Brauchen wir wirklich 10 Gebote für ein friedliches Miteinander als Menschen?

Oder haben herrschsüchtige Menschen, die die Schöpfung entweder nicht verstanden hatten oder für eigene Zwecken benutzen wollten, in der Bibel ihre eigene, menschliche (Leidens-)Geschichte aufgeschrieben?

Ich bin ein religiöser Mensch, ohne mich irgendeiner Religion angehörig zu fühlen, die Menschen zwingt, ihren Regeln zu folgen.
Dir Natur gibt allen Lebewesen alles an die Hand, was sie brauchen, um eigenständig und ohne anderen unnötigen Schaden zuzufügen, also der Natur mehr zu entnehmen und anderen Lebewesen damit wegzunehmen als sie für ihr eigenes Überleben und Glück brauchen.
Die Natur lehrt allen Lebewesen Demut, indem sie sie dafür zahlen lässt, wenn sie sich zu sehr über ihre Gesetze hinwegsetzen, zu weit aus dem Fenster lehnen oder zu wenig von sich und anderen fordern. Zu Einsicht und vernünftigen Handlungen fähige Menschen, die all ihre Sinne und ihren Verstand beisammen haben, brauchen kein einziges Gebot, das Leben zu ehren, wenn sie nicht sterben wollen, sobald sie sich – wiederholt, unsinnig – in Todesgefahr begeben, indem sie zum Beispiel ihren Körper mit unverträglichen Nahrungsmitteln oder ihren Geist, der ihnen die Ideen dafür liefert, was sie täglich tun könn(t)en, mit „falschen Lehren“ vergiften und entgegen besseren Wissens handeln. Irgendwann hat jeder Schutzengel mal die Nase voll oder ist jedes überzählige Leben verbraucht, bevor es an der Zeit wäre, ein achtsameres – ehrfürchtigeres, vorsichtigeres und sich oder anderen (Bedürfnissen) gegenüber rücksichtsvolleres – Leben zu beginnen.

Alle Lebewesen gefährden ihr Leben damit, wenn sie sich nicht an die Spielregeln halten, die sie ganz von Natur aus – entweder weil sie es intuitiv wissen oder von ihren Eltern gelernt haben – „zwingen“, ihren Körper täglich mit allem Lebenswichtigen zu versorgen, zu reinigen und zu trainieren, so dass er „funktionstüchtig“ bleibt und nicht krank wird.

Soziale Lebewesen, die nicht alleine überlebensfähig sind, also höchstens abwandern und sich eine neue soziale Gruppe suchen können, gefährden nicht nur ihr Leben, sondern das Überleben der ganzen Gemeinschaft, wenn sie sich nicht an die Gruppenregeln halten und die ihnen im Laufe ihres Lebens – aufgrund ihrer angeborenen Fähigkeiten und erlernten Talente – zugedachten Aufgaben erfüllen, die allen Nahrung und ein sicheres Zuhause bzw. Ruheplätze ermöglicht, an denen alle neue Kräfte sammeln können, wenn sie sie erholen müssen.

Wozu also die mahnenden Gebote, nur einem einzigen Gott zu dienen, dessen Namen man nicht einmal kennen oder aussprechen soll?
Wozu (nur) einen Feiertag begehen, wenn jeden Tag das Leben gefeiert werden könnte?
Wozu Vater und Mutter ehren, wenn sie „einfach nur“ ihre Aufgabe erfüllt haben, die von ihnen in die Welt gesetzten Kinder zu schützen und großzuziehen?
Wozu Lebewesen, die selbst Schmerzen empfinden können und eine natürliche Beißhemmung haben (um andere nicht versehentlich im Spiel aus Übermut zu verletzen), die sie nur lösen können, wenn es um ihr eigenes Überleben geht, haben, das Töten verbieten wollen?
Wozu in der freien Natur die freie Liebe verbieten?
Wozu in einer Welt, in die alle Wesen besitzlos hineingeboren werden, – so dass sie wissen, wie schwer es sein kann, eigenen Besitz zu sichern – daran erinnern, dass es falsch ist, anderen grundlos, ohne es also zum eigenen Über-Leben zu brauchen, etwas wegzunehmen?
Wozu vorgeben, was Menschen sagen dürfen und was nicht, über wen sie reden oder nicht reden, wem sie ihre eigene Meinung mitten ins Gesicht sagen dürfen und wem nicht?

Ich habe seit Langem den Eindruck, dass Menschen, die glauben, sie wären die Krone der Schöpfung, sich von anderen, die ihnen das Glauben machen wollen, entweder selbst an der Nase herumführen lassen oder – wissenschaftliche – Bücher wie die Bibel nutzen, um andere, die ihnen ihren Glauben schenken, gezielt zu steuern, sie also zu benutzen wie Werkzeuge für ihre eigenen Ziele.
Ich habe außerdem den Eindruck, dass das sogar vielen Menschen, die sich selbst für Gelehrte und wissend halten, nicht einmal bewusst, also je in den Sinn gekommen ist.
Ich glaube, viele Menschen beschäftigen sich heute ihr Leben lang mit Unsinn, den sie „ihre Arbeit“ nennen, um sich hinterher mit weiterem Unsinn in ihrer Freizeit davon zu erholen.
Vielleicht würde uns ein einziges Gebot genügen, um weder uns selbst – egal ob wir uns und unser Leben lieben oder nicht – noch unsere Nächsten, also unsere Gemeinschaften, andere Lebewesen und Lebensräume ständig wieder oder dauerhaft zu schädigen?

Mach‘ nicht unnötig viel Unsinn in Deinem Leben, auch wenn es Dir vielleicht geschenkt wurde, ohne dass Du es haben wolltest (wer weiß, wohin es Dich führen wird)!

Als Wissenschaftlerin, die weiß, wie leicht Menschen sich dazu verführen lassen, sich jeden Unsinn irgendwie sinnvoll zurechtzulegen, würde ich es allerdings um die Erklärung ergänzen:
Höre – bei allem, was Du tun willst, was Dir also in den Sinn kommt – sowohl auf Deine Bauchgefühle, Dein Herz, also ein enges oder weites Gefühl im Brustraum, und auch darauf, was andere Menschen, die bereits ihre eigenen Lebenserfahrungen gesammelt haben, Dir dazu zu sagen haben und handle erst danach, in vollem Bewusstsein der Folgen, die daraus entstehen können, und der Verantwortung, die Du Dir damit auflastest und mit Sicherheit auch – körperlich oder auf geistig-seelischer Ebene – immer auch tragen musst! Im Universum, das einer natürlichen Bewusstseinsevolution unterliegt, wird nichts übersehen oder vergessen, Du kannst es höchstens aufschieben, Dich selbst damit zu konfrontieren.

Für mich ergibt die Welt täglich automatisch Sinn, so dass ich gar keine Zeit verschwenden und danach suchen oder mich erst noch durch Bücher kämpfen muss, die ich gar nicht komplett lesen will, weil mir ihr Inhalt zu kompliziert ist oder ich – weil sie so einfach verständliche Lebensweisheiten enthalten – glaube, ihren Inhalt bereits nach ein paar Seiten verstanden zu haben, selbst wenn er in altertümlicher Sprache oder Dialekt, in Jägerlatein, Beamtendeutsch oder anderen Fachjargons, sogenannten Technolekten, verfasst ist.
Die fünf wichtigsten Fragen dazu lauten für mich nur:

  • 1. Wofür ist genau heute oder jetzt gerade der richtige Zeitpunkt gekommen?
  • 2. Wann genau fange ich damit an?
  • 3. Wen oder was brauche ich dazu?
  • 4. Wie viel Kraft und Lebenszeit wird es mich und andere kosten?
  • 5. Wie belohne ich mich und andere hinterher für das, was ich alleine oder wir gemeinsam aus der Welt geschafft, also vollendet, oder neu in sie hinein gebracht, also geboren, haben?

 

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Dank für das Foto gebührt Levi Meir Clancy (auf Unsplash)!

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