Schmutzige Wäsche zu waschen macht noch lange keine weiße Weste

Wenn religiöse Reinheitsgebote und/oder medizinische Hygieneregeln nicht nur den eigenen Körper und Geist oder sogar die eigene Seele krank machen, sondern damit ganze Gemeinschaften vergiften können – die damit einen gemeinsamen „Volkskörper“ gegen Feinde ihrer (körperlichen, geistigen oder seelischen) Gesundheit immun machen wollen

Als Naturforscherin und Gesundheitswissenschaftlerin kann man den Glauben an die Menschheit – an den gesunden Menschenverstand – leicht verlieren.
Menschen, die es für ungesund halten,

  • sich schmutzig zu machen oder „unreine“ Gedanken zu haben,
  • Erde bzw. „Dreck“ zu (fr-)essen, auch oder vor allem, wenn man etwas zu viel gewagt und sich dabei auf die Schnauze gelegt hat,
  • sich nicht täglich unter eine Dusche zu stellen oder irgendwie anders Körper, Geist und Seele rein zu waschen,
  • Kleidung mehr als ein einziges Mal für ein paar Stunden am eigenen Körper zu tragen oder sich selbst nicht erst herauszuputzen, bevor sie sich in Gesellschaft anderer begeben,

haben ein – vermutlich kulturell bedingtes – gestörtes Verhältnis zu ihrer bzw. unserer menschlichen Natur.
Sie (ver-)zweifeln eher an sich selbst und dem, was sie denken bzw. fühlen, statt in Zweifel zu ziehen, was andere ihnen über „Gott und die (naturwissenschaftlich oder theologisch begründete) Welt“ erzählen.

Dabei könnte beides so leicht in Einklang gebracht werden – wenn Menschen nur denen Glauben schenken bzw. vertrauen würden, die ihnen all ihre Fragen beantworten können bzw. versuchen, mit ihnen gemeinsam Antworten zu finden (statt sie damit zufrieden stellen zu wollen, dass das „einfach – grundlos – so oder Gottes Wille sei„, ohne dass man dem auf den Grund gehen und es verstehen oder – alleine oder gemeinsam – etwas daran ändern könnte.
Vielleicht fragt sich der eine oder die andere, warum er oder sie im Laufe des Lebens so viele Allergien entwickelt hat – auf Wasch- oder andere Reinigungsmittel, Duft- oder andere Stoffe und (künstliche) Fasern oder Dinge, die er oder sie einmal gerne mochte und eigentlich auch gerne wieder (ohne schlechtes Gewissen) essen würde.
Dass gottgewollt ist, dass Menschen in ihre Leben leiden oder vieles „nur noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht“ ist, um allen Menschen helfen zu können, das kann glauben, wer will.

Ich persönlich halte die Natur, unsere Mutter Erde, für die „fürsorgliche Herrscherin“ über alle Lebewesen, die allen, die sich an ihre Gesetze und Spielregeln zu halten versuchen, eine faire (Überlebens-)Chance gibt (Fehler sind also erlaubt), um ihre eigenen Fähigkeiten unter den bestehenden Bedingungen bestmöglich zu nutzen und aus ihren Fehlern – wenn sie nicht zu leichtsinnig oder lebensmüde waren und zu häufig wiederholt werden – zu lernen.
Wer selbst schon Erfahrungen mit Heilerde gemacht hat, wer die heilende Wirkung der Natur kennt, weiß, dass nicht alles, was nach Schmutz, Chaos oder auch tot aussieht, schlecht für die eigene Gesundheit ist.
Und wer weiß, unter welchen gesundheitlichen Problemen – die Körper, Geist oder das Seelenleben betreffen können – Menschen in besonders weißen Westen oder Kitteln (die behaupten, Leben oder die Natur retten zu wollen) leiden, wird sich davor hüten, ihren angeblich vernünftigen Reinigungsempfehlungen bzw. Hygieneverordnungen zu unkritisch Folge zu leisten.

 

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Dank für das Foto gebührt Megan Lee (auf Unsplash)!

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