Glückskinder …

sind für mich Menschen, …

  • … für die auch an einem wolkenverhangenen Tag die Sonne aufreißt, wenn sie nach draußen gehen und sonst niemanden dabei haben, der sie trösten könnte – wenn sie traurig darüber sind, was unglückliche Menschen sich, anderen und der Erde antun auf ihrer Suche nach Glück im Reichtum;
  • … die das Glück hatten und haben, sich immer von irgendjemandem geliebt zu fühlen oder in irgendjemanden verliebt zu sein;
  • … für die es keine Schicksalsschläge, sondern nur unglückliche Zufälle oder Winke des Schicksals gibt, aus denen sie etwas lernen können;
  • … die noch so viel Mitgefühl für sich selbst und andere Menschen haben, dass sie aus Mitleid weinen können – obwohl sie wissen, dass Selbstmitleid niemanden trösten wird, aber es zu unterdrücken mit der Zeit (mit-)gefühllos macht;
  • … die sich bisher immer auf ihre Intuition – ihren Bauch und ihr Herz – verlassen konnten, weil sie von anderen nie (lange genug) dazu verführt wurden, sich aus dem Bauch heraus falsch zu entscheiden, oder weil sie selbst nicht so viel Ehrgeiz (aber genug Ausdauer) hatten, um nicht immer zuerst auf sie hören zu wollen.

Als Glückskind muss man meiner Meinung nach nicht geboren sein, um noch eines werden zu können.
Wer glücklich leben möchte, muss bereit sein, sein Leben glücklichen Zufällen zu überlassen, darf also nichts unbedingt oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt und alternativlos erreichen wollen.
Planwirtschaft lässt sich damit jedenfalls genauso wenig betreiben wie Politik.
Aber die bräuchte vermutlich auch kein Mensch für ein glückliches Leben; nicht einmal ein Großteil der UnternehmerInnen und PolitikerInnen, wenn ich sie mir anschaue.

Wäre es nicht ein aussichtsreicher Weg zu mehr Glück auf dieser Erde, wenn wir uns zuallererst Alternativen zu den Dingen einfallen lassen würden, die schon mehr Menschen unglücklich als glücklich gemacht haben?

P.s.: Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, halte ich Eltern für glückliche, die Kinder noch als ein Geschenk, nicht als einen erfüllten Wunsch betrachten; sich zu jeder Zeit sicher fühlen, das Beste für ihre Kinder zu tun, während die noch auf ihren Schutz angewiesen sind; und die nicht nur stolz auf ihre Kinder sind, wenn die (sich) etwas Tolles geleistet haben – weil sie wissen, dass ihre Kinder zu ihrem eigenen Glück gehören, vor allem wenn sie selbst noch auf der Suche danach sind.

 

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Dank für das Foto gebührt Senjuti Kundu (auf Unsplash)

 

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