Natürlich machen wir das (nicht) freiwillig!

Wenn Menschen sich einbilden, sie würden sich (nicht) von ihren Gefühlen steuern lassen, wenn sie vernünftig – „richtig“ oder falsch“ – handeln

Hunger, Durst, Müdigkeit, Liebe – also Vertrauen und Mitgefühl oder Mitleid bzw. sexuelle Anziehungskraft – oder Verantwortungsgefühle, Angst, Traurigkeit, Wut, Verzweiflung oder andere (Stress-)Energien bzw. Bewegungsdrang nach langem, vor allem erzwungenen, Stillhalten können selbst ein Faultier, das sich jeden Tag nur so viel bewegt, wie unbedingt zu seinem Überleben notwendig ist, zu Leistungen antreiben, die es – wenn man es danach fragen könnte – freiwillig vielleicht nicht erbringen würde.

Wirklich freiwillig können also nur Menschen handeln, denen ihre individuellen Gefühle (die auf ihren eigenen, ganz persönlichen Lebenserfahrungen und den damit verbundenen Erinnerungen beruhen) bzw. ihre körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse bewusst sind, die von Natur aus jeden Tag erfüllt sein müssen, damit wir uns unsere Gesundheit und Lebensfreude erhalten. Wirklich frei darüber entscheiden, ob sie dem folgen wollen, was ihr Kopf, ihr Herz oder ihr Magen bzw. andere Bauchorgane ihnen sagen – weil sie etwas sehen, hören, riechen oder anders zu spüren bekommen – oder nicht, können nur Menschen, die über all das Bescheid wissen, also genug biologische (Menschen-)Kenntnisse besitzen.

Intuitiv handeln wir meiner Meinung nach so, dass das, was wir tun, mit einem inneren Bild von uns selbst, das wir uns im Laufe ihres Lebens bewusst ausgesucht oder un- bzw. unterbewusst (ein-)gebildet haben (bzw. durch unsere Erziehung haben ein-bilden lassen), in Einklang steht. Niemand handelt also aus dem Bauch oder Herzen heraus immer unbedingt so, dass es auch nachhaltig sinnvoll und damit gesund für ihn oder sie ist, auch wenn es vermutlich die meisten Menschen glücklicher macht zu wissen, dass ihr Leben davon bestimmt war, dass sie ihrem Herz statt ihren Bauchgefühlen – also Hunger oder Angst – gefolgt sind.

Wirklich Sinn ergeben und dauerhaft glücklich und zufrieden machen können nur Handlungen, die nicht nur Erleichterung oder Freude bereiten, weil sie sich richtig anfühlen, sondern auch so – verantwortungsvoll durchdacht sind, dass sie anderen leicht – mit einfachen Worten erklärt werden können, so dass jede/r sie verstehen kann.

Ich finde es verständlich, wenn Menschen grausame, unverständliche Dinge tun, – Kurzschlusshandlungen begehen – sobald jemand mit vorgehaltener Waffe vor ihnen steht und ihr Leben bedroht oder das Leben ihrer Liebsten in akuter in Gefahr ist.
Wenn es „nur“ darum geht, einen Job, Geld oder materielle Besitztümer zu verlieren und auf Dinge (oder liebgewonnene Tätigkeiten) verzichten zu müssen, für die sich relativ leicht Alternativen finden lassen würden, fängt bei mir der Zweifel am gesunden Menschenverstand derjenigen an, die sich davon beeinflussen lassen.
Allerdings wachsen heute die wenigsten Menschen wirklich glücklich – unter gesunden Bedingungen, in denen sie ehrlich aufgeklärt werden über das Leben, die Menschen und ihre kulturellen Gemeinschaften – auf. Deshalb ist es für mich als Biologin bzw. Anthropologin wieder leicht verständlich ist, dass sie oft relativ wenig über sich selbst und ihre – natürlichen oder angelernten – Gefühle oder Bedürfnisse (und damit verbundenen Ängste) wissen.

Angst macht mir nur, dass andere Menschen dieses Unwissen skrupellos für ihre eigenen Zwecke ausnutzen können, wenn sie – freiwillig – so skrupellos sein wollen (weil „Gefühlsduselei“ Entscheidungen nur negativ beeinflusst).
Aber vielleicht ist ihnen einfach auch gar nicht bewusst, was sie – vielleicht in bester Absicht bzw. zumindest mit „guten“ Gefühlen (nicht unbedingt, weil sie sich damit wohl fühlen oder ein reines Gewissen deswegen haben) – tun?

Bleibt zu hoffen, dass Menschen, die unser (Ein-)Bildungssystem gestalten, irgendwann einsehen, dass Menschen von Natur aus besser sind bzw. verstanden werden könn(t)en als sie bzw. es seit Langem von „Kultur-“ bzw. „Zivilisationsgeschädigten“ – ohne Wissen über biologische Zusammenhänge – dargestellt wurde und – insbesondere von Menschen, die andere in „Gute und Böse“ einteilen – auch heute immer noch häufig verbreitet wird.

 

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Dank für das Foto gebührt Sofia Sforza (auf Unsplash)!

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