Der gefährliche Reiz der neuen Alternativlosigkeit

Wenn in einer Welt unter Zeit- und Erfolgsdruck harmlose Hindernisse, die nur etwas Geduld erfordern würden, so unüberwindbar werden, dass immer wieder „neue Alternativen“ geschaffen werden müssen

Ich habe den Eindruck, viele Menschen sehnen sich heute – in einer „gefährlich schnellen Welt“ – geradezu danach, dass andere ihnen vorgeben, was sie tun oder lassen sollen, während sie selbst nur rücksichtslos nach Ge- oder Verbotsschildern Ausschau halten statt noch selbstverantwortlich Rücksicht auf andere nehmen zu wollen.
Viele Erwachsene verhalten sich wieder wie Kleinstkinder, die noch nichts vom Leben wissen oder bisher nur schrecklich schnelle Erfahrungen gemacht haben, aus denen sie nichts für ihr Leben lernen konnten, so dass sie bei anderen nach Halt und Orientierung suchen.
Sobald Menschen wie ihnen und ihren Zielen etwas im Weg steht, lassen sich viele davon abschrecken weiterzugehen – vor allem, wenn sie sich sehr schnell von anderen weismachen lassen, es wäre gefährlich bzw. nicht in Ordnung, das zu tun, und gäbe „gute Gründe“, warum andere Menschen davon abraten und Alternativen bieten.

Wenn Dir das Leben zu kurz oder kompliziert erscheint, allem selbst erst auf den Grund zu gehen, was Du warum tust oder – weil andere es Dir warnend vorgeben – lassen sollst, darfst Du Dich im Nachhinein nicht wundern, wenn Dir „unüberlegtes Handeln“ oder sogar Dummheit vorgeworfen wird.
Lass‘ Dich besser nie, vor allem nicht in Ausnahmesituationen, zu schnell zu etwas hinreißen, wovon Du noch gar keine Ahnung hast.
Verpasse nicht, Dich vor jedem Schritt, den Du tust, umfassend darüber zu informieren, was im schlimmsten Fall passieren könnte und wer Dich dafür auslachen oder zur Verantwortung ziehen könnte.

Manchmal ist die bessere Alternative, einfach nichts von dem zu tun oder zu wählen, was andere als alternativlos vorgeben.
Beschäftige Dich lieber – wenn Du ein ungutes oder zumindest seltsames Gefühl bei etwas hast – zwischenzeitlich mit etwas ganz anderen oder finde heraus, warum es noch keine sinnvollen Alternativen dazu geben sollte, die Du selbstständig, ohne dass Dir unbedingt andere dabei helfen müsssten, wählen könntest.
Wenn der richtige Zeitpunkt – ohne dass andere Dich zur Eile antreiben, indem sie Dir raten, keine Zeit zu verlieren – zum geduldigen Standhaftbleiben und Warten, Weitergehen oder den Rückwärtsgang einlegen und Davonrennen gekommen ist, wirst Du immer selbst wissen. – Schau‘ immer genau hin und mach‘ Dir Deine Entscheidungen nicht zu leicht, aber auch nicht komplizierter als sie sind, vor allem wenn Du Dich darin von anderen beeinflussen lässt, die unsinnige Angst vor Dingen haben, die sie überhaupt noch nicht kennen.
Viele von ihnen können sich überhaupt nicht vorstellen, dass es Situationen geben könnte, in denen es für sie keinerlei Gefahr darstellt, wenn sie sich einfach eine Weile ruhig verhalten und danach erst intuitiv, nach bestem Wissen und Gewissen, handeln (statt sich über die unsinnige Tatsache aufzuregen, die andere als „einzige Alternative“ geschaffen haben).

P.s.: Aus ständiger Angst vor Fehlentwicklungen lassen viele – insbesondere zivilisierte, völlig naturentfremdete – Menschen keinerlei natürliche Entwicklungen – weder in der Kindheit und Jugend noch im Alter – mehr zu. Sie bemerken in ihrem Fortschrittswahn überhaupt nicht, wie sie sich dabei immer schwerfälliger und gebückter, oft nur noch mit Ge(h)hilfen oder hochelektronischen Fahrzeugen bewegen und im Grunde zum Affen machen.

 

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Dank für das Foto gebührt K. Mitch Hodge (auf Unsplash)!

Du weißt von Natur aus selbst am Besten, was gut für Dich ist!

Menschen sind komplexe Wesen, die sich aber immer wieder selbst regulieren können, wenn sie nicht nur auf ihr Körpergefühl und Aussehen achten, sondern auch auf ihre inneren Stimmen, auf

  • ihr Bauchgefühl und das, was es ihnen über das sagt, was sie unbedingt zum Leben brauchen,
  • ihr Herz und ihr Bedürfnis nach Verbundenheit, Liebe, Sicherheit und Nähe,
  • ihr Wissen und ihren Verstand oder Verständnis für andere, also
  • ihre Intuition und Empathiefähigkeit,
  • das, was ihnen plötzlich in den Sinn kommt,
  • ihre Vernunft,
  • ihr Stolz auf sich selbst oder
  • ihr durch andere verletzter Stolz bzw. auf
  • all das, worauf sich alle einigen können, wenn ihnen genug Zeit gegeben wird, es herauszufinden.

Viele verlassen sich allerdings lieber auf andere Menschen und das, was die sagen.
Sehr viele bezahlen andere sogar immer wieder dafür, ihnen zu sagen oder sogar vorzuschreiben, was sie selbst tun sollen.

Sie alle würden sich in der Zukunft viel Zeit, Arbeit und/oder Geld sparen, wenn sie nach nachhaltigeren Lösungen für ihre Probleme suchen würden; vor allem, wenn die sich wiederholen.
Sie alle könnten nur dabei gewinnen, nämlich mehr Wissen und Selbsterkenntnisse, indem sie neue Erfahrungen – ohne fremde Hilfe – sammeln.
Allerdings müssten sie sich dazu erst einmal mit ihrer und unser aller Natur sowie Geschichte beschäftigen.

In einer auf Wohlstand, Bequemlichkeit und Effizienz ausgerichteten Gesellschaft, in der – trotz aller Erfahrungen in der Vergangenheit – weiterhin rücksichts- und gnadenlos der technologische Fortschritt vorangetrieben wird, ist leider weder das eine noch das andere erwünscht, selbst wenn alle wissen (könnten), dass es nicht gut für uns ist.
Deshalb spare ich mir den Glauben an Wohlstand, Bequemlichkeit und Effizienz lieber so gut wie möglich und tue lieber das, was von Natur aus am Besten für mich ist: das, was ich einfach gerne tue, auch wenn ich dafür auf vieles andere verzichten oder mir unbequemere, weniger leicht oder schnell verfügbare Alternativen suchen muss.

P.s.: Zum Glück für mich gibt es immer auch andere solcher „BesserwisserInnen“ wie mich, die sich mit Themen außerhalb des Mainstreams beschäftigen, der gerne behauptet, es selbst am Besten zu wissen, also die Weisheit für sich gepachtet zu haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Clay Banks (auf Unsplash)!

 

Wodurch zeichnest Du Dich als Mensch aus und wer lobt Dich dafür?

Ich lebe in einer Welt voller Menschen, die sich nicht nur „ordentlich verhalten“, sondern auch etwas damit erreichen wollen – damit sie entweder nicht unangenehm „unter den NachbarInnen“ auffallen oder sich „in gewissen, gesellschaftlichen Kreisen“ bewegen können. Manche gehen so weit, dass sie sogar dafür gelobt werden möchten, dass sie andere „zur Vernunft gebracht haben“, indem sie sie zur Ordnung aufgerufen bzw. unordentliches Verhalten an die zuständige Ordnungsbehörde gemeldet haben.

Viele Menschen wissen offenbar überhaupt nicht,

  • was sie selbst auszeichnet;
  • was sie wirklich gut können oder wofür sie in ihrem Leben zuständig sind;
  • was ihnen aber auch überhaupt nicht liegt und wo sie besser erst andere um Rat oder Hilfe bitten sollten, bevor sie – voreilig – etwas tun.

Ich frage mich, ob es damit zu tun hat, dass sich so viele mit „Persönlichkeitsentwicklung“ beschäftigen, ohne dass sie grundlegende menschliche Bedürfnisse und auch Grenzen ihrer Fähigkeiten beachten, die Menschen mit einem gesunden Menschenverstand kennen sollten?

 

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Dank für das Foto gebührt Courtney Wentz (auf Unsplash)!

Wenn Du Dich selbst profilieren willst …

…, denk’immer daran, welche Verantwortung Du dafür trägst, was in oder unter Deinem Namen geschieht und wie Du Dich vor anderen darstellst

Es ist ein schönes Gefühl, von anderen dafür gelobt oder sogar geachtet zu werden, was man tut.
Wenn Du allerdings immer länger überlegen musst, was Du überhaupt noch sagen oder von Dir preisgeben darfst, ohne dass andere Dich dafür angreifen, dann würde ich Dir empfehlen, Dir nicht einfach neue FreundInnen zu suchen, sondern in Dich zu gehen und herauszufinden, ob Du es überhaupt nötig hast, Dir die Zeit damit zu vertreiben, Dich vor anderen zu profilieren.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, an dem Du genau weißt, was Du tun kannst oder sein lassen solltest, um Dich – ganz ohne schlechtes Gewissen anderen gegenüber bzw. ohneAngst davor, ihnen zu nahe zu treten – wie ein (schmerz- bzw. entscheidungs-)freier Mensch und ein zu Mitgefühl fähiges, unauffälliges Wesen zu verhalten!

 

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Dank für das Foto gebührt meinem Liebsten Profiler, Mathias Csader, der auch ein Auge für unbedeutend erscheinende Naturwunder hat, die andere nicht sehen!

 

Irgendwann fügt sich alles, was wirklich zusammengehört

So wie Menschen, die sich verbunden fühlen, zu einer Einheit verschmelzen können

Es ist für mich sehr bezeichnend – ein Zeichen der Zeit – zu sehen, wer heute noch bereit ist,

  • anderen Menschen die Hand zu reichen statt ihnen möglichst auszuweichen oder sie abzuwehren und ihnen nur eine Faust oder einen Ellenbogen entgegenzustrecken;
  • zusammenzukommen oder andere in den eigenen vier Wänden willkommen zu heißen, um dort gemeinsam zu feiern, ohne „Kleidungsvorschriften“ zu machen, medizinische Tests von ihren BesucherInnen zu verlangen und andere „gesundheitlichen Hygienemaßnahmen- oder Sicherheitsvorkehrungen“ zu treffen;
  • gegen Diskriminierung aufzustehen und sich z.B. zu weigern, menschenrechtswidrige, Menschen nach ihrem „Gesundheitsstatus“ (bzw. der Bereitschaft, die eigene Gesundheit mit „Atemschutzmasken“ oder medizinischen Eingriffen zu gefährden) diskriminierende Schilder an der eigenen Ladentür aufzuhängen,

und wer stattdessen wieder in ein altbekanntes Verhaltensmuster verfällt, weil er oder sie so beschäftigt mit dem eigenen Leben war, dass er oder sie sich nicht mit der eigenen und unserer Menschheitsgeschichte auseinandergesetzt und daraus gelernt hat.

In Krisenzeiten hat sich schon immer besonders „schön“ gezeigt, wer zusammenhält, wer in Solidarität zu wem kämpft und wer sich wem fügt.
In Zeiten, in denen – mit fadenscheinigen Argumenten – neue Feindbilder geschaffen, willkürlich Gesetze geändert und unter Strafandrohung durchgesetzt werden bzw. wurden, ließ sich schon immer leicht herausfinden, wer sich selbst schon kritisch mit Politik bzw. PolitikerInnen und ihren Machenschaften auseinandergesetzt hatte und wusste, wie schnell Menschen-, also Selbstbestimmungsrechte außer Kraft gesetzt werden können, wenn niemand sie für sich beansprucht.

Es gibt Momente der Fügung: Da weiß bzw. spürt man, dass man da, wo man ist, genau richtig ist – bei Menschen, mit denen man sich in dem einig ist, was einem selbst am Wichtigsten ist.
Mir ist es wichtig, Menschen um mich zu haben, die mit mir zusammen für den Erhalt unserer Natur und unserer Menschenrechte bzw. -würde einstehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass alle von uns überall auf der Welt, wo und unter welchen Umständen auch immer Menschen geboren werden, sie sich verdient haben, ohne dass jemand sie ihnen erst zusprechen müsste; selbst wenn ihre Eltern sich wie SklavInnen ohne jegliche Eigenverantwortung behandeln lassen und gehorsam alles befolgen, was andere ihnen sagen oder vorschreiben.
Irgendwann werden sie sich sicherlich anderen Menschen anschließen, die ihnen helfen können, sich aus den Zwängen derer zu befreien, mit denen sie sich nie wirklich verbunden fühlen konnten – weil man sich nicht mit Menschen verbunden fühlen kann, die niemanden bzw. auch generell möglichst wenige Gefühle an sich heranlassen, vor allem wenn sie mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden sind.

Jeder muss wissen, also lernen, wie man diejenigen auch wieder loslassen kann, mit denen mal Einigkeit herrschte – vor allem, wenn die sich dazu berufen fühlen, die Menschheit zu spalten: in Gute und Böse, Gläubige und Ungläubige, Wissende und Unwissende, Wache und Schlafende, Kranke und Gesunde, „ungefährliche“ und „toxische“ Menschen, Männer und Frauen, Menschen und „Unmenschen“; Menschen, die sich für besser oder schlechter als andere halten, aber nicht erkennen, dass wir mal das eine, mal ganz anders sein können.
Am Ende sind wir alle nur Menschen, die irgendwie zusammengehören, weil sich auf dieser Welt alles so zusammenfügt, dass es bzw. sie Sinn ergibt. Es würde auf der Erde sonst keine Gesetzmäßigkeiten geben und sie selbst keinem regelmäßigen Verlauf folgen.

Wenn Du Dich öfters verloren statt (natur-)verbunden fühlst, könnte es daran liegen, dass Du selbst bisher natürliche Verbindungen und ökologische Kreisläufe missverstanden oder ignoriert hast und Dich entweder zu sehr oder zu wenig in Dein Schicksal gefügt hast, es also entweder zu halbherzig selbst in Hand genommen oder anderen zu wenig zugehört hast, die Dir – während sie Dir die Hand gereicht haben, Dich bestmöglich dabei zu unterstützen – Mut gemacht haben, es zu versuchen.

 

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Dank für das Foto gebührt Roman Kraft (auf Unsplash)!

 

Menschen bräuchten keine (Schirm-)Herrschaften, wenn sie freiwillig auch mal kalte Duschen ertragen würden

In einer Welt voller WarmduscherInnen braucht man sich eigentlich nicht wundern, dass sich Menschen vor allem sicher (und auch nicht eingeschränkt in ihrer Freiheit zu duschen) fühlen, solange sie Strom und Wasser sowie andere Heizmittel ins Haus geliefert bekommen und sich darauf verlassen können, dass sich die Politik darum kümmert, dass das – neben der Lebensmittel- und anderer Rohstoffversorgung – dieser Nachschub für alle geregelt wird und bezahlbar bleibt.

Ich hoffe, es wird klar, dass sich dieses „Bild“ auf alle möglichen anderen Bereiche übertragen lässt, in denen sich Menschen „freiwillig“ – weil sie keine Alternativen dazu kennen oder freiwillig wählen bzw. notfalls sogar Verzicht üben würden – in Abhängigkeiten begeben, die ihnen nicht nur Einbußen an körperliche Widerstandkraft, sondern auch an geistiger Willensstärke bescheren.

Aber brauchen die Menschen überhaupt noch, wenn sowieso alles nach der Willkür einiger weniger läuft, denen sich alle anderen freiwillig unterordnen – weil sie entweder unsere Geldwirtschaft verwalten oder für genügend Arbeitsplätze sorgen, die Menschen nur freiwillig anzunehmen brauchen?

 

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Dank für das Foto gebührt Tim Wilson (auf Unsplash)!

Cui bono?

Wem nützt es eigentlich, dass Du lebst, wie Du lebst?

Deiner Gesundheit?

Deiner Altersvorsorge?

Deinem Glück?

Deinem Sicherheitsbedürfnis?

Deinem Bedürfnis nach Liebe, Nähe und Verbundenheit?

Zukünftigen Generationen?

Der Umwelt?

Dem Tierschutz?

Deinen Mitmenschen?

Oder Menschen, die Dir das Gefühl geben, frei zu sein, während sie Dich mit ihren Versicherungen/Sicherheitsversprechungen (zu Produkten und Dienstleistungen) in ihrer Abhängigkeit halten, und denen, die Dir das Gefühl geben, etwas Gutes zu tun, damit es Dir in Deinem Leben weniger schlecht geht?

Wem hat es schon immer genützt, in Friedenszeiten – wenn Menschen glücklich und zufrieden miteinander, also auch weniger konsumbereit waren, weil sie sich miteinander beschäftigt und Dinge geteilt haben – für Unfrieden zu sorgen und in Kriegszeiten für möglichst viel Zerstörung, damit hinterher möglichst viel wieder aufgebaut werden musste?

Und wem nützt es, dass Du Dich von Werbung und Medien für bestimmte Produkte oder Menschen begeistern lässt, die Dir – oft kostenlos, günstig oder zumindest vielversprechend – ihre Dienste anbieten, wenn sie andere schlecht aussehen lassen oder sogar gezielt gegen andere hetzen?

Nützt das, was Du tust und über die Welt denkst, wenn Du anderen nur zuhörst statt hinterher auch selbstständig darüber nachzudenken, andere Menschen dazu zu befragen, in weiteren Medien zu recherchieren, also wirklich Dir?
Oder schadest Du Dir damit, dass Du darauf angewiesen bist, dass andere Dir das Leben einfach und bequem machen, indem sie Dir die Welt – wie vielleicht sie sie sehen (oder ihren Geld-/Arbeitgeberinnen zuliebe darstellen müssen) – erklären (können).

Ich habe mir schon immer ziemlich genau überlegt, wen oder was ich mit meinem Geld finanziere bzw. wer davon profitiert, dass ich für ihn – oder sie – arbeite.
Nachdem ich noch dazu gelernt habe, wie Werbung  – PR und Marketing – oder auch unser menschliches Gehirn funktioniert, weiß ich, dass ich intuitiv alles richtig gemacht habe.
Damit habe ich mir viel erspart – wenn auch kein „Vermögen“ (denn Geld oder Besitz wäre laut ursprünglicher Definition etwas mit einem realem Gegenwert, auf den ich auch Anspruch erheben kann, weil ich es zum Leben nutze, nicht nur etwas auf Papier Gedrucktes) auf einem Sparkonto, in einer Lebensversicherung oder Rentenkasse.

Es ist für mich schwer, friedlich zu bleiben gegenüber Menschen, die Geld immer noch „gewinnbringend“ investieren, also andere dabei ausbeuten bzw. in Abhängigkeiten treiben „wollen“ bzw. es unbewusst tun, wenn sie „das System„, die ungerechte Verteilung von (Einfluss-)Macht in unserer Welt, nicht durchschauen. Auf der anderen Seite wäre es vielleicht tatsächlich mal für die Mehrheit der Menschen von Nutzen, wenn zur Abwechslung die, die seit Langem von einem legitimierten System profitiert haben, in dem Geld mehr oder weniger denjenigen in den Schoss geflossen ist, die für dieses System – des unbegrenzten Wachstums, der Gewinnmaximierung und Ignoranz real verfügbarer Ressourcen oder natürlicher Regenerationsfähigkeit – gearbeitet, es aufgebaut und auch gegen Widerstände am Leben erhalten haben, es jetzt wieder hergeben müssten, um ihre Schuld(en), die sie nicht nur anderen Menschen, sondern auch der Natur und ihren Tieren und Pflanzen, also allen anderen Arten von Lebewesen aufgelastet haben, auszugleichen.

P.s.: Deiner Gesundheit würde es nützen, wenn Du ein gesundes, abwechslungsreiches Leben führst, das Dich körperlich und im Geist fit – stark, flexibel und ausdauernd – hält. Deiner Altersversorgung würde es nützen, wenn Du Dich darauf verlassen kannst, dass Menschen in Deiner Nähe sind, die Dich gerne unterstützen, wenn Du Hilfe brauchst. Deinem Glück würde es nützen, wenn Du weißt, was Dich wirklich glücklich macht, so dass Du es gezielt fördern oder von anderen einfordern kannst, die Dich unglücklich machen. Deinem Sicherheitsbedürfnis würde es nützen, Dir klar zu machen, dass nichts so sicher ist wie der Tod, es also wenig Sinn ergibt, Dich weniger darum zu sorgen, Dein Leben durch eine tödliche Krankheit zu verlieren als darum, Deine Besitztümer oder Dein Vermögen und Eigentum zu erhalten. Deinem Bedürfnis nach Liebe, Nähe und Verbundenheit würde es nützen, möglichst viele andere Menschen zu lieben, Dich ihnen zu nähern und mit ihnen verbunden fühlen zu können. Zukünftigen Generationen würde es nützen, wenn wir uns nicht so breit auf dieser Welt machen und ihre Ressourcen ausbeuten oder Lebensräume zerstören würden, sondern ihnen noch genug Raum übrig ließen, in dem sie sich frei entfalten dürfen. Der Umwelt würde es gut tun, wenn wir nachhaltiger, also auch an die Generationen, die nach uns noch gesund und glücklich in Freiheit leben möchten, denken und leben würden. Dem Tierschutz würde es dienen, wenn wir Tiere weniger wie Gebrauchsgegenstände nutzen oder wie Eigentum behandeln, also in ihrer Würde als Lebewesen achten würden. Und Deinen Mitmenschen würde es nutzen, wenn Du ihnen nicht immer nur möglichst freundlich begegnen, sondern ihnen auch ehrlich Deine Meinung zu dem sagen würdest, was sie tun oder sagen bzw. wie sie leben. Dann würdest Du ihnen nämlich selbst die Chance geben, darüber nachzudenken, wem das eigentlich nützt und wem genau das schadet.

 

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Dank für das Foto gebührt Shane (auf Unsplash)!

Sport ist nicht immer Mord

Oft zögert er auch nur hinaus, dass Menschen frühzeitig an ihrem ungesunden, bewegungsarmen Leben sterben

Menschen, die sich ausreichend in ihrem Alltag bewegen, brauchen kein spezielles Sportprogramm.
Menschen, die bereits im Berufsleben (keine) Konkurrenzkämpfe ausfechten müssen, missbrauchen Sport häufig nur dafür, (auch) dabei persönliche Erfolgserlebnisse zu erzielen bzw. sich – als VerliererIn – wenigstens hinterher gut zu fühlen.

Wenn Sport nur dazu dienen soll, Bewegungsarmut auszugleichen, Gewicht zu verlieren oder sich vor Herausforderungen zu stellen, die den Körper unter Stress setzen, habe Menschen den Sinn natürlicher Bewegungen nicht verstanden, schaden sich also mit Sport vielleicht mehr als sie sich auf Dauer Gutes damit tun.
Sich BerufssportlerInnen zum Vorbild zu nehmen, während man selbst noch einem Beruf nachgeht, der vielleicht im Sitzen ausgeübt wird und vor allem Finger- oder Handbewegungen erfordert, mag ein gesunder Ansporn für Menschen sein, die in diesen Beruf wechseln möchten. Dass er in irgendeiner Weise gesünder wäre und ein längeres Leben gewährleisten könnte, indem er

  • Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugt,
  • das Immunsystem unterstützt (indem er dafür sorgt, dass Giftstoffe aus dem Körper transportiert werden) und
  • Menschen stark, beweglich und ausdauernd hält,

wage ich zu bezweifeln – weil auf mich viele SportlerInnen nicht den Eindruck machen, als hätten sie ein gesundes Verhältnis zu ihrem Körper oder Geist.

Sobald der spielerische Gedanke durch zu viel Ehrgeiz und Leistungs- oder Erfolgsdruck schwindet, verschwindet auch die ehrliche Freude am Sport.
Mich überraschen Tote unter SportlerInnen nicht, vor allem wenn sie angeblich „plötzlich und unerwartet“ verstorben sind. – Es sagt mir nur, dass sie es wie andere Abhängige mit ihrem „Trainingsprogramm“ übertrieben und ihre körperlichen Grenzen überschritten haben, weil nun mal jede Endorphinausschüttung (ähnlich der von Stresshormonen) die Sicht auf die Realität vernebelt.

 

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Dank für das Foto gebührt Josue Michel (auf Unsplash)!

Kein Feind in Dir und auch keine Feindin vor Dir

Unter uns Menschen leben von Natur aus keine innere FeindInnen.
Kein Mensch müsste sich jemals selbst hassen oder verurteilen für das, was er oder sie tut oder getan hat – wenn andere es ihm oder ihr nicht einreden würden, sondern stattdessen unsere menschlichen Gefühle erklären und einen sinnvollen Umgang mit ihnen lehren könnten.
Kein erwachsener Mensch müsste auf andere Menschen wütend sein, die ihn oder sie für etwas verurteilen – solange er oder sie sich selbst bewusst machen könnte, warum sie das vielleicht mit Recht tun (weil es kindisch-naiv, verantwortungslos, unüberlegt oder gemein und verletzend gegenüber anderen war).

Das, was uns Menschen ausmacht, ist mehr als das, was wir tun oder was andere uns ansehen können. Besonders das, was Menschen – um geheimnisvoll zu bleiben – verbergen wollen, weil sie sich im Grunde dafür schämen oder es als unwichtig abtun – ein inneres Raubtier oder eine verletzte, empfindsame Seele – wird vielen früher oder später zum Verhängnis.
Es ist weder sinnvoll, ein Raubtier mit Gewalt zähmen zu wollen, noch eine empfindsame Seele immer wieder nur trösten statt sie etwas weniger empfindlich machen zu wollen.
Menschen, die ihre Natur und (Natur-)Geschichte nicht kennen oder wahrhaben möchten, laufen Gefahr, sich mit der Zeit entweder selbst damit zu zerstören, dass sie (über-)lebenswichtige Teile in sich zu bezwingen versuchen, oder damit, dass sie ihre natürlichen Abwehrkräfte (gegen zu viel Sentimentalität und Angst vor Gewalt, die ihnen in einem Notfall das Leben retten könnte) tot streicheln (lassen).

Alle FeindInnen könnten jederzeit zu FreundInnen werden – wenn Du Dich ihnen etwas anzubieten hast, – sei es ein Geschenk oder einen Tauschhandel – Dich ihnen in Frieden näherst, Bereitschaft zeigst, mit ihnen zu kommunizieren und Dir Zeit dafür nimmst, Dich auf sie und ihre Bedürfnisse oder Wünsche einzulassen, bis Du sie auch verstanden hast.Ich nehme vor allem Menschen, die gegen andere, ihre eigenen Ex-FreundInnen, Familienangehörigen, NachbarInnen oder Chefs, oder ihre eigenen Krankheiten kämpfen, nicht mehr ab, dass sie das alles schon versucht hätten.

Menschen, die bereits Angst haben, im Spiegel etwas sehen zu können, was ihnen nicht gefällt, schauen wahrscheinlich auch bei vielen anderen Menschen nur halbherzig hin.

P.s.: Es kann etwas dauern, bis Du die Verbindung zwischen Deiner Kampfbereitsschaft gegenüber „FeindInnen“ und Deinem Selbst- oder Weltverständnis erkennst. – Vielleicht hilft es Dir, öfters mal ehrlich in den Spiegel zu schauen und Dich mit Dir selbst zu beschäftigen, um herauszufinden, wer (oder was) Dir in Deinem Leben bisher wirklich geschadet hat und wer (oder was) nicht?

 

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Dank für das Foto gebührt Caroline Veronez (auf Unsplash)!

Nicht nur Revolutionen fressen ihre Kinder

Alle Menschen, die versuchen, natürliche Bedürfnisse anderer zu unterdrücken und zu maßregeln, fordern immer wieder und so lange Opfer, bis die sich gegen Übergrifflichkeiten wehren

Wir Menschen haben von Natur aus das komplexeste Gehirn, das uns hilft, aus den unterschiedlichsten Gefahrensituationen heil zu entkommen – vor allem, wenn wir achtsam sind und Unheil rechtzeitig herannahen sehen oder intuitiv das Richtige tun, das z.B. Fraßfeinde, die uns an die Gurgel wollen, abschreckt.

Wer sich wie ein Opfer verhält und versucht zu entkommen, hat oft die schlechtesten Überlebenschancen.
Menschen, die sich lieber verstecken, schränken ihren Bewegungs- bzw. Lebensraum dadurch enorm ein, dass sie sich nicht ins freie Feld wagen, um jeder gefährlichen Begegnung zu entgehen.
Es ist ein unnatürliches, menschenunwürdiges Verhalten, nur eine einzige Überlebensstrategie zu haben.
Unser Gehirn ist genau wie unser Körper dazu in der Lage, flexibel genutzt zu werden und auch nach sinnvolleren Alternativen zu suchen statt sich immer wieder gleich zu bewegen, nur um darin perfekt zu werden.

Menschen sind nicht dazu geboren, perfekt zu werden. Wir sind es bereits bei unserer Geburt.
Alle Menschen, die der festen Überzeugung sind (und sogar anderen einreden wollen), wir müssten das, was wir von Natur aus am liebsten tun würden, – von dem wir das Gefühl haben, wir müssen es tun – unterdrücken, weil wir sonst in unserem Leben nichts erreichen würden, wissen meiner Meinung und Erfahrung mit ihnen überhaupt nicht, was es heißt, ein Mensch zu sein. Sie suchen vielleicht selbst verzweifelt nach dem Sinn in ihrem Leben – auf Kosten anderer Menschenleben, die sie damit in Verzweiflung treiben. Zumindest solange, bis die sich – meist schmerzhaft – ihres Menschseins, ihrer menschlichen Bedürfnisse, bewusst werden und sich selbst etwas Sinnvolles einfallen lassen, um es auch frei ausleben zu dürfen.

 

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Dank für das Foto gebührt Chase Baker (auf Unsplash)