In (Dis-)Harmonie mit der Erde und unserer Weltordnung

Aus alt mach neu

Für ein Leben im Einklang mit der Natur müssten Menschen „einfach nur“

  • bereit sein, ihr altes, naturfernes und -fremdes Leben, das ihnen oft nicht einmal als krank(machend) bewusst ist, weil sie denken, es gäbe keine Alternative dazu, loszulassen und
  • ein neues Bewusstsein für das Leben auf der Erde entwickeln können, also offen dafür sein, sich mehr mit der Natur und ökologischen Fragestellungen und Problemen zu beschäftigen;
  • sich umfassend über ökologische Kreisläufe, nicht nur über Bio- und andere Umwelt-Siegel informieren und von ÖkologInnen, die noch die Natur beobachten, nicht nur an oder mit Hilfe von Computeralgorithmen berechnen (lassen), erklären lassen, was sie nicht verstehen;
  • damit beginnen würden, ihre natürlichen, „echten“ – nicht künstlich bzw. medial mit Hilfe von Werbung geschaffene – unbewussten Bedürfnisse und Gefühle wie Wohlbefinden, Unmut, Liebe oder Angst bewusster wahrzunehmen (statt sich von bewussten Lustgefühlen, Ehrgeiz, Wut oder Horrorvorstellungen durchs Leben leiten zu lassen);
  • wirkliche Achtsamkeit, nicht nur oberflächliche Aufmerksamkeit, gegenüber sich selbst und ihrer Mitwelt – bzw. deren oft sehr unterschiedlichen Bedürfnissen und Gefühlsäußerungen – entwickeln, also trainieren würden.

Alle Menschen könnten prinzipiell nachhaltig und in Frieden miteinander leben, wenn sich alle mit unseren natürlichen, regional unterschiedlichen und besonderen Lebensräumen anfreunden und harmonisch an sie anpassen könnten statt sie willkürlich nach Belieben umstrukturieren – zerstören und neu, angeblich besser aufbauen – zu wollen, damit es die Menschen dort „schöner“, harmonischer haben …

Schönheit ist relativ, genauso wie Harmonien relativ sind – je nachdem, in welcher Grundstimmung Du Dich gerade befindest bzw. welche um Dich herum herrscht…
Mir machen die meisten Kunststoffe und neuen Technologien, mit denen völlig neue, tote Organismen – ohne Fähigkeit zu eigenen positiven Schwingungen – geschaffen werden können, schon immer – meist unbewusst – Angst. Heute verstehe ich mein Misstrauen ihnen gegenüber besser: Sie wachsen und vergehen nicht wie natürliche Materialien oder auch natürliche, ungestörte Ordnungen, die immer wieder selbstständig in ihr Gleichgewicht finden können. Sie können nicht sterben und dabei dem Aufbau neuen Lebens dienen können, sondern vergehen oft nur extrem langsam und töten dabei viele Lebewesen früher oder später.

Ich weiß, dass die meisten, vielleicht sogar alle irgendwann wieder verschwinden, vielleicht sogar abgeschafft und ihre weitere Herstellung bewusst von Menschen verhindert wird, weil sie zu viel Schaden angerichtet haben und unnötig viele – Menschen und andere Lebewesen an ihnen gestorben sind.
Vielleicht wird es dann – weil sie genauso wenig in Harmonie mit der natürlichen Strukturierung von Lebensräumen geschaffen wurden – auch keine Rechts- oder Nationalstaaten mehr geben, sondern nur noch Menschen, die in den unterschiedlichsten Regionen der Erde leben.
Vielleicht brauchen diese Menschen keine Natur- oder Tierschutzorganisationen mehr, weil sie selbst wissen, wie sie die Natur schützen und mit ihren Tieren zusammen leben können ohne sie (fest) zu halten, zu besitzen oder zu (be-)nutzen.
Vielleicht gibt es dann keine Tourismusbranche mehr, sondern nur noch gastfreundliche und an anderen Kulturen, nicht nur an Naturwundern und Sehenswürdigkeiten interessierte Menschen.
Vielleicht sind diejenigen die Angesehensten, die nicht die größten Häuser und besitztümer für sich allein beanspruchen, sondern ihre Räumlichkeiten mit möglichst vielen anderen Menschen teilen oder zumindest zeitweise gemeinsam nutzen.
Vielleicht sind die die Reichsten und Glücklichsten, die mit dem wenigsten Eigenbesitz durchs Leben kommen können, weil sie wissen, dass sie sich im Notfall, wenn sie selbst nicht arbeiten und eigenständig für ihren Lebensunterhalt aufkommen können, auf ihre Gemeinschaft verlassen können.
Vielleicht sind die irgendwann die Erfolgreichsten, die ihre eigene frei Kreativität ausleben können, weil sie sinnvolle Dinge auch für alle anderen, nicht nur für zahlungskräftige KundInnen, damit schaffen, dass sie wirklich nachhaltig und in Rücksicht auf natürliche Ressourcen und (Regenerations-)Kreisläufe wirtschaften – ohne neue Naturzerstörung und ohne jeden Abfall.

Ja, vielleicht … leben wir irgendwann einmal tatsächlich in Harmonie mit dem Universum und nur noch in schmerzlicher und ständig warnender Erinnerung dessen, was wir der Natur und auch uns selbst einmal angetan haben. – Denn Menschen vergessen leider „gerne“ bzw. verdrängen schnell,

  • wofür sie sich selbst schämen,weil ihnen etwas Entwürdigendes angetan wurde;
  • woran sie nicht erinnert werden wollen, weil sie sich selbst dabei vielleicht unmöglich verhalten haben oder
  • worauf sie nicht aufmerksam gemacht werden möchten, weil sie es als grausam empfinden und darunter leiden.

Besser, schöner, harmonischer wird auch eine neue Weltordnung dadurch niemals werden, wenn wir eine alte, schlechtere Welt darunter begraben und vergessen wollen – weil Harmonien nur im Bewusstsein von Disharmonien ihren Klang, ihre Schönheit, entfalten oder behalten können.

P.s.: Immerhin verstehe ich heute – ohne es gutzuheißen – besser, wenn Eltern ihren Kindern böse Märchenfiguren bewusst vorenthalten, weil die Welt oder ihre – von Medien vermittelte – Vorstellung davon ihnen bereits genug Angst einjagt. Ich selbst habe auch nicht sehr lange geglaubt, „es war einmal„. Aber ich glaube weiterhin, – weil für mich Harmonien schon immer besonders schön in Verbindung mit Disharmonien klingen – dass auch „alles wieder besser“ werden oder sogar „endlich mal richtig gut“ sein kann bzw. könnte; wenn wir uns alle darum bemühen und dafür sorgen würden, dass es nicht immer wieder anders kommt.

 

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Dank für das Foto gebührt Amy Treasure (auf Unsplash)!

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