Ein gesundes Lebensgefühl als Abhängige/r?

Menschen, die nicht wissen, wie es sich anfühlt, unabhängig zu sein, weil sie nie völlig frei und unabhängig von süchtigmachenden Substanzen bzw. Mitteln oder Produkten waren, können nur theoretisch wissen, was es bedeutet, mit ihrem gesunden Menschenverstand freie Entscheidungen treffen zu können und sich gesund, im Einklang mit sich selbst und im Frieden mit der Welt bzw. der Natur (im Gegensatz zur kultivierten, zivilisierten Menschenwelt) zu sein.

Kinder, die von den eigenen Eltern besonders „liebevoll“ aufgezogen, aber nicht ausreichend über die natürliche, hormonell bedingte Eltern-Kind-Beziehung bzw. Mutter-Kind-Bindung aufgeklärt werden, können süchtig nach dieser „Liebe“ werden und im späteren Leben als Erwachsene/r verzweifelt nach Menschen suchen, die ihnen genau dieses Gefühl vermitteln (obwohl sie dadurch wieder in ihre kindliche „Opfer“-Rolle statt in die eines gleichberechtigten Partners schlüpfen und im Grunde von Partnerschaften nur enttäuscht werden können, sobald eigene Kinder es – von Natur aus – erfordern, dass ihren Bedürfnissen die volle Aufmerksamkeit geschenkt wird).

Kinder, die während ihrer Entwicklung große Zuckermengen oder andere ungesunden Nahrungsmittel bzw. isolierten und daher einseitigen Nährstoffe im Übermaß essen dürfen, ohne dass ihnen Informationen zu schädlichen Nebenwirkungen dazu geliefert bzw. Möglichkeiten zu einer gesunde Kontrolle ihres Konsums mit an die Hand gegeben werden, können leicht Esssüchtige werden, genauso wie Menschen, die in ihrem Leben Trost in bestimmten Nahrungsmitteln gefunden haben.

Kinder, die in ihrem Leben kein gesundes Spielverhalten mit anderen lernen können, weil sie unfair behandelt werden oder keine ebenbürtigen SpielkameradInnen finden, sind prädisponiert für unterschiedlichste Spielsüchte, egal ob am Computer, im Berufsleben und mit Geld oder in privaten Beziehungen.
Sogar vom Schlafen bzw. ihrem Bett scheinen viele Menschen so abhängig zu sein, dass sie in anderen Betten nicht schlafen können.

Gesunde Menschen sind flexibel, anpassungsfähig und in der Lage, jeden Tag neu zu entscheiden, ob sie heute etwas Bestimmtes zu sich nehmen oder nutzen möchten oder nicht.
Jedes zwanghafte Verhalten, das sich nicht aus einer natürlichen Ursache – wie eine lange Durststrecke oder Zeit ohne Nahrungszufuhr trotz körperlicher Aktivität – ist krank, aber relativ leicht, durch Einsicht, Aufklärung und selbstverantwortliches Verhaltenstraining, also Übung, ganz ohne Medikamente oder andere Heilmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder (technologische) Überwachung durch andere heilbar, wenn vertraute Menschen – vielleicht selbst Abhängige – mithelfen und ein gesundes Miteinander mit gegenseitiger Unterstützung leben.
Ich würde behaupten, dass es aktuell nur wenige gesunde Menschen und Lebensgemeinschaften auf dieser Welt gibt.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

 

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Dank für das Foto gebührt Nijwam Swargiary (auf Unsplash)!

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