Bist Du dankbar für Dein Leben? Oder hast Du ein schlechtes Gewissen deswegen?

Macht es dann Sinn, bei wem Du Dich auf Deine Weise dafür bedankst?

Es gibt Menschen, die ihr Leben für selbstverständlich halten statt dankbar dafür zu sein, dass es ihnen geschenkt und ermöglicht wurde, es so zu führen, wie sie es führen wollten.
Es gibt Menschen, die halten es – nur weil es bei ihnen problemlos funktioniert hat und außerdem auch in ihrem Sinne war – für eine Selbstverständlichkeit, dass

  • Menschen gemeinsam Kinder bekommen (wollen);
  • Eltern auch noch für ihre Kinder sorgen müssen, wenn diese längst selbst Erwachsene sind und eigene Kinder – wenn sie sie wollten – versorgen könnten oder – wenn sie sie unfreiwillig bekommen haben – müssten;
  • Kinder ihren Eltern ewig für alles dankbar sein müssen, was diese für sie getan haben, selbst wenn die ihr Leben irgendwann völlig unabhängig führen können und vielleicht sogar wollen;
  • Menschen sich einen Beruf oder wenigstens Jobs suchen und regelmäßig Geld verdienen müssen, um ihr Leben so führen zu können wie sie es sich wünschen.

Es gibt Menschen, die wissen wenig über das Leben und sich selbst bzw. andere – über unser natürliches menschliches Wesen, das Dankbarkeit empfinden, aber auch gezielt benutzen kann, um anderen ein schlechtes Gewissen zu machen – weil die sich nicht genauso dankbar bzw. großzügig, angeblich großherzig, zeigen.
Viele Menschen sind dankbare Opfer anderer, die davon leben, Menschen an der Nase herumzuführen, in Hamsterrädern laufen zu lassen oder an Leinen bzw. in Privat-Gefängnissen zu halten, die die zwar ihren Besitz oder ihr Eigentum nennen dürfen, aber nur mit besonderen Genehmigungen (oder genügend Geld, mit denen sie sich umgehen lassen) so bauen und nutzen dürfen, wie sie es gerne möchten.
Seit jeher arbeiten viele Menschen dankbar für andere, die ihnen dafür Geld geben und versprechen, sich um sie und alles Lebenswichtige zu kümmern.
Dabei vergessen sie oft, sich selbst um die lebenswichtigsten Organe zu kümmern, die sie für dieses Leben mitbekommen haben: all ihre Knochen, Muskeln, Sehnen, Gelenke, inneren und äußeren Verdauungs- und Sinnesorgane, Fett- und Bindegewebe sowie ihren Geist, den sie mit immaterieller Nahrung bzw. Energie füttern und mit ihren Gedanken lenken können, um jeden Tag etwas wirklich Sinnvolles zu tun, was ihnen vielleicht sogar zukünftige Generationen noch danken werden.

Von Natur aus fühlen wir uns als Menschen nicht vollständig, erfüllt, ganz lebendig, wenn wir lebenswichtige Dinge und Tätigkeiten vernachlässigen, die wir dankbar jeden Tag pflegen müssten, damit sie uns nicht mit der Zeit abhanden kommen: unsere Natur – Beziehungen zu anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und allen anderen Lebewesen, mit denen wir unsere Lebensräume teilen müssen, damit wir selbst gesund – im Gleichgewicht – bleiben.

Wir können uns – wenn wir als Menschen nachhaltig glücklich und gesund leben und nicht irgendwann auf dem harten Boden der Realität aufwachen wollen – nicht nur die Rosinen aus dem Leben herauspicken und uns nur auf das konzentrieren, was uns Spaß macht und Erfolg verspricht:

  • auf das Zusammenleben mit Gleichgesinnten statt mit KritikerInnen und QuerschlägerInnen, die unsere Ideen und die Verwirklichung unserer Lebensvorstellungen mit Einwänden behindern könnten, weil sie vielleicht völlig andere haben, die unsere in Frage stellen könnten;
  • auf einen Beruf bzw. eine Berufung, für die viel Energie benötigt und bei der lebenswichtige, natürliche Rohstoffe verschwendet werden;
  • auf den Schutz von Tieren, mit denen wir uns verbunden fühlen, während wir – nicht nur wenn es FleischfresserInnen sind und wir ihr Futter kaufen – dafür in Kauf nehmen, dass andere Tiere gleichzeitig darunter leiden, dass Menschen nur ein paar wenige Tiere besonders schützen;
  • auf Pflanzen, an denen wir uns erfreuen, weil wir sie in unserem Leben nutzen wollen;
  • auf den Kampf gegen Pilze, Bakterien oder Viren, die wir für Schuldige daran halten, dass Menschen ein ungesundes, undankbares, Leben führen (müssen), das sie krankheitsanfällig macht.

Menschen sollten eigentlich für alles dankbar sein, was sie in ihrem Leben erfahren durften, um etwas daraus lernen und in Zukunft besser machen zu können.
Dass wir laut einiger PolitikerInnen angeblich aktuell im besten Deutschland aller Zeiten leben, zeigt mir nur, dass die offenbar weder etwas wieder besser oder überhaupt noch gut machen zu wollen, noch bereit sind, aus ihren und/oder anderen Fehlern der Vergangenheit zu lernen..
Ich bin wirklich dankbar, dass sie und die Menschen, die ihre Politik immer noch gutheißen, schon so bereitwillig zugegeben haben, dass wir es uns sparen können, ihnen noch länger Dankbarkeit entgegenzubringen.

Ich würde also sagen: Dankeschön für alles, was Ihr (Euch) in der Vergangenheit so geleistet habt!
Aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, mehr dafür zu tun, dass auch zukünftige Generationen wieder dankbar dafür sind, dass ihre VorgängerInnen wirklich wertvolle Vorarbeit für ihre Zukunft geleistet haben. – Vielleicht ja eine neue, nicht nur deutsche, sondern globale Wertarbeit, in der Zeiteinsatz und sorgfältige, gemeinsame Planung und Umsetzung unter kritischen Blicken und mit echten ExpertInnen-, nämlich AnwenderInnen– bzw. NutzerInnen-Meinungen, wieder belohnt und nicht daran gespart wird, um möglichst schnell und viel Zeit für etwas anderes, was angeblich mehr Spaß macht oder Erfolg verspricht, zu haben?

(Lebens-)Zeit wird Menschen nie davonlaufen, die sich auf ihren echten Wert besinnen statt sie erst in Geld umrechnen zu müssen, das sie verdienen müssen, um sich hinterher Freizeit leisten zu können, oder das sie verlieren könnten, wenn sie sich nicht beeilen, es für sich zu sichern.
(Lebens-)Zeit wird immer den Wert für Menschen haben, den sie ihm individuell und in Dankbarkeit zuschreiben. Wenn Du also kein allzu schlechtes Gewissen am Ende Deines Lebens haben, sondern dankbar darauf zurückblicken willst, dann achte gut darauf,

  • was Du jeden Tag denkst oder tust,
  • für wen Du freiwillig arbeitest und für wen besser nicht,
  • was Du eigentlich mit dem erreichen willst, was Du gerade tust und wie gut Du dabei vorankommst.

P.s.: Es gibt immer Menschen, die – statt nur Propaganda für ihre Weltverbesserung- und Nachhaltige-Erfolgs-Ideen zu verbreiten, also Werbeversprechungen zu machen – selbstständig daran arbeiten, Dinge wirklich nachhaltig sinnvoll für die ganze Menschheit zu gestalten, nicht nur für eine Region oder ein Land. Sie sind allerdings darauf angewiesen, dass möglichst viele sie dabei tatkräftig, nicht nur mit ihrem Geld, unterstützen – weil wir als Menschen nur gemeinsam stark gegen andere sein können, die stärker sind als jeder einzelne von uns. Menschen, die einfach nur dankend gen Himmel dafür beten, dass alles irgendwann (wieder) gut für sie wird (so dass sie sich damit abfinden können), haben schon immer nur denen geholfen, die selbst etwas dafür getan haben, dass für sie alles gut wird bzw. sie – wie aktuell die Mächtigsten der Mächtigen und Reichsten der Reichen – die beste Zeit ihres Lebens haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Ben White (auf Unsplash)!

 

 

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