Vom Glauben der Menschen an frei erfundene rituelle Handlungen

Wenn nicht nur die Natur darunter leidet (aber kluge und unternehmerisch-begabte Menschen davon profitieren), dass Menschen das Bedürfnis haben, ihrer eigenen geschundenen Seele etwas besonders Gutes zu tun, das sie tröstet

Alle Menschen könn(t)en wissen, dass wir mehr sind als Fleisch und Blut und ein Gehirn, das die Steuerung darüber übernehmen kann.
Allen Menschen könnte bewusst sein, wie sehr wir sowohl mit anderen Menschen als auch mit Tieren, Pflanzen und anderen lebenden und toten Organismen verbunden sind – weil diese Verbindung mehr oder weniger spürbar ist, je nachdem, wie sehr unsere Eltern sie uns vermittelt haben.
Wir Menschen sind wie alle anderen Lebewesen abhängig von den Zyklen der Natur: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Regen- und Trockenzeiten, Kalt- und Warmzeiten, Entstehen und Vergehen, Zunahme von Fülle oder Reichtum und Abnahme bis hin zur Dürre oder kargen Armut.
Allerdings denken viele Menschen, die unter den ihrer Meinung, ihres Empfindens nach, schlechten Zeiten leiden, sie könnten sie vermeiden oder müssten das Gute selbst wieder heraufbeschwören.
Natürlich gibt es selbstverschuldete Zeiten des Mangels: Wenn Menschen sich nicht genug um sich oder andere, die ihnen am Herzen liegen, gekümmert haben, sondern viele „wichtigere Digne“ zu tun hatten, bekommen sie es irgendwann am eigenen Leib zu spüren.
Wenn sie selbst zu viele (eigene oder andere natürliche) Ressourcen sinnlos verbrannt, vielleicht auch verräuchert oder als anderes Opfer dargebracht haben, könnte es sein, dass sie feststellen, dass sie irgendwann keine mehr zur Verfügung haben.

Einen der größten Denkfehler, den sie dann begehen können, ist es, sich Unterstützung bei gleichgesinnten Menschen, in Glaubensgemeinschaften, zu suchen, die versprechen, ihnen beizustehen oder sogar das Himmelreich auf die Erde holen zu können – dafür, dass sie

  • dieser Gemeinschaft ihr Leben, die eigene Lebensenergie und/oder -kraft, widmen,
  • sie womöglich mit ihrem Geld unterstützen oder ihr ihren Besitz überschreiben  und
  • zusätzlich ihre Kinder im selben Glauben erziehen.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um den Glauben an einen Gott oder weltliche HerrscherInnen handelt; daran, dass einzelne Menschen die ganze Wahrheit oder mehr über das eigene Leben, den eigenen Körper oder Geist wissen könnten als man selbst, so dass sie ihm helfen oder ihn sogar heilen könnten.
Aber zum Selbst-Denken wird man von Menschen, die ihren Glauben in der Welt verbreiten wollen, eher selten animiert.
Denn wenn bei allen Menschen Körper, Geist und Seele im Einklang wären, wenn sie überzeugt davon wären, dass sie sich mit Hilfe der Natur – ihrer eigenen Intuition, ihres Verstandes, ihrer eigenen Fähigkeiten oder Möglichkeiten, mit anderen zu kommunizieren, und ihrer Selbstheilungskräfte – immer selbst helfen könnten, würden sie vermutlich damit aufhören, die Natur für ihre individuellen Zwecke und/oder täglichen Rituale willkürlich zu opfern. Ich denke, sie würden beginnen, wirklich nachhaltig, ökologisch, also möglichst sparsam (statt effizient) nutzen und nur das verbrennen, was zu bestimmten Zeiten (eines Zyklus) sowieso oder als Abfall im Überfluss vorhanden ist oder sich zumindest wieder regenerieren kann, bis es dieselben Menschen wieder brauchen.
Ich glaube leider bzw. befürchte allerdings, dass es noch eine ganze Weile dauern könnte, bis genug Menschen unter all den modernen Errungenschaften und ihrem Fortschrittsglauben gelitten haben, dass sie irgendwann bereit sind, ihn wieder aufzugeben und sich stattdessen am Vorbild der Natur – aus der wir alle stammen – zu orientieren, nicht an Menschen, die sie zu ihren Idolen – Vorbildern, denen sie nacheifern oder huldigen, statt sie als das zu sehen, was sie sind (auch „nur“ Menschen) – erhoben haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Emily Bauman (auf Unsplash)!

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