Nur was lange genug währt, um endlich gut zu werden, …

… kann auch am Ende noch gut sein

Viele Menschen heute haben ihre Geduld bzw. das Vertrauen, dass es sich lohnen kann, sich Zeit für etwas zu nehmen, verloren. Sie erlauben sich – weil sie mit der Zeit gehen wollen statt zu warten, bis der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist – heute kaum noch, etwas Langfristiges, Dauerhaftes zu planen, mit frohem Mut anzufangen, genug Pausen zum Betrachten und Genießen der Fortschritte oder zum kritischem Überdenken der bisher erzielten Ergebnisse sowie zum Darüber-Diskutieren mit anderen zu machen. Lieber hoffen sie, dass das, was sie tun werden oder wollen, gut sein und zu dem Ergebnis führen wird, das sie haben wollen.
Statt sich auf sich selbst und die eigene Intuition zu verlassen, statt sich die Realität ehrlich zu betrachten, also so viele Informationen wie möglich darüber einzuholen und sich einzugestehen, dass die Zukunft nicht vorhersagbar ist, so dass man immer bereit sein sollte, umzudenken – einen Plan B zu haben – und nur in kleinen Schritten voranzugehen, so dass es nicht zu lange dauert oder zu weh tut, wenn man wieder umkehren, noch etwas Fehlendes besorgen oder etwas umbauen muss, zählen viele Menschen heute vor allem darauf, was ihnen andere sagen: was WissenschaftlerInnen erforscht haben, was ExpertInnen im Voraus berechnet haben, was BeraterInnen für gut befinden und empfehlen.

Wenn Du nicht irgendwann vor den Trümmern Deiner Existenz stehen willst, weil Du etwas aufgebaut hast, obwohl Du befürchtet hast, dass das nicht ewig so weitergehen kann – in der Hoffnung, dass Du den Einsturz nicht mehr erleben wirst oder die (Mit-)Verantwortung dafür tragen musst – dann nimm‘ Dir immer wieder genug Zeit, Dir Deine aktuelle Situation ehrlich zu betrachten:
Wer oder was tut Dir wirklich gut?
Wer will einfach nur weiter wie bisher machen und auf das Beste hoffen?
Wer ist kreativ und lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, wenn etwas schief zu gehen droht (so dass ein schiefes oder wackliges Ergebnis nicht als der ursprüngliche Plan verkauft werden muss, wenn man für die Arbeit entlohnt werden möchte)?
Wer sorgt für Ruhe, wenn es Streit darüber gibt, ob man einfach weitermachen oder lieber noch eine Halterung oder Sicherung einbauen, einen Schritt zurückgehen oder nochmal von vorne anfangen sollte?

Ohne dass Menschen daran geglaubt haben, dass das, was sie aufbauen wollten, am Ende auch gut sein wird, hätten viele ihre Lebenswerke nicht begonnen.
Ich wünsche Dir also, wenn Du gerade unzufrieden mit Deinem Leben bist, wenn Du unsicher bist, ob das, was Du gerade tust, Dich wirklich weiter bringen wird – irgendwohin, wo es Dir auch zukünftig gut gehen könnte, wenn Du Glück oder auch Pech hast: Hoffe nicht nur auf das Beste, sondern mach‘ etwas nachhaltig Gutes daraus!
Lass‘ Deine Fantasie spielen, werde kreativ, während Du Dir alles realistisch betrachtest, was ist und sein oder werden könnte, und dann – wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass Du das, was Du tust, weiterhin tun willst, oder wenn Dir eine bessere, vielversprechendere Idee gekommen ist, dann leg‘ los – auch wenn andere noch daran zweifeln, dass es Dich irgendwohin führen wird.
Sobald Du eine realistische Vorstellung davon hast, nicht nur einen Wunschtraum, wie Dein oder unser gesellschaftliches, gemeinsames Leben sich entwickeln könnte, kannst Du sie vielleicht auch irgendwann realisieren – wenn Du genug Geduld hast und es wirklich eine gute Idee war!

Ich wünsche Dir viel Spaß, genug Durchhaltevermögen und eigene Kraft oder Unterstützung, Rückschläge auszuhalten, also Erfolg dabei, etwas zu schaffen, worauf Du irgendwann stolz sein kannst statt bereuen zu müssen, so viel Lebenszeit, Energie oder Geld dafür verschwendet zu haben, dass andere etwas damit anfangen konnten, aber nicht Du selbst!

P.s.: Es braucht nicht nur gut überlegte Ideen, um etwas zu erschaffen, es braucht auch Zeit, um sie gemeinsam vernünftig, mit einem auch nachhaltig sinnvollen Ergebnis, nicht nur in hoffnungsvoller Erwartung und ohne Rücksichtnahme auf die umzusetzen, die zukünftig vielleicht damit weiterleben müssen, dass im Grunde Schrott produziert wurde!

—————————————————–

Dank für das Foto gebührt Willian Justen de Vasconcellos (auf Unsplash)!

1 Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.