Liebe und/oder Freiheit?

Das Märchen von der bedingungslosen freien Liebe oder Liebe zur Freiheit – weil beides nur bedingt „funktionieren“ kann

Es gibt nicht vieles, wozu ich keine bzw. nur eine einzige Alternative sehe, für die sich Menschen entscheiden können.
Im Laufe meines Lebens ist mir allerdings bewusst geworden, dass individuelle Freiheit und die romantische Liebe, also Verbindung zu einem anderen Menschen dazu gehören – weil man sich entweder für oder gegen sie entscheiden muss, wenn man sie haben möchte.
Ihre Freiheit über alles liebende Menschen können keine festen, tiefen Bindungen eingehen, in denen sie ihre Freiheiten zugunsten von Gemeinsamkeiten aufgeben müss(t)en.
Andere, die bereit sind, all ihre Freiheiten für die Liebe aufzugeben, machen sich selbst abhängig von Bindungen, sind also selbstständig und frei kaum überlebensfähig.

Menschen, die sich freiwillig dazu entschieden haben, ihren Liebesgefühlen – zwischenmenschlichen Anziehungskräften, die nur bedingt mit wissenschaftlichen Methoden messbar sind – Folge zu leisten und sich zu lieben, weil sie sich verbunden fühlen, sind auch immer wieder bereit, sich gegenseitig Freiheiten zuzugestehen.

Die (freie) Liebe leidet genau so wie die Freiheit der Menschen, dass sie sich in ihrem Leben zu vielem gezwungen sehen bzw. in Abhängigkeiten begeben haben, aus denen sie nicht flüchten können. Deshalb ist jeder Versuch, eine verlorene Liebe mit neugewonnenen Freiheiten oder die verlorene Freiheit mit Liebe füllen zu wollen, zum Scheitern verurteilt.

Entscheide Dich nie nur für eines von beiden, sondern immer für beides zusammen: Sei bereit, aus Freiheitsliebe Kompromisse einzugehen!
Verhandle immer wieder hart und kompromisslos, wenn Du selbst zu viele Deiner Freiheiten aufgeben sollst; aber gestehe Deinen LiebespartnerInnen dieselben – denn Liebe besteht nicht nur aus Nehmen, als dem Herauspicken der Rosinen, wenn es darum geht, sich gegenseitig auch bereitwillig Freiheiten zu schenken.

Eine neue Liebe wirst nicht nur Du leichter finden können als Deine Freiheiten zurückzubekommen – die Dir jemand genommen hat, weil Du sie vorher freiwillig, aus naivem Glauben an die bedingungslose Liebe, aufgegeben hast.
Aber: Wenn Du schon lange auf der Suche nach der Liebe warst und sicher bist, dass Du sie jetzt gefunden hast, dann sei Dir nicht so sicher, dass sie sehr lange hält, wenn Du Dich mehr um Deine Freiheit und Lieblingsbeschäftigungen als um sie, also um Freiheits- und Liebesbedürfnisse Deines Partners oder Deiner Partnerin kümmerst!

Ich wünsche Dir jedenfalls immer ausreichend Freiheiten und alles Liebe für Dein zukünftiges Liebesleben und Dein Leben in Freiheit!

 

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Dank für das Foto gebührt Michael Mazzone (auf Unsplash)

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