Menschen, die es vorziehen, diszipliniert in jedem Chor zu singen statt eigenverantwortlich aus der Reihe zu tanzen, wenn ihnen etwas nicht passt, …

… quälen auch gemeinschaftlich andere Menschen mit dem, was sie tun bzw. – für die Augen oder Ohren anderer – von sich geben (wenn sie die für den „falschen Ton“, das unpassende Lied oder die schlechte Choreographie verantwortlichen DirigentInnen oder LehrerInnen nicht rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht, das Übungsprogramm boykottiert oder die eingespielte Gruppe verlassen haben)

Es ist vielleicht schön zu wissen, dass man nicht der oder die einzige ist, der oder die dazu beiträgt, dass andere – die vielleicht sogar Geld dafür bezahlt haben – sich nicht gut unterhalten, sondern von einer Darbietung nicht nur berührt, sondern belästigt oder schwer angegriffen fühlen können.
Allerdings sollten Menschen – vor allem, wenn sie die Wut eines großen Publikums, also vieler Menschen, die sich von dem, was sie hören oder sehen mussten, beleidigt fühlen, damit auf sich gezogen haben – dafür sorgen, dass ihr Gesicht nicht so leicht mit ihrem eigenen Namen in Verbindung gebracht werden kann, also so bescheiden sein, ihn nicht besonders erwähnen zu lassen.

Menschen, die gerne immer wieder anonym – ohne individuell, mit dem eigenen Namen, angekündigt zu werden – auf Bühnen stehen, geht es allerdings selten darum, mit Freude und Leidenschaft – der Bereitschaft, auch schmerzhafte Erfahrungen zu machen und Kritik hinzunehmen, also sich von anderen beurteilen zu lassen –  vor anderen so aufzutreten, wie sie sind (nur um vor anderen zu zeigen, was sie auch ohne ZuschauerInnen tun könnten). Es scheint ihnen vielmehr Spaß zu bereiten, eine einstudierte Show vor Publikum abzuziehen, bei dem sie damit etwas erreichen können; sei es nur, dass sie hinterher dafür beklatscht oder anders belohnt bzw. bezahlt werden – selbst wenn sie nicht einmal eine Glanzleistung abgeliefert haben.

Es gäbe auf dieser Welt keine „großartigen Leistungen“, die Menschen nur gemeinschaftlich erbringen konnten, wenn es keine Menschen gäbe, die – vielleicht aufgrund fehlenden oder schwachen Selbstwertgefühls, -bewusstseins oder -vertrauens – Angst davor hätten, selbst die volle Verantwortung für ihre angeborenen und durch ihre Lebenserfahrungen erworbenen Talente tragen zu können, die sie anderen anbieten könn(t)en. Es gäbe auf dieser Welt vieles nicht, wenn Menschen nicht das Bedürfnis hätten, nicht nur das, was sie schon haben, selbst(ständig) produzieren können oder wissen, miteinander zu teilen, sondern auch andere mit dem belasten, was ihnen fehlt – so dass sie bereit sind, diesen Mangel mitzutragen und Dinge zu erschaffen, die angeblich dazu da sein sollen, diese Mängel zu beseitigen.
Allerdings gäbe es aber auch nicht immer wieder kollektive Versagen – wenn Menschen sich eingestehen würden, wie überflüssig im Hinblick auf unser gesellschaftliches Leben vieles von dem ist, was einige weiterhin in großem Stil produzieren; ohne Rücksicht darauf, wie unsere Welt – nicht nur Menschen oder Tiere, sondern die ganze Natur, unser Lebensraum – darunter leidet. Einzelne, vor alle unkreative, Menschen könnten – unkoordiniert, ohne ihre Gemeinschaften, die sie in allem unterstützen, was sie tun – so viel Unsinn gar nicht alleine umsetzen, ohne dass andere (die unter dem leiden, was sie tun) sie immer wieder in ihre Schranken weisen bzw. sich freiwillig gar nicht wiederholt anschauen oder anhören würden, was sie sich Neues haben einfallen lassen.

Aber da Geld diese Welt regiert und man Geld nur erfolgreich verdienen kann, indem man es vielen Menschen aus der Tasche zieht, werden Menschen wohl noch viele Ideen umsetzen, die entweder vielen gleichzeitig Nutzen bringen oder schaden. Wer die Naturgesetze kennt und weiß, dass es das eine nicht ohne das andere gibt, hütet sich am Besten – vorsorglich – vor allzu großen Menschenmengen und/oder Massenproduktionen und -waren oder sorgt zumindest für genügen Ausgleich, um sich immer wieder – individuell – davon regenerieren zu können.

 

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Dank für das Foto gebührt Colin Michael (auf Unsplash)!

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