Dehnt sich das Universum tatsächlich aus?

Oder produzieren geistreiche Menschen mit Schnapsideen oder Kiffer- und anderen bewusstseinsveränderten Fantasien, die natürliche Erscheinungen nicht von wahnhaften unterscheiden können und keine Naturgesetze kennen bzw. anerkennen, sondern stattdessen ihre festen, unveränderlichen Glaubenssätze verbreiten (wollen), nur unendlich viel heiße Luft?

Als Naturwissenschaftlerin und Lebensforscherin kann ich manchmal kaum fassen, wie wenig auch Menschen, die sich selbst für gebildet halten, über das Universum und seine Gesetz- und Regelmäßigkeiten bzw. zyklischen Wiederholungsmuster wissen.

Einige denken zum Beispiel, dass es auf der Erde für sie zu eng werden könnte, weil sie nicht wissen, dass nur so viel Materie neu gebildet werden kann, wie es sie bereits gibt.
Andere halten die Erde für eine flache Scheibe, weil sie nicht wissen, wie unser Auge sich von Grenzlinien täuschen lässt, die wir gar nicht erkennen können, weil es sie auf einem kreisrunden Ball gar nicht geben kann.
Es gibt Menschen, die suchen nach Sicherheiten in einer Welt, in der die Zukunft immer unsicher bleiben wird – weil sie nicht in der Hand eines einzelnen liegt, sondern wir sie alle miteinander gestalten.

Glaub‘ anderen – vor allem Menschen, die sich zu sogenannten „VisionärInnen“ berufen fühlen, weil sie viel Fantasie haben und gerne Bilder erschaffen – nicht so schnell, bevor Du nicht geprüft hast, ob das, was sie sich vorstellen, überhaupt möglich ist und nicht dem gesunden Menschenverstand widerspricht.
Im Grunde gibt es unendlich viele Möglichkeiten für jeden von uns, sein eigenes Leben zu leben.
Aber: Für eine davon müssen wir uns immer wieder entscheiden, wenn wir den nächsten Schritt machen wollen.
Menschen, die ihr eigenes begrenztes, naturwissenschaftlich überhaupt nicht haltbares Denken schon für die ganze Wahrheit halten, können nicht wissen, dass sie sich dabei immer wieder im Kreis drehen statt voranzukommen.
Wirklich naturwissenschaftlich ausgebildete Menschen – echte, ehrlich WissenschaftlerInnen  – sind sich ihrer eigenen Denkweisen und deren Grenzen immer bewusst und wissen, dass sie sich selbst immer wieder kritisch hinterfragen lassen müssen, weil sie wissen, dass andere Menschen ihr eigenes Wissen erweitern können.

Du kannst unendlich viele Schritte in einer Welt, die sich täglich weiterentwickelt und verändert, in dem Glauben zurücklegen, Du hättest Dich darin viel bewegt und wärst schon weit herumgekommen, nur weil Du schon viel gesehen und gehört oder erlebt hast.
Wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist und Dich – Deine Ängste, Angewohnheiten und auch Deine Fantasievorstellungen – gut kennst, dann könnte Dir – wenn ich richtig liege und Du nur denkst, Du hättest naturwissenschaftliche Kenntnisse – auffallen, wie wenig Du Dich selbst seit Deinen Kinder- und Jugendtagen verändert hast und wie viel Du immer noch nicht verstehst, sondern anderen einfach glaubst (weil Du gar nicht weißt, wie man Behauptungen wissenschaftlich auf ihre Gültigkeit überprüft).

Ich wünsche Dir sehr, dass Du nicht weiterhin alles glaubst, was andere Dir erzählen, ohne dass Du prüfst, ob sie selbst überhaupt wissen, wovon sie sprechen – vor allem, wenn ihre Visionen zu großartig oder zu düster klingen und sie Dir jede Verantwortung dafür absprechen oder alleine aufbürden wollen.
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen es in der Hand haben, aus dem Nichts Materie zu schaffen, nur weil sie in ihrem Geist dazu fähig sind.
Aber ich weiß, – weil ich es täglich beobachten kann – dass es Menschen gibt, die in ihrem krankhaften, technologisch-ideologischen Fortschrittswahn nicht nur unsere Natur, unsere Lebensräume, und sich selbst zerstören, sondern auch viele andere Menschen in den Tod reißen, die ihnen glauben – weil sie in ihrem Leben mit ihren großartigen Ideen bereits viel erreicht zu haben scheinen.
Die Menschen, die die Welt oder andere Menschen, die Natur und ihre Tiere und Pflanzen sowie alle anderen Lebensformen, Muster und natürlichen (Organisations-)Strukturen, tatsächlich lieben, respektieren und schützen möchten, haben aber gar keinen Grund, sie ständig verändern oder da Raum schaffen zu wollen, wo er längst schon ist – wenn Menschen ihn nur sinnvoll aufteilen und gemeinschaftlich nutzen statt nur individuell, für sich alleine, beanspruchen würden.

P.s.: Wenn Du Dich gefangen in einer für einen einzelnen Menschen unendlich großen Welt fühlst, in die Du zudem als lebens- und damit anpassungsfähiges Wesen hinein geboren wurdest, so dass Du am liebsten aus ihr ausbrechen würdest, könnte es sein, dass Du Dich bisher nur auf Menschen eingelassen hast, die Dir – angeblich zu Deiner oder ihrer Sicherheit – Fesseln angelegt bzw. von Dingen abhängig gemacht haben, die sie besitzen.
Du wirst Dich allerdings nie aus ihnen befreien können, wenn Du nicht einsehen kannst, dass Du immer die Möglichkeit hast, einen gewissen – physischen, mentalen oder emotionalen – Sicherheitsabstand zu diesen Menschen einzuhalten. Falls Du ihnen trotzdem begegnen musst, kannst Du Dir – Dank unserer grenzenlosen Fantasie – immer noch etwas einfallen lassen, um sie zu besänftigen, falls sie etwas zurückhaben wollen, was Du vielleicht gar nicht mehr hast oder ihnen zurückgeben könntest oder müsstest (weil sie es sich selbst nur bei anderen geliehen hatten).

 

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Dank für das Foto gebührt ian dooley (auf Unsplash)!

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