Die gefährlichen Helfer der Natur

Wie sich die Natur vor Missbrauch zu schützen versucht

Die Natur bietet sowohl Menschen als auch Tieren nicht nur tägliche Nahrung, die sie gesund am Leben hält, sondern auch vieles, was sie – kurzfristig, wenn es ihnen schlecht geht oder ihnen langweilig ist – als „Heil“- oder Rau(s)chmittel verwenden können. Auf Dauer gesund ist es weder,

  • Dinge zu tun, die Übelkeit oder Kopf-, Bauch-, Glieder- oder sonstige Schmerzen bereiten, noch
  • sich nichts Sinnvolleres für den eigenen Geist einfallen zu lassen als das eigene Bewusstsein bzw. die eigene Wahrnehmung mit Chemikalien zu verändern, bzw.
  • sich damit zufrieden zu geben, dass beides häufig ineinander greift – aufgrund von Nebenwirkungen bewusstseinsverändernder Substanzen und weil in einem verletzten Körper auch eine verletzte Seele oder ein verletzter Geist wohnt (der bzw. die sich nach Heilung sehnt bzw. sich etwas einfallen lässt, um sich möglichst schnell besser zu fühlen.

Wer sich also unbedacht zu sehr an dem vergreift, was nicht als „täglich Brot“, sondern für Notfälle gedacht ist, darf sich nicht wundern, wenn das eigene Leben dadurch irgendwann schlechter wird bzw. sich das nicht mehr so gut anfühlt, was anfangs einen gewünschten – vielleicht sehr starken oder schnellwirksamen – Effekt gebracht hat.
Ohne die Kenntnis von Gewöhnungseffekten – denn auch nur geringe Nebenwirkungen, die kaum spürbar sind, hinterlassen natürlich ihre Spuren im Körper bzw. Gehirn – laufen „UserInnen“ Gefahr, irgendwann Opfer ihrer einstigen Helfer zu werden (egal ob „natürlich“, also in unveränderter Form der Natur entnommen, künstlich verändert, mit anderen Pflanzenteilen oder Substanzen gemischt oder in einem Labor aufbereitet).

Das Beste für die eigene Gesundheit ist natürlich, sich möglichst natürlich ernähren und frische, un- oder wenig verarbeitete Pflanzenteile zu nutzen, die nicht mit Konservierungs- oder Aromastoffen behandelt wurden, um schmackhaft zu machen, was niemand von Natur aus freiwillig zu sich nehmen würde, der oder die nicht am Verhungern ist.
Leider heißt das aber nicht, dass alles, womit sich ein Effekt hervorrufen lässt, der sich unter bestimmten Bedingungen, in einer bestimmten Lebenssituation gut anfühlt, auch tatsächlich immer gut für einen lebenden Organismus ist.
Noch besser ist es also, sich immer bewusst zu sein, dass man es sich nicht zur Gewohnheit machen sollte, immer nur das gefühlt Beste für sich zu wollen, sondern für ausreichend Abwechslung zu sorgen, sich das ein oder andere „zu viel“ wieder abzugewöhnen und sich vielleicht sogar etwas anzugewöhnen, was man irgendwann vorher für unnötig oder sogar schlecht hielt.

In der Natur gibt es keine Verbote, nur die Möglichkeit, etwas aus dem eigenen Leben über sie (und auch viel über sich selbst) zu lernen.
Ich persönlich habe den Eindruck, die meisten Tiere lernen schneller und handeln vernünftiger als viele Menschen.
Aber sie haben es sich auch weder zum Ziel gesetzt, die Natur erst beherrschen und missbrauchen zu wollen, um sie dann hinterher (be-)schützen zu können.

 

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Dank für das Foto gebührt Pot Head Coffee (auf Unsplash)!

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