Von den (vermeintlich) guten und bösen (Lebens-)Geistern in der Natur

Die Mensch ist voller abergläubischer Menschen, die in der Natur „Böses“ und „Gutes“ zu erkennen glauben und behaupten, sie wüssten, was auch für alle anderen gut oder schlecht ist, ohne zu bemerken, dass es nur für sie selbst „gute“ – vorteilhafte, nährende, kraftspendende, schöne, … – oder schlechte – „böse“, angsteinflößende, energieraubende, auszehrende, … – Dinge oder (Lebe-)Wesen gibt. Dieselben Dinge und/oder (Lebe-)Wesen können allerdings für andere Menschen etwas völlig anderes, vielleicht das genaus Gegenteil, bedeuten.
Jeder Mensch kann die Welt nur subjektiv – mit einem ganz individuellen Hintergrund, also ganz eigenen Lebenserfahrungen und damit verbundenen Gefühlen oder auch Erwartungen an andere – wahrnehmen. Ohne das Wissen darüber, dass

  • es unter Lebewesen keine objektive Einzelmeinung, sondern höchstens einen Konsens über unterschiedliche subjektive Wahrnehmungen oder Erfahrungen geben kann;
  • niemand die im eigenen Körper und Gehirn gespeicherten Erinnerungen abschalten, sie höchstens kritisch betrachten und immer wieder hinterfragen kann;
  • es im lebenden Universum – das von immerwiederkehrenden Zyklen des Entstehens und Werdens oder Seins und des Vergehens und Verschwindens „beherrscht“ wird – immer einen Fluss von Energien bzw. einen niemalsendenden „Umbau“ von lebender in tot erscheinende Materie geben wird, – egal ob Menschen sie als gut oder schlecht empfinden –

können sich Menschen, die alleine nach dem Guten, Schönen und Wahren streben, ohne sich in Ruhe – um sich darüber einig zu werden – mit anderen darüber unterhalten zu wollen, warum sie das vielleicht für schlecht, hässlich oder eine Lüge halten, ewig weiter darüber streiten, was davon denn stimmt.

Was die Lebensgeister einiger Menschen weckt – persönliche Herausforderungen; „gutes“ Essen; Alkohol, Zucker, Koffein, Nikotin oder andere in bestimmten Dosen anregend wirkenden Aufputschmittel, ätherische Öle bzw. Düfte, … – kann andere krank machen oder sogar töten, wenn die Gefahr besteht, dass sie süchtig danach werden und ihre Nerven, ihr Kreislaufsystem oder ihre Lungen und andere Körperorgane dauerhaft damit schädigen.
Es macht keinen Sinn, Dinge oder Lebewesen, die vermeintlich bestimmte „Un- oder Abarten“ verkörpern, zu verteufeln, weil sie – aus welchem Grund auch immer – wichtig sind, damit das Leben auf dieser Erde so „funktioniert“ wie es das tut: so dass alle, die darin entstanden sind, auch darin leben können, solange sie sich an die Regeln anpassen können, die dort herrschen:

Nimm‘ Dir nicht mehr aus der Natur als sich auf natürliche Weise auch wieder regenerieren kann – nur weil du Angst hast, dass Du nicht genug davon haben wirst, weil andere es auch brauchen, bzw. kommuniziere – wenn Du friedlich mit und nicht in ständiger Angst vor „bösen“ Menschen oder andere Wesen und Dingen, die es in Deinem Geist gibt und die Dir passieren könnten, leben möchtest – möglichst darüber, wie sich die verfügbaren Ressourcen gerecht aufteilen lassen, so dass alle damit zufrieden sein könn(t)en und es keinen dauerhaften Krieg darum geben muss, bei dem Deine ganze Art aussterben könnte (weil vor allem testosterongeladene Menschen – also in erster Linie, aber nicht nur Männer – sowohl schnell angriffs– oder kampflustig werden als auch im Affekt weiter gehen als nur persönliche Grenzen zu übertreten, wenn es um ihr eigenes Überleben und die Erfüllung ihrer natürlichen Bedürfnisse geht).

Es ist sinnvoller, achtsam und versöhnlich damit umzugehen, dass

  • nichts in der Natur nur gut oder nur schlecht für alle anderen ist und dass
  • man selbst also im Grunde nichts nur gut oder nur schlecht machen kann.

Wir können den Schaden, den wir in unserem Leben an unserer Natur anrichten, nur so gering wie möglich halten. – Ohne eine sinnvolle Fehlerkultur bzw. ohne die feste Absicht, möglichst wenig an ihr – die von Anfang an im perfekten Gleichgewicht zwischen „guten“, produktiven, und „schlechten“, zerstörerischen Energien, Dingen und/oder (Lebe-)Wesen funktioniert hat – zu verändern, um

  • natürliche Kreisläufe am Leben zu erhalten bzw.
  • aufgrund einseitiger Ressourcennutzung ins Stocken geratene erst einmal wiederzubeleben und
  • immer wieder Neubeginne zu ermöglichen,

können auch Menschen mit den „besten Absichten“ meiner Meinung nach im Hinblick auf ihr eigenes Überleben auf diesem Planeten alles nur noch schlimmer machen.
Wenn ich abergläubisch wäre, würde ich behaupten, „böse Menschen“ hätten absichtlich die Macht übernommen, um den Rest der Menschheit ins Verderben zu schicken oder zu knechten. Ich denke eher, sehr einflussreiche, mächtige Menschen haben die Kontrolle über ihr eigenes Ego bzw. die Verwirklichung ihrer schönen Träume verloren, die sie irgendwann einmal – vielleicht auch für alle anderen – für so gut oder zumindest für so ungefährlich gehalten haben, dass sie sie immer weiter verfolgt haben.
Man kann ihnen im Grunde keinen Vorwurf machen – weil viele andere Menschen, die von Natur aus auch so schlau hätten sein können, um zu erkennen, dass die guten Seiten ihrer Unternehm(ung)en irgendwann die schlechten – umwelt-, gesundheits- oder sogar gesellschaftsschädlichen – schon sehr lange nicht mehr aufwiegen können.

Traditionell wird die Nacht auf morgen schon lange als Walpurgisnacht, zu Ehren einer Frau, und nicht – wie vorher – zum Gedenken an zwei männliche Apostel gefeiert wird, um böse Geister zu vertreiben und auf ein fruchtbares Jahr zu hoffen bzw. männliche und weibliche Energien zusammenzubringen und gemeinsam zu ehren. Sie ergeben – genau wie Gut und Böse – erst in ihrer Verbindung Sinn.
Deshalb ist für mich der einzig „richtige“ Umgang mit ihnen, sie beide so zu akzeptieren, wie sie sind. Aber gleichzeitig ist es für mich wichtig, sich selbst dahingehend zu kontrollieren, sich nicht der Verlockung hinzugeben, sich auf die „bessere“ Seite zu schlagen. Man muss – um des lieben Friedens willen, nämlich um vermeintlich schneller wieder Ruhe bzw. ein hoffentlich darauffolgendes schlechtes Gewissen einkehren zu lassen – auch keinen Rückzieher machen oder eine zweite Wange hinhalten, wenn man weiß, wie man Schläge so abwehrt, dass andere es erst gar nicht ein zweites Mal versuchen.

P.s.: Leider gibt es – trotz Schulbildung und ausreichend wissenschaftlicher Erkenntnisse über die „Schwachstellen“ der Menschen und ihre oft (stress-)hormonell bedingten Abhängigkeiten – immer noch Menschen, die sich einreden (lassen), sie wären von bösen Geistern beherrscht, die sie – um sie zu beruhigen – zu sehr oder falsch „gefüttert“ haben, in Unkenntnis der Gefahr, dass sie dann immer mehr eines Tauschmittels dafür haben wollen, dass sie Ruhe geben … Viel schlimmer finde ich persönlich allerdings die, die sich gebildet nennen (dürfen) und „Besessenen“ entweder einreden, sie könnten gar nichts gegen ihr „unveränderliche Natur“ unternehmen oder bräuchten Medikamente oder andere Heilmittel dagegen.

 

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Dank für das Foto gebührt Jr Korpa (auf Unsplash)!

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