Menschen funktionieren nicht wie Uhren, die immer im gleichen Takt schlagen oder irgendeinem Taktgeber folgen (müssen)

Wir als menschliche Wesen mit

  • einem freien Willen,
  • Füßen, um anderen aus dem Weg zu gehen, sowie
  • einem Mund und Armen, um uns anderen verständlich zu machen,

können beeinflussen, also selbstständig entscheiden, ob wir ständig in Bewegung bleiben (wollen) – zwischen

  • Aufstehen, Loslaufen und Hinsetzen oder Hinlegen;
  • Rechts und Links, nach Vorne und wieder Zurück;
  • begeistertem Nach-oben-Streben und dann wieder steil abstürzen.

Wir könn(t)en stattdessen – wenn wir Untätigkeit ohne schlechtes Gewissen ertragen können – auch völlig still halten und einfach nur beobachten, hören, riechen und dabei in uns hinein spüren und ruhig, gelassen, weiteratmen, bis uns etwas Sinnvolles einfällt, was wir tun könnten: ganz egal ob für unser Weiterkommen oder gegen die Hindernisse oder Blockaden, die uns dabei im Weg stehen.

Ich habe schon oft gehört, dass Menschen verstorben sind, weil sie zu viel oder zu wenig für sich und/oder andere getan haben, aber noch nie, dass sie beim Warten auf etwas oder andere plötzlich nicht mehr atmen konnten und kurz darauf tot ungefallen sind – solange sie neben der Sorge für ihre Sauerstoffversorgung auch die Nahrungs- und Wasseraufnahme nicht vernachlässigt und dabei nicht so unbeweglich geworden sind, dass sie nicht mehr schmerzfrei oder ohne Unterstützung selbstständig aufstehen konnten, um ihre Notdurft zu verrichten.
Aber wartende Menschen, die mit wenig zufrieden sind und sich selbst versorgen können, sind einfach schlechte ArbeiterInnen und schwer zu gewinnen für etwas, was ihnen gar keinen Spaß macht.
Ihnen muss man – vor allem, wenn man mit ihnen wirtschaftliche Interessen verfolgt – erst einmal Angst machen, dass ihre Zeit ablaufen könnte, ohne dass sie einen sinnvollen Beitrag zu einer menschlichen Wertegemeinschaft beigetragen haben, in der die Uhrmacherei sowohl als Handwerk als auch als echte Kunst gilt, nicht als „brotlose“.
Für mich als Biologin, die sich schon sehr lange damit beschäftigt, wie Menschen ticken ergibt das sowohl Sinn als auch gar keinen – je nachdem, aus wessen Perspektive man es betrachtet: aus menschlicher oder unternehmerischer, gesellschaftspolitischer.

P.s.: Dass man Menschen mit mechanischer Gleichtönigkeit gut unter Kontrolle halten kann, dürfte allen bewusst sein, die sich „gerne“ mit elektronischer Musik beruhigen oder in geistige Sphären befördern, in denen sie sich wie freie Menschen fühlen können – ohne Bewusstsein dafür, dass sie sich dabei wie in ihrem echten Leben von anderen abhängig machen, die die Töne für sie erklingen lassen.

 

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Dank für das Foto gebührt Bryan Williams (auf Unsplash)!

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