Hast Du Naturverständnis und hilfst damit Tieren oder hast Du „nur“ Mitleid für sie und denkst, sie bräuchten Hilfe?

Menschen lieben es, Tieren zu helfen, sie bestmöglich zu schützen oder sie vor dem vermeintlichen Tod zu retten.
Aber wann und warum sind Tiere überhaupt in akuter Gefahr oder ihr Überleben gefährdet?

Vor allem Menschen oder ganze Organisationen, die Spendengelder für wohltätige Zwecke sammeln, erklären uns die Welt meist so: Wir Menschen und vor allem unser moderner Lebensstil, unser Drang, uns überall auf der Welt auszubreiten und zu nehmen, was wir wollen, sind das Problem.

Statt allerdings dem Problem auf den Grund zu gehen;

  • statt uns zu fragen, ob wir unser modernes Leben – unter dem nicht nur die Natur und Tiere leiden – eigentlich so führen müssen;
  • statt aufzuhören, überall Platz allein für uns zu beanspruchen, und
  • statt uns weiterhin mehr zu nehmen als wir jemals nutzen oder verbrauchen können,

geben Menschen freiwillig nur einen kleinen Teil von dem zurück, was sie sich für sich genommen haben; meist nicht einmal an derselben Stelle, an der er im Grunde fehlt.

Durch ihr fehlendes ökologisches Verständnis, ihre eingeschränkte Sichtweise – aus nur einer Perspektive; auf einen kleinen Ausschnitt innerhalb eines kleinen zeitlichen Rahmens – richten Menschen häufig mehr Schaden in der Natur an als sie sich jemals vorstellen können.

Die Natur ist ein riesiges Netzwerk, in dem alles miteinander verbunden ist, also alles voneinander abhängt und Auswirkungen auf den ganzen Rest hast, auch wenn diese mit menschlichen Methoden nicht messbar sind.

Es ist nicht verwunderlich, wenn einige Arten seltener werden und verschwinden, während andere streng geschützt werden.
Es ist eine unabdingbare Folge, dass mehr Tiere innerhalb eines begrenzten natürlichen Reviers überleben und sich fortpflanzen, wenn Menschen sie zusätzlich füttern, so dass zukünftig härtere Revierkämpfe stattfinden werden oder der Lebensraum darunter leidet, sobald die Fütterung ausbleibt.
Es ist leicht nachzuvollziehen, dass jeder menschliche Eingriff in die Natur nicht nur ein gewünschtes Ergebnis mit sich bringt, sondern schwerwiegende Begleiterscheinungen haben kann.

Überlege Dir immer, was Du selbst verantworten möchtest, wenn Du zukünftig jemandem Geld gibst, um die Natur zu schützen oder Tiere zu retten.
Denke darüber nach, wenn Du z.B. ein vermeintlich leidendes Tier siehst: Welches Schicksal steht ihm schlimmstenfalls bevor, wenn Du nichts tust? Kannst Du Dir vorstellen, wie sehr Du später darunter leiden würdest, wenn Du feststellen musst, dass Du es entweder gar nicht retten konntest oder ihm nur ein oft einsames Leben in Gefangenschaft bieten kannst?
Wäge ab, was Du schon weißt, oder fasse den Entschluss, schnellstmöglich so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen.
Nimm‘ Dir so lange Zeit, wie Du brauchst, um eine sichere Entscheidung treffen zu können, die Du nicht bereuen wirst – selbst wenn Du Angst hast, dass es dann zu spät sein könnte.
Vielleicht bringt es Dich dazu, zukünftig besser vorzusorgen? – Dir darüber klar zu werden, was Du wirklich für die Natur, für Lebensräume, Pflanzen und Tiere oder sogar die Menschen tun kannst, was Du tun willst und was vielleicht nicht, weil Du es Dir nicht zutraust.
Du wirst mit Sicherheit immer – egal wie gut oder schlecht Du vorbereitet bist – immer wieder Entscheidungen treffen, die sich im Nachhinein als richtig oder falsch herausstellen.
Aber glaub‘ mir: Du wirst mit Sicherheit immer weniger bereuen und besser verstehen können, warum Du Dich wie entschieden hast (und warum sich andere Menschen mit gutem Recht anders entscheiden).

 

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Dank für das Foto gebührt Nigel Cohen (auf Unsplash)!

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