Eins für Dich und eins für mich

Warum gerechte (Auf-)Teilungen nur für „seelenlose“ bzw. nur begrenzt zu Empathie fähige „MaterialistInnen“ mit exakt gleicher Größe, Menge oder Farbe etc. zu tun haben („müssen“)

Nicht nur jeder Mensch, sondern jedes Lebewesen hat ganz spezielle, individuelle Bedürfnisse und Fähigkeiten, die sich mit den eigenen Erfahrungen im Leben, mit den persönlichen Lebensumständen entwickeln.

Wer sich reich vom Leben beschenkt fühlt, teilt gerne mit anderen.
Wer genug Selbstvertrauen hat, eigene Bedürfnisse auch in einer Gruppe zu äußern, selbst wenn andere sie entweder für unverschämt oder zu demütig-asketisch halten, geht leicht davon aus, dass auch alle anderen das tun.
Wer denkt, – weil es ihm oder ihr nicht anders beigebracht wurde – dass es gerecht ist, wenn alle, unabhängig von ihrer Größe oder Körperform, ihrem Besitz, ihren Lieblingstätigkeiten oder Wünschen, immer dasselbe, denselben Teil einer bestimmten Menge, bekommen, verwechselt Gleichheit mit Gerechtigkeit.

Wir Menschen sind, auch wenn wir es vor dem Gesetz sein, also unsere Straftaten nicht anhand unsere Vermögens oder gesellschaftlichen Ansehens bewertet werden sollten, definitiv nicht alles gleich.
Die Schwere eines Vergehens wiegt allerdings umso mehr, je mehr

  • Einfluss wir auf andere Menschen haben bzw. Druck auf ihre Entscheidungen ausüben können,
  • wir darüber wissen könn(t)en, was wir tun,
  • wir die Bedürfnisse anderer Menschen missachten, die laut sagen, was sie sich wünschen würden, vor allem, wenn es weniger als der Anteil ist, der ihnen bei einer gleichmäßigen Aufteilung zustünde, oder sogar freiwillig auf das verzichten, was andere ihnen gar nicht schenken, sondern als Teil einer gemeinsam zu tragenden Last „aufbürden“ wollen.

Gerechtes (Auf-)Teilen erfordert Zeit und ist oft nicht einfach und schnell zu bewerkstelligen, weil im Prinzip

  • erst einmal eine genaue Bestandsaufnahme der zu verteilenden Ressource (und ihrer Wiederherstell- bzw. Erneuerbarkeit) gemacht werden müsste,
  • alle Beteiligten gefragt werden müssten, ob sie sowieso schon vollends zufrieden sind, bereits zu viel oder vielleicht bisher noch gar nichts davon haben (wollten) oder (in ihren Händen) gehalten haben,
  • strategisch, systematisch vorgegangen werden müsste, dass am Ende alle Bedürfnisse einigermaßen so befriedigt sind, dass alle damit zufrieden sind, also Einigkeit darin herrscht, dass vorerst gerecht geteilt wurde, aber auch beim nächsten Mal dafür gesorgt sein muss, dass nicht wieder diejenigen zu kurz kommen, die sich mit weniger zufrieden gegeben haben, als sie sich eigentlich erhofft hatten.

Wiederholte Enttäuschungen machen Menschen auf Dauer nicht nur wütend, sondern aggressiv – gegen andere oder sich selbst; vor allem, wenn die eigenen Wünsche laut und deutlich geäußert wurden!

 

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Dank für das Foto gebührt Sophie Elvis (auf Unsplash)!

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