Wie vielleicht aus giftigen Pflanzen (und Tieren oder Pilzen) wirksame Nahrungs-, Heil- oder Genussmittel wurden

Wenn Menschen zu kreativ werden, um zu überleben

Als Wissenschaftlerin mache ich nicht nur Beobachtungen. Ich entwickle Theorien zu allem, was ich sehe und/oder fühle.
Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen wenig Verständnis für ein naturnahes Leben und eine natürliche Ernährungsweise – im Einklang mit der Natur – haben. Wir alle sind beeinflusst von dem, was uns unsere Eltern oder die Gesellschaften, in denen wir aufwachsen, als „normal“ vorgelebt haben, selbst wenn wir uns als Kinder erst daran gewöhnen müssen, dass vieles, was wir überhaupt nicht mögen, gut für uns sein soll oder sein kann.
Weil ich überzeugt bin, dass wir selbst am Besten wissen, was uns – weil wir es spüren, schmecken oder riechen – wirklich gut tut, denke ich, dass das, was wir dazu hören, also gesagt bekommen, nicht unbedingt der Wahrheit entspricht: dem, wie es von Natur aus für uns gedacht ist.

Alles, was wir erst zubereiten, also nicht frisch und roh – in seiner natürlichen Form – zu uns nehmen können, ohne dass uns davon übel wird und wir vielleicht sogar schwer krank werden können, ist meiner Meinung nach ein von Menschen geschaffenes Kunstwerk, seien es gekochte oder anders abgetötete – sterilisierte, konservierte – Pflanzen (oder Tiere) oder Teile, Extrakte, und Mischungen, die daraus gewonnen bzw. hergestellt wurden.
Wir vertragen weder die meisten frischen, ungekeimten Hülsenfrüchte noch die meisten sogenannten Heilpflanzen, -pilze oder Gewürze und „essbaren“ Tiere in Mengen, um nur davon satt zu werden bzw. damit gesund zu bleiben. Da uns die Natur seit Anbeginn der Menschheit – bevor unsere Vorfahren begonnen haben, Nahrungsmittel nicht mehr nur zu sammeln bzw. uns zu erjagen, falls sie in der Lage waren, uns davonzulaufen, zu kriechen, zu schwimmen oder zu fliegen – alles geboten haben muss, was wir zum Leben gebraucht haben, müssten wir auch heute noch in der Lage sein, uns von ihr ernähren zu können, ohne die Methoden zu kennen, die sich Menschen im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte haben einfallen lassen, um sich das Leben bzw. die Nahrungsmittelbeschaffung vielleicht nur leichter, angenehmer zu machen.
Es kostet vielleicht Energie, Pflanzen selbst erst anzubauen oder Tiere selbst zu halten – sie zu kultivieren bzw. zu züchten, zu pflegen und mit dem zu versorgen, was sie als Nahrung brauchen – und/oder sie erst genieß- bzw. über ihre Lebenszeit hinaus haltbar zu machen; aber dafür kann man hinterher einfach zugreifen anstatt sie erneut sammeln bzw. erjagen zu müssen.
Wenn man sich – wie abenteuerlustige Menschen – neue Lebensräume erschließen möchte, ohne zu wissen, ob man dort etwas Essbares findet, kann es überlebenswichtig sein, genug Proviant mitgenommen zu haben, bevor sich die eigene Verdauung an neue Lebensmittel gewöhnt hat.
Der Bauer frisst nur so lange nichts, was er nicht kennt, solange er noch genug von dem hat, was ihn bisher völlig zufrieden gestellt, also gesättigt hat.
Nicht alle Menschen sind so neugierig, so experimentierfreudig, freiwillig „exotische“ Pflanzen, Pilze oder Tiere bzw. Teile davon zu sich zu nehmen und Gefahr zu laufen, sich daran zu vergiften.

Ich weiß nicht, ob wir den VertreterInnen unserer Vorgängergenerationen dafür dankbar sein sollen oder nicht, dass sie es uns ermöglicht haben, uns heute völlig unnatürlich zu ernähren – nicht mehr nur von (Nuss-)Früchten oder Samen, Wurzeln, Knollen oder Rüben, Sprossen oder Keimlingen und jungen Pflänzchen oder Blättern (die keine große Menge an Giftstoffen produzieren, deren Wirkung sich Menschen seit jeher zur Bewusstseinsveränderung oder um damit – bei Unwohlsein – einen Brechreiz auszulösen zu Nutze gemacht haben).
Sehr viele Menschen scheinen aus meiner Sicht unter ernährungsbedingten Krankheiten oder den Folgen ihres zu hohen Fleisch-, Fisch-, Pilz oder Genussmittelkonsums bzw. der Einnahme von wirksamen Heil- bzw. Giftpflanzen in unnatürlichen Mengen zu leiden, auch wenn ihnen gar nicht bewusst ist, dass ihre körperlichen Beschwerden damit zusammenhängen könnten.

Auf der anderen Seite leben andere Menschen sehr gut davon, dass sich so viele Produkte aus Pflanzen, Tieren und diversen Pilzen sowie auch mit Hilfe von Mikroorganismen herstellen und – Dank jahrhunderte- oder sogar jahrtausendealter Werbung dafür – leicht verkaufen lassen.
Jede/r freie Mensch, der oder die freie Entscheidungen treffen kann, bekommt irgendwann (zurück), was er oder sie (sich) verdient hat und unbedingt haben bzw. konsumieren oder in Umlauf bringen möchte. Denn in der Natur wird nichts vergessen, egal ob es mit besten Absichten oder böswillig geschehen ist. Aber ich habe den Eindruck, dass sie normalerweise all denen vergibt, die ehrlich bereuen, was sie sich selbst – ihrem eigenen Körper – angetan haben, weil sie es nicht besser wussten und dachten, sie könnten sich auf das verlassen, was ihnen irgendwann einmal so gelehrt wurde, dass sie es sich zur Gewohnheit gemacht haben.
Nur einschränken oder ganz sein lassen sollten sie es tunlichst bald – um sich nicht weiterhin unnötig stark damit zu vergiften, sondern stattdessen ihre körpereigenen Entgiftungsmechanismen wirksam werden zu lassen.

 

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Dank für das Foto gebührt Conscious Design (auf Unsplash)!

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