Dein Recht auf Wut und Mutproben oder andere berauschenden Gefühle …

beinhaltet nicht das Recht, gewalttätig (gegen sich selbst oder andere) zu werden und Menschen oder andere fühlende Wesen (die Schmerzen und Angst empfinden können) damit in Gefahr zu bringen oder zu verletzen

Wie Du sicher(er) vorbeugen kannst, davon nicht krank zu werden oder andere damit krank zu machen, dass Du selbst zu viel (er-)tragen, Dir verkneifen oder herunterschlucken musst

Je nach ihrer individuellen Natur, ihrer Herkunft und ihren Lebenserfahrungen schlagen – (lebens-)mutige oder ängstliche – Herzen für die unterschiedlichsten Dinge oder anderen Lebewesen ntweder schneller und/oder in höheren Tönen oder bleiben in ihrem Angesicht (fast) stehen. Was die einen traurig oder wütend macht oder ihre Gefühle anders in Wallung bis hin zur Verzweiflung bringt, ist für andere gewöhnlicher Alltag: etwas, an das sie sich gewöhnt und das sie vielleicht sogar lieb gewonnen haben, weil es ihnen Sicherheit vermittelt.

Mich hat schon immer wütend gemacht, wie unachtsam viele Menschen mit Tieren oder der Natur umgehen, wie wenig Rücksicht sie auf fühlende oder sogar schmerzempfindliche und zu Trauer fähige Wesen nehmen, die keinerlei Möglichkeiten haben, für ihr natürliches Lebens- bzw. Naturrecht zu kämpfen.
Nicht nur das fehlende Schuldbewusstsein anderer, sondern auch die Unterdrückung des eigenen Selbst (zugunsten der leidverursachenden, gesundheitsschädlichen oder naturzerstörerischen Bedürfnisse anderer Menschen) kann aggressiv und/oder – gleichzeitig bzw. abwechselnd – depressiv, also „wahnsinnig“ krank machen.

Intuitiv, von Natur aus, suchen Menschen, die sich alleine (oder in Gemeinschaft der Menschen, die Zurückhaltung ihrer Gefühlsäußerungen von ihnen erwarten) nicht wohl und entspannt in ihrem eigenen Körper fühlen, sich deshalb vorsorglich – ihrer eigenen Gesundheit bzw. ihrem Seelenheil zuliebe – „Gleichgesinnte“: Menschen, die ihre Gefühle oder (Sehn-)Süchte nach schmerzfrei(er)en, (er)leichter(nd)en, aufheiternden Erfahrungen teilen und in deren Gegenwart sie sein und sich selbst ausleben – verwirklichen – dürfen, wie sie wollen.
Es liegt in der Natur des Menschen, sich selbst erfahren bzw. finden zu wollen, wenn man denkt, in dieser Welt verloren oder nicht (genug) anerkannt zu sein. Den eigenen Lebensmut, die eigene Lebensfreude suchen Menschen meist darin, dass sie versuchen, sich

  • mit Hilfe von bestimten Ablenkungsmanövern vom eigenen Selbst – mit möglichst berauschenden Mitteln oder Erlebnissen, die ihr Denken blockieren – entweder völlig zu vergessen oder
  • durch bewusst(er) wahrgenommene, gefühlte und zusätzlich selbstständig durchdachte, selbsterklärende, Erfahrungen (wieder) besser zu verstehen.

Nicht viele Menschen haben allerdings (bisher) ein umfassendes, biologisches, physiologisches, Wissen darüber bzw. Bewusstsein dafür, wie unsere im Inneren aufsteigenden Gefühle in Verbindung mit unseren äußerlich – mit Hilfe unserer Sinnesorgane – wahrgenommenen körperlichen Erfahrungen „funktionieren“:

  • wovon sie getriggert werden und
  • welche Suchtgefahren sie bergen bzw.
  • welche Auswirkungen gewöhnliche oder ungewöhnliche Erlebnisse auf unserem Körper und Geist, also unser Gehirn haben, und
  • wie wir sie selbstständig – ohne Hilfsmittel außer vielleicht Menschen oder andere Erinnerungshilfen, die uns anfänglich dabei unterstützen, bis wir uns daran gewöhnt haben und es uns in Fleisch und Blut übergegangen ist – in unserem Alltag unter Kontrolle halten können, ohne uns auf Dauer damit zu schaden.

Es macht immer Sinn, bestimmte gesellschaftliche Regeln festzulegen, die verhindern sollen, dass Menschen unter dem Einflüsse überbordender Gefühle oder (Sehn-)Süchte gewalttätig werden und andere verletzen können. Nur bringt es wenig, natürliche Gefühle oder (Sehn-)Süchte, also unbefriedigte menschliche Bedürfnisse nach Erlebnissen verbieten – illegal machen – zu wollen, die sich kreative Menschen auf andere – nicht weniger aggressive, gewalttätige oder selbstzerstörerische – Weise beschaffen können.
Ohne umfassende Aufklärungsarbeit – nicht über „gefährliche Substanzen“, sondern die zugrundeliegenden menschlichen „Schwächen“, ihr fehlendes Schuld- oder Unrechtsbewusstsein und die damit verbundenen (Sucht-)Risiken (für ihr eigenes bzw. das Leben anderer) wird meiner Meinung nach weder die Wut noch Unrecht aus der Welt verschwinden, solange Menschen leben.
Es gibt kein (Natur-)Recht, das uns von unserer Verantwortung als Menschen entbindet und uns erlaubt, anderen die (alleinige) Schuld zu geben

  • daran, dass sie wieder andere nicht über alles informiert haben, was für sie – ihr Leben – wichtig gewesen wäre (um „etwas“ daraus zu machen);
  • für eigene Gefühle wie Wut, die sich mit dem Verstand beherrschen bzw. in andere, weniger aggressive Energieformen umwandeln lassen;
  • am eigenen Wissensstand (über das Leben oder das eigene Glück und/oder Unglück bzw. wie Menschen sinnvoll damit umgehen können, es also nutzen oder missbrauchen können, um für alles eine Entschuldigung zu haben).

Menschen sind – vor allem ab einem bestimmten Alter, in dem andere ihnen das Bewusstsein zutrauen, die Folgen ihrer Handlungen abschätzen zu können – in erster Linie selbst für alles verantwortlich, was sie in oder mit ihrem Leben anstellen. Nur gefragt werden sie eines Wissens nach nirgendwo auf dieser Welt, ob sie sich selbst überhaupt bereit – informiert genug – dazu fühlen, die Verantwortung für all ihre Taten tragen zu wollen bzw. deren Folgen absehen zu können.
Für mich ist die Wut vieler Menschen auf andere, besonders ihre Vorgängergenerationen, die nicht verhindert, sondern – mehr oder weniger – freiwillig mit dafür gesorgt haben, dass die Welt heute ist, wie sie ist, leicht nachvollziehbar. Nur weil es zu unserem Alltag gehört, unsere eigenen „negativen“ Gefühle verstecken zu müssen, um andere nicht damit „anzustecken“, heißt das noch lange nicht, dass das „natürlich“, normal“ oder sogar „gut“ (und der eigenen Gesundheit dienlich) wäre.

Es macht daher Sinn, (Begegnungs-)Räume für alle Arten von Menschen anzubieten, die entweder über ihre Gefühle reden oder sich einfach nur möglichst viel bewegen, z.B. ausgelassen tanzen, rennen oder um sich schlagen wollen – solange davon ausgegangen werden kann, dass sie wissen, warum sie

  • fühlen, wie sie fühlen;
  • wollen, was sie wollen bzw.
  • brauchen, was sie zu brauchen glauben.

Denn wer sich an unnatürliche, von Menschen in die Welt gebrachte Ersatzbefriedigungen gewöhnt oder aus Unwissen und fehlender Vorsicht abhängig von suchterregenden natürlichen Substanzen hat, braucht vor allem (ein neues) Verständnis für sich selbst und das (eigene) Leben oder andere (die nicht dieselben Lebenserfahrungen und Kommunikationsmöglichkeiten haben) und Zeit zur schrittweisen Entwöhnung, nicht nur von der Wut auf andere, die nichts über ihre eigene wissen (wollen), sondern auch auf die Gewalt(enteilung) in menschlicher Hand, zu der viele lieber schweigen als sich dazu zu bekennen (dass es sie befriedigt, sie ausüben zu dürfen).

 

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Dank für das Foto gebührt Max Titov (auf Unsplash)!

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