Steht für Dich die Welt Kopf oder fehlt Dir eine Hälfte des gesamten Bildes, um sie Dir zu erklären?

Oder wirst Du „nur“ von einer Gehirnhälfte regiert und verstehst Menschen, die „anders ticken“ nicht?

Vor allem für Menschen, die sich ganz offensichtlich keiner (rechtshändischen) Mehrheitsdiktatur unterworfen haben, die also hierzulande zum Beispiel mit Links schreiben können, ohne dabei von Rechts nach Links lesen zu müssen (was ja viel logischer für sie wäre) ist die Welt oft spätestens in der Schule verkehrt, für einige vielleicht sogar ein Irrenhaus: Dort herrschen nämlich – im Gegensatz zu Intuition, Mitgefühl und Kreativität, die ihnen verständlich erscheinen weil ihre Hirnfunktionen damit in Resonanz gehen können – „Zucht und Recht und Ordnung“, haben also Menschen das Sagen, die sich von ihrer linken Gehirnhälfte (oder wiederum Menschen, die insbesondere diese Seite nutzen) dominieren lassen.

Wenn Du also oft das Gefühl hast, dass Du die Welt oft oder überhaupt nicht mehr verstehst, könnte es daran liegen, dass Du von einem großen Teil der Menschen bisher zu wenig verstanden wurdest bzw. Deinem Verhalten zu wenig Verständnis entgegengebracht wurde.
Wenn sich etwas spiegelbildlich verhält, wird es niemand zur Deckung bringen können, und wenn Du immer dachtest, Du machst alles falsch, lag es vermutlich nur daran, dass Dir nicht bewusst war, dass Du vielleicht nur „um die Ecke“ bzw. genau andersherum denken musst, damit sich für Dich alles (endlich?) erklärt.

Eine hilfreiche erste Übung dazu ist vielleicht ein Kopfstand, der das Blut in Deinem Körper ein bisschen neu verteilt.
Und dann mach‘ doch vielleicht einfach mal alles anders als es Menschen von Dir erwarten, die Du selbst überhaupt nicht verstehen kannst.
Vielleicht wird Dir dann irgendwann sogar klar, warum es ihnen umgekehrt wahrscheinlich auch oft schwer fällt, Dich zu verstehen, und Du findest einen sinnvollen Weg für Dich, auch mit einer verkehrten Welt umzugehen – einen der sich für Dich (endlich?) richtig anfühlt?
Ich wünsche Dir alles Gute dafür und eine wunderschöne Woche, die uns mit Sicherheit dem Frühling etwas näher bringt.
Und vielleicht bringt sie uns ja sogar einer gerechteren Welt näher, in der Menschen irgendwann ihre beiden Gehirnhälften schulen und zum Beispiel je nach Bedarf abwechselnd benutzen dürfen, indem zum Beispiel RechtshänderInnen auch mal mit Links oder alle von Rechts nach Links, Oben nach Unten oder Unten nach Ober schreiben müssen.

P.s.: Eine sinnvolle Achtsamkeitsübung, um Dein Gehirn in Balance zu bringen, falls Dir hin und wieder schwindelig oder nach Kopfschütteln zumute ist: Achte mal darauf, wer in den nächsten Tagen versucht, mit Deinen Gefühlen zu spielen – Dir also Angst zu machen, ohne dass Du eine Gefahr sehen kannst, oder Dich in Sicherheit zu wiegen, obwohl Du spürst, dass eine Gefahr droht – und wer Dir eher Informationen liefert, die interessant für Dich sein könnten – mitsamt Möglichkeiten zur Eigenrecherche oder Hilfsangebot bei Fragen.

P.p.s.: Ich glaube, die Kunst im Leben besteht darin, keine einzige Vernunftentscheidung gegen das eigene Gefühl (das nicht immer dasselbe ist wie die Liebe zu anderen) treffen zu müssen und auch ganz am Ende noch überzeugt sein zu können, dass man immer richtig gehandelt hat.

P.p.p.s.: Es ist übrigens ein Trugschluss, allen KünstlerInnen Kreativität, Fantasie und Gefühl und damit eine Dominanz ihrer rechten Hirnhälfte zu unterstellen. Kunst lässt sich professionell studieren und Techniken sind lernbar, um Kunstwerke zu erschaffen, hinter denen nur ein logisch geordnetes System ohne Seele steckt.

 

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Dank für das Foto gebührt meinem Lieblingsfotografen, der meine Welt mit seinen kreativen Denk- und Sichtweisen bereichert, Mathias Csader, und für die Idee zum Text allen als LinkshänderInnen Geborenen, die ich – als vor allem logisch und in Zahlen und Buchstaben denkende RechtshänderIn – in meinem Leben vielleicht falsch verstanden habe. Ich denke aber, ich verstehe Euch langsam besser, komme Euch also bei meiner Lebensforschung immer mehr auf die Schliche.

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