Wer sollte wem warum dienen?

Ist es im Sinne der Natur, dass Pflanzen und Tiere oder andere Arten von Lebewesen sowie unterwürfig-respektvolle Menschen dem Überleben oder vor allem zur Unterhaltung Vergnügungs- oder Herrsch- bzw. Kontrollsüchtiger dienen?

Es gibt Menschen, die verhalten sich wortwörtlich gemäß dem Bibelspruch MACHT EUCH DIE ERDE UNTERTAN.
Welche Art von Mensch diese „Weisheit“ als Wort Gottes in der Welt propagiert hat, kann ich als Biologin nur vermuten. Aber ich habe meine Meinung dazu.
Ich halte Menschen, die eher pragmatisch-berechnend, ökonomisch, (in ihrem Sinne oder global) denken statt das, was sie tun oder wollen, im ökologisch, – Sinne von Biodiversität – also aus unterschiedlichsten (Lebens-)Perspektiven betrachten, nicht für böse oder dumm (oder blind und/oder taub), eher für fehl-, also zu kurz- oder weitsichtig und/oder schlecht informiert (oder schwerhörig, wenn es um ihre inneren Stimmen oder das Gewissen geht, das ihnen andere Menschen hin und wieder machen).

Wir alle müssen in dieser Welt sehen, wo wir bleiben: Es kann lebensentscheidend sein, ob wir uns ein unerträglich schwer erscheinendes Leben leichter machen, wenn wir einfach

  • das tun, was andere von uns erwarten, – weil wir dann möglichst wenig darüber nachdenken müssen, was wir eigentlich selbst wollen – oder
  • kompromisslos nur dem folgen, was wir für richtig halten, ohne also nach Links und Rechts zu sehen oder hören, geschweige denn bei anderen, die eine andere Meinung als wir haben, nachzufragen, warum sie das nicht tun, was also gegen unsere Moralvorstellungen und/oder Rechtsprechung spricht, oder
  • einen goldenen Mittelweg finden zwischen Wegducken (und hoffen, dass alles gut geht) und einer freundlich-dankbaren Verbeugung vor Menschen, die uns das Leben entweder erleichtern oder uns zumindest nicht unnötig zu belasten und das eigene Rückgrat zu brechen versuchen.

Mich belastet es, wenn Menschen „Wichtigeres“ zu tun haben als sich mit dem Überleben der Menschheit auf unserem Planeten zu tun haben, das eng damit zusammenhängt, dass wir nicht ständig weiter Lebensräume vernichten und – um vielleicht einen besseren Überblick über „Freund oder Feind“ zu haben. Es macht für mich keinen Sinn, die Natur wie Menschen bzw. ihre natürlichen Eigenheiten und heutzutage vielen unnatürlichen Angewohnheiten in „gute“ und „schlechte“ einzuteilen, erst recht nicht nach ihrer Bereitschaft, anderen Menschen zu dienen.
Das Gute in der Natur können wir erst in Verbindung mit allem, was wir als schlecht empfinden, erkennen – weil wir uns selbst vor allem dann gut fühlen, wenn wir etwas „Böses“, zum Beispiel eine Niederlage, ertragen bzw. erfolgreich Widerstand gegen etwas leisten konnten, was wir für falsch halten (statt es kriegerisch ausrotten, aus der Welt schaffen, zu wollen und dabei „unschuldige“ Leben zu opfern).

Dem oder denen zu dienen, die Kriege und Zerstörung – der Natur bzw. Artenvielfalt, also von Leben, egal welcher Art – zur Rettung der Menschheit propagieren und sich dafür schon mit Steuergeldern finanzieren lassen, halte ich für grundsätzlich falsch. Aber ich halte es auch für ein völlig falsches Verständnis der Würde des Menschen bzw. der Natur, dass es darin HerrscherInnen und DienerInnen geben soll. Dass die Menschen, die die Bibel bzw. ihre vielen unterschiedlichen Versionen geschrieben haben, bereits ein umfassendes ökologisches Wissen hatten und Zusammenhänge verstehen konnten, kann ich mir nicht vorstellen. Aber dass es heute – unter angeblich gebildeten Menschen und in unserem hochgelobten, sogenannten Informationszeitalter – sowohl noch offizielle StaatsdienerInnen als auch DienerInnen Gottes auf Erden und andere Bediensteten gibt – finde ich schon erstaunlich…

Wir Menschen sind eben doch noch einfach Gewohnheitstiere, die auch lange brauchen, bis sie erkennen, dass ihnen Menschen, die davon profitieren, dass andere ihnen bereitwillig zu Diensten stehen, einen Bären aufgebunden haben (der vielleicht ihren Rücken so belastet, dass ihnen gar keine Alternative dazu einfällt, als ihn zu beugen).
Es gibt übrigens viele Streck- und Dehnübungen, die nicht nur Deinen geschundenen Rücken entlasten, wenn Du sie regelmäßig praktizierst, sondern auch zusätzlich Deinen Brustraum erweitern, so dass Du vielleicht Lust bekommst, wieder tiefer und freier zu atmen.
Das alles dient Deiner Gesundheit – vielleicht greifst Du ja irgendwann auch mehr auf Selbsthilfe zurück statt vor allem dafür zu buckeln, dass Du Dir Arztbesuche oder im Alter einen Pflegedienst leisten kannst?

 

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Dank für das Foto gebührt Katherine Conrad (auf Unsplash)!

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