Ringst Du lieber mit Dir selbst oder versuchst Du stattdessen, andere zum Aufgeben zu zwingen?

Täglich wird mir bewusster, wie sehr sich – auch oder vor allem angeblich friedliebende – Menschen gegenseitig bekämpfen, weil sie Angst (voreinander) haben: aus Angst davor, dass der bzw. die andere besser oder stärker sein könnte als sie selbst.
Menschen, die wissen oder – aufgrund der eigenen Vorerfahrungen, vor allem in der eigenen Kindheit – auch nur denken, keine oder wenig Chancen gegen andere Menschen zu haben, suchen sich lieber andere „TrainingspartnerInnen“ bzw. „Hobbies“, mit denen sie sich ihre Erfolgserlebnisse und damit verbunden Glückshormonausschüttung verschaffen können.
Wenn es ihnen gelingt, damit auch andere Menschen zu begeistern, sie für sich zu gewinnen oder ihren Lebensunterhalt damit zu bestreiten, wird das Hobby schnell zum Beruf – ungeachtet dessen, wie sehr die Menschheit tatsächlich braucht, was mit geschaffen oder dabei verursacht wird.
Andere perfektionieren wenigstens das, womit sie Geld verdienen wollen – um sich das leisten zu können, wobei sie sich tatsächlich echte Glücksgefühle verschaffen können.

Unsere Hormonausschüttung ist nichts, was unabhängig von unserer Umwelt geschieht.
Die Ausschüttung von Hormonen ist nichts, was Du verhindern könntest.
Aber: Es liegt an Dir, wie Du Dich im Rausch Deiner Gefühle verhältst. Du hältst es in der Hand, wie sehr Du Dich kontrollieren oder dem freien Lauf lassen willst, was Du von Natur aus gerne tun würdest.
Schon kleine Kinder entscheiden sich bewusst oder unbewusst, wenn sie keine Alternativen dazu kennen bzw. gezeigt bekommen, ob sie eher Menschen nacheifern (wollen), die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen bzw. ausharren können, um an ihre Ziele zu kommen, oder anderen, die bestimmt auf den Tisch hauen und notfalls auch alleine gegen andere für ihre Ziele kämpfen.

Wenn Du also selbst wenig Energie und keine Lust hast, Dich gegenüber anderen durchzusetzen, dann könntest Du – wenn Du Dir selbst auf die Schliche kommen möchtest – Dich fragen, warum Du Angst vor ihnen hast oder ob Du Dich vielleicht lieber selbst strangulierst als Herausforderungen anzunehmen, die uns unser tägliches Leben bietet.
Es kann unsinnige Energieverschwendung sein, ohne ausreichende Unterstützung gegen Stärkere kämpfen zu wollen oder Schwächere, mit denen Du Dich leicht messen kannst, für gute TrainingspartnerInnen zu halten, um Dein Selbstbewusstsein zu stärken.
Aber es ist auch Energieverschwendung, zu viel mit Dir allein zu ringen, weil Du Dich dabei nur kennen lernst, wie Du Dich gerne kennen würdest – ohne anderen die Chance zu geben, das Beste aus Dir herauszuholen oder Dich auch mal von Deiner schlechtesten Seite zu zeigen.
Glaub‘ mir, Menschen spüren, wenn andere sich – vielleicht auch nur hin und wieder – asozial verhalten und dabei oft selbst schaden, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind und sich dafür bewusst zurückziehen müssen, also in Gegenwart anderer Menschen nicht entspannen können.

Mach‘ Dich mal locker – das Leben ist kein Ringkampf, vor allem keiner der Menschheit gegen Dich.
Du musst Dich ja nicht gleich vor die größten Herausforderungen stellen; aber: Konfrontiere Dich doch öfters mal mit Menschen, auf die Du bisher – aus Angst davor, Dir eingestehen zu müssen, dass Du Angst hast, vor ihnen nicht bestehen zu können – herabgeschaut, vielleicht mit einem bösen Blick gestraft hast, ohne dass sie Dir jemals den Kampf angesagt haben.

Vielleicht wirst Du dabei nicht nur lernen, „friedliebende“, „faire“ oder „gefährliche“ und „böse“ Menschen (oder „Spiele“) plötzlich mit anderen Augen zu sehen, sondern auch, völlig sinnlose Rangeleien – mit Dir selbst oder anderen – zu vermeiden.

 

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Dank für das Foto gebührt Chris Chow (auf Unsplash)!

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