Friedvolle KämpferInnen brauchen keine Schlachtpläne oder Kampfstrategien, sondern Vertrauen in ihre Überzeugungskraft

Weil sie intuitiv wissen, dass es falsch ist, andere anzugreifen oder mit denselben oder anderen Waffen zurückzuschlagen, wenn man Frieden haben und keine unnötigen Opfer bringen möchte

Sie sind bereit, selbst Opfer zu bringen, also innerlich etwas loszulassen, – während sie im Außen friedlich und standhaft bleiben können – und lassen sich auch auf Friedensverhandlungen mit Menschen ein, die ihnen unberechtigt etwas wegnehmen oder mehr haben wollen als sie jemals zurückgeben könn(t)en. – Denn sie wissen, dass sie sich besser kennen und unter Kontrolle haben, also auch besser argumentieren oder harte Schläge einstecken können als Menschen, die ihnen – aus welchem Grund auch immer – feindlich gesinnt sind (und darauf zählen, dass sie den Kampf, den sie begonnen haben, auch gewinnen können).
Wer keine FeindInnen im Inneren hat, kann auch keine im Außen haben.
Wer sich nicht zum Kampf herausfordern lässt, sondern den eigenen Überzeugungen eines friedlichen Miteinanders – in dem zum Meinungsaustausch auch heftig diskutiert werden darf – treu bleibt, wird sich nie geschlagen geben, also die (schuldbewusste) Opferrolle übernehmen müssen.

Aber es ist natürlich ein unerreichbar hohes Ziel für Menschen, immer alles „richtig“ machen, also friedlich bleiben und überlegt handeln zu wollen, wenn Menschen

  • oft gar nicht genug Zeit dazu bekommen, die eigene Intuition mit dem eigenen Verstand zu hinterfragen oder andere Meinungen zu Rate zu ziehen, oder
  • selbst – in unterschiedlichsten Situationen – gar nicht genug Erfahrungen haben und wissen, um beurteilen zu können, was gut oder schlecht (für sie selbst, andere oder die Gemeinschaft, in der sie möglichst in Ruhe gelassen werden und leben wollen) ist – ob also eine aggressive Angstreaktion oder eine friedliche Herzenssache ihr Auslöser war.

Hör‘ vor allem auf, Dir zu viele Sorgen um geliebte Menschen oder Dinge zu machen, achte lieber darauf, wie Du damit umgehen kannst, wenn Trauer, Wut oder Verzweiflung in Dir aufsteigen; aber pass‘ auch auf, dass Du nicht zu acht- oder sorglos durchs Leben gehst, weil Du denkst, alle Menschen wären so achtsam oder selbstbewusst und liebesfähig wie Du selbst.
Es wird immer Menschen geben, die nicht einfach nur – wie neugierige AbenteurerInnen – leben, sondern in oder mit ihrem Leben vor allem auch etwas erreichen wollen.
Für sie wäre eine friedliche Exit-Strategie vielleicht hilfreich – falls sie vergessen oder nie gelernt haben, wie sie immer wieder ihrer Intuition folgen und – je nach (Gefahren-)Lage – das Richtige für sich und andere daraus machen können.

Wie aggressiv oder friedlich – im Einklang mit Dir selbst – sind Deine Pläne für diese Woche?
Denk‘ daran, dass es keinen Sinn macht, eine Zukunft planen zu wollen als wäre überhaupt keine andere möglich (oder bei einer Strategie zu bleiben, von der längst klar ist, dass sie nicht nur nicht bis zu Ende, sondern viel zu kurz gedacht und überhaupt noch nicht ausgearbeitet war …).

Tu‘ lieber das einzig Richtige für Dich und finde Möglichkeiten, Dir Deine Zweifel an dem, was Du tust, zu nehmen, ohne sie einfach wegschieben oder wunde Punkte ignorieren zu müssen, die Du aus alten Kämpfen zurückbehalten hast (die Du selbst gar nicht bewusst angefangen hattest, geschweige denn ausfechten wolltest).
P.s.: Wenn Du zu müde, kraft- oder einfallslos bist, friedliche Selbstverteidigung zu praktizieren, also mit Worten oder Gesten zu deeskalieren, wenn andere Dich grundlos – weil ihnen selbst nichts Besseres einfällt – angreifen, kannst Du immer noch aufgeben, all Deine Waffen niederlegen und friedlich, freiwillig, ohne Ankündigung eines Rachefeldzugs, das Feld räumen.

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Dank für das Foto gebührt Mor Shani (auf Unsplash)!

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