Wartest Du aufs Christkind?

Oder weißt Du selbst, was Du tun musst, damit sich Deine Wünsche erfüllen?

Das Ende der Adventszeit naht, und ich persönlich warte nur darauf, dass Menschen auf der ganzen Welt irgendwann ein Licht aufgeht: dass sie endlich verstehen, wer sie sind und warum sie sind, wie sie sind, und sich gemeinsam mit anderen Menschen hier auf der Erde in einer Situation befinden, die für viele unmenschlich anmutet.
Ich weiß nicht mehr, woher ich kürzlich die Information zur Bedeutung der 4 Adventssonntage bekommen habe; aber für mich klingen sie wie eine Anleitung zur Selbsterkenntnis, so dass ich sie Dir mit auf den Weg in ein neues Jahr geben möchte, das in meinen Augen nach den längsten Nächten des Jahres, also mit der Wintersonnenwende beginnt.

Das 1. Licht dreht sich allein um Dich

Wann hast Du Dich zuletzt achtsam nur mit Dir selbst – Deinem Körper, Deiner geistigen Verfassung und Deinen seelischen Bedürfnissen – auseinandergesetzt und Dich – ohne die Unterstützung anderer Menschen – um Dich und Deine persönlichen Wünsche und Herzensangelegenheiten gekümmert?
Kennst Du Dich und Deine Besonderheiten? Sind Dir Deine Stärken und Schwächen bewusst und achtest Du auf Dich bzw. darauf, Dich noch zu verbessern, also Dir etwas anzueignen oder zu lernen, was Du noch nicht hast oder kannst? Glaubst Du, dass Du Dir selbst Deine Wünsche erfüllen kannst oder dass Du darauf angewiesen bist, dass andere das tun, bzw. dass sie sich ohnehin nie erfüllen werden?
Weiß Du, wie es sich anfühlt, einsam zu sein, im Vergleich zum Gefühl, in Verbindung mit vielen anderen Menschen zu stehen bzw. eine oder wenige besonders tiefe Verbindungen zu haben? Hast Du genug Zeit für Dich alleine oder bräuchtest Du mehr Gesellschaft von Menschen, mit denen Du Dir schnell einig bist oder denen Du Dich körperlich oder auf geistiger und vielleicht sogar seelischer Ebene verbunden fühlst?
Kannst Du Dich alleine aus einem Gefühl von Einsamkeit befreien oder Menschen aufsuchen, die Dir dann helfen? Hast Du bisher schon nach Selbsthilfemethoden oder RatgeberInnen und Coaches etc. gesucht oder Dich immer darauf verlassen können, dass sie Dich gefunden haben, wenn Du auf sie gehofft oder Dir Hilfe gewünscht hast?
Machst Du viele oder wenige, eher gute oder schlechte körperliche Erfahrungen und denkst, Du könntest dabei mehr oder weniger auf Deinen Bauch oder Dein Herz, Deine Feinsinne oder Feinfühligkeit hören?
Sorgst Du dafür, dass Dein Geist genug gefordert wird oder auch immer wieder zur Ruhe kommen und sich erholen kann, damit Du auch Deiner Hellsinne – Deiner Hellhörig- oder sichtigkeit bzw. Deines Hellriechens von etwas, was in der Luft liegt – gewahr werden kannst?
Wie fühlst Du Dich in Gemeinschaft der Menschen, die Dir begegnen? Kannst Du sie ohne Worte verstehen, fühlst Du Dich von ihnen angenommen und verstanden oder gibt es unausgesprochene Wahrheiten zwischen Euch, weil Du mit ihnen nicht über alles ehrlich reden würdest?
Wie gehst Du vor, wenn Du mit anderen Menschen in Kontakt treten möchtest, von denen Du entweder noch gar nichts weißt oder die Du glaubst zu kennen?
Kennst Du Deine Freunde und Freundinnen oder engeren Familienmitglieder wirklich, weißt also, ohne sie fragen zu müssen, was sie sich wünschen und wie Du ihnen dabei helfen kannst, ihre Träume und Wünsche zu erfüllen, wenn Du das möchtest?

Die ersten sieben Tage der 4-wöchigen Vorweihnachtszeit sind also für Dich da, um still in Dich oder raus in die Natur bzw. irgendwohin zu gehen, wo Du genug Ruhe und Entspannung findest – denn sowohl Lärm als auch Anspannung trüben Deine Empfindungen – zu gehe, oder um zusammen mit anderen so viele schöne Momente wie möglich für Dich zu sammeln, über die Du hinterher nachsinnen kannst. Es soll dabei allein um Dich und Deine individuellen Erfahrungen gehen, damit Du möglichst viele Anknüpfungspunkte für die Begegnund mit anderen, einem oder mehreren Gegenüberstehenden, hast und Dich auf ein Fest der Nächstenliebe und des Friedens einstimmen kannst, indem Du dazu beiträgst, was Du beitragen kannst: Kreative Ideen oder die Freude mitzuhelfen, sie gemeinsam mit anderenunzusetzen.
Achte besonders darauf, welche Dinge und Tätigkeiten oder Menschen und andere lebendige Wesen Dir Mut und Kraft oder eine andere Art von Energie geben, welche Dir Kraft rauben und wann Du Dich besonders zufrieden fühlst – damit Du Weihnachten auch in der Umgebung verbringen kannst, in der Du sein möchtest.

Das zweite Adventslicht ist für Deine Kontakte zu und mit anderen

Die 2. Adventswoche betrifft die Menschen, die Dir als “Du“ begegnen, mit denen Deine Ideen – die Dir hoffentlich in der letzten Woche gekommen sind – in Resonanz gehen können oder auch nicht.
N
achdem Du Dich in der Woche davor viel auf Dich selbst besinnen konntest, ist der Fokus der darauffolgenden 7 Tagen darauf gerichtet, bewusst(er) in Kontakt mit anderen zu treten, seien es Menschen oder auch Tiere und Pflanzen, in deren Gesellschaft Du Dich bisher wohl oder unwohl gefühlt hast.
Genieße die Stille mit denen, bei denen Du zur Ruhe kommen kannst; tausche Dich mit denen aus, die Dich bereits verstehen; versuche, neue Verbindungen zu knüpfen; aber sei nicht enttäuscht, wenn andere (noch) nicht bereit dazu sind, das, was Du ihnen dafür anbieten kannst, anzunehmen.
Löse Dich – wenn für Dein Wohlbefinden nötig – aus alten Bindungen, die Dich bedrücken. Fühle Dich anderen Menschen nicht verpflichtet, wenn sie Dir selbst nicht gut tun, auch wenn Du ihnen in Dankbarkeit verbunden bleibst oder sie weiterhin aus respektvoller Entfernung grüßen kannst. Du musst Kontakte nicht abbrechen, die Dich gerade mehr Kraft kosten als Du zur Verfügung hast; aber Du kannst sie auf das Nötigste und die Momente beschränken, in denen Du Dich bereit dazu fühlst, nachdem Du – vielleicht zusammen mit anderen Menschen – wieder genug Kräfte gesammelt hast. Du musst nicht nur auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer eingehen, sondern darfst auch Deine äußern, die Du hoffentlich gut kennst.
Schreib‘ auf, formuliere für Dich, was Du anderen gerne mitteilen würdest, die Dir entweder nicht zuhören wollen oder denen nicht auffällt, dass sie Dich nie zu Wort kommen lassen. Lies‘ es Dir selbst mindestens noch ein Mal in Ruhe durch, bevor Du Dich entscheidest, ob und auf welchem Weg Du es ihnen geben möchtest.
Versuche, Dich in sie und ihre Situation hineinzuversetzen, stell‘ Dir vor, was sie über sich selbst wissen oder kürzlich über sich herausgefunden haben könnten, und suche – aus mehreren Perspektiven – nach unterschiedlichen Erklärungen, warum sie sein könnten, wie sie sind. Stell‘ ihnen Fragen dazu, wenn Du keine stimmigen Antworten darauf findest, mit denen Du ihnen zukünftig friedlich und respektvoll begegnen kannst.
Denn vielleicht lassen sich Begegnungen mit genau den Menschen nicht vermeiden, die für uns und unser weiteres Leben, unser persönliches Vorankommen, von besonderer Bedeutung sind – auch wenn wir ihnen lieber aus dem Weg gehen würden, weil wir uns gar nicht verändern, weiterentwickeln, wollen? Wir sind weder wie Kaninchen als Fluchttiere dazu geboren, uns vor bestimmten Menschen schnellstens in Sicherheit zu bringen, also zu fliehen, sobald sie sich nähern, noch als Raubtiere, die nur im Rudel jagen und überleben können oder denen immer alle anderen Menschen ängstlich den Weg frei machen.

Du wirst vielleicht mehr Deiner Intuition statt festen Regeln oder Gewohnheiten folgen und Dich in Geduld – Dir oder anderen gegenüber – oder im Mutfassen üben müssen, um Dich anderen so verständlich zu machen, dass sie Dich nicht nur verstehen, sondern sich auch Dir zu verstehen geben.
Denke nicht gleich, sie würden Dich – als Person – ablehnen, nur weil sie das, was Du ihnen mitteilen möchtest, nicht annehmen.

Es lohnt sich immer wieder, zu einem anderen Zeitpunkt, an anderer Stelle oder auf eine neue Art und Weise, in Kontakt mit anderen Menschen zu treten und unser persönliches Netzwerk auszuweiten! Mit genug Ausdauer, etwas, was uns wichtig ist, auch noch einmal – zur besseren, vielleicht mit anderen verabredeten, Zeit, in der passenden Umgebung und in angenehmer Atmosphäre – zu wiederholen, kann manchmal Wunder bewirken. Und vielleicht ist die Weihnachtszeit ja die beste Zeit für Wunder?
Wenn Du selbst schon Deine eigenen Stärken, Deine Schaffenskraft, geistige Gewandtheit oder Einfühlsamkeit in die Bedürfnisse anderer, kennst, also in der Woche, in der es nur um Dich gehen sollte, erforscht hast, hast Du jetzt die Gelegenheit, ihre Wirkung auf andere zu überprüfen. Sei nicht enttäuscht, wenn Du nicht alle Menschen damit verzaubern kannst, sondern manche einfach nur verwundert über Dich sind – zur Selbsterkenntnis sind nicht nur die wichtig, die sich um Dein Wohlbefinden kümmern, sondern vor allem die, die Dein Selbstbild ins Wanken bringen bzw. Dir vielleicht genau dadurch helfen, es hinterher gerade zu rücken. Erst im Miteinander finden wir unseren Platz im Leben – kein Mensch ist dazu geboren, erst von anderen Menschen groß gezogen zu werden, um dann allein zu bleiben.
Unsere Kommunikation – mit uns selbst und untereinander – und damit auch unser Verständnis füreinander ist heute leider tief gestört, nicht nur durch zu viel Lärm, also Schall- und andere elektromagnetische Wellen, sondern z.B. auch durch die unterschiedlichen Sprachen, die wir gelernt oder uns angewöhnt haben, und den Zeitdruck, unter dem wir meistens stehen, wenn wir uns begegnen. Wenn zu viel Zeit bis zur nächsten Begegnung vergeht, haben wir entweder vieles längst vergessen, was vielleicht wichtig gewesen wäre zu besprechen, oder wir vermeiden Themen, über die sich lange streiten ließe, wenn unterschiedlichste Menschen zusammenkommen.
In unserem modernen Leben wird vieles unter den Teppich gekehrt, was sich über die Jahre anhäuft. Deshalb ist es immer ein guter oder sogar der richtige Zeitpunkt, gemeinsam aufzuräumen und nicht zu hoffen, dass sich Abfall in Luft auflöst oder irgendjemand sich darum kümmern wird, ihn „richtig“ zu entsorgen, so dass er rückstandslos recycelt werden kann.
Wir brauchen in meinen Augen längst ein neues WIR-Gefühl, weil unsere Welt zerstückelt, in Extreme gespalten ist – in Menschengruppen, die – nach sozialistischem Vorbild – ihre eigenen fest definierten Bedürfnisse entweder allen anderen aufzwingen wollen oder – wie im liberalen Nationalismus – sich von anderen Gruppen komplett abschotten, distanzieren, und selbst verwirklichen wollen: Junge und Alte, Kinder und Jugendliche oder Erwachsene und RentnerInnen, Männer und Frauen, Eliten und Volksgruppen, Schwarze und Weiße, Gläubige und Ungläubige, „echte“ WissenschaftlerInnen und VerschwörungstheoretikerInnen und seit Neuestem Geimpfte und Ungeimpfte …

Wir haben vergessen oder nie beigebracht bekommen, dass wir in erster Linie Menschen mit prinzipiell ähnlichen, aber in unterschiedlichen Lebensphasen und unter verschiedenen Bedinungen oder aufrund unserer unterschiedlichsten Lebenserfahrungen sehr verschiedenartigen Bedürfnissen sind; viele von uns haben nie gelernt, gerecht miteinander zu teilen – wenn es in erster Linie darum ging, ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzukriegen, also das meiste für sich selbst herauszuschlagen – oder anderen zuliebe auf etwas zu verzichten, wenn nicht genug für alle da war oder ist.
Wir haben allerdings nur eine Erde, mit begrenzten Ressourcen, für alle von uns. Daher sollten wir – wenn wir nicht im nächsten Weltkrieg enden wollen – schnellstens lernen, sie und ihre Ressourcen gerecht und rücksichtsvoll im Hinblick auf unterschiedliche Bedürfnisse unter uns zu teilen: Auch die Natur braucht Raum, um sich immer wieder zu regenerieren und uns die Ressourcen zu liefern, die wir zu unserem Überleben brauchen.
Auch die Natur mit all ihren Lebewesen und toten, also abgestorbenen Materialien ist Teil eines WIR, auf das wir mehr Einfluss haben, als wir denken, aber weniger, als sich viele vielleicht vorstellen können.

 

Das 3. Adventslicht ist daher dem WIR gewidmet

Wenn Du Dich zwei Wochen lang mit Dir selbst und anderen auseinandergesetzt hast, bist Du gut darauf vorbereitet, eine neue Verbindung bzw. ein Geflecht – ein „Wir“, eine Paarbindung oder ein Beziehungsgeflecht – daraus zu knüpfen oder Deine Beziehungen spielen zu lassen, wenn Du selbst nicht nur Arbeit damit haben möchtest.

Wir Menschen als Wesen aus Körper, Geist und Seele fühlen uns von Natur aus ganz automatisch den unterschiedlichsten Menschen verbunden:

  • Menschen, mit denen wir blutsverwandt sind und die uns von Geburt oder Kindesbeinen an begleitet haben;
  • Menschen, mit denen wir Interessen teilen;
  • Menschen, die uns körperlich oder geistig herausfordern, weil wir als lebendige, soziale Wesen im Prinzip lieber von anderen und aus deren Erfahrungen lernen als uns alleine mit Problemen herumzuschlagen (es sein denn, jemand macht uns ein verlockendes Angebot, das zu tun, oder schenkt uns hinterher Trost oder Anerkennung dafür);
  • Menschen, die uns das Gefühl geben, dass sie uns annehmen, wie wir sind, oder denen wir uns zumindest anschließen können, wenn wir uns einsam oder allein gelassen fühlen,
  • Menschen, von denen wir uns körperlich angezogen fühlen, weil wir intuitiv spüren, dass wir uns gegenseitig gut ergänzen könn(t)en.

Gegensätze ziehen sich zwar bekanntermaßen an, aber nur „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Sehr unterschiedliche Menschen raufen sich vor allem erst in Notsituationen – oder wenn sie vorher genug enttäuschende Lebenserfahrungen mit vermeintlich Gleichgesinnten oder SeelenpartnerInnen gemacht haben – zusammen und lassen sich auf ganz neue (Paar-)Verbindungen oder Konstellationen ein.

Aktuell tun sich ganz neue WIRs zusammen, finden sich die unterschiedlichsten Menschen wie von Zauberhand neu zusammen, die vorher nie etwas miteinander zu tun hatten oder sogar – aus welchen Gründen bzw. Vorerfahrungen oder Vorurteilen auch immer – nichts miteinander zu tun haben wollten.
Es gab schon immer die kritischen DenkerInnen und den BesserwisserInnen, die QuerschlägerInnen unter den Geradlinigen, die mehr oder weniger liebevoll geduldeten schwarzen Schafe in Familien, die SpinnerInnen im Freundeskreis oder die gesellschaftlichen Randfiguren unter Menschen, die sich irgendwie mit den bestehenden Systemen arrangiert haben.
Vielleicht kannst Du Dich mindestens einer dieser Gruppen zuordnen oder mit Menschen solidarisch fühlen kannst, die sich gegen den Ausschluss einzelner aus einer Gemeinschaft wehren, ohne dass sie etwas Schlimmes getan haben – nur weil sie sind, wie sie sind bzw. denken, wie sie denken, oder sich verhalten, wie sie es für richtig halten.

Niemand von uns muss sich freiwillig mit Menschen umgeben, die ihm oder ihr – aus welchen Gründen, aufgrund welcher Vorerfahrungen, Überzeugungen oder Angewohnheiten – mehr Kraft rauben als neue Energie geben.
Aber im Leben, das ständigen Veränderungen unterworfen ist und in einer Welt, in der sich sowohl neue Erkenntnisse durchsetzen oder Fragen ergeben als auch Informationen so schnell verbreiten wie heute, macht es – vor allem wenn man Frieden unter den Menschen schaffen möchte – Sinn, es immer wieder zu versuchen, irgendwann alle auf denselben Wissensstand, dieselbe Bewusstseinsebene oder mit ins selbe Boot zu holen: damit sich niemand ausgeschlossen oder einsam fühlen muss, weil er oder sie anders ist oder denkt als die Mehrheit.

Gemeinschaften werden erst dadurch lebendig, dass sie nicht zu eintönig sind. Echte Überraschungen gibt es irgendwann nicht mehr, wenn alle Mitglieder zu eingespielt sind und absehbar ist, was sie als nächstes tun werden. Deshalb brauchen wir für ein glückliches Leben auch kindliche Gemüter, die sich allen bestehenden Regeln widersetzen dürfen, um ihre eigenen Erfahrungen machen zu dürfen – solange sie dabei niemandem absichtlich schaden wollen, also sich höchstens selbst damit den Kopf einrennen, auf ihrer Nase oder auf ihrem Hosenboden landen.

Lass‘ Dir selbst doch mal was ganz Neues einfallen, womit Du Dich oder die Gemeinschaft, in der Du lebst oder in die Du Dich auch gegen Deinen Willen häufig begeben musst, positiv oder auch negativ überraschst.
Vielleicht hast Du bisher vor allem das getan hast, was vor allem anderen genützt, aber Dir selbst eher geschadet hat – weil Du Deine Bedürfnisse dabei anderen untergeordnet hast?
Vielleicht hast Du aber auch fälschlicherweise angenommen, Du wärst von anderen dazu auserkoren worden, Dich alleine um Dinge zu kümmern, während Du die Bedürfnisse aller anderen vorher gar nicht wahrgenommen hast?

Wir können es im Grunde nie allen anderen Menschen recht machen – aber wir können darüber reden, wie wir zukünftig gemeinsam dafür sorgen können, dass wir alle möglichst viel Freude daran haben, zusammen zu sein, und genug Freiheiten zu gehen, wann wir gehen möchte: wenn die Party in den Augen anderer noch gar nicht richtig angefangen hat, gerade am schönsten oder noch lange nicht zu Ende ist.

Schon vor Weihnachten gibt es Grund zum Feiern: um die Kälte und Dunkelheit, die draußen herrscht, wenigstens von den Menschen fernzuhalten und aus ihrer Nähe zu vertreiben.
Suche Dir möglichst viele Gemeinschaften, WIRs, in denen Du das Gefühl hast, sie würden Dein Herz erwärmen, Deinen Geist erhellen, Dir notfalls etwas von ihrer Körperwärme abgeben oder auch mit Dir herumspringen, wenn Dir kalt wird– dann brauchst Du weniger Energiezufuhr in Form von Kerzen, Heißöfen oder Getränken und deftigem Essen. Und denke daran, dass auch Du das Herz anderer erwärmst, weil Du bist, wie Du bist, und das tust, was Du kannst, oder mit Deinen Ideen die Denkweisen anderer bereicherst.

Wir können nie wissen, wen wir vielleicht morgen schon aus unseren Gemeinschaften verlieren, – der oder die uns fehlen könnte – wer als neue/r Verbündete/r zu uns finden könnte, der oder die unsere Gruppe bereichert, oder wer – aus Neid, zum Spaß, vielleicht aus Langeweile oder anderen Gründen – sie gezielt stören, also Unfriede stiften könnte. Sorge dafür, – vor allem, wenn Du nicht möchtest, dass andere misstrauisch werden – dass Du Dich weder zu sehr verschließt noch allen die Tür öffnest, die so tun, als würden sie sich dafür interessieren, was gerade gefeiert, getan oder besprochen, also geklärt oder geplant wird.
Aber mit Deiner neu gewonnenen Menschenkenntnis wirst Du hoffentlich nicht (mehr) so leicht auf Menschen mit betrügerischen oder verbrecherischen Absichten hereinfallen, sondern sie leicht vor allen anderen enttarnen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Vorhaben fallen oder Euch schnellstens in Ruhe zu lassen, wenn sie gar nicht zuhören, mitreden oder mitmachen wollen.

Wir Menschen sind von Natur aus dazu fähig, friedlich miteinander zu leben; Probleme miteinander zu besprechen und zu klären; uns nicht nur zu Verabredungen zu treffen, sondern auch, uns zu verabredeten Zeiten so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen. Wir sind nicht alle gleich friedliebend, wenn es darum geht, persönliche Kämpfe auszutragen; aber ich bin sicher, dass alle Menschen bereit wären, sich an Friedensverträge zu halten, die gemeinsam ausgehandelt wurden, solange schon kleine Übertretungen auch mit Strafen behängt werden, die daran erinnern sollen, dass Menschen dazu neigen, ihre Grenzen gegenüber anderen immer weiter auszuloten – bis sie sie oft gar nicht mehr erkennen.
Ich selbst fühle mich dem „modernen“ christlichen Weihnachtsfest, wie es vor allem von der Kirche begangen wird, selbst nicht verbunden fühle – weil für mich die dunkelsten Nächte des Jahres eher danach schreien, vertrieben als besinnlich gefeiert zu werden; aber ich erkenne den Sinn darin, daran zu erinnern, dass Menschen sogar bereit sind, andere ans Kreuz zu nageln, nur weil sie deren Worte nicht wahrhaben und verhindern wollen, dass die weiterhin versuchen, andere von ihrem Wahrheitsgehalt zu überzeugen.
Was wirklich wahr ist, kann nur wissen, wer etwas am eigenen Leib erfahren, gespürt bzw. wahrgenommen, hat – die Wahrheit lernt niemand aus Büchern, deshalb bringt es im Prinzip wenig, sie anderen – die gar nicht auf der Suche nach ihr sind oder sie gar nicht selbst erfahren wollen – sagen zu wollen.
Vielleicht ist deshalb die 4. Adventswoche dem gewidmet, was ist, wie es ist bzw. vielleicht sogar sein muss – weil wir es entweder schon oder noch nicht verstanden haben, weil wir alleine oder gemeinsam etwas daran ändern könn(t)en oder nicht, so dass wir es hinnehmen müssen, oder weil wir nur noch nicht wissen, wie wir es verändern können, so dass wir es nicht hinnehmen müssen.

Das 4. Adventslicht steht für das Sein: Für alles, was ist – ob von uns Menschen beeinflussbar oder nicht

Die Adventszeit – das Warten auf etwas, das kommt – geht zu Ende, und vielleicht erfüllt sich das, auf was Du gewartet hast, auf was Du gehofft, Dir gewünscht oder womit Du überhaupt nicht gerechnet hast, so dass sich das Warten entweder gelohnt hat oder Du eine Überraschung erlebst – eine besonders schöne oder eine, die Du Dir lieber ersparen würdest.
Vielleicht hoffst Du wie immer darauf, dass andere Dir Deine Wünsche von den Augen ablesen können bzw. sie rechtzeitig abgelesen haben, ohne dass Du darüber mit ihnen geredet hast – weil Du denkst, sie müssten Dich gut genug kennen, um zu wissen, was Du Dir wünschst?
Vielleicht erwartest Du einfach nur, dass alles gewöhnlich, wie im Prinzip bisher immer oder schon lange Zeit, ist und hast – außer Deinen Erinnerungen – keinen speziellen Grund, Dich darauf zu freuen, außer dass Du mit Menschen zusammen sein wirst, Du Du vielleicht länger nicht gesehen hast, oder dass Du vermutlich Geschenke bekommen wirst?
Vielleicht lässt Du Dich überhaupt nicht gerne überraschen, weißt also lieber, worauf Du Dich einlässt und hast bis ins Detail alles selbst oder zusammen mit Menschen geplant, die dieselben Vorstellungen von Weihnachten haben wie Du, so dass nur das Auspacken der Geschenke Überraschungen bieten kann?

Zu den glücklich Beschenkten gehören vor allem die Menschen, die ihre Wünsche irgendwann laut vor anderen geäußert und sich vor allem „nichts Unmögliches“ von ihnen gewünscht haben. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es die unterschiedlichsten Ansichten zu besonders „wertvollen Geschenken“ und „Kleinigkeiten“ gibt: Was für einen Teil der Menschen aufgrund dessen, was sie selbst besitzen oder zu verschenken haben, eine Selbstverständlichkeit ist, würden sich andere weder selbst leisten noch bereitwillig an andere verschenken.

Einigen Menschen dienen die letzten Wochen und die dunkelste Zeit des Jahres – statt sich auf andere zu konzentrieren, über Geschenke nachzudenken oder sich über neue Dinge zu freuen – eher dazu, in ihrem Leben auszumisten, angesammelte Vorräte zu verbrauchen, Platz zu schaffen und sich vor allem auf sich selbst zu konzentrieren, um zur Ruhe zu kommen und über das vergangene Jahr nachsinnen zu können: um daraus zu lernen und zu vermeiden, auch im nächsten Jahr wieder Momente mit schlechten Gefühlen und Misserfolgen zu erleben: Ängste oder Gewissensbisse zu haben, sich also schuldig für etwas zu fühlen oder zu denken, sie hätten bei etwas versagt.
Andere wollen in erster Linie vergessen, was ihnen während des Jahres widerfahren ist, und sich mit anderen, Gleichgesinnten, darüber hinwegtrösten, sich also gegenseitig mit Feiern und Beschenken eine Freude und Hoffnung machen, dass alles nur besser werden kann – während sie hinterher oft einiges zu bereuen haben:

  • üppige Mahlzeiten und süße Knabbereien, die weder gesund noch umwelt- oder tierfreundlich waren und die sie sich mit viel Entschlusskraft und Energieaufwand hinterher wieder von den Rippen abarbeiten müss(t)en;
  • übertriebener Konsum von Getränken, die bekannt dafür sind, zu schweren Suchterkrankungen zu führen, und
  • den Kauf von Geschenken, über die sich niemand wirklich gefreut hat, weil das, was „gewöhnlich“ verschenkt wird, heute selten jemand wirklich braucht, oder
  • die eigene Unfähigkeit, eine ehrliche Meinung zu Geschenken abzugeben, die weder auf ihre nachhaltige, ressourcenschonende Produktion überprüft noch umweltfreundlich eingepackt wurden, die also vielfach in erster Linie Müllberge wachsen bzw. andere Menschen unter nicht immer menschenwürdigen Bedingungen arbeiten lassen.

Wir können nichts daran ändern, dass die Welt ist, wie sie heute ist – so wie unsere Vorfahrengenerationen sie uns hinterlassen haben.
Wir können nur dankbar annehmen, was sie in Liebe und nach bestem Wissen und Gewissen für uns aufgebaut haben.
Aber wir könnten auch aufhören, so zu tun, als wäre daran nichts mehr zu ändern bzw. als müssten wir alles tolerieren und weiterführen, nur weil sie es begonnen und uns als Tradition übergeben haben.
Wir könnten aufhören, an Alternativlosigkeit und daran zu glauben, dass sich andere um unsere größten Probleme kümmern – unsere Gesundheit und Naturzerstörung, die uns als „Klimawandel“ verkauft wird – wie uns das schon seit Jahren mantraartig in den Medien vorgebetet wird.

Schau‘ nicht nur auf das, was Du willst bzw. Dir wünschst oder was Du gerne vermeiden möchtest, sondern nutze die kältesten und dunkelsten Tage des Jahres, während die Natur eine Pause macht, um Dich umzuschauen: Draußen mag es stiller als sonst sein und trüb, vieles sogar krank oder tot aussehen; aber im Boden, auch oder vor allem unter einer dichten Schneedecke, und an den Bäumen laufen bereits die Vorarbeiten für ein neues Erwachen zum Leben.
Betrachte genau, wo Du Dich aktuell in Deinem Leben befindest; was oder wen Du um Dich gesammelt hast; was Du damit gewonnen hast, dass Du entweder fast immer alles oder selten das, was Du Dir wirklich gewünscht hättest, bekommen hast.
Wirf doch zur Abwechslung einen neugierigen Blick dahin, wo Du – aus welchen Gründen auch immer – bisher noch nie so genau hingesehen hast, und einen – wenigstens kurzen, schnellen – mutig darauf, was Du bereits weißt, wohin Du aber lieber nicht wieder schauen wolltest, weil Du entweder Angst davor oder Dir erfolgreich hast einreden lassen, dass Du daran ohnehin nichts ändern könntest.

Du würdest, wenn es Dich genug interessieren würde, um Dich auf die Suche nach Alternativen zu machen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen, dass es bereits andere Menschen gibt, die genau das geändert haben, was Du für unabänderlich gehalten hast. Es gibt immer Menschen, EinzelkämpferInnen oder Teamplayers, die sich mit anderen Menschen – (ganz) jungen und/oder (ganz) alten – zusammengetan haben, die (auch) nicht bereit waren, alles hinzunehmen, was andere ihnen als einzige Lösung oder einzigen Weg zu einem – angeblich – höheren oder gemeinsamen Ziel vorgegeben haben.

Für mich, die die Kirche vor langer Zeit verlassen hat, ist die Wintersonnenwende ein besonders guter Zeitpunkt für neue Betrachtungen und Veränderungen: einerseits dafür, Altes, längst Kaputtes oder vermutlich nicht mehr lange zu Gebrauchendes loszulassen und möglichst sinnvoll zu entsorgen, zu recyceln, also einem neuen Kreislauf zu übergeben; und andererseits dafür, Ideen zu sammeln, ob für alles Entsorgte überhaupt unbedingt etwas Neues angeschafft werden muss, oder um gemeinsam mit Menschen, mit denen ich zusammen lebe oder zukünftig leben möchte, Pläne zu schmieden für ein neues Jahr, eine neue Umdrehung unserer Erde um die Sonne.
Nach Weihnachten werden die Tage wieder länger und die Natur dazu bereit, neue Lebenskraft zu spenden – auch wenn Du sie noch nicht sehen oder spüren kannst, weil Dir vor allem kalt ist. Auf die Naturgesetze und ihre Regelmäßigkeiten ist Verlass, wenn Du sie kennst, also ihre Prinzipien verstanden hast! Mach‘ sie Dir zunutze, denn auch wenn viele es vielleicht vergessen oder nie gelernt haben: Wir sind immer noch ein Teil dieser Natur und enger mit ihr verbunden als Du vielleicht denkst.
Geh‘ möglichst oft hinaus, such‘ Dir Plätze, an denen Du die Energie spüren kannst, atme an der frischen Luft und genieße jeden kleinen Sonnenstrahl, aus dem auch Du Energie schöpfen kannst – weder Kerzen noch anderes menschengemachtes, künstliches Licht wird dies leisten können, wenn Du dabei Raumluft atmen musst, die bei fehlender Lüftung mit der Zeit verbraucht bzw. sogar mehr oder weniger toxisch für unseren Organismus wird.

Es gibt so viel zu beachten in unserem Leben – lass‘ Dich davon nicht beirren oder Dir Angst und Schwindelgefühle einjagen!
Achte darauf, dass Du vor allem Menschen um Dich hast, mit denen Du Dich wohl fühlst, weil sie entweder besonders auf Dich achten oder Dir Dinge zu beachten geben, auf die Du selbst gar keinen Wert legst.
Pass‘ auf, dass Du andere nicht dafür verachtest, dass sie nicht sind wie Du und Deine Wertvorstellungen teilen, sondern halte lieber eine gewisse Distanz zu ihnen.
Irgendwann bekommst Du – wenn es sein soll, weil es wichtig für Dich und Deine persönliche Entwicklung ist – die Gelegenheit herauszufinden, warum sie sind, wie sie sind, werden sie also bereit sein, Dich mit Dir darüber zu unterhalten, warum die aktuelle Situation – zwischen Dir und ihnen oder in Deinem bzw. ihrem Leben – ist, wie sie ist.
Veränderungen erreicht man selten alleine, ohne dass andere den Anstoß dazu geben; aber nachhaltigen Erfolg können sie nur zeigen, wenn Du sie gemeinsam mit anderen Menschen, die selbst noch zu Veränderungen bereit sind, durchläufst.

Viel Freude und Erfolg – falls Du Dein eigenes Talent dazu (unter)suchen möchtest – dabei,

  • gelassen hinzunehmen, was sich in Deinem Leben nicht ändern lässt;
  • baldmöglichst zu ändern, was Du – alleine oder gemeinsam mit anderen – verändern kannst; und
  • Dir so viel Zeit wie möglich dafür nehmen zu können, aber dabei nicht unnötig viel zu verschwenden, um den Unterschied herauszufinden und anerkennen zu können,

und außerdem noch ein paar schöne letzte Adventstage wünsche ich Dir und mir und allen, die außer Dir und mir gerade – schon oder noch – da sind.

 

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Dank für das Foto gebührt Niklas Ohlrogge (auf Unsplash)!

 

 

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