Von der – in der Geschichte der Menschheit – zyklisch wiederkehrenden „Modeerscheinung“ der Maskierung – in immer subtilerer oder absurderer Form

Warum sich Menschen gerne verstecken oder sogar freiwillig gemeinschaftlichen (Gruppen-)Zwängen fügen – somit anderen Menschen, die Vorgaben machen, unterwerfen- und gesellschaftliches Theater mitzuspielen

Irgendein Grund hat sich in der Geschichte der Menschheit immer mal wieder gefunden, das eigene Gesicht hinter etwas zu verbergen, das es entweder hübscher macht oder den ganzen Menschen gefährlicher aussehen lässt als er oder sie eigentlich ist. Einzelne Menschen, die sich (gerne) – ganz bewusst oder weil sie es sich, nachdem sie es bei einzelnen anderen gesehen haben, einfach zur Gewohnheit gemacht haben – maskieren, unterstreichen damit (wenn sie nichts hinter ihrer Maskerade verstecken wollen) ihre Individualität. In Gruppen von Menschen, die gemeinschaftlich ihr Gesicht verbergen (müssen), ist Individualität dagegen eher unerwünscht: Einzelne sollen darin lieber untergehen, also nicht als Menschen auffallen, die gar nichts zu verbergen haben (bzw. anderen vielleicht ein schlechtes Gewissen machen, weil sie sich keine eigene Maske leisten können). Es gibt immer Menschen, die davon profitieren, dass andere Menschen sich ihren Maskenverordnungen unterwerfen:

  • MaskenherstellerInnen;
  • Menschen, die ihr eigenes Gesicht nicht gerne – oder stattdessen besonders gerne unter Maskierten – offen zur Schau tragen; und
  • Menschen, die die (physio- und psychologischen, individuellen und gesellschaftlichen) Schäden beheben können, die durch das Tragen von Masken entstehen (die die freie Atmung – über die Gesichtshaut oder Mund und Nase – und somit die Sauerstoffversorgung und Entgiftung des Körper behindern.

Irgendwann sind Maskenbälle oder „Alltagsmasken“ immer auch wieder aus der Mode gekommen. – Vielleicht weil Menschen sich nicht nur gerne in die Augen schauen, sondern sich auch mal gegenseitig die Zähne zeigen wollen oder das Bedürfnis haben, sich freundlich-zurückhaltend anzulächeln. Vielleicht auch, weil Menschen von Natur aus offene und ehrliche Wesen sind und ihnen irgendwann klar wurde, was dahinter steckte – welche Lügen und Täuschung (dass sie Menschen schöner oder ungefährlicher für andere machen könnten) oder welche Scham (von Menschen, die ein ängstliches Gesicht damit verbergen wollten, das sie nicht gerne offen zeigen).
Nicht allen Menschen ist bewusst, welchen Schaden es anrichten kann, sich als Mensch nicht so zu zeigen, wie man tatsächlich ist. Viele haben offenbar noch kein Verständnis für den (Un-)Sinn von Maskeraden. Das Bedürfnis, aus Spaß oder zum Selbstschutz (weil sie denken, dass es besser für sie oder andere ist) die eigene Mimik – die eigenen Gefühle – vor anderen zu verstecken bzw. mit einem Stück (Kunst-)Stoff, Holz, Porzellan oder vielleicht sogar Haut und/oder Haar eines verstorbenen Tieres oder Menschens zu überdecken, kehrt offenbar zyklisch wieder. Ich vermute – als Verhaltensforscherin – wenn Menschen über längere Zeit zu offenherzig waren und in blindem Vertrauen gegenüber anderen freizügig alles von sich preisgegeben haben.
Die Enttäuschung kann groß sein, wenn andere – die offene Ehrlichkeit selbst nicht gewohnt sind und (noch) nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen – dieses Vertrauen missbrauchen. Allerdings kann sie genauso groß sein, wenn Menschen hinter Masken irgendwann ihr wahres Gesicht zeigen. Deshalb würde ich mir nicht nur als Ökologin (denn dadurch ließen sich viele natürliche Ressourcen sparen!), sondern auch als Gesundheitswissenschaftlerin wirklich wünschen, dass Menschen der Natur – ihrer eigenen Gesundheit und der anderer – zuliebe irgendwann das freiwillige oder angeordnete Versteckspiel einfach komplett sein lassen würden.
Ich bin überzeugt, dass viele Menschen dann sogar mit dem Suchen nach ihrem Glück oder der Liebe aufhören könnten und leicht herausfinden würden, was wirklich in ihnen steckt (das sie bisher davon abgehalten hat, sich einfach glücklich zu schätzen oder geliebt zu fühlen).

P.s.: Es mag vielleicht helfen, die eigenen Atemwege kurzzeitig vor Staub oder anderen gesundheitsschädlichen Partikeln und heißem Qualm zu schützen, wenn es mal brennt. Menschen ohne ehrliche Aufklärung über die möglichen Folgen und persönliche Haftung bei Schäden dazu zu veranlassen, sich über längere Zeit oder sogar tagtäglich Situationen auszusetzen, die ihre Lungen so sehr schädigen können, dass sie sich in den Auszeiten nicht wieder davon regenerieren, stellt eine Straftat dar – nämlich Leugnung von Tatsachen bzw. (Wissenschafts-)Betrug oder Nötigung zur Körperverletzung. Ich denke, es ist kein Zufall, dass vor allem Menschen, die Verbrechen begehen (wollen) dafür sorgen, dass sie nicht eindeutig identifiziert werden können, ihr Gesicht dabei also nicht zu erkennen ist. Allerdings können auch Finger- und Fußabdrücke oder andere Muster genauso verräterisch sein ….

 

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Dank für das Foto gebührt Jacek Pobłocki (auf Unsplash)!

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