wir so – wenn alle mitmachen würden – sogar all die Probleme lösen, mit denen Menschen seit Jahrtausenden oder Millionen zu kämpfen haben?
Allerdings würden wir dann nicht wissen, ob wir sie auch damit hätten lösen können, dass wir einfach alles genau so hätten weitermachen können wie bis zum jetzigen Zeitpunkt: wie wir dachten, dass wir sie – alleine oder gemeinsam – lösen oder zumindest gut – zufrieden, bequem oder sogar glücklich – mit ihnen weiterleben könn(t)en …

Was ich weiß ist, dass uns allen immer hinterher bewust ist, was wir alles hätten anders machen können.

 

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Dank für das Foto gebührt Brian Yurasits (auf Unsplash)!

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