Hinterher sind wir immer schlauer (aber körperlich und/oder gesellschaftlich gezeichnet, wenn wir uns nicht auch wieder auf ein anderes Level begeben können)

Warum am Ende nie alles besser, sondern nur anders sein wird als vorher (und nie dauerhaft innere Zufriedenheit oder Frieden zwischen Menschen herrschen wird, ohne dass sie bzw. er täglich neu beschlossen wird und alle bereitwillig dafür sorgen, dass dieser Zustand so erhalten bleibt)

Lebewesen, also nicht nur Menschen, mit einem Bewusstsein, sind von Natur aus in der Lage bzw. – weil sie es gar nicht abschalten können – dazu verdammt, zu lernen, d.h. neue Einsichten zu gewinnen. Sie entwickeln sich – ihren Körper und Geist, meiner Meinung nach auch ihre Seele – dabei weiter, so dass sie am Ende ihres Lebens schlauer, sich ihrer selbst und ihrer Umwelt bewusster als zu Beginn.

Manche Menschen machen gleich am Anfang ihres Lebens sehr schmerzhafte, traumatische (Lern-)Erfahrungen. Aus Angst vor weiteren oder aus Trotz gegenüber denen, die ihnen danach noch etwas beibringen wollen, was ihnen neue Schmerzen bereiten könnte, behalten einige, vielleicht – je nach Schwere der Traumatisierung – sogar alle, eine individuelle Lernbehinderung bei, die sie davon abhält, die Welt und andere Lebewesen so zu erfahren, wie sie wirklich – von Natur aus – sind und aufgrund von Naturgesetzen auch bleiben werden: auf einem natürlichen Kurs in Richtung Zukunft (und Weiterentwicklung des Lebens, also auch des eigenen Bewusstseins), den kein Mensch verändern kann – weder maschinell noch mit geistigen Techniken. Am Ende wird immer die Erkenntnis herrschen, dass Menschen, die die Welt nach ihrem Willen verändern bzw. besser machen wollten, damit gescheitert sind.

Die Welt ist – so wie sie ist – gut, in einem perfekten Gleichgewicht zwischen Überfluss und Mangel, der Menschen täglich dazu antreibt, ihn zu beseitigen, um satt zu werden. Nur den Menschen ist sie schon lange nicht mehr gut genug bzw. der Mangel oder die Angst davor zu groß.
Sie versuchen seit jeher, sich ihr Leben zu erleichtern und sich – vorsorglich – gegen „Mangelerscheinungen“ abzusichern. Jede Generation wünscht sich, dass es ihre Kinder mal besser, schöner haben sollen – und macht dabei im Grunde alles nur schlimmer: Denn Menschen, die zur eigenen Sicherheit Vorräte horten (oder Geld sparen), nehmen anderen Ressourcen weg.
Wer nach „Perfektion“, dem Gefühl von absoluter Güte (oder Sicherheit) strebt, zeigt dabei ein immer hässlicheres Gesicht – weil Menschen, wie alle anderen Lebewesen auch, nicht perfekt sind bzw. es nie sein können. Perfektion ist ein Endzustand , eine Verfassung, in der alles gut zu sein scheint. – Evolution sieht allerdings kein Ende vor, weil es natürliche Zyklen gibt, die – aufgrund der Naturgesetze bzw. des Energieerhaltungssatzes – in der Lage sind, sich ewig zu wiederholen.

Ich denke, es ist kein Zufall, dass am Anfang vieler Kriege der Schrei der Menschen nach einer neuen Verfassung steht bzw. sich Menschen am Ende von Kriegen oft eine neue Verfassung geben, also festlegen, welche Fehler der Vergangenheit sie nicht wieder mache wollen.
Nicht alle Länder dieser Erde bzw. im Grunde kein einziges (denn es gibt keinen globalen Friedensvertrag) besitzen bereits ein Grundgesetz, das Menschen vor feindlichen Übergriffen – sei es durch ihre eigene Regierung, ihre Nachbarn oder ihre Nachbarländer – schützt, sobald diese in der Lage sind, sich eigene Gesetze zu machen – mit Geld oder (Waffen-)Gewalt.

Gewalt neigt von Natur aus dazu zu eskalieren, wenn niemand bewusst de-eskaliert, im Wissen, dass es sonst auch viele „Unschuldige“ treffen wird, die nur zur falschen Zeit am falschen Ort – am Ort eines Kampfes oder Krieges, den andere begonnen haben – waren bzw. gelebt haben und sich wehren mussten, um überleben zu können.
Irgendwann, sobald Menschen des Kämpfens müde werden (weil ihnen bewusst wird, was sie da eigentlich tun bzw. zu was sie selbst fähig sind), wird immer – zusammen mit einem Bewusstseinswandel und neuen Vorsätzen für ein zukünftiges friedliche(re)s Miteinander – Frieden einkehren und alles – vorübergehend – wieder gut sein. So wie schon immer in der Vergangenheit.
Ich kann es mir zwar noch nicht ganz vorstellen, aber ich würde mir wirklich wünschen, dass alle Menschen, die sich Homo sapiens nennen (wollen), irgendwann einsehen, wo ihre Denkfehler liegt: Wer die Natur oder andere (Menschen, Tiere, Pflanzen oder andere lebendige Wesen) willkürlich – nach eigenen Gesetzen, denen alle anderen nicht erst zustimmen müssen – beherrschen, sie ohne sie oder sich selbst zu fragen, ob man das überhaupt darf, be- oder ausnutzen (sie sich Untertan machen) will, darf sich nicht wundern, wenn sie sich das irgendwann nicht mehr Gefallen lässt bzw. lassen und hart zurückschlägt bzw. -schlagen.

P.s.: Menschen, für die alles perfekt ist, weil sie alles erreicht haben, was sie in ihrem Leben erreichen wollten, lassen sich aus Langeweile oft genauso viel Unsinn einfallen (den sie oder andere hinterher wieder ausbügeln müssen) wie andere, denen man nichts Recht machen kann, aus Ehrgeiz – weil sie nie zufrieden mit sich oder dem sind, was sie besitzen, mit anderen teilen oder ihnen schenken, also tun oder aufgeben, sein lassen, könnten.

 

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Dank für das Foto gebührt Steven Lasry (auf Unsplash)!

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