Zwischen Schwärmerei und Selbstgefälligkeit

Wenn Du Dich wie ein Vogel verhältst, der seine Fähigkeiten über- oder unterschätzt und nicht bedenkt, dass es nicht nur gefährlich ist, beim Fliegen zu schlafen, sondern auch, zu bequem oder (höhen-)ängstlich, demütig zu sein, die eigenen Flügel zu benutzen

Wir Menschen sind – wie alle Lebewesen – von Natur aus zu Schwarmintelligenz fähig, wenn wir uns nicht zu sehr von den Gruppen, in denen wir leben, absondern (oder von anderen, die nicht auf die Vernunft und das Können der Gruppe, sondern nur ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen, abspalten lassen), sondern uns darin als Individuen behaupten können.
Wenn Du entweder denkst, dass Du – als Einzelne/r – nichts zu Deiner Gemeinschaft beitragen kannst und nur das (nach-)machen oder dem (brav oder mürrisch) folgen kannst, was andere Dir vorgeben, dann hast Du Dein wahres menschliches Potential genauso wenig entdeckt wie andere, die „die Herde“ (die ihnen plötzlich folgt, weil sie auf einmal „außerordentlich“ gute Ideen haben oder etwas besonders gut können), also „alle anderen“ für zu dumm oder einfältig halten.

Natürlich intelligent können Menschen nur gemeinsam handeln, – Höhenflüge erleben oder ihre Bodenreviere verteidigen – wenn sie sowohl ihre eigenen natürlichen Bedürfnisse, also sich selbst, wirklich kennen (und auch genau wissen, welche unnatürlichen Ersatzbefriedigungen sie sich notfalls – um Überleben zu können – holen müssen, wenn sie unter Stress geraten) als auch Mitgefühl für andere empfinden können, die nicht dasselbe Leben führen – können oder sich vielleicht gar nicht selbst erlauben wollen – wie sie.
Menschen, die ihre animalische Natur – die echten, tiefsten Bedürfnisse ihrer Seele – erkannt haben, aber auch wissen, dass sie sich damit krank und unglücklich machen, wenn sie sie – weil es in ihren Gemeinschaften von ihnen verlangt wird – verdrängen müssen, könn(t)en wissen, wie sich auch andere Menschen fühlen müssen, wenn sie wirklich Menschen sind und sich (nicht) „nur“ wie besonders stolze Gockel, bunte Vögel, imposante (Langstrecken-)Flieger oder „Ratten der Lüfte“ benehmen.

Es ist nicht einfach als Mensch, Deine eigene Rolle, auch im Leben anderer, zu finden.
Wenn Du es nicht schaffst, wirst Du Dich mit der Zeit entweder auflösen, innerlich ausbrennen oder von anderen auffressen lassen und langsam in Vergessenheit geraten oder Dich selbst beim Verbiegen, pausenlosen Fortbewegen oder Stillhalten so schmerzhaft verkrampfen, dass Du – ganz automatisch – überdenken wirst, ob das, was Du tust, überhaupt (mit-)menschlich ist oder nur das, was Du für (mit-)menschlich hältst (weil Du zu wenig über unsere Natur und Menschheitsgeschichte weißt).

Natürlich bist Du „nur“ eine oder einer unter vielen.
Warum denkst Du dann aber, dass es außer den Menschen, die für Dich etwas ganz Besonderes sind, andere geben müsste, die für ganze Länder oder die Welt von besonderer Bedeutung wären?
Jeder Mensch bekommt nur das, was er sich verdient, wofür also andere zu zahlen bereit sind. – Wenn jede/r einzelne aufhören würde, für die Reichsten der Reichen zu arbeiten bzw. ihnen Geld zu geben, weil Du ihnen ihre Werbung und/oder Produkte abkaufst, bliebe vielleicht mehr Zeit und Geld und Kraft für Dich und andere übrig, die es sich genauso verdient haben, ein richtig schönes, ganz besonderes Menschenleben zu leben.

P.s.: Sei Dir immer bewusst, dass Du – vielleicht sogar ohne es zu merken – hin und wieder die Hauptrolle für andere Menschen spielst, weil sie auf Deine Unterstützung angewiesen sind bzw. niemandem so sehr vertrauen wie Dir. Solltest Du dieses Vertrauen zu lange oder immer wieder enttäuschen, weil es für Dich wichtigere Dinge oder Menschen gibt, dann wundere Dich bitte nicht, wenn sie Dich nicht ewig weiter dafür rühmen.

 

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Dank für das Foto gebührt Jake Bergen (auf Unsplash)!

 

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