Wissenschaftlich arbeiten …

…heißt nicht, nach etwas zu suchen, Daten nach bestimmten Kriterien dazu zu sammeln, von Computern auswerten zu lassen und die Ergebnisse vorzubeten.

Zu wissenschaftlicher Arbeit gehört eine offene, noch unbeantwortete Frage, eine These, und die Diskussion – mit anderen WissenschaftlerInnen – darüber, ob die gesammelten Daten am Ende dazu dienen, sie zu beantworten oder nicht, weil sie stattdessen viele neue Fragen aufwerfen, die auch noch beantwortet werden müss(t)en.

 

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Dank für das Foto gebührt Firmbee.com (auf Unsplash)!

Lebensziel erreicht?

Wie Du mal enden könntest, wenn Du wenig über Biologie und das Leben gelernt hast und nicht richtig rechnen kannst

Ich habe manchmal den Eindruck, dass es viele Menschen gibt, die eine solche Angst vor dem Alter und Krankheiten haben, dass sie möglichst viel leben wollen, bevor sie alt und krank werden.
Sie scheinen dabei zuvergessen, dass sie, sie sich in ihrem Leben zu wenig rücksichtsvoll gegenüber dem eigenen Körper verhalten, früher unter sogenannten Alterserscheinungen leiden werden.
Live fast, die young – bzw. Lass‘ Dich nach einem aufregenden Leben möglichst lange von der modernen Medizin am Leben erhalten ist das Motto, das sich heute nicht mehr nur Rockstars auf die Fahne geschrieben zu haben scheinen.

Schade. – Denn wenn zu viele kranke und früh pflegebedürftige Menschen auf die Hilfe durch jüngere Gesunde angewiesen sind, wirde deren Versorgung automatisch darunter leiden; denn Tage haben nur 24 Stunden, und auch Krankenpersonal braucht Erholungszeiten von einem anstrengenden Job und Leben.

Aber vielleicht konnten die Menschen, die sich unser modernes Leben ausgedacht oder es verfolgt haben, einfach nicht rechnen.
Zum Glück gibt es ja heute Schulen und andere Bildungsstätten, in denen Menschen Mathematik und Naturwissenschaften gelehrt werden.
Vielleicht werden deren Bildungsziele ja tatsächlich noch irgendwann erreicht?

Ich gebe mir Mühe, meinen kleinen Beitrag dazu und damit auch zu unserer Gesellschaft, einer gesünderen, zu leisten.

 

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Dank für das Foto gebührt Mufid Majnun (auf Unsplash)!

Rot-Grün-blinde EnergiewirtschaftlerIn, PolitikerIn oder KlimaaktivistIn?

Wenn Du auf dem Foto einen grünen Baum siehst, lass‘ bitte Deine Augen überprüfen!

In meinen Augen sind die einzig grünen Energien, die, bei denen auch hinterher noch grüne Natur übrig ist, Körperkraft – von Mensch, Tier, Wasser oder Wind – oder Feuer aus Abfällen, die sonst die Natur überwuchern würden; also (Wachstums-)Energien, die sich nutzen lassen, ohne natürliche Wachstums– und Energie-Kreisläufe zu unterbrechen und damit zu verhindern.
Solange sich Menschen nicht einig darüber geworden sind, dass die Ampel hinsichtlich des Energieverbrauchs durch ein bequemes, naturentfremdetes Leben auf rot steht, wir also mehr Lösungen für die Zukunft bräuchten, die mit weniger Energie auskämen, werden die Rot-Grün-VerwechslerInnen wohl weiterhin auf elektronische Lösungen für ihre (Geld-)Probleme suchen.

Ich würde also empfehlen, nicht immer sofort alles zu glauben, was ein/e Rot-Grün-Blinde/r erzählt, sondern selbst öfters nachzuprüfen, ob es oder sie da etwas verwechselt oder bewusst falsch dargestellt hat.
Ohne Orientierung an der Ausgangslage wird irgendwann nichts mehr da sein, was als Erzeugnis geplant war.

P.s.: Es gibt leider immer noch viele Menschen, die sich von der Politik oder der Wissenschaft einreden lassen, dass es der Natur – also nicht nur der vor der eigenen Haustür – gut tun würde, wenn Menschen zu Hause eingesperrt werden (während sie sich mit elektronischen Spielereien und Einkäufen auf elektronischen Weg die Zeit vertreiben …). Aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass sie auch bald feststellen , dass es dumm ist, erfolgreichen ÖkonomInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen in den Medien zu glauben, dass Menschen alleine nicht in der Lage wären, den Klimawandel, den sie mit ihrem Lebensstil mitbeeinflussen, durch Bildung und Aufklärung und einem breiten neuen Angebot an Lösungen, für die (wieder) allein natürlich entstehende oder trainierbare Körperkräfte ausreichen würde, auch wieder aufzuhalten bzw. in gesunde Bahnen zu lenken, mit denen wir Menschen gut weiterleben könn(t)en. Ich warte mal – nach den Erfahrungen eines hinsichtlich der politisch behaupteten Wirkung gegen die Verbreitung von Viren zweifelhaften Corona-Lockdowns – ab, wie Menschen wie Du und ich, kleinere oder größere KlimasünderInnen, die bestmöglich versuchen, ihre Energieausgaben zu verringern, auf den geplante Klima-Lockdown reagieren werden; wenn auch Geimpften das Reisen mit dem Flugzeug verwehrt wird und stattdessen Polizei und das Militär dafür eingesetzt werden müssen, um Menschen auch in Zukunft möglichst oft allein zu Hause einsperren zu können – in dem Glauben, der Natur und auch allen anderen Menschen einen Gefallen damit zu tun.

 

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Dank für das Foto gebührt Zoltan Tasi (auf Unsplash)!

Schnell eingeschnappte Menschen …

…, die Du erschreckt oder verletzt hast, erkennst Du daran, dass sie zu Schnappatmung neigen und/oder mit einem lauten Geräusch ein Gespräch beenden, ohne Dir noch eine Chance zu geben zu antworten.
Im Gegensatz dazu gibt es die Menschen, die sich ganz leise – im Laufe der Zeit – immer mehr zurückziehen.

Dass sich im Umkehrschluss auch alle, die schnell zu machen, auch bereit sind, sich bald wieder für neue Erfahrungen zu öffnen – im Gegensatz zu denen, die sich langsam verschlossen haben – kann ich noch nicht genau sagen.

Ich vermute eher, es ist eher ein individueller Lernprozess, in dem Menschen unterschiedlich weit vorangeschritten, also schon stark oder noch sehr schwach darin sind zu zeigen und darüber zu kommunizieren, dass sie sich sehr bewusst sind, dazu zu neigen, entweder über- oder zu langsam zu reagieren.

Als Außenstehende kannst Du, solltest Du auf Eingeschnappte treffen, ohnehin nichts tun, als darauf zu warten, dass sie sich wieder für Dich öffnen.

Und wenn Du entweder dazu neigst, schnell eingeschnappt zu sein oder Deine Enttäuschung durch Schweigen kundzutun, dann denk immer daran, dass es auch andere Menschen gibt, die nur schweigen, wenn ihnen nichts mehr einfällt, was sie noch sagen könnten, und die lieber reden als sich in sich zurückzuziehen und Probleme alleine für sich zu klären.

Einen sonnigen Sonntag wünsche ich allen, die jetzt lieber am oder im Meer wären, genauso wie allen anderen, die sich auch an allen anderen Orten der Erde wohl fühlen können.

 

 

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Dank für das Foto gebührt Karthick Krishnakumar (auf Unsplash)!

Es ist – meiner Meinung nach – nicht der Sinn unseres menschlichen Lebens …

… ein Leben lang hart dafür zu arbeiten und Geld zu verdienen oder dafür zu sparen, dass man es irgendwann einfach nur noch sorglos ausgeben kann – auch wenn uns das Menschen, findige Ökonomen, die sich irgendwann von ihren Tätigkeiten zur Ruhe setzen und keinen anderen Beitrag mehr zur Gesellschaft leisten wollen, als andere für sich bzw. ihr Geld arbeiten zu lassen, ausgedacht haben und uns schon lange einzureden versuchen.

Dass Gesellschaftssysteme, die sich nichts Besseres für ihre Alten einfallen lassen, irgendwann zusammenbrechen müssen, weil sich die Jungen, die dafür lernen und schuften sollen, ausgebeutet fühlen, versteht eigentlich jedes Kind.

Aber solange niemand, der/die mir bekannt ist darüber redet, besteht offensichtlich gar kein Interesse daran, es selbst zu verstehen oder anderen verständlich zu machen – deshalb mache ich als Lebenswissenschaftlerin und daher natürlich auch Sinnsuchende jetzt einfach mal den Anfang.
Vielleicht finden wir ja dann sogar irgendwann mal den praktischen Sinn unserer Dasein statt ihn immer nur weiter theoretisch zu besprechen, aber nie etwas damit anzufangen.

Ich würde mich freuen! Und ich bin mir sogar sicher, dass die Lebensfreude – die tägliche Freude zu leben und auch aus wenig erfreulichen Tatsachen oder Situationen etwas lernen und später etwas Erfreulicheres damit anfangen zu können – , ein Wegweiser zum Sinn unseres gemeinsamen Lebens als Menschheit sein könnte.

Du kannst natürlich auch einfach Deinem allein einen Sinn geben; aber Du darfst dann nicht erwarten, dass sich alle anderen mit Dir zusammen daran erfreuen.

Ich wünsche Dir einen erfreulichen Sonntag mit vielen – für Dich alleine oder für andere – sinnvollen Tätigkeiten!

 

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Dank für das Foto gebührt kağan yaldızkaya (auf Unsplash)

Disziplin und strenge Selbst- oder Fremd-Kontrolle statt ordentliches und anständiges Benehmen

fordern nur Menschen, die sich oder anderen Menschen nicht zutrauen, sich ordentlich und anständig benehmen zu können, wenn ihnen genug vernünftige Gründe dazu aufgezeigt, also umfassende, transparente Informationen dazu geliefert werden und Unterstützung bei der Umsetzung zugesagt wird – weil sie sich nicht vorstellen können, dass ihre Vorstellung von Ordnung und Anstand eine andere sein könnte als die anderer Menschen.

Ich fände, es wäre eine ziemlich triste, disziplinierte und streng kontrollierte Welt – ohne ChaosstifterInnen und Menschen, deren Humor auch mal unter die Gürtellinie geht.
Und ich weiß sogar, dass das irgendwann eine tote oder zumindest in einem krankhaften, niemalsendenden Kontrollwahn gefangene Welt wäre – weil sich die lebendige Natur nie so anständig und ordentlich benehmen wird, wie sich das einige Menschen, die versuchen, sich und/oder andere zu Disziplin und stenger Selbstkontrolle zu erziehen, wünschen würden.

 

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Dank für das Foto gebührt Thao Le Hoang (auf Unsplash)!

 

 

Böse Zungen wie ich …

…, die gerne unangenehme Dinge ansprechen, über die andere nicht reden wollen, behaupten:

Lästern und Bemitleiden sind die Laster der Menschen, die anderen nicht ehrlich ihre Meinung über sie und das, was sie tun, sagen – aus Angst, dass sie sie dann verletzen würden.
Dafür verletzten sie lieber sich selbst, lassen sich „Notlügen“ einfallen, beißen sich auf die eigene Zunge oder verpassen sich unsichtbare Knebel, obwohl es vielleicht wichtig für andere wäre, ihre Meinung zu kennen.

„Die Wahrheit tut weh“ heißt es oft – aber das müsste sie nicht, wenn alle Menschen sich sicher wären, dass sie gut mit der Wahrheit anderer leben können, weil sie ihre eigene haben, die sie davor schützt, sich dadurch verletzt zu fühlen, oder weil sie wissen, wie sie sich hinterher schnell wieder trösten können, oder weil sie auch Menschen an ihrer Seite haben, mit denen sie – ohne dabei über andere zu lästern, die sich nicht auf die Zunge beißen können bzw. wollen – ehrlich über alles reden können, ohne dass die sie dann im Stich lassen.

Ich vermeide es eher, zu viel Zeit mit Menschen zu verbrigen, die lieber über andere lästern als von sich selbst zu erzählen und die andere lieber nur bemitleiden als ihnen Hilfe anzubieten und tatkräftig zur Seite zu stehen, um ihnen aus ihrem Elend zu helfen.
Ich rede gerne frei und ehrlich über alles, weil ich als Lebenswissenschaftlerin eben alles über das Leben und die Menschen – aus erster Hand, un nicht aus dem Mund Dritter – wissen will.
Allerdings weiß ich, dass es unangenehme Themen gibt, bei denen auch ich Zeit zum Nachdenken brauche.
Und ich hoffe, dass irgendwann allen Menschen auffällt, dass das Lästern über andere und mitleidige Gesichter oder Worte Menschen auch nicht sympathischer macht als laute, offene und ehrliche, wenn die davon reden, was ihnen wirklich auf der Seele brennt.

Niemand sollte von anderen erwarten, dass die das eigene Verhalten nur als gut durchgeführt oder schlau durchdacht empfinden und bewerten – denn wir alle haben unsere eigenen Bewertungskriterien, um uns in der Welt zurechtzufinden. – Aber zumindest ich für mich kann behaupten, dass ich  nicht glaube, dass es Menschen gibt, die schon schlecht oder dumm auf die Welt gekommen sind.
Das, was und wie wir sind, ist menschen- oder gesellschaftsgemacht, natürlich mit unserem Einverständnis. – Aber es heißt nicht, dass wir das und damit auch uns nicht mehr ändern können, wenn wir wir zuerst einmal unser Einverständnis zurücknehmen und uns nicht mehr zufrieden geben mit dem, womit wir uns bisher – wirklich oder angeblich – zufrieden gefühlt haben.

Wenn Du das für Dich definiert hast und nicht weiter weißt, dann such‘ Dir Beistand und Hilfe bei Menschen, die auch an dem Punkt sind, dass sie wieder oder weiterhin offen für Neues sind – nicht nur ein neues Fernseh- oder anderes Unterhaltungsprogramm oder ein neues Urlaubsziel, sondern offen für Veränderungen im täglichen Leben, die es angenehmer machen werden, zukünftig gelassener, ehrlicher und freier, auch über unangenehme Themen und ihre Ursachen zu sprechen: entweder weil sie es gemeinsam schaffen, die Ursache beseitigen oder sich zumindest versprechen, weiterhin alles dafür zu tun, dass die Ursache beseitigt wird und nicht noch mehr Menschen immer wieder darunter leiden müssen – weil bisher niemand darüber sprechen wollte und Menschen sich damit zufrieden gegeben haben, dass sie nichts an ihr ändern können.
Für viele unangenehmen Dinge in der Welt gibt es keine Worte, die trösten könnten; aber meiner Meinung nach behaupten nur böse Zungen, dass wir die nicht aus der Welt schaffen könnten; von Menschen, die entweder lügen oder einfach schon zu feige sind, darüber zu reden bzw. selbst hinzusehen und die den (Nachrichten-)Ton abschalten, wenn andere bereits darüber reden.

 

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Dank für das Beweisfoto, dass ich mir manchmal auch auf die Zunge beißen kann, gebührt Mathias Csader!

Genau genommen …

… gibt es Menschen, die es mit völlig unwichtigen Dingen viel zu genau oder ernst nehmen und die wirklich wichtigen dafür außer Acht lassen.
Frag‘ Dich selbst –  bevor Du Deine Lebenszeit damit verbringst und/oder Energie dafür zu investieren, dass Du etwas genau wissen, messen oder sonstwie tun möchtest – zuerst selbst, was Du eigentlich damit erreichen willst, was Du Dir davon erhoffst oder warum Du Dir das vielleicht auch von anderen wünschst.

Es gibt für uns alle etwas, was wir schlecht einfach so stehen oder sein lassen können oder wollen, ohne dass es für uns passt.
Nicht allen anderen Menschen ist aber alles genau so wichtig wie für uns.
Nicht alle anderen Menschen sehen die Welt die „die Dinge“ genau wie wir.

Aber genau genommen ist es doch in erster Linie wichtig, dass wir uns mit den Menschen, mit denen wir zusammen leben wollen, irgendwann darauf einigen, worauf wir genau achten wollen und wo wir auch immer mal – den anderen zuliebe – ein Auge zudrücken und Pi mal Daumen rechnen können.

P.s.: Genau genommen gibt es keinen Grund, von anderen zu erwarten, dass Du genau der oder die Richtige in ihrem Leben bist oder sie das für Dich sind. Aber niemand muss die eigene Messlatte nur anderen zuliebe niedriger oder höher anlegen, ohne dass zumindest darüber geredet und geklärt wurde, ob die anderen auch nach anderen Maßstäben und mit anderen Messmethoden gut leben können.

 

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Dank für das Foto gebührt Mathias P.R. Reding (auf Unsplash)!

Menschliche Abgründe …

… sind selten so tief, wie sie sie sich gegenseitig unterstellen – häufig vielleicht tiefer

Ich war lange Zeit meines Lebens ein sogenannter gutgläubiger Mensch – obwohl ich wusste, dass jeden Tag menschliche Grausamkeiten geschehen, irgendwo anders, wo andere Menschen leben, an denen ich nichts ändern kann. Ich weiß schon seit langer Zeit, dass ich selbst ein Teil dieser komplexen (Menschen-)Welt bin, nie sicher wissen kann, was dafür passiert, dass ich hier leben kann, und dass ich vielen der AuftraggeberInnen, in deren Namen besonders viele Verbrechen an anderen Menschen, an Tieren und der Natur begangen werden, täglich begegne, ohne dass sie wissen, dass das geschieht – weil sie mit ihrem Geld dafür bezahlen oder für ArbeitgeberInnen arbeiten, die daraus Profit schlagen. Ich bin sicher, dass alle die, die davon wissen, ein schlechtes Gewissen haben – so wie es meiner Meinung nach jeder Mensch haben würde.

Nur die Strategien gegen das schlechte Gewissen unterscheiden sich:

  • Verdrängung
  • Wiedergutmachung bzw. Vergeltung
  • Hinnahme

Menschen, die das eigenen schlechte Gewissen verdrängen, weil sie nicht wissen, wie sie es wiedergutmachen könnten, wozu sie beitragen, leiden meistens irgendwann unter den verschiedensten Krankheiten, die ihnen die Luft nehmen, das Blut in den Adern stocken lassen oder die ihr Immunsystem so schwächen, dass sich Krebs oder andere (Auto-)Immunerkrankungen entwickeln können.

Andere, die das Gefühl haben, sie würden all ihre schlechten Taten mit guten ausgleichen können bzw. hätten es verdient, sich auch Dinge zu leisten, die Leid für andere bedeuten, leben weitaus glücklich – bis sie vielleicht erkennen, dass sie mehr verdrängen müssen als sie wiedergutmachen können.

Und die letzte Gruppe, oft spirituell veranlagte Menschen, die denken, sie alleine könnten nichts ändern am Übel in der Welt, neigen dazu, es hinnehmen zu wollen – bis sie feststellen, dass es sie krankmachen würde, wenn sie das lange versuchen.

Es gibt Menschen, die finden ihr Heil oder die Heilung von ihren Krankheiten in spirituellen FührerInnen, die ihnen vermutlich versprechen, das sie selbst kein schlechtes Gewissen mehr haben müssen, wenn sie nur genug an das Gute und Schöne glauben, und dass sie, wenn unsere bisherige, schlechte Welt am Ende untergeht, gerettet werden, weil sie genug Gutes und Schönes dafür getan haben.

Es gibt andere, die suchen Rettung „auf der anderen Seite“, glauben also, dass das Böse immer siegen wird und verbünden sich lieber rechtzeitig mit ihm, nehmen es also als unvermeidbar an und praktizieren es vorsorglich, um im schlimmsten Fall genug abgehärtet zu sein.

Und dann gibt es Menschen wie mich, die versuchen, die Welt und die Menschen realistisch zu sehen, zu sehen, wie sehr Menschen darunter leiden, dass ihnen oft nichts Besseres einfällt, als anderen mit dem, was sie selbst tun, zu schaden; dass sie rücksichtslos oder zu unvorsichtig, also nicht achtsam genug waren oder dass sie selbst – verschuldet oder unverschuldet – in einer Notsituation feststecken, aus der sie allein nicht mehr herauskommen, ohne rücksichtslos gegenüber anderen zu sein.

Ich weiß nicht, ob ich mich damit täusche und ob es tatsächlich Menschen gibt, die gerne leiden, auch wenn ihnen jemand eine leidfreie Alternative dazu bieten könnte, und die auch nicht Besserung geloben und versprechen würden, das – wenn sie Alternativen kennen würden – nicht wieder zu tun, wenn sie feststellen, dass sie anderen Leid zugefügt haben.
Schwören würde ich also nicht darauf, solange ich nicht jede/n einzelnen fragen konnte.
Und schwören würde ich auch nicht darauf, dass es allen Menschen sofort gelingt, möglichst alles zu vermeiden, was anderen schadet.
Aber das kann auch niemand, der die Menschen kennt oder sogar studiert hat, erwarten.
Wenn wir also wirklich etwas gegen unsere menschlichen Abgründe tun wollten statt sie täglich tiefer zu graben – müssten wir sofort damit aufhören, sie an einigen Stellen zuschütten zu wollen, während an anderen umso tiefer gegraben wird; offenlegen, wie tief sie wirklich sind und dann alle gemeinsam darauf achtgeben, dass niemand mehr heimlich und ohne das Wissen anderer irgendwo Erde umschichtet.

Menschliche Abgründe werden menschliche Abgründe bleiben, auch in einem Paradies, in dem wir leben könnten.
Solange wir dafür sorgen, dass Menschen nicht in Not geraten und gleichzeitig lernen, achtsam mit ihnen umgehen, also nicht gleich hineinstürzen, wenn sie sich ihnen nähern, – z.B. aus einer Ohrfeige, mit der manche Menschen erst verstehen, dass auch Worte weh tun können, ein körperliches Gewaltdelikt machen – bräuchten wir uns meiner Meinung nach aber keine großen Gedanken um sie machen.
Ich glaube nicht, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, die sich nicht bewusst wären, dass auch in ihnen Abgründe lauern. Aber so lange nicht alle Menschen offen und ohne schlechtes Gewissen, ohne Scham, darüber reden können, werden wir wohl in einer Dauerschleife aus Überfluss und Not, Krieg und Friedenszeiten hängenbleiben…
Ich kann damit leben, auch wenn ich definitiv nicht damit leben will; deshalb schreibe und rede ich darüber, solange bis ich vielleicht auch mal als Kriegsopfer enden werde, in einer Welt, die meiner Meinung nach friedlich war, bis die Menschen begannen, ihre Abgründe zu erkennen, und sie einfach wieder zuschütten wollten.

 

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Dank für das Foto gebührt Mathias Csader (auf natur-highlights.de)!

 

Etwas nur „offiziell“ oder „(staatlich) geprüft“ und „vorschriftsmäßig“ tun oder verkünden zu wollen …

heißt in erster Linie, offiziell bekannt zu geben, dass man selbst unfähig ist, ohne diese Verlautbarung volle Verantwortung für das zu übernehmen, was man sagt oder tut – alse wenig Vertrauen in sich und andere besitzt und damit selbst auch wenig vertrauenswürdig ist.
Heute – nach fast 45 Jahren Lebensforschung – wundert mich nicht mehr, dass ich schon seit ich denken kann eine gesunde Skepsis gegenüber Bürokratie und BürokratInnen oder Anzug- und Krawattenträgerinnen hatte und mir Menschen lieber sind, die gerne auch unbürokratische Wege, auf gegenseitiger Vertrauensbasis, gehen.
Unter Unternehmerinnen, vor allem in den Managementpositionen, fernab der Kulisse der „offiziellen Bürokratie“, wo vorgegebene Regeln und Rituale zwar offiziell eingehalten werden, aber für persönliches Weiterkommen nur hinderlich sind, also eine Hand die andere wäscht, herrscht gerade mit Sicherheit noch mehr Vertrauen als unter Menschen, die sich bisher vertrauensvoll an ihren Arzt oder ihre Ärztin, ihren Apotheker oder ihre ApothekerIn, ihren Anwalt oder ihre Anwältin, ihre/n BürgermeisterIn oder ihre Familienmitglieder und FreundInnen gewandt haben…
Zu erwarten, dass sich jemand vertrauensvoll an Menschen wendet, die eine Maske im Gesicht tragen oder sogar von BesucherInnen verlangen, das zu tun, ist noch absurder – wenn auch mittlerweile fast genauso gesellschaftlich anerkannt – als an jemanden, der förmlich gekleidet ist.
Kleider machen aber bekanntlich immer noch Leute – aus Menschen, die gemachte oder angesehene Leute, also gar nicht sie selbst sein wollen.
Kein erwachsender Mensch würde sich sonst wie ein kleines Kind an Kleiderregeln halten, die DesignerInnen sich irgendwann einmal ausgedacht und ihre Fans willkürlich als passend festgelegt haben.

Mich machen Uniformen, genauso wie die Verlautbarung von Menschen, dass sie in offiziellem Auftrag unterwegs oder staatlich oder anders geprüft sind, vor allem skeptisch, skeptischer als je zuvor in meinem Leben.
Ich prüfe lieber selbst, wie fähig Menschen wirklich sind, mir bei dem zu helfen, wobei ich Hilfe brauche, oder wie unfähig, das zu verhindern, was ich – nach bestem Wissen und mit gutem Gewissen – tun möchte, nicht nur, weil es offiziell erlaubt oder vorgeschrieben bzw. verboten ist.

P.s.: Während es einst ein offizielles, sinnvolles Vermummungsverbot gab, um allen Menschen in ihr Gesicht schauen und ihre Mimik lesen zu können, haben sich Menschen, die heute einfach so neue Regeln aufstellen dürfen und offensichtlich Frauen nicht zutrauen, eigene Entscheidungen darüber treffen zu können, ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht, auch schon ein Kopftuchverbot einfallen lassen. Ich bin neugierig, wie lange die Mehrheit der erwachsenen Menschen das noch weiter stillschweigend hinnimmt oder mitmacht: offiziell geltende – willkürliche oder auf übertriebenen oder auf Symbole projizierten Ängsten und scheinbaren Sicherheiten beruhende – Regeln befolgen, nicht nur für das, womit sie sich täglich (nicht) bekleiden soll, sondern sogar auch, was sie sich in den eigenen Körper einführen oder spritzen lassen soll. Ich hoffe wirklich – weil ich unter Konformitätszwängen und Uniformierten leide (die in erster Linie Befehle befolgen statt Menschen zu helfen) – dass sich immer mehr altgewordene „Rebellen“ erinnern, wie viel Spaß es in der Jugend gemacht hat, dagegen aufzustehen. Heute ist nicht nur – wie schon in meiner Jugend – ein längst überfälliger Zeitpunkt, sondern vielleicht sogar ein realistischer gekommen, um wirklich und dauerhaft etwas an ihnen zu ändern.

P.p.s.: Es ist keine Charakterstärke, sich ordentlich zu verhalten und an andere anzupassen, deren Regeln man für unsinnig oder sogar gewissenlos hält und deren Verhalten man verurteilt – das nennt sich Angst vor dem Alleinsein oder davor, im Stich gelassen zu werden, und versinnbildlicht als Ordnung getarnten Gruppenzwang.

P.p.p.s.: Was „staatlich geprüfte Qualität ist“ weiß ich, seitdem ich mich schon vor fast 30 Jahren mit Tierschutzfragen in der „Nahrungsmittelherstellung“ beschäftigt habe. Aber dass man sich am Besten auf kein amtliches Siegel verlassen sollte, solange man die Geprüften oder PrüferInnen nicht persönlich kennt und ihnen vertraut, das ist mir erst heute klar geworden. Das heißt auch für mich, dass es an der Zeit ist, neue Vertrauensarbeit zu leisten, also mehr Zeit und Energie in die Vertrauensbildung zu anderen Menschen zu investieren – weil ich keine Lust habe, mich weiterhin von guten oder schlechten SchauspielerInnen in ordentlicher oder gespielt informeller Kleidung betrügen zu lassen.

 

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Dank für das Foto gebührt Hunters Race (auf Unsplash)!