Die vermeintliche Unvollkommenheit (durch fehlende Aufklärung und Medienkompetenz) der menschlichen Seelen

Eine Welt der Gedanken und Gefühle in Scherben und voller Lücken (damit Menschen bzw. Medien, die vollkommen virtuelle Welten erschaffen können, weiterleben können)

Viele Menschen bekommen von Kindesbeinen an, sobald sie Worte verstehen können, bewusst oder sogar gezielt – weil in den Gemeinschaften, in denen sie Leben, einem Menschenleben allein wenig oder gar kein Wert zugeschrieben wird – oder unabsichtlich – weil ihre Eltern und LehrerInnen es selbst nicht besser wissen bzw. im Laufe ihres Lebens kein Selbstwertgefühl entwickeln konnten – vermittelt,

  • dass ihnen in ihrem bzw. zu ihrem Leben etwas fehlen würde,
  • dass sie unvollständig wären und im Laufe ihres Lebens erst etwas erreichen müssten, um ein ganzer Mann oder eine echte Frau zu sein, oder
  • dass sie vor allem als LückenfüllerInnen für andere Menschen, denen etwas fehlt, dienen sollen.

In unserer modernen Welt werden Menschen über Medien über die Realität „aufgeklärt“, die in erster Linie eigene Interessen – nicht die ihrer ZuschauerInnen oder ZuhörerInnen (oder SchülerInnen, die von ihnen etwas über das echte Leben lernen wollen) – verfolgen, weil sie entweder Geld mit ihrer Arbeit (für andere) verdienen oder eigene Produkte und Dienstleistungen verkaufen wollen bzw. müssen, um davon leben zu können.
Das, was viele Menschen für die Wirklichkeit halten, ist das, was andere Menschen – Informations- bzw. NachrichtenübermittlerInnen, also Medien oder MedienmacherInnen – ihnen gesagt oder gezeigt oder anders vorgespielt haben, weil die entweder selbst glauben, dass das, was sie sagen, zeigen oder anders beweisen wollen, wirklich so ist, oder sie wissen, dass andere genau das von ihnen erwarten, also erfahrensehen, hören oder fühlen – wollen, damit ihnen das „Lernen“ bzw. Konsumieren dieser Informationen möglichst leicht fällt.

Wenn Menschen also das – vielleicht ständige – ungute Gefühl haben, sie oder ihre Welt wären nicht vollständig, weil ihnen noch etwas Wichtiges (zu ihrer Erfüllung) fehlt oder um sich sich oder sie – in ihrer Ganzheit – zu verstehen, dann

  • haben sie wahrscheinlich irgendwann im Laufe ihres Lebens ihre Naivität, ihre kindliche Neugier und/oder ihren Leichtsinn verloren, die oder der uns jeden Tag viele neue Möglichkeiten (des freiwilligen Dazulernens) eröffnet (und gegen Ignoranz – Nichts-mehr-wissen-wollen – und/oder Schwermut eingetauscht), oder
  • ist vielleicht ihr Glauben an sich selbst bzw. ihr Urvertrauen in die Hilfsbereitschaft anderer zerbrochen, der bzw. das alle Neugeborenen auf dieser Erde noch erfüllt (die sich sowohl aus eigener Kraft als auch mit Hilfe ihrer Mutter oder anderer Menschen ihren Weg an Licht erkämpft haben).

Es gibt zwar die Behauptungen, dass Scherben Glück bringen oder dass wir in unserem Leben bewusst immer wieder Plätze frei halten oder machen sollten, damit etwas oder andere sie ausfüllen kann bzw. können: neue Dinge oder seelenverwandte, ge- oder zerbrochene, Menschen, die sich selbst auch unvollständig fühlen oder ihr Leben nur noch als Scherbenhaufen vor sich sehen und nach einem neuen Halt bzw. nach einem Topf suchen, auf den sie passen, oder nach einem Loch, das sie stopfen können. – Aber was wir gegen eine Leere in uns oder gegen unsere Trauer darüber tun können, dass unser Herz vielleicht sehr an einem „guten Stück“ hing, das – bewusst von anderen oder aus eigenem Versagen – zerstört wurde, nach einer Reparatur nie mehr so aussehen wird wie vorher oder überhaupt nicht mehr zusammengesetzt werden kann, das können nur Menschen wissen, die Erfahrungen damit gemacht haben, wie etwas wieder vollständig heilen kann, ohne dass es aussehen, sich anhören oder sich anfühlen muss wie vor dem Zeitpunkt, bevor es kaputt ging (oder gemacht wurde).

Als promovierte Biologin, Mensch und erwachsene Frau mit 45 Jahren Lebenserfahrung kann ich dazu nur sagen: Es ist keine menschengemachte Technik, die Dinge – sei es vollkommen leblose Materie oder seien es Teile von einst oder noch lebenden Körpern – ersetzen kann, zu denen Menschen von Natur aus eine besondere Beziehung haben oder aufgebaut hatten. Genauso wenig kann ein „neues“ Lebewesen den Platz eines anderen einnehmen, zu dem einmal eine enge Bindung bestand.
Menschen sind allerdings von Natur aus extrem anpassungsfähig und können sich gut mit Ersatzbefriedigungen abfinden. Tief im Inneren wird meiner Meinung nach allen, die das noch tun, so lange etwas fehlen, bis sie verstanden haben, warum sie sich nach etwas sehnen, was sie nicht haben (oder nur denken, nicht zu haben – weil sie anderen geglaubt haben, dass sie es nicht hätten).

Ich denke nicht, dass Schulen oder Universitäten und andere sogenannte Bildungsstätten es jemals schaffen werden, all die Wissenslücken zu enthüllen oder Desinformationen aufzuarbeiten, die durch schlecht aufgeklärte, medien-inkompetente, aber von ihrem – zu einseitigen oder veralteten – Wissen oder Können überzeugte LehrerInnen, JournalistInnen und VertreterInnen viele anderer Berufsgruppen in der Welt verbreitet wurden.
Aber ich glaube daran, dass in einer vollkommenen Welt, in der alles – ganzheitlich – miteinander verbunden ist, irgendwann Klarheit darüber herrschen wird, warum destruktive Menschen Dinge kaputt machen oder Unachtsame sie kaputt gehen lassen bzw. in der Vergangenheit bewusst, mit voller Absicht, zerstört haben, was sie selbst oder viele andere eigentlich gebraucht hätten … „Nur“ um etwas Neues, angeblich Besseres, Schöneres, Einfacheres, Sichereres, … aufzubauen, wovon sie nur dachten, dass sie es bräuchten – obwohl sie es weder fühlen noch wissen konnten.
Wenn dann noch Einigkeit darüber herrscht, was getan werden kann, damit unsere Welt sich davon erholen kann – die Seele/n Natur möglichst rückstands- oder spurlos ausheilen kann/können – kann, dann befinden wir uns vielleicht sogar auf einem guten Weg, nicht mehr nur über unsere menschliche Unvollkommenheit zu jammern, sondern sie sinnvoll auszugleichen: nicht mit (sehn-)süchtig machenden Mitteln oder angeblichen Wegen zum Glück für alle, sondern mit echter, ehrlich gemeinter und individueller, gegenseitiger Hilfe.

 

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Dank für das Foto gebührt Jilbert Ebrahimi (auf Unsplash); meinen Eltern und LehrerInnen dafür, dass sie mich in dem Glauben großgezogen bzw. aufwachsen lassen haben, dass ich so, wie ich bin, gut bin und die Welt, so wie sie ist, gut ist; sowie allen anderen Menschen, die mich deswegen schon ins Zweifeln, zum Recherchieren und Nachdenken oder dazu gebracht haben, meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben (insbesondere meines Liebsten, mit dem zusammen ich nie „Heile Welt“ spielen muss, wenn mir gerade eher danach ist, in Trümmern herumzuwühlen oder Scherben wegzuräumen!

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