Die Herausforderungen des Lebens als kostenloses Geschenk

Sinnlose und sinnvolle Sinnfragen

Warum bin ich überhaupt hier?
Sollte ich nicht eigentlich ganz woanders sein?
Wo gehöre ich hin?
Welchen Wert hat mein Leben, ohne dass ich mir diese Fragen beantworten kann?

Mir begegnen immer wieder Menschen, bei denen ich mich tatsächlich frage, was sie hier eigentlich noch machen.
Weil sie entweder ihren (Selbst-)Wert nicht kennen oder gar nicht da sein wollen, wo sie sind.
Weil sie unglücklich mit ihrem Leben statt dankbar dafür sind.
Weil sie gar nicht wissen, was sie in oder mit ihrem Leben noch anfangen soll(t)en oder wollen.
Weil sie einfach nur das Beste daraus machen wollen, während sie sich gar nicht jeden Tag darüber freuen, auch ihr Bestes dafür geben zu müssen.

Das Beste, was Menschen geben können, ist mit Sicherheit nicht Geld, auch wenn sich damit sehr viel anfangen lässt.
Geld wird Dir nie das Gefühl geben können, dass Du, Dein Wesen oder Deine Meinung, ihm wichtig bist, genauso wenig wie Menschen, die vorgeben, Dich zu lieben, die Dich loben und Dir in allem zustimmen, weil sie sonst Gefahr liefen, Deine großzügigen Geldgeschenke oder kleinen, aber wertvollen Aufmerksamkeiten zu verlieren.
Auch ein voller Geldbeutel allein wird Menschen, die nicht wissen, wohin sie gehören, nie dorthin bringen, wo sie sein bzw. bleiben wollen, ohne dass sie sich immer wieder die Fragen stellen:

  • Kann ich hier glücklich und zufrieden sein?
  • Wer oder was fehlt mir hier auf Dauer? Welchen gleichwertigen Ersatz würde es dafür geben?
  • Womit kann ich hier nicht leben? Kann ich dem leicht aus dem Weg gehen oder gar nicht?
  • Womit würde ich mich früher oder später langweilen?
  • Womit würde ich mich den ganzen Tag beschäftigen?
  • Hätte mein Leben hier einen (neuen) Sinn?

Ich hoffe, Du kennst den Sinn Deines Lebens längst.
Für mich als Lebenswissenschaftlerin liegt er darin, jeden Tag etwas Neues dazu zu lernen und Freude daran zu haben, etwas damit anzufangen – auch wenn es erst einmal nur das bzw. die ist, darüber zu schreiben.
Weil ich überzeugt bin, dass alles was irgendwann Sinn ergeben soll, was also nachhaltig sinnvoll und nicht nur scheinbar auch für die Zukunft von Erfolg gekrönt sein soll, auch gut und lange durchdacht sein muss, also nicht einfach aus dem Bauch oder einer Not heraus entschieden werden darf.

Sonst kann es sein, dass Du Dir irgendwann die Fragen stellst:

  • Warum habe ich das damals getan?
  • Warum habe ich in meinem Leben so viel Zeit sinnlos verschwendet?
  • Warum fühle ich mich so gefangen in einem Körper, der mir geschenkt wurde, den ich also auch ablehnen, nach Belieben verändern oder einfach lieben könnte?
  • Warum ergibt mein Leben so wenig Sinn?

Und es kann sein, dass – wenn wir uns begegnen – ich Dich darauf hinweise, dass Du Dir bisher vielleicht keine falschen Fragen gestellt hast, aber Fragen, auf die Du selbst noch keine Antworten in Dir gesucht hast – obwohl Du Dir die Antworten selbst geben könntest – oder die Dir auch sonst niemand beantworten kann, der/die sich nicht in Deinen Kopf hineindenken, in Dein Herz hineinhorchen und in Deinen Bauch hineinfühlen kann.

Aus einem kostenlosen Geschenk wird nicht automatisch ein wert- oder sinnvolles, ohne dass Menschen es zu schätzen wissen oder lernen und auch seine Tücken oder Macken liebgewinnen können.
Du musst also vor allem die Herausforderung lieben, wenn Du Deinem Leben einen echten, fühlbaren Wert und Sinn geben möchtest – für den Rest der Welt wird es höchstens ein ideeller sein, also Gesprächsstoff oder Filmmaterial u.ä. liefern, mit dem sie versuchen, ihr eigenes Leben aufzuwerten oder sich daran zu bereichern.

P.s.: Nur weil Du denkst, Du hättest Dich gar nicht dafür entschieden, das Geschenk des Lebens als Mensch anzunehmen, heißt das nicht, dass Du nicht vor die Wahl gestellt wurdest: So wie ich mich kenne, habe ich vermutlich gar nicht bis zu Ende zugehört und es angenommen, sobald ich „kostenlos“ gehört habe. Bei anderen Menschen habe ich den Eindruck, dass sie auf die schönen (Werbe-)Versprechen und sehr einseitige Darstellungen des Lebens – ohne Naturgewalten bzw. -katastrophen, Unfälle, Versorgungsengpässe und daraus entstehende Krankheiten oder den Tod – auf der Erde hereingefallen sind, also von ihrem Leben enttäuscht sind, weil sie etwas anderes erwartet haben.

 

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Dank für das Foto gebührt Riley Pitzen (auf Unsplash)!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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