(Nicht mehr) Auf in den täglichen – sinnvollen oder unsinnigen, auf Dauer gesundheitsschädlichen – Kampf?

Genug ist immer erst genug, wenn Menschen alleine oder gemeinsam beschließen, dass „irgendwann mal Schluss damit“ ist

In einem Großteil unserer Welt herrscht das Kriegsrecht: Das Recht

  • der Stärkeren, die (Waffen-)Gewalt bzw. (Geld-, Haft- oder andere)Strafen bis hin zu Mord und Totschlag nicht nur androhen, sondern tatsächlich – oft sogar rechtmäßig – umsetzen können, oder
  • der Schlaueren, die wissen wie man andere Menschen betrügerisch – mit gesundheitsschädlichen und damit auf Dauer selbstzerstörerischen Lock- bzw. Werbemitteln – dazu bringt, ihre eigene Abwehr zu schwächen bzw. ganz zu verlieren, bzw. die über genug Bestechungsmittel verfügen, um BetrügerInnen für sich arbeiten zu lassen.

Selbst PazifistInnen, die sich verbindliche Friedensabkommen wünschen, müssen – wenn sie sich ihre eigene Gesundheit, also ihre Kraft, Ausdauer und Flexibilität erhalten wollen – täglich Widerstandskämpfe gegen Gewalt und Unterdrückung, Zerstörung und Ausbeutung – ihrer selbst oder anderer – führen.

Vielleicht gibt es Menschen, die tatsächlich Frieden geschlossen haben mit dem Leben, das sie führen, so dass sie auch keinen Widerstand mehr leisten wollen gegen (Klein-)Kriege und andere Ungerechtigkeiten, die sie – wenn sie woll(t)en – jeden Tag spüren oder sehen bzw. von denen sie im Grunde überall hören könn(t)en.
Vielleicht gibt es tatsächlich Menschen, die nur noch in ihrem eigenen Hier und Jetzt leben und sich mit allem zufrieden geben können, was ihnen geboten wird.
Vielleicht macht es für einige Menschen Sinn, mehr oder weniger fest damit zu rechnen, dass sowieso alles so bleiben, mit der Zeit automatisch wieder besser oder nur schlimmer werden würde, wenn sie versuchen würden, etwas an dem zu ändern, woran sie sich gewöhnt haben. Menschen können sich nicht nur an alles gewöhnen; sie sind sogar dazu in der Lage, all ihre Gewohnheiten – selbst wenn sie sie sich gegen innere Widerstände antrainieren mussten – so liebzugewinnen, dass sie denken, sie würden zu ihrer Persönlichkeit gehören.

Für mich ist es noch nie eine Option gewesen, zufrieden zu sein mit dem, was ist – mit den Lebensumständen, unter denen ich leben muss, weil ich in sie hineingeboren wurde – oder zu hoffen, andere würden dafür sorgen, dass die Welt „automatisch“, mit Hilfe von göttlichen Kräften oder menschengemachten (Bio-)Technologien, (wieder) friedlicher, schöner oder besser wird. Solange viele Menschen gar nicht wissen (wollen), wie die Welt aus naturwissenschaftlicher und/oder biologischer, leicht verständlicher und nachvollziehbarer Sicht wirklich ist, können sie auch gar nicht wissen, warum es auf dieser Erde überhaupt Kriege gibt, um

  • die Verteilung lebensnotwendiger natürlicher Ressourcen wie Wasser, Nahrung oder Wohnraum,
  • den Anspruch auf bestimmte, ausgewählte SexualpartnerInnen oder Familienzugehörigkeiten bzw.
  • andere Besitzansprüche oder Hoheitsrechte (über Land und die dort ansässigen Lebewesen oder Dinge, die Menschen als ihnen zugehörig gesichert wissen wollen)

zu klären.

Viele Menschen haben meiner Meinung nach nur noch keine anderen Möglichkeiten gefunden, um Grenzen abzustecken bzw. sich sinnvolle eigene zu setzen, sondern verschaffen sich Erfolgserlebnisse damit, sich Freiheiten zu erkämpfen statt sich darauf zu verlassen, dass ihnen von Natur aus ein (Natur-)Recht auf ein Leben in Freiheit zusteht, solange sie niemandem damit schaden und von niemandem erwarten, dass er oder sie es schützt.

Heute können Menschen allerdings dem Ansehen anderer angeblich einfach nur dadurch schaden, dass sie sich nicht an gesellschaftliche Regeln und Normen halten.
Heute können Menschen zu sogenannten StaatsfeindInnen werden, sobald sie sich weigern, Steuern zu zahlen dafür, dass Kriege und Naturzerstörung bzw. Propaganda subventioniert wird, um (Bio-)Technologien weiter vorantreiben zu können (mit der die Welt noch nie besser, sondern „nur“ für viele das Leben einfacher, bequemer, wurde).
Heute können Menschen zu SozialschmarotzerInnen ernannt werden, weil sie keine Sozial- oder Krankenversicherungsbeiträge leisten, also einzahlen wollen in Systeme, die auf hierarchischer Unterdrückung basieren und nie zum Ziel hatten, Menschen gesund zu halten oder glücklich zu machen, sondern als „Arbeitstiere“ bei Laune zu halten.
Heute kann Menschen vorgeworfen werden, sie würden anderen böswillig Schaden zufügen wollen, weil sie Aufklärungsarbeit leisten darüber, dass unsere Vorgängergenerationen sich dafür haben gewinnen bzw. kaufen lassen, Kriege zu führen, zu morden und ganze Länder zu zerstören, nur um sie hinterher – angeblich schöner und besser – wiederaufbauen zu können.

Während die Wirtschaft für einige (weiter) boomt, kämpfen (immer mehr) andere ums Überleben.
Denn auf der Erde herrscht ein fragiles Gleichgewicht zwischen (Lebens-)Kräften bzw. Energien, die sich als positive und negative nicht feindlich gegenüberstehen, sondern ergänzen.
Umso besser sich also manche Menschen in ihrem Leben (mit anderen) schlagen wollen, umso mehr Glück kann ich ihnen nur dabei wünschen, die Gegenschläge zu ertragen.
Viel sinnvoller – nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern mit Sicherheit auch für das eigene Gewissen der Natur und zukünftigen Generationen gegenüber – wäre es, sich stark zu machen gegen Kriege und mit anderen, unterschiedlichsten Menschen zusammenzutun. Selbst wenn FriedensaktivistInnen aus Verzweiflung manchmal mit scheinbar brutalen Mitteln gegen andere kämpfen, weil sie sie provozieren, verfolgen sie immer ehrlichere, friedlichere, umweltfreundlichere Absichten als andere, die ihre Kriegspläne nur hinter verschlossenen Türen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit schmieden, während sie behaupten, es gäbe keine, also lügen.
Menschen sind – wenn sie es wollen – dazu in der Lage, Abkommen miteinander zu treffen und Friedensverträge zu schließen. Wenn diese allerdings nachhaltig verbindlich sein sollen, dürfen sie nicht nur mit Handschlag und unter Zeugen, sondern müssen sie auch unter Bürgen geschlossen werden, die persönlich dafür haften, also mit dafür einstehen wollen, dass sich alle möglichst so daran halten, dass jegliche Kriegstreiberei, die zur Eskalation neigt, aus unserem Alltag verschwindet.

Es braucht meiner Meinung nach keine vorsorglichen Verbote oder neuen Gesetze, aber genug mahnende Erinnerungen, um den gesunden Menschenverstand zu aktivieren, den alle Menschen von Natur aus besitzen, aber im Laufe der Zeit – vermutlich durch zu viele Regeln und Beschlüsse, die sie selbst gar nicht mitbestimmen durften, und zu einseitiger Erinnerungskultur – immer mehr verloren zu haben scheinen. Die Macht Stärkerer kann durch friedliche Gemüter nur mit genug Erinnerungsvermögen oder angelernten Wissen um die Vergangenheit, mit Mut und eigener, ausdauernder Widerstandskraft gebrochen werden.
Ich hoffe also, dass es auf der Welt genug von ihnen gibt und irgendwann das im Grunde menschenunwürdige Kriegsrecht, das vor langer Zeit – vermutlich erst nachdem die Armeen groß genug waren, um sich Erfolge davon versprechen zu können – ausgerufen wurde, einvernehmlich für beendet erklärt werden kann. Wenn genug Menschen

  • eine sinnvollere Verwendungsmöglichkeit für die Energie und andere wertvolle Ressourcen, die für Kriege verschwendet werden,
  • einen Umbau aller Kriegswaffen in sinnvollere Werk- oder Fahrzeuge bzw.
  • sinnvollere Einsatzmöglichkeiten für (ehemalige) SoldatInnen, die Militärgelände und -gebäude

fordern würden (statt zu denken, sie müssten anderen dankbar dafür sein, dass sie bereit sind oder waren, für sie in den Krieg zu ziehen, weil sie selbst nicht mutig oder stark genug dazu wären), wäre vielleicht tatsächlich irgendwann einmal Schluss mit dem Irrsinn: dem sinnlosen Tod von Menschen. Oder habe nur ich den Eindruck, dass nur wenige Menschen wirklich Kriege wollen (weil sie davon profitieren), und die meisten anderen dazu bereit wären, sich friedlich zu einigen, also Kompromisse zu finden, mit denen alle so frei wie möglich weiterleben können.
Denn nur weil Menschen denken, sie hätten noch nicht genug bekommen und sich mehr verdient, heißt das nicht, dass sie anderen einfach etwas wegnehmen dürfen, ohne sie erst fragen zu müssen – es sei denn vielleicht ihren Glauben an Lügen, wenn sie ehrlich miteinander kommunizieren.

 

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Dank für das Foto gebührt Felicia Buitenwerf (auf Unsplash)!

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