Kein Feind in Dir und auch keine Feindin vor Dir

Unter uns Menschen leben von Natur aus keine innere FeindInnen.
Kein Mensch müsste sich jemals selbst hassen oder verurteilen für das, was er oder sie tut oder getan hat – wenn andere es ihm oder ihr nicht einreden würden, sondern stattdessen unsere menschlichen Gefühle erklären und einen sinnvollen Umgang mit ihnen lehren könnten.
Kein erwachsener Mensch müsste auf andere Menschen wütend sein, die ihn oder sie für etwas verurteilen – solange er oder sie sich selbst bewusst machen könnte, warum sie das vielleicht mit Recht tun (weil es kindisch-naiv, verantwortungslos, unüberlegt oder gemein und verletzend gegenüber anderen war).

Das, was uns Menschen ausmacht, ist mehr als das, was wir tun oder was andere uns ansehen können. Besonders das, was Menschen – um geheimnisvoll zu bleiben – verbergen wollen, weil sie sich im Grunde dafür schämen oder es als unwichtig abtun – ein inneres Raubtier oder eine verletzte, empfindsame Seele – wird vielen früher oder später zum Verhängnis.
Es ist weder sinnvoll, ein Raubtier mit Gewalt zähmen zu wollen, noch eine empfindsame Seele immer wieder nur trösten statt sie etwas weniger empfindlich machen zu wollen.
Menschen, die ihre Natur und (Natur-)Geschichte nicht kennen oder wahrhaben möchten, laufen Gefahr, sich mit der Zeit entweder selbst damit zu zerstören, dass sie (über-)lebenswichtige Teile in sich zu bezwingen versuchen, oder damit, dass sie ihre natürlichen Abwehrkräfte (gegen zu viel Sentimentalität und Angst vor Gewalt, die ihnen in einem Notfall das Leben retten könnte) tot streicheln (lassen).

Alle FeindInnen könnten jederzeit zu FreundInnen werden – wenn Du Dich ihnen etwas anzubieten hast, – sei es ein Geschenk oder einen Tauschhandel – Dich ihnen in Frieden näherst, Bereitschaft zeigst, mit ihnen zu kommunizieren und Dir Zeit dafür nimmst, Dich auf sie und ihre Bedürfnisse oder Wünsche einzulassen, bis Du sie auch verstanden hast.Ich nehme vor allem Menschen, die gegen andere, ihre eigenen Ex-FreundInnen, Familienangehörigen, NachbarInnen oder Chefs, oder ihre eigenen Krankheiten kämpfen, nicht mehr ab, dass sie das alles schon versucht hätten.

Menschen, die bereits Angst haben, im Spiegel etwas sehen zu können, was ihnen nicht gefällt, schauen wahrscheinlich auch bei vielen anderen Menschen nur halbherzig hin.

P.s.: Es kann etwas dauern, bis Du die Verbindung zwischen Deiner Kampfbereitsschaft gegenüber „FeindInnen“ und Deinem Selbst- oder Weltverständnis erkennst. – Vielleicht hilft es Dir, öfters mal ehrlich in den Spiegel zu schauen und Dich mit Dir selbst zu beschäftigen, um herauszufinden, wer (oder was) Dir in Deinem Leben bisher wirklich geschadet hat und wer (oder was) nicht?

 

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Dank für das Foto gebührt Caroline Veronez (auf Unsplash)!

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