Was ist nur aus den Menschen geworden – die nie so sein wollten wie „die anderen“?

Wie sich Menschen, die (familiäre) Strukturen brauchen, denen sie blind vertrauen können, zu empathielos funktionierenden Robotern entwickeln können, die zwar noch gerne in Erinnerungen schwelgen, aber im Grunde trotzdem alles, woran sie mal geglaubt haben, vergessen zu haben scheinen

Es ist normal, dass Menschen sich im Laufe ihres Lebens vor allem äußerlich verändern. Aber nur wenige, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend gegen die gemein- oder gesellschaftlichen Strukturen rebelliert haben, die sie in ihrer freien Entwicklung (hin zu dem, was bzw. wer sie gerne sein wollten) behindert haben, scheinen sich bzw. ihren inneren (Ideal-)Vorstellungen – z.B. von Frieden, Freiheit, Gewaltlosigkeit, der Gleich- und/oder Einzigartigkeit der Menschen – ihr Leben lang treu bleiben zu können.

Besonders rücksichtsvolle Menschen, die anderen wiederholt gerne freiwillig Platz machen, – auch wenn die sich dann verhalten als

  • würde ihnen die Welt alleine gehören,
  • müssten alle anderen ihnen zuliebe auf ihre Freiheiten oder eigenen Ansprüche verzichten oder
  • wäre es normal, dass man dann auch freiwillig allen Müll wegräumt, den sie hinterlassen (haben) –

werden häufig feststellen, dass irgendwann gar kein (Rückzugs-)Raum mehr für sie selbst bleibt, an dem sie vor dem Einfluss anderer sicher wären.

Vielleicht ist es gut, sie so in Erinnerung zu behalten, wie sie mal waren: als gute FreundInnen, denen man einmal vertraut hat (die sich aber anderen Menschen untergeordnet und damit ihre Vertrauenswürdigkeit abgegeben haben).
Vielleicht ist es auch gut, die Gedanken an sie loszulassen und sich an vertrauenserweckenderen Menschen zu orientieren, die

  • noch nicht in einer Masse von mehr oder weniger gleichgeschalteten, gleichartig funktionierenden, berechenbaren Individuen untergegangen sind,
  • (weiterhin) zwischenmenschlichen Idealen folgen und
  • noch für Überraschungen gut sind.

Für mich als Verhaltensökologin ist es immerhin eine Erklärung (wenn auch keine Entschuldigung für das, was unzählige Menschen damit anrichten), dass es ihnen vielleicht selbst (gesundheitlich) schlecht (damit) geht. Gegen ungute Gefühle (von Ohnmacht oder Schwere) versuchen schon Kinder, (es) sich selbst möglichst leicht zu machen und dafür zu sorgen, dass es in erster Linie ihnen ein gutes Gefühl verschafft, dass sie keine oder zuindest wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse „anderer“ (insbesondere wenn sie ihnen noch völlig oder generell ziemlich fremd sind) – nehmen, geschweige denn Verantwortung für sie tragen, d.h. ihnen Rede und Antwort stehen müssen.

Es gibt hin und wieder auch Menschen, die werden einem mit der Zeit sympathischer, obwohl man früher nicht viel mit ihnen gemeinsam hatte. Und einige verändern sich irgendwie nie, während man selbst viel Neues dazulernt, Enttäuschungen erlebt bzw. neue Angewohnheiten entwickelt.
Am Ende, wenn die alten verschwunden sind, werden jedenfalls immer neue Arten von Menschen zurückbleiben, die ihre Chance bekommen, alles anders zu machen als die vor ihnen.
Es bleibt für die WissenschaftlerInnen der Zukunft jedenfalls spannend, zu erforschen, was sie wie und warum aus sich und dem, was war, gemacht haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Kelly Sikkema (auf Unsplash), und dafür, dass sie mich auf das verlinkte Musikvideo aufmerksam gemacht hat, gebührt er meiner lieben Freundin Suleika (die ich seit mehr als 25 kenne und auch heute noch (mit-)erleben darf – wie sie auf ihre Weise friedlich Widerstand gegen vieles leistet, womit sie nicht leben will)!

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