Arm wie eine Kirchenmaus

Oder besser leben wie die Made im Speck?

Wer wie ich nie das Gefühl hatte, darunter zu leiden, zu wenig Geld zu haben, um sich (über-)lebenswichtige Dinge leisten zu können, kennst das Gefühl, wirklich arm zu sein, vermutlich genauso wenig wie ich.
Trotzdem habe ich nicht den Eindruck, als würden noch sehr viele Menschen den Reichtum an einfachen Dingen, die uns überall umgeben, zu schätzen wissen bzw. eine Ahnung davon haben, dass sie notfalls auch in der freien Natur oder irgendwo auf der Straße überleben könnten, sogar ohne um etwas betteln zu müssen – weil es draußen genug gibt, was immer irgendwo übrig bleibt und zu finden ist, wenn man sich darauf konzentrieren kann, Augen und Ohren offen zu halten, also alle (Fein-)Sinne zu nutzen, und einen Mund hat, um sich herumzufragen.
Ich glaube, die meisten Menschen fühlen sich heutzutage – wer auch immer ihnen das eingeredet hat – einfach zu Höherem bestimmt als sich mit einem einfachen Leben zufrieden zu geben oder haben – absurderweise – enorme Angst, sich für andere abrackern zu müssen, ohne dafür so entlohnt zu werden, dass sie davon ein schönes Leben führen können.

Du kannst also – wenn Du nur diese beiden Denkweisen kennst – entweder beschließen, selbst Mäuschen zu spielen und das anzunehmen, was für Dich abfällt.
Oder Du entschließt Dich, hart dafür zu arbeiten, dass Du Dir immer genug davon leisten kannst, was Du alles zum Leben brauchst oder haben willst.
Allerdings gäbe es auch noch eine dritte Möglichkeit: Du suchst Dir Menschen, die gemeinsam mit Dir daran arbeiten, dass es sowohl allen von Euch als auch der Natur, deren Ressourcen Ihr kostenlos nutzt, dabei gut geht.
Du könntest friedlich mit anderen zusammen und im Einklang mit den Lebenszyklen der Natur leben: sonnige Zeiten der reichen Fülle genießen und karge oder dunkle Zeiten nicht mit Angst und Sehnsucht, sondern mit viel Ablenkung verbringen: mit vertröstenden Geschichten, Musik, Kunst oder anderen leichten Arbeiten, die wenig energiereiche Nahrung oder Licht erfordern, aber allen viel Energie spenden.

Jedenfalls wirst Du dadurch nie Angst haben müssen, jemals wieder alleine zu sein, noch befürchten müssen, dass Dir jemand Deinen – aus Angst, Langeweile oder Sehnsucht – angesammelten Reichtum wegnehmen könnte.
Ich vermute ein bisschen, das würde einigen (einfluss-)reichen Menschen auf dieser Welt gar nicht gefallen, die sich sehr daran gewöhnt haben, dass andere

  • entweder alles für sie tun, nur damit auch etwas für sie dabei abfällt; oder
  • bereit sind, in ihrem Job alles zu tun, damit sie das Geld, auf das sie angewiesen sind, nur nicht verlieren.

Aber vielleicht würde es ihnen auch gut tun, sich mal wieder unter einfache Menschen zu begeben, die Arbeiten in der freien Natur zu genießen und dafür zu sorgen, dass am Ende auch wirklich alle genug davon abbekommen, was unsere Mutter Erde hergibt?

 

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Dank für das Foto gebührt Joshua J. Cotten (auf Unsplash)!

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