Morgenmuffel langsam aufgewacht! Die Welt leidet lange genug unter Eurem Trotzkopf

Ihr boykottiert nicht nur Menschen, die Euch das Aufstehen erleichtern wollen und damit Eure Beziehungen, sondern auch Euch selbst und auf Dauer Eure Gesundheit bzw. körperliche, geistige und seelische Ausgeglichenheit

Ich habe das Glück, mich als Kind intuitiv an dem Menschen orientiert zu haben, der morgens als Erster mit guter Laune und viel Energie die Verantwortung für den Rest seiner Familie übernommen hat. Es macht für mich keinen Sinn, sich zu lange Zeit dazu zu lassen, wenn man ohnehin aufstehen „muss“ (um einer Arbeit nachzugehen, der man – aus welchem Grund auch immer – nachgehen möchte), sich vorzustellen, wie kalt es sein wird und schon „vorsorglich“ einem warmen Bett hinterherzutrauern oder sich gedanklich damit aufzuhalten, dass das, was eine/n erwartet, nicht nur so sein könnte, wie man es sich wünscht. Es macht keinen nachhaltigen Sinn, – zumindest in gesundheitlicher Hinsicht – Kaffee zu trinken, um die eigenen Nerven und Muskeln zu Arbeit zu zwingen, die ihnen ihrem Verstand als „unsinnig“ oder zumindest „nicht erstrebens- oder des Aufstehens wert“ abgespeichert ist. Und es macht – wieder im Hinblick auf die eigene Gesundheit – noch weniger Sinn, zu einem Kaffee, der aufputscht, eine Zigarette zu rauchen, die der Beruhigung dienen soll.

Wenn Du also zu den sogenannten „Morgenmuffeln“ – ich nenne sie eher Trotzköpfe gegen den Beginn jedes neuen Tages – gehörst, dann fang‘ doch Deinem Körper, Deinen Nerven, Deinen Muskeln, Deinen Knochen, Deinem Kreislauf und Deinen Liebsten zuliebe mal an, Dich selbst – Deine Gedanken – sinnvoll zu kontrollieren und ihnen etwas Positiveres vorzugeben als das, was Du bisher morgens gedacht hast. Trainiere Dir an, Deine Nerven mit guten Vorsätzen zu stimulieren, ihnen also dadurch Lust aufs Aufstehen zu machen, dass Ihr Euch sicher seid, dass der Tag etwas schönes Neues und nicht nur Erfahrungen bringen wird, auf die Ihr lieber verzichten würdet.
Nimm‘ dabei Rücksicht auf Deinen Körper, bewege ihn schon im Bett vorsichtig, um ihn auf den Temperaturwechsel vorzubereiten. Strecke Dich aus, damit Dein Blut wieder überall hinfließen kann, wo es in der Nacht, beim ruhigen Schlafen, nicht gebraucht wurde. Wenn Du sehr unruhig schläfst und unerholt aufwachst, weil Dein Körper nachts das nachholt, was Du ihm tagsüber verwehrt hast , versucht Dein Körper Dir vielleicht nur klarzumachen, dass Du ihn tagsüber zu wenig bewegst oder auch sonst zu wenig auf das achtest, was er braucht, um nachts die Pause zum Nichtstun genießen zu können.
Gib‘ Deinen Muskeln zum Aufstehen – neben der Wärme, die Du mit Dehnen und Strecken produzieren kannst – auch genug Sauerstoff, schlaf‘ also am Besten bei offenem Fenster, atme kräftig und verdränge die Luft aus Deinen Lungen nicht schon frühmorgens mit Zigarettenqualm, auch wenn Du dadurch weniger spürst, dass Deine Muskeln schmerzen.
Nimm‘ Dir Zeit für ein paar „Aufwachübungen“ – Dein Körper wird es Dir lange danken, wenn Du nicht immer versuchst, ihn in kürzester Zeit von 0 auf 100 Hochzudrehen.

Man kann morgens auch schon unkonzentriert herumlaufen und trotzdem die Dinge erledigen, die man sich im Laufe seines Lebens antrainiert, also zur Gewohnheit gemacht hat – wie in Ruhe Kaffee kochen und ihn dann bei jedem Schluck genießen statt ihn nur als Antriebsmittel zu sehen, das dafür verantwortlich ist, ob der Tag beginnen kann oder nicht.
Ich sehe mittlerweile ein, dass es Menschen gibt, die unbedingt überall mitreden wollen und dann von anderen Menschen genervt sind, die das auch schon direkt nach dem Aufstehen können – ohne sich darauf konzentrieren zu müssen, weil sie intuitiv über das sprechen können, was sie beschäftigt.
Ich verstehe heute, dass man sich viele Worte und damit auch Energie sparen könnte, wenn man versucht, Menschen, die nur bewusst geplant statt intuitiv sprechen möchten, davon zu überzeugen, dass man Energie zurückbekommt, wenn man bereit ist, sie zu investieren – zumindest von Menschen, die dieses Naturgesetz nicht mit ihrem Trotzkopf zu boykottieren versuchen.
Ich weiß ja, dass Menschen den Mut haben müssen, etwas Neues auszuprobieren, wenn sie neue Erfahrungen machen und etwas Neues dabei lernen wollen.
Aber es ist natürlich bequemer, sich einreden zu lassen, man wäre eben von Natur aus ein Morgenmuffel statt sich eingestehen zu müssen, dass man sich dieses Verhalten nur hart antrainiert, also angewöhnt hat – weil man

  • schon als Kleinkind morgens nicht genug Zeit bekommen hat, es richtig zu lernen, also intuitiv alles zu machen, was man dazu braucht;
  • es im Laufe des Lebens nicht beibehalten konnte, weil man sich zu hohe Ziele gesetzt hat (oder auch zu niedrige, die auch wenig dazu anspornen, dafür aufzustehen); oder
  • nie auf die Idee kam, es abzugewöhnen und anzufangen, sich auf jeden neuen Tagesbeginn zu freuen und ihn sich mit milderen Mitteln als Nervengiften so angenehm wie möglich zu machen:vielleicht zuerst mit einem Lächeln; hinterher durch ein paar kleine Bewegungen der Füße und Beine, gefolgt vom Ausstrecken der Arme und Vertreiben der verbrauchten Luft aus den Lungen, also kräftigem Gähnen.

Wenn Du dann noch etwas findest, vielleicht eine ganz eigene Technik erfindest, die Dir Spaß macht, um Dich vorsichtig aus dem Bett rollen und/oder möglichst gelenkschonend auf die Beine bringen zu können, dann wirst Du vielleicht feststellen, wie viel Zeit und Energie Du in Deinem Leben damit verschwendet hast, es Dir unnötig schwer damit zu machen, den Tag möglichst nicht einfach, nämlich friedlich und im Einklang mit Dir selbst und den Menschen bzw. Stimmen um Dich herum (statt sehr leichtsinnig im Hinblick auf Deine Gesundheit) zu beginnen.

Ich hoffe, Dein Tag hat trotzdem irgendwie gut begonnen, auch ohne dass Du beschlossen – weil Du es mit dem Weckerklingeln oder beim ersten Augenaufschlag ausgeschlossen) hast, dass er überraschend der Beste Deines Lebens werden könnte! Ich finde es löblich, dass Du der Welt offen zeigen willst, was Du von Ihr hältst. – Aber lass‘ Deine Wut oder Verzweiflung darüber nicht an den Menschen aus, die versuchen, Dein Leben schöner zu machen, sondern eher an denen, die Dir die Hoffnung genommen haben, dass es Sinn macht, jeden Morgen wieder gutgelaunt, mit neuen guten Vorsätzen und Plänen für ein schöneres Leben aufzustehen – auch wenn die sich jeden Tag ändern, weil unerwartet etwas weniger Schönes vorher erledigt werden und man sie noch einmal verschieben musste.

P.s.: Wenn Du Dir das Aufstehen und Wachwerden bzw. In-die-Gänge-kommen nicht unnötig schwer machen willst, gewöhnst Du Dir an, bei offenem Fenster (notfalls mit Ohrstöpseln, falls Du sonst keine erholsame Ruhe findest) zu schlafen und Dir nicht gleich als Erstes morgens den Magen vollzuschlagen. Menschen, die anschließend in (Büro-)Stühlen oder an ihren Arbeitsgeräten sitzen und in Ruhe dabei verdauen können, mag das nicht schaden; alles anderen profititeren davon, ihre Energiereserven vom Vorabend zu mobilisieren und erst zu essen, wenn sie hungrig geworden sind von ihrer körperlichen oder geistigen Ertüchtigung.

 

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Dank für das Foto gebührt Karina Tess (auf Unsplash) und für die Erfahrungen, die ich mit Morgenmuffeln machen durfte, allen, neben denen ich in meinem Leben schon aufgewacht bin oder mit denen ich die ersten Stunden des Tages verbringen durfte!

 

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