Von Menschen, die sich selbst beweisen oder andere davon überzeugen wollen, dass sie (keine) Monster oder Engel sind

Wenn das, was andere über das sagen, was sie selbst tun, nicht zu dem passt, wie Menschen sich dabei fühlen – verletzt, heruntergewürdigt, oder geliebt und beachtet

Menschen, die von ihren Eltern oder anderen Menschen, die ihre (Kindheits-)Entwicklung begleitet haben oder noch begleiten, im Glauben erzogen werden oder wurden, sie seien ein Wunschkind oder eine böse Überraschung, ein Unfall, ein Engel oder Monster (gewesen), müssen – um sich in ihrem eigenen Körper wohlzufühlen – dieses Feedback zu sich selbst in Einklang mit dem bringen, wie sie sich selbst fühlen bzw. von außen – im Spiegel – betrachten.
Wer nie erklärt bekommen hat, also nicht versteht, wie Gefühle entstehen und auch wieder vergehen bzw. beeinflusst werden oder sich körperliche Bedürfnisse, geistige Vorlieben und die eigenen (Widerstands-)Kräfte mit der Zeit verändern können, erlebt sich selbst als Gefangene/r in einem System, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Ein Ausweg, um sich wenigstens – äußerlich oder innerlich – gesund, heil, zu fühlen, ist es daher für Menschen, entweder für andere deutlich – mit Erkennungszeichen – zu zeigen, womit sie sich selbst identifizieren, oder eher heimlich das auszuleben, was sie – entgegen der Erwartungen bzw. Überzeugungen oder Bestätigungen, die ihnen andere entgegenbringen – von sich selbst als Mensch halten.

Andere Menschen für herzlose Monster zu halten, weil sie sich wie welche aufführen, kann genauso ein Irrtum sein wie sie als Engel zu sehen, die gekommen sind, um Menschen zu retten.
Ich würde sogar behaupten, dass es immer ein Irrtum ist. Jeder Mensch ist dazu in der Lage, von einer Plage für andere zu einem Geschenk des Himmels zu werden – sobald das, was er oder sie kann, gebraucht wird, also seine oder ihre besonderen – individuellen – Fähigkeiten auch für andere von Nutzen werden.

Es gibt viele kreative Menschen, die sich – weil sie wenig Beachtung finden – viel einfallen lassen, um möglichst vielen anderen Menschen damit dienen zu können.
Nötig haben sollte das meiner Meinung – als Menschenrechtlerin – nach niemand.
Allerdings kann etwas, was einige Menschen als menschenunwürdig – un- oder abartig – betrachten, weil es ein – schambehaftetes Tabuthema für sie ist (über das man am Besten weder nachdenkt noch redet), anderen, die sich damit auseinandergesetzt haben und sich sicher sind, dass niemand dabei verletzt wird oder etwas unfreiwillig tun muss, Freude bereiten.
Damit die Würde wirklich jedes einzelnen Menschen – mit seinen bzw. ihren unterschiedlichsten Fähigkeiten, Möglichkeiten und Bedürfnissen oder einer eigenen Meinung und einem Glauben bzw. einer inneren Überzeugung – unangetastet bleibt, müssten sich alle Menschen auf dieser Erde sowohl ihres eigenen Menschseins als auch der Menschlichkeit aller anderen Menschen bewusst sein … Es ist also weiterhin viel Aufklärungsarbeit zu leisten, wenn ich sehe oder höre, wie viele Menschen – wie im „finstersten Mittelalter“ oder noch früheren Zeiten – immer noch an Götter und Göttinnen (speziell in Weiß) und Engel (der Zukunft) oder Teufel und DämonInnen (in Rot oder Schwarz) glauben bzw. davon überzeugt sind, dass es sie tatsächlich gibt. Im Grunde können alle Menschen, die sich wohl damit fühlen, diesen Glauben auch behalten – solange sie andere nicht dazu bekehren bzw. zur Not auch (wie nicht nur die katholische Kirche) mit Waffengewalt dazu missionieren wollen, ihre eigene Religion, ihre familiären oder kulturell – in den Tiefen vergangener Zeiten – begründeten Sitten und Gebräuche, abzulegen. Das werden Menschen mit freiem Zugang zu Informationen bzw. wenn sie damit konfrontiert werden ohnehin freiwillig tun – sobald ihnen bewusst ist, wie sehr sie nicht nur andere damit verletzen oder bereits verletzt haben, sondern auch sich selbst immer wieder damit schaden.

 

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Dank für das Foto gebührt Donovan Reeves (auf Unsplash)!

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