Solidarische Verzweiflungstaten oder Handlungen von EinzeltäterInnen, denen keine Alternativen einfallen, …

werden erst zu Verbrechen, wenn andere, die freiwillig gar nicht mitmachen woll(t)en, dazu überredet, verlockt oder erpresst werden bzw. unschuldig dabei zu Schaden kommen, also Opfer der körperlicher Gewalt werden, die auch von anderen ausgehen kann, die „nur“ Worte dazu gebrauchen, also dazu anstiften

Mir ist noch gut in Erinnerung, wie mich die (Verzweiflungs-)Tat eines einzelnen Mannes vor knapp 2 Jahren bzw. vielmehr die mediale Berichterstattung darüber dazu gebracht hat, regelmäßig genug Ideen in meinem Kopf zu entwickeln, um sie fast täglich herunterzuschreiben…
Menschen bringen mich fast täglich zu Verzweiflung mit ihrem Tun.
Seit 2 Jahren bringt mich zusätzlich das zur Verzweiflung, was Menschen blind glauben, nur weil es in öffentlichen Medien berichtet wird (die ich bis dahin für einigermaßen glaubwürdig bzw. unabhängig von Großunternehmen sowie relativ „neutral“ in ihrer Meinung gehalten habe).
Mir ist bewusst, dass ich andere Menschen, die es gewohnt sind, möglichst schnell zu handeln, „etwas zu tun“ – auch wenn andere ihnen nur vormachen, es würde dringender Handlungsbedarf herrschen – und hinterher auch nicht darüber nachdenken wollen, ob es sinnvollere Alternativen dazu gegeben hätte, damit zur Verzweiflung bringe, dass ich „nur“ darüber schreibe statt mir etwas Sinnvolleres, eine oder mehrere Alternativen, einfallen zu lassen, um etwas dagegen zu tun (dass z.B. die Natur, für deren Schutz ich mich engagiere, weiter gnadenlos zerstört wird, oder Tiere, die ich liebe, weiterhin abgeschlachtet oder in Gefangenschaft gehalten werden).

Aber: Ich habe – schmerzhaft – gelernt, dass Menschen sich von mir nicht dazu bringen lassen, die Natur oder Tiere zu schützen, wenn sie gar keinen Sinn darin sehen, etwas dafür sein zu lassen, also etwas aufzugeben statt etwas dafür zu tun; wenn sie viel mehr Angst vor Veränderungen – vor allem davor, dass ihnen etwas weggenommen werden könnte – als vor dem haben, was in ihrem Leben nicht sehr gut läuft, weil sie genau das tun, was sie tun.
Ich weiß, dass Menschen, die ihr Heil im Geldverdienen suchen, ihren Fokus nicht auf ihre Beziehungen richten werden. Menschen mit Fernweh werden ihr Mobilitätsverhalten nicht in Frage stellen. Menschen, die sich nicht stark genug fühlen, um ihrem Alltag standzuhalten, werden sich ihre „Genussmittel“, mit denen sie – vermeintlich – immer wieder neue Kraft schöpfen können, nicht ausreden lassen, bis sie deren schädliche, schwächenden Nebenwirkungen am eigenen Leib zu spüren bekommen.
Ich weiß, dass ich nichts tun kann als abzuwarten, bis „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, bzw. zu hoffen, dass der Brunnen oder sonstige Absturz nicht allzu tief ist. – Als Lebenswissenschaftlerin und Gesundheitsforscherin kann ich oft mehr oder weniger absehen, was mit uns Menschen, mit Tieren, Pflanzen oder unserer Natur passieren wird, wenn wir genau mit dem weitermachen, was uns, ihnen oder ihr schadet, bzw. wenn wir nur halbherzig oder zeitweise exzessiv wiedergutzumachen versuchen, was wir vorher versäumt haben.

Bevor ich selbst zur Verzweiflungstäterin werde und mir oder anderen zu sehr damit schade, schreibe ich lieber darüber, was mich selbst zur Verzweiflung bringt und was ich Menschen am liebsten raten würde, ohne zu erwarten, dass sie es umsetzen können, wollen oder auch gegen ihre Überzeugung tun werden.
Ich werde darauf hoffen bzw. weiterhin daran glauben, dass Menschen immer irgendwann – wenn sie zu viele „unschuldige Opfer“ beklagen mussten – Einsicht gezeigt und zurück zur Vernunft gekommen sind.
Meiner Meinung nach hat unser moderner Lebensstil und unser staatlich organisiertes, gesellschaftliches Leben schon lange genug Opfer gefordert: unser einseitiges Streben nach

  • immer mehr Besitz und persönlichen Erfolgen, also individuellen Glückserlebnissen, verbunden mit dem einzelkämpferischen Umgang mit Problemen (mit Hilfe von BeraterInnen, die gleichzeitig ExpertInnen dafür sind, Entscheidungen zu beeinflussen), statt nach
  • Zufriedenheit mit wenig Eigentum,
  • Spaß am Teilen und gemeinsamen Lösen von Problemen (über die erst diskutiert werden müsste) und
  • der nachhaltigen und liebevollen Nutzung der Natur bzw. ihrer Ressourcen, die sie uns völlig unentgeltlich zur Verfügung stellt, nur unter der Voraussetzung, dass wir so gut wie möglich für sie sorgen – so wie sie es braucht, um erhalten zu werden, nicht wie wir sie be- oder ausnutzen wollen (damit alles zu jeder Zeit verfügbar ist, von dem wir uns abhängig gemacht haben, ohne dass unser Leben von Natur aus davon abhängen würde).

Mich überrascht nicht, dass heute so viel Menschen mehr Vertrauen

  • in ihre ÄrztInnen als in BiologInnen;
  • in Tests, die Erkrankungen finden sollen, als in ihre Augen oder anderen Sinnesorgane;
  • in neuartige Impfstoffe oder generell Medikamente und künstliche Nahrungsergänzungs- oder Heilmittel als in ihr eigenes Immunsystem;
  • in unseren Rechtsstaat als in ihre Souveränität als Menschen;
  • in das vernünftige Handeln einer Mehrheit von Menschen als in ihr eigenes Urteilsvermögen ehaben.

Ich bin froh, dass es immer noch „die Alternativen„, die „Asozialen“ gibt, die sich schon immer etwas anderes einfallen lassen haben.
Und ich bin froh, dass ich eine von ihnen geblieben bin, ohne mich jemals einsam oder verlassen gefühlt zu haben, weil immer auch die Menschen solidarisch zusammenhalten, die anderen die Freiheit lassen wollen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, – auch gegen eine treue Staatsbürgerschaft, wenn diese zu verbrecherisch und unmenschlich wird – also z.B. in staatsunabhängigen Glaubensgemeinschaften mit eigenen Regeln oder auch anarchisch, ganz ohne herrschende Gesetze(shüterInnen) zu leben.

Wer weiß, vielleicht ist es der Gang der natürlichen Evolution, dass sich immer genau die ins eigene Unglück stürzen oder sogar selbst beseitigen, die nicht für ein wirklich friedliches, solidarisches, menschliches Miteinander geeignet sind? – Weil sie zu unachtsam leben, viel Angst und wenig Vertrauen in sich selbst haben (so dass sie bewusst nach anderen Menschen suchen, die ihnen das Gefühl geben, dass sie im Leben gar keinen Mut brauchen, sondern nur die einfachsten Wege oder geeigneten – meist technischen – Hilfsmittel finden müssen) oder zu wenig Geduld für das, was wichtig für sie sein könnte, was ihnen andere aber erst verständlich und geduldig erklären müssten.
Das, was jedem von uns in der Schule eingepaukt, von anderen hinter die Löffel geschrieben wurde oder als „allgemeingültig“ und „nach aktuellem Stand der Forschung gilt“, hat nicht mehr viel mit dem zu tun hat, was Menschen tatsächlich bekannt und mehr oder weniger auch nach verbreiteter Zensur noch frei zugänglich ist. – Überleg‘ Dir bitte immer gut, wessen AnhängerIn Du sein, wem Du – ohne selbst zu recherchieren – blind vertrauen und folgen willst.
Vernünftige, wirklich freie Entscheidungen kann nur treffen, wer tatsächlich darüber Bescheid weiß, warum andere etwas tun und manchmal nicht nur „mit gutem Beispiel vorangehen“, sondern sogar verlangen, dass andere unbedingt mitmachen müssen.

 

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Dank für das Foto und die Geduld, das Motiv aufzubauen, gebührt Mathias Csader!

 

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